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Ausgabe 17/2026

Berufliche Grundbildung

Nachhaltige Entwicklung: Ein Trend in der Berufsbildung

Ende 2023 lancierte das SBFI den Förderschwerpunkt «Nachhaltige Entwicklung in der Berufs- und Weiterbildung». Eine Zwischenbilanz des OBS EHB zeigt, dass nachhaltige Entwicklung zum integralen Bestandteil der Berufsbildung avanciert ist (siehe E2-News). In der beruflichen Grundbildung und der höheren Berufsbildung haben bereits über 20 Berufsrevisionen von der Analyse- und Beratungspauschale profitiert und Nachhaltigkeitsaspekte in die Bildungspläne integriert. Auch Lernende befassen sich vermehrt mit dem Thema. Ihr Kompetenzaufbau setzt jedoch Vorbilder voraus. Daher integrieren die revidierten Rahmenlehrpläne für Berufsbildungsverantwortliche nachhaltige Entwicklung als transversales Thema in die Ausbildung von Berufsbildenden und Lehrpersonen. Letztlich sind alle Akteure der Berufsbildung gefordert. Sie können noch bis Ende 2028 Projekte eingeben und Fördermittel beantragen.

Digitale Lernplattformen: Lehrbetriebe klagen über Mehraufwand

Immer mehr Berufe nutzen in der Ausbildung digitale Lernplattformen. Ihr Einsatz ist für Lehrbetriebe, Berufsfachschulen und überbetriebliche Kurse meist verbindlich – was nicht überall gut ankommt. In den Tamedia-Zeitungen (kostenpflichtig) klagen Lehrbetriebe über administrativen Mehraufwand. Berufsbildende müssten digital Praxisaufträge zuweisen und die Lernfortschritte dokumentieren. Das setzt entsprechende IT-Kompetenz und damit oft Schulung voraus. Hinzu komme, dass es viele unterschiedliche Plattformen gebe, einige seien unausgereift. Jürg Schweri von der EHB sieht diese Entwicklung entsprechend kritisch. Er befürchtet höhere Belastungen für Berufsbildende und stellt infrage, ob die Ausbildungsqualität – wie angestrebt – durch die Plattformen tatsächlich steigt.

ICT-Berufsbildung Schweiz will Berufsbildung neu denken

2010 waren 158'000 Fachleute in der ICT tätig, 2024 bereits 266'000. Ein Bericht im Auftrag von ICT-Berufsbildung Schweiz prognostizierte 2025, dass es bis 2033 fast 400'000 braucht. Da beunruhigen Meldungen wie jene aus dem Kanton Zürich. Dort werden immer weniger ICT-Lehrstellen besetzt (Inside IT). Ein möglicher Grund: Betriebe und Lernende denken, KI werde künftig viele ICT-Arbeiten übernehmen. Marc Marthaler, Geschäftsführer ICT-Berufsbildung Schweiz, warnt im PCtipp-Interview: «Diese Vorstellung ist der sichere Weg in den Fachkräftemangel.» KI automatisiere Tätigkeiten, schaffe aber neue. Angesichts von KI müsse man die Berufsbildung neu denken. Will heissen: laufende Revision der Bildungsgänge, Grund- und Weiterbildung als Einheit betrachten und den Betrieben Spielräume für individuelle Bildungsschwerpunkte geben.

Parlamentarischer Vorstoss zu den Grundkompetenzen von Lehreintretenden

Im Nationalrat wurde ein Postulat im Zusammenhang mit den sinkenden Grundkompetenzen von Lehreintretenden eingereicht. Der Bundesrat soll in einem Bericht aufzeigen, wie sich diese Entwicklung auf Lehrvertragsauflösungen, Erfolgsquoten in den Qualifikationsverfahren und die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe auswirkt. Nebst weiteren Fragen soll der Bundesrat auch klären, inwiefern der Einfluss von KI auf die Arbeitswelt verantwortlich ist für den Rückgang an Lehrstellen. Weitere Bildungsvorstösse und -geschäfte auf Bundes- und Kantonsebene präsentiert monatlich die «Parlamentarische Dokumentation» des Informationsdiensts IDES (EDK).

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Genehmigung

Folgende Prüfungsordnung wurde vom SBFI genehmigt:

Die Prüfungsordnung wird im SBFI-Berufsverzeichnis aufgeschaltet. Für neue Prüfungsordnungen und solche mit geändertem Titel erstellt das SDBB ein Infoblatt (INFObildung&beruf).

Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Aufhebungen

Das SBFI kommuniziert im Bundesblatt vom 6. Oktober und 7. Oktober 2026 folgende Aufhebung einer Prüfungsordnung und eines Reglements:

  • Fachmann/-frau Komfortlüftung (BP)

Gemäss Auskunft der Co-Trägerschaft GebäudeKlima Schweiz erfolgt die Aufhebung ersatzlos, weil die Nachfrage zu gering ist und die Berufsprüfung nicht in allen Teilen den Marktbedürfnissen entspricht. Die Ausbildung zur Fachperson im Bereich Komfortlüftung soll künftig mit Kursen in Planung, Akustik und Lüftungsreinigung sichergestellt werden.

  • Feuerverzinker/in, dipl. (HFP), Galvaniker/in, dipl. (HFP)

Gemäss Auskunft der Schweizerischen Stiftung für Oberflächentechnik (SSO) erfolgt die Aufhebung ersatzlos, weil das Reglement nicht mehr dem aktuellen Standard entspricht. Es wurde nie eine Prüfung durchgeführt.

Mittelschulen und Hochschulen

FR: Bachelor in Bauingenieurwesen neu als Teilzeitstudium möglich

Ab dem Herbstsemester 2027 wird der Bachelor in Bauingenieurwesen der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HEIA-FR) auch als Teilzeit-Studiengang angeboten. Der über vier Jahre verteilte Unterricht findet an drei Tagen pro Woche statt. Das Studium kann entweder auf Französisch oder zweisprachig auf Deutsch und Französisch absolviert werden.
Medienmitteilung

SG: Bachelor und Master FH in den Bereichen KI, Gesundheit sowie Wirtschaft und Recht

Die OST Ostschweizer Fachhochschule plant für Herbst 2027 vier neue Studiengänge. Der Bachelor of Science in Industrial Artificial Intelligence vermittelt, wie KI gezielt in der Industrie eingesetzt wird, zum Beispiel in Robotern, Maschinen oder Produktionsanlagen. Der Bachelor of Science in Health Technology Innovation verbindet Gesundheit, Technologie und Wirtschaft. Die Studierenden entwickeln nutzerzentrierte, regulatorisch fundierte Gesundheitstechnologien. Die Master of Science in Management und Recht sowie Physiotherapie bauen auf bestehenden oder vergleichbaren Bachelorabschlüssen auf. Der KI-Bachelor wird in Rapperswil-Jona angeboten, die übrigen Studiengänge in St. Gallen.
Medienmitteilung

VS: Stabile Studierendenzahlen in der Tertiärbildung

Zwischen 2024 und 2025 ist die Zahl der Walliser Studierenden stabil geblieben (+0,7%). Dies, obwohl der Anteil der Bevölkerungsgruppe der 18-25-Jährigen weiterhin sinkt. 2025 waren 53% der Walliser Studierenden an einer universitären Hochschule immatrikuliert (unverändert gegenüber 2024), 35% an einer FH (-1% gegenüber dem Vorjahr) und 12% an einer PH (+1% gegenüber 2024). Am häufigsten entschieden sich die Studierenden für die Universität Lausanne, die mittlerweile die Schwelle von 1000 Walliser Studierenden überschritten hat. Dies geht aus einem Artikel in Le Nouvelliste hervor. Die Zeitung liefert auch Zahlen und Erfahrungsberichte zur Situation von Studierenden, die neben ihrem Studium einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Podcast «Wie geht es nach dem Kunst- und Designstudium weiter?»

Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) lanciert mit «Freie Praxis» einen Podcast über das Leben nach dem Studium. Ehemalige Studierende aus Disziplinen wie Design, Musik oder Film erzählen aus ihrer Karriere – über ihren Alltag, ihre Erfolge und Herausforderungen sowie über Wendepunkte in ihren beruflichen Wegen. «Freie Praxis» erscheint monatlich auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie auf den Kanälen der ZHdK.

Stipendien und Darlehen 2025

Im Jahr 2025 vergaben die Kantone 366 Millionen Franken für Ausbildungsbeiträge – davon 347 Millionen für Stipendien und 19 Millionen für Darlehen. Insgesamt bezogen rund 47'000 Personen Ausbildungsbeiträge. 56% der Stipendienbeträge wurden auf der Sekundarstufe II ausbezahlt und 43% auf der Tertiärstufe. In der obligatorischen Schule und in der Weiterbildung sind sie marginal (0,4%). Bei den Darlehen gingen 90% des Gesamtbetrags an Studierende auf der Tertiärstufe. Der durchschnittliche Stipendienbetrag pro Bezüger/in betrug 6586 Franken auf der Sekundarstufe II und 9182 Franken auf der Tertiärstufe. Dies geht aus einer Broschüre des BFS hervor. Sie dokumentiert nationale Entwicklungen und zeigt kantonale Unterschiede auf.

ZH: Bilanz zu städtischen Stipendien für vorläufig Aufgenommene

Seit dem 1. August 2026 können vorläufig aufgenommene Ausländer/innen, die seit mindestens zwei Jahren in der Stadt Zürich leben, ein städtisches Stipendium beantragen. Im Kanton Zürich sind es fünf Jahre. Bereits kurze Zeit nach der Einführung der städtischen Regelung zeigt sich eine Nachfrage, wie ein Beitrag des SRF Regionaljournals Zürich/Schaffhausen berichtet: 62 Gesuche sind in den ersten zwei Monaten eingegangen. Rund ein Drittel der Gesuche stammen von vorläufig Aufgenommenen, zwei Drittel von Personen mit Schutzstatus S. Die Mehrheit der Gesuche betreffen eine Berufslehre (EFZ oder EBA). Die Gesuche werden derzeit geprüft.

Arbeitsmarkt

Junge Frauen holen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt auf

Eine Studie von Daniel Oesch (Universität Lausanne) und Oliver Lipps (FORS) analysiert, wie sich Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern über mehrere Geburtsjahrgänge hinweg verändert haben. Während Frauen der Geburtsjahrgänge 1965 im Alter von 25 bis 34 Jahren noch ein um 55% tieferes gesamtes Erwerbseinkommen erzielten als gleichaltrige Männer, betrug der Rückstand beim Jahrgang 1995 noch 14%. Auch bei der Erwerbsbeteiligung und der Arbeitszeit haben sich die Unterschiede verringert. Die verbleibenden Einkommensunterschiede hängen besonders stark mit der Elternschaft zusammen: Junge Mütter verdienen weiterhin deutlich weniger als junge Väter. Die Studie wird in der 45. Ausgabe von Social Change in Switzerland vorgestellt.
Medienmitteilung

HR-Barometer: 36% erwarten mehr Arbeitslosigkeit durch Automatisierung

Das Schweizer HR-Barometer erfasst, wie Angestellte ihre Arbeitssituation erleben. Die 14. Ausgabe trägt den Titel «Kompetenzen und Disruption» und befragt Arbeitnehmende aus der ganzen Schweiz zum Thema digitaler Wandel. Die Befragten blicken trotz des technologischen Wandels mehrheitlich zuversichtlich in ihre berufliche Zukunft. Sieben von zehn Beschäftigten schätzen ihre übertragbaren beruflichen Kompetenzen als gut entwickelt ein. Als übertragbar werden Kompetenzen bezeichnet, die sich in unterschiedlichen beruflichen Situationen einsetzen lassen, beispielsweise Projektmanagement, analytisches Denken oder digitale Kompetenzen. Generell geben 62% an, ihre Kompetenzen aktiv weiterzuentwickeln. Trotzdem befürchtet jede/r zehnte Arbeitnehmer/in, den Arbeitsplatz durch neue Technologien oder KI zu verlieren. Jeder Dritte erwartet gar, dass Automatisierung zu Massenarbeitslosigkeit führen wird. Das Schweizer HR-Barometer wird von den Luzerner Hochschulen erstellt.
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Atypische Beschäftigung erhöht das Risiko finanzieller Unsicherheit

Rund 940'000 Menschen in der Schweiz – das ist fast jede fünfte Erwerbsperson – arbeiteten im Jahr 2023 in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis, also zum Beispiel befristet oder auf Abruf. Der Grossteil von ihnen lebt nicht in prekären Verhältnissen. Prekäre Beschäftigungen sind aber bei atypisch beschäftigten Personen häufiger (12%) als bei Personen in einem Normalarbeitsverhältnis (7%). Als prekär gelten Beschäftigungen, bei denen das auf ein Vollzeitpensum standardisierte Nettoerwerbseinkommen unter der Armutsgefährdungsgrenze liegt. Besonders betroffen sind Frauen, junge Menschen, Personen mit geringer formaler Bildung und Drittstaatsangehörige. Zwar gelingt rund zwei Dritteln der atypisch-prekär Beschäftigten innerhalb eines Jahres der Übergang in ein Normalarbeitsverhältnis oder zumindest in ein finanziell gesichertes Verhältnis, für ein Drittel bleibt die Situation aber unverändert oder verschlechtert sich. Das geht aus einer Studie hervor, welche in «Die Volkswirtschaft» vorgestellt wird.

Stellenmarkt-Monitor im 3. Quartal 2026

Der Stellenmarkt zeigte im 3. Quartal 2026 eine leichte Erholung: Die Zahl der offenen Stellen stieg gegenüber dem Vorquartal sowie im Vorjahresvergleich um 0,8%. Das geht aus dem «Adecco Group Swiss Job Market Index» des Stellenmarkt-Monitors der Universität Zürich hervor. Der Bericht zum 3. Quartal 2026 legt den Fokus auf Handwerks- und technische Berufe. In diesen Berufen haben die offenen Stellen seit 2015/2016 um 131% zugenommen, mehr als viermal so stark wie bei der Gesamtheit der offenen Stellen (+30%). Den stärksten Zuwachs verzeichneten die Untergruppen Bau- und Ausbaufachkräfte (+173%) sowie die Berufe Elektriker/in und Elektroniker/in (+134%). Der Fachkräftemangel in den Handwerks- und technischen Berufen hat sich seit 2023 trotz weiterhin hoher Nachfrage entspannt.
Medienmitteilung

Verschiedenes

Prognose der Lernenden- und Studierendenzahlen

In der beruflichen Grundbildung dürfte die Zahl der Lernenden bis 2035 um 10% steigen, in den Mittelschulen um 12%. Diese Zunahmen sind primär eine Folge des Bevölkerungswachstums. Das geht aus dem Referenzszenario des BFS hervor. Die Zahl der Studierenden an höheren Fachschulen dürfte um 17% zunehmen. Bei der Zahl der vergebenen eidgenössischen Diplome ist ebenfalls mit einem Anstieg zu rechnen (+15%), die Zahl der eidgenössischen Fachausweise dürfte hingegen stabil bleiben (+1%). Für die Hochschulen rechnet das BFS mit 21% mehr Studierenden. Diese Zunahme ist insbesondere auf das Bevölkerungswachstum und die steigende Zahl der Studierenden aus dem Ausland zurückzuführen. Auf der Primarstufe wird die Zahl der Schüler/innen voraussichtlich um 8% zurückgehen, dies aufgrund der seit 2022 sinkenden Geburtenzahlen.
Medienmitteilung

Erster nationaler MINT-Kongress in Lausanne

Wie sieht eine integrative und wirkungsvolle MINT-Bildungsstrategie aus? Diese Frage steht im Zentrum des ersten nationalen MINT-Kongresses vom 2. Februar 2027 in Lausanne (EPFL). Die Akademien der Wissenschaften Schweiz und die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften laden MINT-Verantwortliche aus Betrieben und Bildungsinstitutionen sowie Vertreter/innen aus Politik und Wirtschaft zum Ideenaustausch ein. Auf die Teilnehmenden warten Keynotes von internationalen Fachleuten und diverse Austauschformate.
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Inserate

Università della Svizzera italiana (USI): Master Info Day

Die Veranstaltung bietet Studierenden die Möglichkeit, die Masterstudiengänge kennenzulernen. Die Studierenden können an einer Präsentation der USI sowie an Informationsveranstaltungen zu den Masterstudiengängen teilnehmen; aktuelle Studierende und Alumni werden ihre Erfahrungen teilen. Die Teilnahme ist sowohl vor Ort als auch online möglich.
Vom 2. bis zum 11. November besteht im Rahmen der Master Meetings die Möglichkeit, an Vorlesungen der Masterstudiengänge teilzunehmen.
Datum: 23. Oktober 2026 
Weitere Informationen: https://join.usi.ch/en/master-info-day