Baryt*
(fr�her auch als Schwerspat bezeichnet) -
das wei�e "Gold" des Spessarts!

von Joachim Lorenz, Karlstein a. Main


*Mineral des Jahres 2023

Baryt Hirschbergtunnel Hain   angeschliffen und poliertes St�ck Baryt mit H�matit,
          Waldaschaff
Links: fast einschlussfreier, sp�tiger Baryt mit etwas Fluorit (und nicht sichtbar Quarz) als Bruchst�ck vom Hirschbergtunnel Ostportal bei Hain,
Bildbreite 17 cm,
Rechts: stark mit feinstschuppigem H�matit durchsetzter Baryt von der Grube "Pauline" in Waldaschaff, angeschliffen und poliert,
Bildbreite 15 cm.

Baryt aus Feldkahl
reinwei�er, grobsp�tiger, fremdmineralfreier Baryt aus dem Dolomit des Steinbruches
der Fa. Hufgard (Rottenberg) im Golfplatz der Feldkahler H�he,
Bildbreite ca. 13 cm, gefunden 2007,
angeschliffen und poliert

Baryt-Gang bei
        Waldaschaff
Ca. 0,5 m m�chtiger Baryt-Gang:
Ganz frisch angeschnitten und dann mit Wasser aus einer Pf�tze gewaschen:
Ein ca. 0,50 m m�chtiger Baryt-Gang (siehe Geologenhammer als Ma�stab) im Gneis der Elterhof-Formation,
schr�g einfallend, feinsp�tig und von alterierten Gesteinbruchst�cken durchsetzt;
(die senkrechten Riefen stammen von den Baggerz�hnen)
aufgenommen am 12.09.2010.




Historisches:
Der Bergbau auf das auffallend schwere, meist wei�e Mineral begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts. In vielen, meist sehr einfachen Gruben wurde das weiche Mineral aus den gangf�rmigen Vorkommen abgebaut (nicht vollz�hlig):
Neuh�tten, Frammersbach, Partenstein, Neuh�tten, Hain, Eichenberg, Sommerkahl, Sch�llkrippen, Rechtenbach, Heigenbr�cken, Waldaschaff,  Gro�laudenbach, Kleinkahl, Ruppertsh�tten, Bessenbach, Lohr, .....
F�r diese Orte sind zahlreiche, insgesamt ca. 70 Grubennamen �berliefert, von denen jedoch nur wenige eine wirtschaftliche Bedeutung erlangten. Die Meisten Namen beziehen sich auf Mutungen, Sch�rf- und Abbauversuche und manche Namen wurden mit neuen Besitzern gewechselt.
Der Abbau erfolgte mit sehr einfachen Mitteln, oft nur im Winter oder nur �ber einen zeitlich kurzen Raum. Die Gewinnung des Schwerspates im Untertagebetrieb wurde mit der letzten Grube "Christiane" bei Rechtenbach 1972 eingestellt.
Die Aufbereitung erfolgte ebenso mit einfachsten Mitteln. Man begann im 19. Jahrhundert mit einfachen Sch�rfen und Gr�ben und wechselte dann zum untert�gigen Abbau. Bei den f�r die Genehmigung zust�ndigen Beh�rde (Bergamt Bayreuth) sind nur sehr wenige Akten zum Bergbau auf Schwerspat vorhanden.
Nur die eisenarmen, reinwei�en Qualit�ten lie�en sich gut verkaufen. Die Betriebe des Buntsandsteinspessarts lieferten meist nach Lohr, wo die Fa. Alberti eine Aufbereitung betrieb.

Museum in Partenstein mit
        Stollennachbau
aufgenommen am 13.04.2002
Einen sch�nen Einblick in den Schwerspat-Bergbau im Spessart gibt das kleine Heimat-Museum "Alter Kram" in Partenstein (Herr Holger Breitenbach macht dort die F�hrungen).
Gleichzeitig kann man von hier aus einen ca. 3 km langen Rundweg des arch�ologischen Spessartprojektes wandern, der an alten Bergwerken und Sch�chten vorbei f�hrt. Eine Besonderheit ist ein Weg der mit Sandsteinplatten befestigt und verst�rkt wurde. Die schwer mit Baryt beladenen Fahrzeuge haben darin ihre Spuren als breite Rinnen hinterlassen. 

Kulturrundweg bei Partenstein
Hier bei der Einweihung des Rundweges am 13.04.2002 stehen die Besucher am
ehemaligen "Marienschacht", dessen Fundamente vom ehemaligen F�rderturm zeugen,
wie auf der rechts im Bild sichtbaren Tafel erl�utert wird.

Grube Marga bei Eichenberg
Ehemaliges (Verwaltungs-)Haus der Grube Marga bei Eichenberg,
aufgenommen am 12.08.2001

Reste des Bergbaues auf den Schwerspat findet man an vielen Stellen des Spessarts, ohne dass dies auf dem ersten Blick offensichtlich ist. Ein Beispiel daf�r ist das einsam stehende Haus an der Stra�en von Eichenberg nach Sailauf. Es ist das Verwaltungsgeb�ude der Schwerspat f�rdernden Grube "Marga". Diese war von 1933 mit einer kriegsbedingten Unterbrechung bis etwa 1952 im Betrieb. Von den sonstigen Betreibsanlagen hat so gut wie nichts �berdauert. Und das Stollenmundloch findet man nur noch, wenn man die Stelle genau kennt.

Es wurde oft behauptet, dass der Schwerspat einer der Rohstoffe f�r das Glas war, welches im Spessart an vielen Stellen hergestellt worden ist (Glash�tten). Leider gibt es nur wenige chemische Analysen, die diese Behauptung best�tigen k�nnten. Bei den bisher ver�ffentlichten Gehalten von <1 Gew.-% BaO ist das darin gefundene Bariumoxid auf anderen Wegen in die Glasmasse gekommen: Einfach mit der Asche aus dem Holz der B�ume! Dies konnte mittels Spurenelementanalysen an Gl�sern nachgewiesen werden. So lange es keine neue Analysen mit deutlich h�heren Anteilen an BaO gibt, bleibt es bei der unbewiesenen und weit verbreiteten Behauptung.
Die nachweisliche, gezielte Verwendung von Bariumoxid (kein Schwerspat!) in den Glasschmelzen erfolgte sicher erst in der industriellen Glasproduktion zur Herstellung von Kristall- und Halbkristallgl�sern im 19. Jahrhundert.

Lebensmittelf�lschung oder Lebenmittelbetrug: Man kann hin und wieder lesen oder h�ren, dass der zu wei�em Pulver gemahlene Baryt zur Streckung bzw. Gewichtserh�hung in das (Weizen-)Mehl der M�ller oder auch anderer Nahrungsmittel gelangte oder vors�tzlich bei gemischt wurde; dies wird auch in der lokalen Literatur geschrieben, aber ich konnte aus dem Spessart bisher keinen verl�sslichen Beleg oder eine nachweisliche Quelle finden (z. B. Gerichtsurteil oder so was). Erstaunlicherweise beschreibt das sogar der ber�hmte russische Mineraloge FERSMANN (1931:202ff). Sicher hat es es das andernorts gegeben, denn im Internet lassen sich glaubhafte (aber auch nicht mit Zitaten belegte) Berichte finden. Meyers Konversationslexikon von 1907 f�hrt im 13. Band f�hrt unter dem Begriff "Mehl" auf Seite 547 neben Gips usw. auch sehr selten Schwerspat als Verunreinigung an. Auch im neuen Buch der Mineralientage M�nchen 2024 wird das ohne Beleg und Quelle so wiederholt (SCHWARZE-REITER & LEVTEROV 2024:161).

Von den einstigen Bergwerken im Spessart sind an vielen Stellen noch Spuren zu sehen, denn das wei�en Mineral f�llt doch auf. Und in den W�ldern wurden die Reste kaum entfernt, so dass die meisten Mundl�cher und Halden in den bewaldeten Teilen des Spessarts zu finden sind. Ab und zu werden bei Tiefbauarbeiten solche Stollen freigelegt, so zuletzt bei Hain im Spessart im Dezember 2006.

In oder in der N�he der folgenden Orte fand ein Bergbau auf Schwerspat statt:

Aus verschiedenen Orten, wie z. B. Bessenbach, wurde auch �ber t�dliche Unf�lle in den Bergwerken und Abbauen berichtet. 

Einzig die Fa. Seitz und Kerler (Seilo) GmbH & Co. KG in Lohr arbeitet als der letzte Nachfolger der Spessarter Schwerspatindustrie noch mit Schwerspat und fertigt aus dem Baryt "R�balith"-Steine, also ziegelsteingro�e Mauersteine aus einem Baryt in unterschiedlichen K�rnungen f�r Bauten im Strahlenschutz (z. B. in Krankenh�usern). Dabei wird dann auch der M�rtel, der Estrich und der Verputz mit Baryt ausgef�hrt, so dass man entsprechende Abschirmungen kosteng�nstig ausf�hren kann. F�r noch h�herwertige Steine werden noch schwerere Zuschl�ge wie Eisenoxide und Eisen als Metall hinzugef�gt.

R�balith-Stein R�balit-Stein
Linkes Bild:
R�balith-Stein im Ziegelstein-Format f�r den Strahlenschutz aus Baryt der Fa. Seitz & Kerler, Lohr am Main;
Rechtes Bild:
Ausschnitt aus dem angeschliffenen Stein, darin gut sichtbar die unterschiedlichen K�rnungen des Barytes, der dem Stein ein Gewicht von ca. 6 kg verleiht!
Bildbreite 13 cm. 

Einen sehr guten Einblick in den Bergbau auf Baryt bzw. Schwerspat gibt das Werk von LAMPE & LABGEFELD (2013). Darin wird die Montangeschichte von Bad Lauterberg im Harz detailreich beschrieben. Ein wesentlicher Teil behandelt die Barytgrube Wolkenh�gel, auf der etwa 4 Millionen t Schwerspat gef�rdert wurde. Besonders lesenswert sind die Abschnitte zur Abbau- und Aufbereitungstechnik.

Bessenbach
Infolge der hohen Kosten und Auflagen f�r einen neu zu beginnden Bergbau und die im Spessart geringen Gangm�chtigkeiten von unter 2 m ist derzeit nicht damit zu rechnen, dass es zu einer Wiederaufw�ltigung von Bergwerken kommt. Abbauw�rdige und unverritzte - d. h. noch nicht abgebaute - Gangvorkommen von Schwerspat sind im Spessart sicher nicht mehr vorhanden. Beim Tunnelbau zwischen den Orten Laufach und Hain sind Baryt-G�nge angeschnitten worden, die vermutlich derzeit ebenfalls nicht bauw�rdig sind, weil der Anteil an Calcit, Fluorit, Quarz und Eisenoxiden zu sein d�rfte.
Aber die hohe Nachfrage hat den Preis f�r Schwerspat auf ein deutlich h�heres Niveau anwachsen lassen, so dass bei einer weiter steigenden Preisentwicklung solche Pl�ne zumindest pr�fbar werden (
LINHARDT et al. 2017). 

Aus Bessenbach liegt eine gutachterliche Stellungnahme von einem "Bergingenieur Theo H. HENEE aus Wiesbaden" aus dem Jahr 1951 vor, bei der eine Wiederaufnahme des Bergbaues auf den Baryt von Bessenbach aufgrund der Vorkommen und der Qualit�t als realistisch angesehen wird: 


Kommentiertes Gutachten von 1951 [die Kommentare sind in eckigen Klammer eingef�gt]


Baryt
              Bessenbach
Feinbl�ttriger Baryt mit etwas Quarz vom Wei�en Grund
bei Bessenbach,
Bildbreite 15 cm

Der Baryt (Schwerspat) Bergbau auf dem nordwestlichen Randgebiet des Spessarts, eine geolgisch � bergwirtschaftliche � Teilskizze vom berat. Bergingenieur Th. H. Henee.

Die Ablagerungsverh�ltnisse im Berichtsgebiet sind im Ganzen als einfach zu bezeichnen; das kristallinische Grundgebirge welches den gr��ten Teil des Vorspessarts zwischen Aschaffenburg � Hain � Gelnhausen einnimmt, besitzt nord�stliches Streichen unter etwa 40 � 60 � bei nordwestlichem Einfallen. Die tiefsten Teile des Grundgebirges (Diorit & Granitgneis) treten s�dlich von Aschaffenburg zu Tage, wie aus der Lagerung des kristallinischen Grundgebirges gegen die Fl�zformation [gemeint ist hier das Deckgebirge aus permischen Sedimenten] bei Schweinheim, am Fundberg [Findberg] bei Gailbach, Beuenbach [Bessenbach] und Waldaschaff � Hain � hervorgeht, ragten einzelne Teile des Grundgebirges insel- & riffartig in das damalige Meer empor, in welchem die Sedimente des Rotliegenden [keine marinen Sedimente im Spessart], des Zechsteins und der unteren Abteilung des Buntsandsteins [wohl der Br�ckelschiefer] zum Absatz gelangten.
Schon lange vor der Zeit des Rotliegenden, war das kristallinische Grundgebirge aufgerichtet und gefaltet worden und als jenes sich bildete, waren schon weitgehende Abtragungen, Einbuchtungen und muldenf�rmige Vertiefungen in dem alten Gebirge entstanden, in welches sich auf den Schichtenk�pfen der steilgestellten kristallinischen Schiefer die Sedimente des Rotliegenden und Zechsteins niederschlugen [das Metamorphosealter der kristallinen Gesteine wird heute mit ca. 330 Millionen Jahre veranschalgt; die permischen Sedimente sind ca. 250 Millionen Jahre alt] � demzufolge zeigen die Ablagerungen von Rotliegenden aufw�rts allenthalben, wo sie mit dem Grundgebirge in Ber�hrung treten eine deutlich �bergreifende Lagerung. Zwischen Rotliegedem und Zechstein und zwischen Zechstein und Buntsandstein l��t sich eine eigentliche Diskordanz nicht nachweisen, ebenso-wenig wie zwischen den verschiedenen Abteilungen des Zechsteins und des Buntsandsteins [die gibt es aber].
Die Gangspalten soweit sie im kristallinischen Grundgebrige auftreten, zeigen das gleiche Streichen  und Verhalten wie diejenigen im granitischen Odenwald [die namentliche Trennung aufgrund des Mains ist geologisch nicht vorhanden]; ihre Entstehung ist also auf die gleiche Ursache zur�ckzuf�hren � auch die akzessorischen Bestandteile der G�nge sind im Wesentlichen die gleichen. Ihre Entstehung ist die jungpl�ozoische Gebirgsbildungsperiode, ihre Ausf�llung hingegen in das Jungtert�r (das Mioc�n) zu verlegen [diese Aussage konnte durch Altersdatierungen nicht best�tigt werden; die Bildung des Baryts erfolgte im Mittleren Jura, also vor ca. 160 Millionen Jahren]. �ber Tage lassen sich die G�nge auf bedeutende Entfernungen verfolgen und zeigen im Gegensatz zu vielen anderen Schwerpatlagerst�tten eine gro�e Regelm��igkeit [ich w�rde auch dies bezweifeln, denn f�r den Bergbau war die h�ufigen Unterschiede in M�chtigkeit und Ausbildung ein Problem]. Das kristallinische Grundgebirge, welches sich aufbaut aus der herzynischen Gneisformation, der Glimmerschieferformation, dem j�ngeren Gneis und dem feldspatreichen Dioritgneis [eine sehr stark vereinfachte Sicht, die heute nicht aufrecht erhalten werden kann] wird auf eine M�chtigkeit von 7 � 18.000 m gesch�tzt und hat gute Aufschl�sse im Flu�gebiet der Aschaff und in den weiter s�dlich gelegen T�lchen von Gailbach und Soden erbracht. Die Gangausf�llung innerhalb des Dioritgneises zeigt ein wei�en Baryt in bl�tteriger und dichter Struktur, welcher sich sehr leicht vermahlen l�sst. Die Saalb�nder sind glatt, teils durch parallel verlaufende Rippen gesteift [Harnische], ein Rest von Eisenglanz [H�matit] und Roteisenrahm [feinschuppiger H�matit mit Tonmineralien] etwa 3 cm stark wird oftmals beobachtet. Beibrechend findet man gelegentlich Kupferwismuterz [vermutlich Emplektit] und Amethyst [blauer Quarz] in sehr heller Farbe. Die M�chtigkeit der edlen Gangausf�llung betr�gt ca. 2 � 3 m, jedoch werden in den oberen Tiefen auch solche mit bis zu 6 m angetroffen.
Bis in die erste H�lfte des Jahres 1909 waren die bedeutenden Gruben von Waldaschaff und Oberbessenbach (Seewiesengang) noch in Betrieb, der aufgeben werden mu�te, weil die Lagerst�tten ersch�pft waren bzw. man der zusetzenden Wasser mit Hilfsmitteln der damaligen Zeit nicht Herr zu werden vermochte, trotzdem noch m�chtige Gangpartieen abzubauen gewesen w�ren. Die bergwirtschaftliche Bedeutung ist zweifelsohne eine gro�e wof�r die gro�e Belegschaft der damaligen Zeit schon spricht.
Das Gangsystem wurde damals mit den primitiven Hilfsmittel der Vorzeit [damit ist hier das 19. Jahrhundert gemeint; vor 1830 wurde Baryt als wertlos angesehen; der Abbau im Wei�en Grund wurde bereits 1839-39 ersch�rft (Weinelt 1962:192, siehe unten)] bis zu 100 m Tiefe gebaut, was f�r ein regelrechtes Niedersetzen der edlen Gangausf�llung in die gro�e Tiefe den Beweis erbringt. Der hier zu gewinnende Schwerspat mu� als durchaus hochwertiges Mineral angesprochen werden, er ist fast frei von Kiesels�ure [Quarz] und Eisen [H�matit]; vielfache chemische Untersuchungen des F�rdergutes ergaben einen Gehalt von 98,50 % bzw. 78,72 % BaSO4 bei kaum nennenswerten Beimengungen von Yno [?], SiO2 [Quarz] & Fe2O3 [H�matit].
Die Grube �Weisser Grund� (so genannt nach dem gleichnamigen Gel�ndedistrikt, welch auf das Vorkommen des Minerals hindeutet) welche jetzt Tr�gerin des neu aufzunehmenden Bergbaus sein soll, erlitt durch den Tod des damaligen Hauptgesellschafters im Jahre 1925 eine unvorherzusehende Betriebseinstellung; deren Erben ist es in der Folgezeit nicht verg�nnt gewesen das aussichtsreiche Unternehmen mangels der erforderlichen Fachkenntnissen und Betriebskapitalen wieder aufzurichten bis eine s�ddeutsche Gewerkschaft � Gewerkschaft Bickendorf � Regensburg � w�hrend der vergangenen Kriegsjahre, sich versch. Gewinnungsvertr�ge mit den Grundbesitzern gesichert hat, um die F�rderung von Schwerspat & etwas Kalkspat [Calcit; ich wusste nicht, dass man mit dem Baryt auch Calcit gewonnen hat. Meist ist der Calcit in den Barytg�ngen manganhaltig und so nicht einfach verwendbar. Die Trennung Baryt-Calcit ist aufw�ndig und d�rfte sich aus heutiger Sicht kaum rentiert haben] nach dem Kriegsende wiederum in Gang zu bringen. Nunmehr ist der Zeitpunkt gekommen diese wertvolle Lagerst�tte erneut in Produktion zu nehmen, nicht zuletzt auch um den Export dieses ausserordentlich begehrten Minerals in Europa und �bersee einzuleiten.
Die Grube �Weisser Grund� liegt etwa 300 m von dem Orte Stra�bessenbach an der Reichsstra�e W�rzburg � Aschaffenburg entfernt; bis zum Verschiffungshafen Leider bei Aschaffenburg sind es nur 8 km Achsenfracht zu bew�ltigen.
Das Vorkommen auf welchem die Grube baut bildet den Zentralpunkt eines ausgedehnten Gangsystems, das sich �ber ca. 4 Quadratkilometer erstreckt. Es wurde damals ein doppeltr�miger Schacht zun�chst bis auf 25 m abgeteuft & 15 m Tiefe die erste Sohle angesetzt und der Schwerspat bis auf 160 m in streichender Richtung nach S-O vorgerichtet wobei 6000 tons Spat gewonnen wurden � noch weitere 12000 tons blieben zum Abbau vorgerichtet, sind aber nicht mehr zur Gewinnung gekommen. Die zweite Sohle wurde bei 22 m Tiefe aufgefahren hier steht der Gang noch unverritzt an. F�r die Wiederaufnahme des Betriebes ist der Schacht um 12 � 15 m am Tage neu aufzubauen und �ber Tage hoch aufzusatteln um evtl. Wassergefahren in der Talmulde zu begenen [damit bei einem Hochwasser kein Oberfl�chenwasser das Bergwerk absaufen lassen kann]. Nach Wiederherstellung der Schachtanlage, Fahrbarmachung der angesetzten Strecken, Ausr�stung der Gesamtanlage mit den erforderlichen Maschinen kann sofort auf drei �rtern zum Abbau geschritten werden, da der F�rderschacht f�r Massenf�rderung eingerichtet wird.
Zu beschaffen w�re noch eine elektrische Bohr- und F�rdereinrichtung, sowie eine primitive Spatw�sche. Die Antriebsmaschinen k�nnten mit ca. 800 m Hochleitung an die �berlandszentrale angegliedert angeschlossen werden, es empfgiehlt sich aber um den oftmaligen Stromunterbrechungen zu begegnen, die dann jedesmal eine v�llige Betriebseinstellung im Gefolge haben w�rden, eine Dieselkraftmaschinenanlage [Notstromversorgung] einzurichten und sich von der �berlandzentrale (nur als Notreserve) unabh�ngig zu machen. Neben der F�rderanlage w�re eine einfache Spatsortiererei und eine Spatw�sche einzurichten, wof�r die Grube selbst und ein an derselben vorbeifliessender Bach die n�tige Wasser liefern.
Die streichenden L�ngen der beobachteten Gangvorkommen belaufen sich auf mindestens 3000 m, rechnet man mit einer durchschnittlichen Gangm�chtigkeit von nur 2 m und einer Tiefenerstreckung von nur 60 m bei einer spez. Gewicht von 4 und einem Abbauverlust von 25 % f�r evtl. Gangverdr�ckungs- bzw. Vertaubungszonen � s�mlt. Werte sind gegen�ber der Wirklichkeit stark reduziert � dann verbleiben immer noch ein gewinnbares Quantum von rund 1.000.000 Tonnen Baryt h�chster G�teklasse. Im nahen Aschaffenburg � Hafen erfolgt die Verladung per Schiff oder bei der Reichsbahnstation Aschaffenburg in Waggon, in den meisten F�llen bei Export kommt eine Schiffsverladung in Aschaffenburg � Hafen f�r die Lieferungen nach Holland und �bersee in Frage.
Schlie�lich soll noch einer gutachterlichen �u�erung des bekannten Geologen und Geophysikers Dr. B�rner [keine Publikation bekannt] gedacht werden, welcher das ganze Schwerspatgebiet mit den neuesten geophysikalischen Verfahren nach Dr. Dr. Macht, Marburg [auch nicht bekannt] untersucht hat und zu dem Ergebnis kam, dass hier in der Gegend von Ober- und Stra�bessenbach ein sehr reiches Schwerspatvorkommen aufsetzt und die Exploitation entgegengef�hrt werden mu�.
Schwerspat und Kalkspat welche hier in hervorragender G�te auf lange Zeit hinaus gewonnen werden k�nnen, sind im Ausland und �bersee au�erordentlich begehrte Mineralien, die in der chemischen und zahlreichen anderen Industrien verarbeitet werden und deswegen bei lohnenden Preisen stets einen aufnahmef�higen Markt finden. Es darf somit dem neuen hier besprochenen Bergwerkunternehmen in jeder Hinsicht eine g�nstige Prognose gestellt werden mit der Aussicht auf lange Lebensdauer. Ein ausf�hrliches Kartenmaterial und Spezialberichte sind geeignet, das oben gesagte weiter zu untermauern.
Wiesbaden, den den 1. Januar 1951
gez. Theo H. Henee
ber. Bergingenieur  


Das Gutachten wurde mir in Kopie von Manfred HANKE (*29.12.1937 �30.10.2014), Bessenbach am 16.10.2013 �bergeben. Es ist nicht bekannt, wer das Gutachten und mit welchem Ziel in Auftrag gab. Auch konnte nichts �ber den Verfasser herausgefunden werden. Sehr merkw�rdig ist der Umstand, dass es den Namen im Internet sehr selten gibt; so denkt man an ein Pseudonym. Oder ein �Gef�lligkeitsgutachten� zur Ver�u�erung der Grundst�cke.
Ich bin f�r Hinweise sehr dankbar.


Bei WEINELT (1962:191ff) liest sich das so:
Die Vorkommen bei D�rrmorsbach, n�rdlich vom Heinrichs-Berg, P. 346, und im Bessenbach-Tal geh�rten zu einer Gangschar. Sie traten auf drei SO-NW-gerichteten, � gleichstreichenden  Spaltenz�gen im Diorit auf, die von einer Querverwerfung durchschnitten wurden. Die M�chtigkeit betrug 0,50 - 3,00 m, in den oberen Teufen auch 6,00 m. Diese Vorkommen wurden durch f�nf Sch�chte, westlich von Oberbessenbach, drei n�rdlich des Scheid-Berges sowie durch die Grubenbaue der Zechen ,,Spessart-Gl�ck� und ,,Wei�er Grund� aufgeschlossen und ausgebeutet.

Die alte Grube ,,Wei�er Grund� wurde bereits 1838-39 ersch�rft, aber erst 1870 soll sie erstmalig systematisch ausgebeutet worden sein. Da sie 1924 erneut aufgeschlossen wurde, d�rfte sie in der Zwischenzeit wohl bereits wieder stillgelegen haben. Die beiden Sch�chte ,,Ludendorff� und ,,Hindenburg� besa�en eine Teufe von 18 bzw. 20 m, die L�nge der aufgefahrenen Gangstrecke betrug etwa 400 m. Diese, 1 km s�dwestlich von Stra�bessenbach gelegene Grube enthielt einen 0,80 - 1,35 m m�chtigen, reinen Schwerspatgang mit eisenreichen Salb�ndern, die z. T. Quarz f�hrten. Das Streichen des Ganges lag mit einem um 75� gegen NO gerichteten Einfallen bei 140�. Unter der Gewerkschaft ,,Prinzregent� f�rderte die Grube im Jahre 1935 32 Tonnen Schwerspat.
Schwerspat Wei�er Grund Bessenbach Baryt Wei�er Grund Bessenbach
Der Baryt (Schwerspat) vom Wei�en Grund zwischen Bessenbach und Gr�nmorsbach enth�lt neben etwas Quarz und H�matit auch
kleine Brocken des Nebengesteins wie in den anpolierten St�cken zu erkennen ist. So ein Barytlie� nicht einfach verkaufen, da der
aufw�ndig aufbereitet werden m�sste, was zus�tzliche Kosten verursacht.
Bildbreite links 8 cm und rechts 10 cm

In der Zeche ,,Spessart-Gl�ck� wurde im Diorit ein teilweise verworfener, 2,50 m m�chtiger Gang mit r�tlichem, bl�tterigem oder reinwei�em, gro�k�rnigem Baryt aufgeschlossen, der Manganerz f�hrte. Ein Vorkommen vom Heinrichs-Berg bei D�rrmorsbach f�hrte im 4 m m�chtigen, guten Schwerspat etwas Mangan-, Eisen- und Kupfererz. Der Abbau ist hier wegen Wasserschwierigkeiten eingestellt worden. �rtlich gesellte sich zu dem Baryt etwas Klaprothit, Braunspat, Calcit und Quarz.
Zu dieser Gangschar geh�rte noch der 0,50 - 2,00 m m�chtige Gang oberhalb des Pfarrhauses von Oberbessenbach.


Die Reste der Grube "Wei�er Grund" sind heute nur schwer zug�nglich, da eingez�unt und zur kommunalen Trinkwassergewinnung genutzt. Dort einen Baryt zu finden, ist fast unm�glich. Einerseits sind fast alle Fl�chen bewachsen und damit ist kein Boden zu sehen. Weiter sind alle Wege in der Umgebung des Bergwerks mit fremdem Schotter (Kalkstein, Diorit) belegt oder gar asphaltiert worden, so dass die fr�her �rtlich anstehenden Gesteine verdeckt sind. In dem Bachsediment ist auch kein Baryt zu sehen, da in den lehmigen Sedimenten der Talaue kein Baryt vorkommt. So kann man nur mit viel M�he noch den einen oder anderen Baryt-Brocken sehen.  


Geologie:
Die gangf�rmigen Barytvorkommen des Spessarts verlaufen meist in nordwest-s�d�stlicher Richtung (herzynisch). Die M�chtigkeit variiert zwischen mm bis einige Meter, wobei nur die wirkliche m�chtigen G�nge auch Ziel eines Bergbaues waren. Barytg�nge finden sich in dem kristallinen Grundgebirge, in den Sedimenten des Zechsteins und im Buntsandstein. Harnische belegen eine Bewegung der Spalten auch nach der Ascheidung des Barytes. Sp�te Bildungen - meist als klare Baryt-Kristalle - eine L�sung und Wiederabscheidung auch nach der Hauptphase der Bildung. An vielen Stellen ist der Baryt sp�ter wieder v�llig weggel�st worden und nur noch die Hohlformen belegen das einstige Auftreten des Minerals (z. B. Altenmittlau, Hahenkamm).
Der Baryt wurde aus warmen (hydrothermalen) L�sungen ausgeschieden, die aus den tiefen Teilen der Erdkruste stammen. Als Alter f�r die Bildung kann man annehmen, dass dies im Mittleren Jura vor etwa 160 Millionen Jahren unter einer viele hundert Meter dicken �berdeckung aus Sedimentgesteinen geschah. Mit der Abtragung des Gesteine im Spessart wurden die G�nge freigelgt.

Baryt-Gang bei Sommerkahl
Ca. 40 cm m�chtiger, stark abs�tziger Baryt-Gang im Zechstein-Dolomit von Sommerkahl,
aufgenommen am 31.07.2004

Spaltenf�llungen aus wei�em Baryt im
        Zechstein-Dolomit
Stark zerbrochener Zechstein-Dolomit mit zahlreichen Spaltenf�llungen aus wei�em
Baryt (Baugrube in Sommerkahl; Bildbreite ca. 1,5 m),
aufgenommen am 31.07.2004

Infolge der schlechten Aufschlussverh�ltnisse ist derzeit kein sch�ner Baryt-Gang zu sehen. Ab und zu werden bei Bauarbeiten solche G�ngen angeschnitten, die dann kurfristig anzuschauen sind (siehe Bild von Autobahnbaustelle ganz oben).
Die weit verbreiteten, auffallend wei�en Lesesteine aus Schwerspat auf den Feldern im Bereich der G�nge dokumentieren die schlechte L�slichkeit des Baryt, aber auch die gute Spaltbarkeit des Minerals.
Hier ein Beispiel:  

Baryt Stockstadt
Gr��eres St�ck brauner Baryt aus Stockstadt am Main,
Bildbreite 24 cm
Das Vorkommen setzt hier im Gneis des kristallinen Grundgebirges auf und ist nur durch Lesesteine belegt, die bei Wald- und R�ckearbeiten im Wurzelbereich von B�umen an die Erdoberfl�che bef�rdert werden. Der feinsp�tige Baryt ist von Eisenoxid- und Stoffen aus der Pflanzenwelt gelbbraun verf�rbt. Dies, die geringe M�chtigkeit und der hoche Gehalt an Quarz und Nebengesteinseinschl�ssen steht einer bergbaulichen Nutzung entgegen. 


Bildergalerie der vielf�ltigen Baryte aus dem Spessart:

Baryt
              Sailauf
Wei�er, grobsp�tiger Baryt als Spaltenf�llung im Rhyolith von der Hartkoppe bei Sailauf;
Bildbreite 8 cm.
Baryt Grube Marga
Wei�er Baryt als Haldenfund aus der Grube Marga bei Eichenberg; 
Bildbreite 9 cm
Baryt Heigenbr�cken
Wei�er Baryt als Haldenfund aus der Grube im B�chles bei Heigenbr�cken; 
Bildbreite11 cm
Baryt Hain
Feinsp�tiger, wei�er Baryt mit etwas H�matit von der Grube Simmerwiese �stlich von Hain im Spessart (bevor der neue Bahntunnel gebaut wurde), (angeschliffen und poliert);
Bildbreite 10 cm.
Baryt
              aus Goldbach
Seltenes St�ck eines wei�en Baryts als Lesestein am K�strain zwischen Goldbach und Unterafferbach, (angeschliffen und poliert);
Bildbreite 8 cm.
tafelige Baryt-Kristalle
Tafelige Baryt-Kristalle, d�nn �berkrustet von Eisenoxid, aus dem Zechstein-Dolomit des Steinbruchs der Fa. Hufgard in Rottenberg (am Kalkwerk);
Bildbreite 5 cm.
Baryt aus Waldaschaff
Gelblicher Baryt, teils durchzogen von einen sehr feinen H�matit-Pigment (angeschliffen und poliert) von einer Grube im Schie�feld bei Waldaschaff;
Bildbreite 9 cm.
Baryt
              Sommerkahl
Grobbl�ttriger und feinbl�ttriger Baryt ohne weitere Mineralien von der Grube Hoffnungsgl�ck bei Sommerkahl (angeschliffen und poliert); 
Bildbreite 13 cm.
Chalkopyrit im Baryt
Gelber Chalkopyrit im Baryt mit Goethit von der Grube Elisabeth bei Hain im Spessart; 
Bildbreite 7 cm.
Baryt mit H�matit aus Hain
Feinschuppiger H�matit mit Baryt von der Grube Elisabeth bei Hain im Spessart; 
Bildbreite 3 cm.
Baryt
              und Calcit Waldaschaff
Wei�er Baryt mit grauem Quarz, daneben Calcit mit H�matit in einer brekzi�sen Matrix als Gang im alterierten Diorit (angeschliffen und poliert) aus der Autobahn-Baustelle bei Waldaschaff; 
Bildbreite 7 cm.
Baryt mit Calcit Rottenberg
Tafelige, wei�e Baryt-Kristalle mit aufgewachsenen, wei�en Calcit-Kristallen, 1977 gefunden im Steinbruch der Fa. Hufgard am Kalkwerk in Rottenberg; 
Bildbreite 3 cm.
Baryt mit
              Skutterudit
Wei�er Baryt nahezu ohne Siderit mit etwas Skutterudit und darauf pulvrige Sekund�rbildungen. Das rissige St�ck wurde im 19. Jahrhundert in Bieber gefunden; 
Bildbreite 11 cm.
Baryt
              in Lithophyse
Bl�ttriger Baryt als Fr�hausscheidung mit Achat und H�matit  in einer Lithopyhse aus dem Ryholith-Vorkommen der Hartkoppe bei Sailauf (angeschliffen);
Bildbreite 10 cm.
Baryt
Farbloser Baryt, teils mit etwas Goethit �berkrustet, dazu noch einige farblose Calcit-Kristalle, gefunden im Diorit von D�rrmorsbach; 
Bildbreite 2 cm.
Baryt-Kristalle
Tafelige Baryt-Kristalle aus dem Zechstein-Dolomit aus Gro�kahl; 
Bildbreite 4 cm.
Baryt
              mit H�matit
Angel�ster Baryt auf bl�ttrigem H�matit vom Plattenberg bei Dettingen, gefunden 1976 bei Bau der Autobahn A45; 
Bildbreite 2 cm.
Brekzi�ser Baryt mit Romanechit
Brekzi�ser wei�er Baryt, verkittet von schwarzem Romaechit, gefunden am Kalmus bei Langenborn (Sch�lkrippen), angeschliffen und poliert;
Bildbreite 10 cm.
Baryt von ?
Die tafeligen Baryt-Kristalle sollten aus dem Spessart (vermutlich Heigenbr�cken) sein; nach einer eingehenden Untersuchung muss man das anzweifeln, da neben Fluorit auch Chalkopyrit zu erkennen ist; 
Bildbreite 14 cm.
Baryt
              r�tlich
Wei�er Baryt mit einem r�tlichen Hauch, vermutlich durch einen Einbau von nicht sichtbaren Eisenphasen, gefunden 2007 in Steinbruch der Fa. Hufgard, angeschliffen und poliert;
Bildbreite 9 cm.
Baryt mit
              Kupfermineralien
St�ck aus einer Baryt-Linse im Zechstein-Dolomit aus Rottenberg. Tennentit ist in allen Stadien der Alteration zu sehen; neben gr�nem Malachit ist blauer Azurit auf den Grenzfl�chen zwischen den Baryt-Kristallen zu sehen, das St�ck ist angeschliffen und poliert; 
Bildbreite 13 cm.
Baryt-Linse
Linsenf�rmiger Baryt-K�rper im Zechstein-Dolomit. Dabei ist deutlich erkennbar, dass das Aufbrechen durch den hydraulischen Druck erfolgte, bei dem das Gestein schalig abbrach und mit dem Baryt fixiert wurde, aufgenommen am 24.12.2012 im Steinbruch der Fa. Hufgard in Rottenberg; 
Bildbreite ca. 1,3 m.
Baryt-G�nge
Rissf�llungen im Zechstein-Dolomit aus wei�em Baryt ohneweitere Mineralien, aufgenommen am 17.05.2012 im Steinbruch der Fa. Hufgard in Rottenberg; 
Bildbreite ca. 1,5 m.
Baryt mit Malachit
Nahezu farblose Baryt-Kristalle neben Malachit im stark angel�sten Ryholith vom Rehberg bei Sailauf; 
Bildbreite 2 cm.

Baryt Grube
              Christiane
St�ck Baryt aus der Grube Christiane bei Rechtenbach, zusammen mit etwas Goethit, was das Material f�r die Halde bestimmte;
Bildbreite 10 cm.
Calcit im Baryt Waldaschaff
Typisch d�nnbl�ttriger, reinwei�er Baryt mit etwas H�matit aus dem Diorit der Autobahnbaustelle der A3 bei Waldaschaff; die rechte H�lfte des St�ckes besteht aus Calcit;
Bildbreite 10 cm.
brekzi�ser
              Baryt Weibersbrunn
Brekzi�ser Baryt mit Eisenoxiden und Ton aus dem Buntsandstein der Autobahnbaustelle der A3 bei Weibersbrunn,
gefunden am 20.07.2013;
Bildbreite 6 cm.
Schwerspat Hain i. Spessart
Baryt eines bisher nicht bekannten Ganges ca. 50 m n�rdlich des Portals am "Dunklen Bogen" oder "Holzmannbogen" unweit des ehemaligen Schwarzkopf-Tunnels bei Hain i. Spessart;
aufgenommen am 08.09.2013.
Baryt
              aus Hain
Schwerspat aus dem Gang der Grube Simmerwiese bei Hain im Spessart. Neben Quarz ist hier als Besonderheit noch im Baryt in geringen Mengen Fluorit eingewachsen,
angeschliffen und poliert;
Bildbreite 10 cm.
Schwerspat-Gang Hain i. Spessart
Steil einfallender Baryt-Gang, der den d�nn gebankten Zechstein-Dolomit durchschl�gt, aufgenommen am 07.09.2013 neben der Grube Simmerwiese bei Hain im Spessart.
Baryt
              mit Quarz aus Hain
Wei�er Baryt mit Verdr�ngungen aus bis zu 5 cm breiten Quarzb�ndern (oberhalb des Geologenhammers). Tonnenschwerer Block aus dem Trog des sp�teren Tunnel s�dlich von Hain,
aufgenommen am 03.11.2013.
sp�tiger, wei�er
              Baryt aus Sommerkahl
Baryt ohn weitere Mineralien aus Sommerkahl; 
Bildbreite ca. 20 cm.
Calcit im
              Baryt
Baryt mit Calcit im Zentrum der Gangf�llung. Die beiden Phasen lassen sich im Handst�ck nicht einfach ansprechen, lediglich die unterschiedlichen Spaltrichtungen geben einen Hinweis. Gefunden im Ausbruch des Falkenbergtunnels bei Hain i. Spessart;
Bildbreite 12 cm.
Baryt-Gang Hirschbergtunnel
Einer von 4 gering m�chtigen Baryt-G�ngen im verwitterten Diorit mit Zwickelf�llungen aus erdigen schwarzen Manganoxiden ("Manganmulm"). Aufgenommen im Ostportal des Tunnels Hirschberg (S�dr�hre ) bei Hain im Spessart am 29.03.2014
Baryt-Gang Hain
Baryt-Gang im Gneis der Elterhof-Formation im Trog des Tunnels Hain. Man beachte, dass der Hangschuttden Gang �berdeckt;
aufgenommen am 29.03.2014.
Baryt Silberhof
Auch knapp au�erhalb des Spessarts kommt Baryt vor, der auch das Ziel eines Bergbaues war. Am Gro�en Auersberg bei Silberhof (1938 ger�umt, heute im Truppen�bungsplatz Wildflecken) baute man vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1970 einen reinen Baryt ab (Grube Marie). Die G�nge durchsetzen den Mittleren Buntsandstein. Belegst�cke mit frei gewachsenen Kristallen sind wohl selten. Das hier gezeigte St�ck besteht aus l�nglichen Baryt-Kristallen ohne Matrix. Es stammt aus der Sammlung BECK und wurde sicher vor 1970 gesammelt;
Bildbreite 17 cm.
Baryt-Brekzie
Wei�er Baryt mit einem brekzi�sen Spalt, angef�llt mit Baryt-St�ckchen und verkittet von Goethit und Calcit, gefunden im Steinbruch der Fa. Hufgard bei Rottenberg,
angeschliffen und poliert;
Bildbreite 10 cm.
Strahlger
              Baryt
Brauner, radialstrahliger Baryt (angewittert und mit etwas Goethit auf den Bruchfl�chen �berkrustet) vom Schacht Heinrich bei Eichenberg;
Bildbreite 9 cm.
Baryt
              mit Calcit
Br�unlicher Baryt mit wei�lichem Calcit und alterierte Nebengesteinsbr�ckchen als Gangmasse aus einem Baryt-Gang im Tunnel Falkenberg zwischen Hain und Heigen-Br�cken, angeschliffen und poliert;
Bildbreite 12 cm.
Baryt-Kristalle
Tafelige Baryt-Kristalle auf einem St�ck aus der ehemaligen Sammlung Gustav BECK. Die kleinen Tennantit-Kristalle weisen darauf hin, dass das St�ck aus dem Raum Rottenberg stammen k�nnte;
Bildbreite 3 cm.
Baryt
              Western
Kleines St�ck wei�en Baryts �berzogen von einer fast schwarzen Schicht aus Goethit aus Ober- oder Unter-Western im Kahlgrund;
Bildbreite 5 cm.
Baryt
              st�ngelig
Der seit 1805 aus der Literatur bekannte, st�ngelige Baryt aus Bieber ohne weitere Mineralien;
Bildbreite 9 cm.
Baryt
              Waldaschaff
Vor 1930 in der Grube Hessent�lchen gefundenes St�ck eines gro�en, farblosenund teils durchsichtigen Baryt-Kristalls mit einem aufgeklebten Zettel: "Barytfall. Waldaschaff.";
Bildbreite 12 cm.
Baryt Hirschschlag
Wei�er Baryt mit braunen Eisenhydrxiden und wei� gebleichtem Sandstein aus einem bisher nicht bekannten Baryt-Gang am Hirschschlag an der Autobahn A3 zwischen Weibersbrunn und Waldaschaff;
Bildbreite 13 cm.
Baryt Aschaffenburg
Wei�er Baryt aus einem Vorkommen an der Spessartstra�e in Aschaffenburg-Schweinheim. Die Spaltfl�chen sind gekr�mmt, was f�r eine tektonische Beanspruchung spricht;
Bildbreite 4 cm.
Baryt
              Bessenbach
Hellbrauner Baryt aus kleinbl�ttrigem T�felchen mit idiomorphen Kristallen (dunkelbraun), �berwachsen von wei�em Baryt mit frei gewachsenen Kristallen (schmutzig, weil wohl nahe der Oberfl�che gefunden), Grube Wei�er Grund bei Bessenbach (ex. Coll. Manfred HANKE, Keilberg);
Bildbreite 14 cm.
D�nnschliff Baryt
Zonierter Baryt von der Grube Heinrich zwischen Eichenberg und Sailauf im D�nnschliff unter gekreuzten Polarisatoren;
Bildbreite 5 mm.
kein Baryt
Hier sollte ein Baryt vom Scharfenstein bei Hohl abgebildet sein.
Leider war auch bei intensiver Suche keiner zu finden, daf�r reichlich wei�er Quarz, aber auch wei�e Flie�en, Plasikst�cke, Folienreste, Porzellan und - wei�e Farbe. Da das Gel�nde als Wiese und Wald genutzt wird und auf den Wegen fremde Schotter angefahren wurden, ist mit einem erneuten Freilegen von Steinen kaum zu rechnen. Wenn ich denneinst ein St�ck finden werde, dann stelle ich das Foto hier ein.
Baryttisch
Der wohl gr��te frei zug�ngliche Baryt liegt als "Schwerspattisch" am Ostportal des Tunnels Hain (Laufach). In der geschliffenen Fl�che sind die plattigen Baryt-Kristalle, die Zwickelf�llungen und die Verdr�ngungen mit grauem Quarz sehr gut zu sehen.
Aufgenommen am 28.07.2018.
Grossenhausen
Baryt aus einem etwa 10 cm m�chtigen Baryt-Gang im Zechstein-Dolomit n�rdlich von Gro�enhausen im nordwestlichen Spessart. Die braunen Lagen bestehen aus dem Dolomit;
Bildbreite 8 cm.
Baryt von der Helene
Wei�er Baryt aus der nur kurzzeitig in F�rderung stehenden Grube Helene �stlich von Sommerkahl aus einer gymnasialen Lehrsammlung;
Bildbreite 10 cm.
Gr�fenberg
Gro�es St�ck wei�er Baryt aus dem gro�en Steinbruch am Gr�fenberg bei Rottenberg ("H�sbacher Bruch"), weil das Gestein mit einer Seilbahn nach H�sbach-Bahnhof gefahren wurde. Hier standen Hofmann�sche Ring�fen, wo man Kalk brannte ("Kalkwerke"); ex Coll. Prof. Dipl.-Mineraloge H.-G. BOLBACH (Fachbereich Chemische Technologie der Fachhochschule Darmstadt) wahrscheinlich zwischen 1950 und 1960;
Bildbreite 17 cm.
Baryt im Gneis
Wei�er, sp�tiger Baryt als cm-breite Spaltenf�llung im Biotit-Gneis, durchsetzt von erdigem Goethit als ehemalige Sulfide. Das St�ck stammt aus dem lange aufgelassenen Steinbruch im Wendelberg zwischen Haibach und Aschaffenburg;
Bildbreite 6 cm. 
Baryt
              Plattenberg
Angel�ster, an den Enden kammartig angel�ster Baryt in einer Kluft im Gneis vom Plattenberg bei Dettingen. Der Baryt ist die finale Bildung in den Spalten mit Quarz und metallisch gl�nzendem H�matit. Nun ist Baryt im Wasser kaum l�slich - das gilt in kurzen Zeit menschlichen Denkens. In geologischen Zeiten ist Baryt doch l�slich, wie man oben sehen kann;
Bildbreite 6 mm.  
Baryt
              Gro�enhausen
Freistehende, fast farblose Baryt-Kristalle einer zweiten Generation mit Spuren von blauem Azurit. Das St�ck aus der Sammlung von G. ZELLMANN stammt von einem Baryt-Gang im Zechstein-Dolomit aus Gro�enhausen (Gemeinde Linsengericht);
Bildbreite 3 mm.
Altenhasslau
Derber Baryt mit reichlich braunem Eisenhydroxiden zwischen den tafeligen Baryt-Kristallen und auf den Kl�ften. Das unscheinbare St�ck aus der Sammlung von G. ZELLMANN stammt von einem Baryt-Gang im Zechstein-Dolomit aus Altenha�lau (Gemeinde Linsengericht);
Bildbreite 10 cm.
Baryt Vormwald
Wei�er, abgeschabter Baryt-Gang im Boden neben der Stra�enbaustelle zwischen Vormwald und Sch�llkrippen - so etwa 100 m von Vormwald entfernt. Der Baryt ist sehr reich an Eisenhyroxiden und ist auch von den Zechstein-Sedimenten durchsetzt;
aufgenommen am 21.06.2026.
Huckelheim
Baryt in 2 Generationen mit braunem Goethit aus Huckelheim;
Bildbreite 6 cm.



 

Mineralogie:
Chemisch gesehen besteht der Baryt (Schwerspat) aus Bariumsulfat (BaSO4) und w�re farblos, wenn nicht bei der Bildung fremde Substanzen eingebaut worden w�ren. So ist der Schwerspat wei�, rot, grau  oder bl�ulich durch den Einbau von zahlreichen Mineralien: H�matit, Quarz oder Erzmineralien (dabei fallen im Spessart stellenweise Bismutmineralien auf). Es besteht eine l�ckelose Mischungsreihe mit dem Strontiumsulfat Coelestin. Im Spessart bewegen siche die Gehalte an SrSO4 zwischen nahe 0 und ca. 10 %. Das spezifische Gewicht liegt bei ca 4,5 g/cm� und ist damit etwa doppel so schwer wie "normale Steine". Das Mineral ist vollkommen spaltbar, was dem Abbau sehr entgegen kam. Baryt bildet sch�ne und formenreiche Kristalle - man hat �ber 200 verschiedene kristallographische vermessen. Die Baryt-Vorkommen im Spessart sind arm an Hohlr�umen, die denen sich sch�ne Kristalle h�tte bilden k�nnen.
farbloser, tafeliger Baryt-Kristall
        aus Alzenau
Tafeliger Baryt-Kristall aus dem Zechstein-
Dolomit von Alzenau
(Bildbreite ca. 2,5 mm). 

Begleitmineralien f�r den Baryt in den spessarter G�ngen sind verbreitet: Quarz, H�matit, Goethit, Dolomit, Chalkopyrit, Pyrit, Siderit, Romanechit, Malachit, Calcit,
und seltener Azurit, Fluorit, Tennantit, Bariumpharmakosiderit, Covellin, Skutterudit, Bismuthinit, Beyerit, .....  Die Verbreitung der Begleitmineralien ist sehr stark schwankend und sehr unregelm��ig. Meist sind sie auf die randnahen Salb�nder beschr�nkt. So gibt es G�nge mit fast ausschlie�lich Baryt, aber auch solche, bei denen andere Mineralien wie z. B. der Siderit dominieren. 

Baryt kann von Laien mit anderen wei�en Mineralien oder Gesteinen verwechselt werden,
die im Spessart vorkommen:

Eigenschaft
Baryt (Schwerspat)
Quarz
Marmor
Foto einer Bruchfl�che mit einer
Bildbreite von 6 cm
Baryt
Quarz
Calcit-Marmor
Chemische Zusammensetzung
BaSO4
SiO2
CaCO3 als Calcit-Marmor
CaMg[CO3]2 als Dolomit-Marmor
H�rte
3 (weich)
7 (sehr hart und spr�de)
3 (weich)
Farbe
wei�, r�tlich,
grau, wei�,
wei�, grau, braun, r�tlich,
spezifisches Gewicht (kg/Liter)
4,4 (!)
2,6
2,7
Verhalten gegen�ber Salzs�ure (HCl)
keine Reaktion
keine Reaktion
braust unter Abgabe von CO2
Spaltbarkeit
gut spaltbar,
keine, aber oft rissig
Calcit spaltbar, "zuckerk�rniges" Gef�ge
Frei gewachsene Kristalle
h�ufig, einfache tafelige Kristalle
sehr selten Kristalle mit sechsseitigem Querschnitt und
einer Pyramide als Abschluss
keine (Gestein!)
Vorkommen
gangf�rmig, Spaltenf�llungen
Spaltenf�llungen, runde Brocken, isolierte Massen, Kieselsteine,
Felsen, gesteinsbildend
Begleitmineralien
Goethit, Calcit, H�matit, Fluorit, Tonmineralien, Chalkopyrit, Bismut-Mineralien, Quarz,
Muskovit, Feldspat, Turmalin, H�matit, Biotit, 
oft Einschl�sse von Chlorit, Glimmermineralien, Diopsid, Amphibole, Quarz, Dolomit, Chondrodit, Spinell, Grossular, ...
Hohlr�ume
h�ufig; im Spessart nur klein
im Spessart sehr selten 
im Spessart keine


In Deutschland wird es nur noch in einem Bergwerk im Schwarzwald gewonnen. Zuk�nftig wird wieder ein Bergwerk im S�dostharz und im Erzgebirge hinzu kommen.
Die Verwendung: mindere Qualit�ten werden in der �lbohrindustrie verwandt, um die bohrfl�ssigkeit "schwerer" zu machen. Weiter wird der Baryt als Wei�pigment in der Papierindustrie verwandt (deshalb kann das "leichte" Papier so schwer sein). Mit Geschmackstoffen versehen dient es als Kontrastmittel bei R�ntgen des menschlichen Magen-Darm-Traktes. Es ist das einizige, wirtschaftlich bedeutende Erz f�r die Gewinnung von Barium und von Bariumverbindungen. Auch werden Bariumverbindungen in der Glasindustrie f�r hochlichtbrechende Gl�ser ben�tigt. Als Bariumtitanat ist ein magnetischer Stoff. Bei Feuerwerken erzeugen Bariumsalze gr�ne Farben. Die weltweite F�rderung von Baryt liegt bei ca. 10 Millionen t, wovon 90% in die Bohrindustrie geht.
 

Baryt im Anstehenden Baryt-Kristalle
Links: Grobsp�tiger, wei�er Baryt im dunklen Dolomit des Steinbruches der Fa. Hufgard (Rottenberg) im Golfplatz der Feldkahler H�he mit einem Geologenhammer als Ma�stab,
aufgenommen am 07.04.2007
Rechts: Selten zu findende, tafelige Baryt-Kristalle aus dem Dolomit des Steinbruches der Fa. Hufgard (Rottenberg) im Golfplatz der Feldkahler H�he, Bildbreite ca. 5 cm,
gefunden 2007 im Bild links


Grube
        Reuschenberg
Die Grube Reuschenberg �stlich von Sch�llkrippen war um 1920 nur versuchsweise im
Abbau - heute sieht man hier kaum mehr ein St�ck Baryt. Von den bergbaulichen
Aktivit�ten zeugen die Halden, Pingen und noch ein Stollenmundloch (heute f�r
Flederm�use). Hier h�ren die ca. 40 Teilnehmer einer F�hrung am 29.05.2011 bei
strahlendem Sonnnenschein im Schatten die Ausf�hrungen von Joachim LORENZ zum
Schwerspat. Die Wanderung war ein Gemeinschaftsveranstaltung zwischen Spessartbund
Ortsgruppe Sch�llkrippen und VHS Kahlgrund-Spessart e. V. in M�mbris. Gerhard ST�HLER
gab dabei noch Hinweise zu den Bildst�cken und der Pflanzenwelt. 



Anmerkungen zu einem Artikel von Henning Lauterbach im Main-Echo vom Freitag, 3. September 2010, S. 18 Alzenau & Umgebung:

"Baryt: Das wei�e Gold des Spessarts. Bergbau: Der 84-j�hrige Ludwig Altsch�ffner berichtet vom fr�heren Schwerspat-Abbau in Hain - Die Grube wurde 1934 stillgelegt".

Dabei werden immer neue Behauptungen zur Verwendung des Baryts aufgestellt: Der Schwerspat sei in Laufach bei der Fa. D�ker und in Hanau den Kupol�fen zugesetzt worden! Diese Darstellung verkennt v�llig die Funktionalit�t eines Kupolofens, denn man w�rde mit den gro�en Mengen an Sulfatschwefel das Eisen verderben! Baryt erzeugt auch keine d�nnfl�ssige Schlacke bei minderwertigen Eisenerzen; dies erreichte man mit der Zugabe von Kalk bzw. Dolomit oder gar Fluorit. Ganz im Gegenteil wurden die Baryt-reichen Eisenerze verworfen und aufgehaldet, da eine Trennung zu aufw�ndig gewesen w�re. Dies kann man heute an den ehemaligen Eisenerzabbauen sehen, wenn sich durch die aufgehaldeten Erzbrocken glauben d�rfte (fast all diese Reste sind als Naturschutzgebiete gesch�tzt).
Die Eisenerze von Bieber wurden auch nicht nach Laufach transportiert, einerseits weil die Kosten daf�r sehr hoch gewesen w�ren, es im "Ausland" lag und andererseits es in Bieber ebenfalls einen Hochofen f�r (Roh-)Eisenerzeugung (keinen Kupolofen) gab. Im Lochborn bei Bieber wurde nie Baryt gewonnen; er wurde hier als Gangart der Erze aufgehaldet. 



Anmerkungen zu einem Artikel von Monika Schmittner �ber M�hlen in der Zeitschrift Spessart Heft 2/2012, S. 6:
"...oder Schwerspat zu zerkleinern (Zugabe zur Produktion von wei�er Farbe, etwa f�r Keramik. ....".


Das w�rde nicht funktionieren. Der Keramik wird das giftige Bariumcarbonat (BaCO3) zugesetzt. Damit kann man die Trockenausbl�hungen von Ziegelsteinen bzw. deren Glasuren verhindern. So werden in Deutschland j�hrlich etwa ca. 12.000 t Bariumkarbonat verwendet. Das Bariumcarbonat wird aus dem Schwerspat in Drehrohr�fen hergestellt. Das Zusetzen von Baryt (Bariumsulfat) hat diese Wirkung nicht, ganz im Gegenteil, denn damit gelangt Sulfat in das Produkt bzw. in die Abluft.



Toxikologie
Baryt gilt gemein hin als nicht toxisch und wird bzw. wurde aus diesem Grund auch als R�ntgenkontrastmittel im Magen-Darmtrakt am Menschen appliziert. Das gepulverte Mineral wird dabei in dem sauren Umfeld des Magens nicht oder in sehr geringem Umfang gel�st. Aber der Barytstaub verursacht in der menschlichen Lunge eine Pneumokoniose (Barytose) ohne troxische oder allergische Reaktionen. Wenn der alveoleng�ngige Staub in der Lunge deponiert wird und damit lange Zeit in der Lunge verbleibt kommt es zur Erkrankung - vermutlich wurde diese Erkrankung mit der Silikose verwechselt. Oder bei einer Belastung durch Quarz- und Barytstaub wird die Silikose dominieren; viele Baryte enthalten in geringem Umfang den hier mit blo�em Auge kaum sichtbaren Quarz, wie man im D�nnschliff sehen kann.

Nach WELZBACHER (2016) wurde vorgeschlagen, den Grenzwert f�r Barytstaub um den Faktor 5 zu senken. Weiter wird der A-Staub in die Kategorie 4 der canzerogenen Stoffe aufgelistet. Wenn die Politik das auch so sieht, dann werden die Einstufungen in die TRGS 900 �bernommen und Schwerspatstaub wird zum gef�hrlichen Stoff, der vermutlich auch Krebs erzeugen kann. Bis 2019 erfolgte keine Neueingruppierung.




Literatur:
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SCHWARZE-REITER, K. & LEVTEROV, V. (2024): The Impossible Crystal  Fascinating Mineral Stories and Spectacular Specimens Mineralientage M�nchen 2024.- 179 S., sehr viele farb. Abb., Hrsg. M�nchner Mineralientage Fachmesse GmbH [Silber Druck GmbH & Co. KG] ohne Ort.
SEHRING, U. (2025): Kahlgr�nder Neuigkeiten: Aschaffenburger Zeitung / Beobachtung am Main 1925.- Unser Kahlgrund 2025 Heimatjahrbuch f�r den ehemaligen Landkreis Alzenau, 70. Jahrgang, S. 70 - 83, ohne Abb., Hrsg. Arbeitsgemeinschaft f�r Heimatforschung und Heimatpflege Kahlgrund e. V., [Gebhard druck+medien] Heusenstamm. 
VFMG (2023): Mineral des Jahres. Eine Initiative der VFMG. Baryt: Ein Schwergewicht- sogar vom Mond.- der Aufschluss Jahrgang 74, Ausgabe 2, April-Juni 2023, S. 77 - 88, 13 Abb., 1 Tab., Zeitschrift der Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie e. V., Heidelberg. 
WALTHER, H. W. (1983): �ber m�gliche Ursachen der unterschiedlichen Verbreitung der postvaristischen Baryte und Fluorite im westlichen Mitteleuropa.-  Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 134, 1. Teil, S. 143- 151, 1 Abb., Hannover, [Verl. F. Enke] Stuttgart.
WEINELT, W. (1962): Erl�uterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000 Blatt Nr.6021 Haibach.- 246 S., mit 41 Abb., 4 Tab, 2 Beilagen, Bayerisches Geol. Landesamt M�nchen.
WELZBACHER, U. (2016): DFG-MAK- und BAT-Werte-Liste 2016.- Sicherheitsingenieur. Die Zeitschrift f�r betriebliches Sicherheitsmanagement und Pr�vention 48. Jahrgang, Heft 10/2016, S. 36 - 41, [Dr. Court Haefner-Verlag GmbH] Leinfelden-Echterdingen.
WITTMANN, O. (1972): Geologische Karte von Bayern 1:25000 Erl�uterungen zum Blatt Nr. 6022 Rothenbuch.- S. 47 ff., M�nchen.


 


Baryt
aus der nahen Wetterau - die Baryt- oder Sandrosen von Rockenberg!


Sandrose Rockenberg
Unscheinbare, kompakte Konkretion aus einem gelblichen Baryt in der Form einer rundlichen Ansammlung von tafeligen Kristallen;  
Bildbreite 8 cm.
Barytrose
Rosettenf�rmige Ansammlung von scheibenf�rmigen Kristallen;
Bildbreite 10 cm.
scheibenf�rmige Kristalle
Plattenf�rmige Ansammlung von kleinen Baryt-Scheibchen, die locker miteinander verwachsen sind (fragiles St�ck) aus der Sammlung von Reinhold FRANZ(�);
Bildbreite 15 cm.
Barytrose
Sternf�rmiges Aggregat aus scheibenf�rmigen und undeutlichen Baryt-Kristallen, ehemals Sammlung von Reinhold FRANZ(�);
Bildbreite 9 cm.
Baryt-Rose
Typische "Rosette" als Sandrose aus Baryt aus Rockenberg, ehemals Sammlung von Reinhold FRANZ(�); 
Bildbreite 7 cm.
Barytrose
Zwei sich durchdringende Baryt-Kristallaggregate als Konkretion aus dem mioz�nen Sand von Rockenberg, ehemals Sammlung von Reinhold FRANZ(�);
Bildbreite 9,5 cm.
Typische Sandrosen aus Rockenberg, gefunden um 1980

Bei Rockenberg in der Wetterau wurden Baryt-Konkretionen in terti�ren (mioz�nen) Sanden gebildet. Diese rundlichen bis plattigen Baryt-Konkretionen werden aus plattigen Kristallen mit oft r�schenf�rmiger Anordnung gebildet, die bis zu 5 cm Gr��e erreichen. Die Farbe ist meist hellbraun, aber je nach der Zusammensetzung des umgebenden Sandes sind auch andere Farben bekannt. Die Gr��e reicht von cm bis zu Meter. Lokal werden die schon GOETHE bekannten Gebilde als "Rosensteine" benamt. Fundm�glichkeiten in der Sandgrube ("H�lle") bestehen heute nicht mehr (m�ndliche Information von Lothar KEIL, B�dingen im April 2010). Besonders gro�e St�cke finden sich in den Museen von Frankfurt und Wiesbaden. Die Barytrosen fallen durch das hohe Gewicht auf, so dass man diese leicht von �hnlich aussehenden Gipsrosen der Sahara unterscheiden kann; auch sind die eingeschlossenen Sandk�rner in der Regel gr��er, so dass die Baryt-Rosen sehr rauhe Oberfl�chen ausbilden.

Die Bildung kann man sich vorstellen, dass entlag einer St�rung Barium-reiche W�sser (vermutlich sehr niedrig hydrothermal) aus tief liegenden St�rungen mit dem kalten, sauerstoffreichen Porenwasser aus den terti�ren Sanden reagierten. Dabei folgte das Wasser dem geringsten Widerstand und drang in die Sandpartien mit dem gr��ten Porenraum zwischenden Sandk�rnern ein. Dabei wurde in dem Porenraum der Baryt (Schwerspat) gef�llt, der �blicherweise tafelige Kristalle bildet. Die Sandk�rner wurden einfach eingeschlossen und der Anteil an Baryt in den Konkretionen betr�gt etwa 40 %. Die dann aus den Kristallfl�chen ragenden Sandk�rner sind die Ursache f�r die rauhe Oberfl�che. 

In Rockenberg sind die Steine so bekannt, dass man die �rtliche Schule in "Sandrosenschule" umbenamte.


Sandrose
Vor dem Mineralogischen Museum der Philipps-Universit�t in Marburg steht seit 1994 eine ca.
2 m hohe und etwa 4,5 t schwere Sandrose "aus der N�he von M�nzenberg in der Wetterau",
dessen Baryt aber durch Quarz verdr�ngt wurde, so dass man von einer Pseudomorphose von
Quarz nach Baryt sprechen muss. Als Alter wird von dem Museum etwa 26 Millionen Jahre
angegeben. In den Nischen hat sich inzwischen etwas Moos angesiedelt, welches nicht zu dem
Stein passt; 
aufgenommen am 20.03.2016


Konkretionen aus Rockenberg
im Sandrosenmuseum in B�dingen!


Jerusalemer Tor B�dingen Baryt-Sandrose Sandrosenmuseum
In B�dingen in der Wetterau wurde von Lothar KEIL ein Museum geschaffen, in denen eine gro�e Vielfalt an Sandrosen und Sanden ausgestellt sind. Es befindet sich im Jerusalmer Tor (Untertor) aus dem Jahr 1503
und ist �ber die beiden T�rme zug�nglich. Neben den Sandrosen sind auch durch Basalt gefrittete Sandsteine in s�uliger Absonderung, fossile H�lzer, sehr bunte Sande und weitere Konkretionen aus der Umgebung
zu sehen (aufgenommen am 08.04.2010). 

Solche Konkretionen, die im Englischen als "Sand-Barites" bezeichnet werden, sind auch aus der Oase von Kharga in �gypten beschrieben worden (POGUE 1910). Diese Formen erinnern sehr an die bekannten Sandrosen aus der Sahara, nur dass diese aus Baryt und nicht aus Gips bestehen. Bei der Lokation handelt es sich um eine etwa 200 km lange Senke mit einer bewohnten Oase in der westlichen, Lybischen W�ste, die heute als al-Charga bezeichnet wird.
Nach diesem Beitrag muss es solche "Baryt-Rosen" auch von Bad Vilbel geben.


Baryt-Konkretionen auch aus USA
Baryt aus
      Norman
Auch aus den USA sind Baryt-Konkretionen bekannt, die an Rockenberg erinnern. Das
St�ck stammt von der Lake Thunderbird area bei Norman im Cleveland Co. in Oklahoma,
USA. Diese werden dort als "Desert roses" verkauft,
Bildbreite 8 cm



Baryt-Konkretionen sogar aus �gypten!
Baryt aus Norman
Trotz des weltweiten Handels mit Mineralien lie� sich kein solcher Baryt auffinden.
Tafel 9 aus POGUE (1910) mit Baryt-Rosen aus der Oase von Kharga, �gypten.




"Steinhardter Erbsen"

Baryt-Konkretion Baryt geschliffen
Nahezu vollkommen runde Konkretion aus Baryt von Steinhardt. Im Innern erkennt man einen radialstrahligen Aufbau, der von umlaufenden Farbunterschieden �berlagert
wird und an einem Fossil begann,   
Bildbreite links 10 cm, rechts 12 cm.


Ganz �hnliche Konkretionen aus Baryt (Schwerspat) wie in der Wetterau finden sich auch in den sandigen Sedimenten der Alzey-Formation (Oligioz�n) des Mainzer Beckens in einer Sandgrube n�rdlich von Steinhardt westlich von Bad Kreuznach (auch bei F�rfeld und Wendelsheim). Die rundlichen bis ovalen Gebilde bestehen in der Regel aus dichtem Baryt und wurden um organische Substanzen wie Muscheln, Schnecken und auch Pflanzen (Samen, Bl�tter, Zapfen, �ste, ...) gebildet. Die organischen Verbindungen bildeten das F�llungsmittel f�r die Abscheidung des Baryts. Die Fundschicht wird als Unterer Meeressand bezeichnet und in die Stufe des Rupelium gestellt, was einem Alter von etwa 30 Millionen Jahren entspricht; ein Sr-Alter weist auf 30,1 (�0,1) Ma hin (S�DKAMP 2019:49). Der Baryt wurde gebildet, als die Schalen der Tiere und auch die h�lzerne Substanzen noch vorhanden waren. Danach wurde der Calcit bzw. Aragonit der Schalen wie auch die organischen, verholzten Teile weggel�st und im Falle der H�lzer durch bl�ttrigen Baryt ersetzt. So sind heute nur noch die Steinkerne in Baryt erhalten. Idiomorphe Baryt-Kristalle sind selten und oft im Umfeld oder auf Pflanzenfossilen zu beobachten.  

Pflanzenfossil im Baryt
Astst�ck (vermutlich einer Konifere) im Innern einer aufgeschlagenen Baryt-Konkretion
aus der Sandgrube bei Steinhardt, Bildbreite 12 cm,
gefunden um 1980.

Muschel im Baryt
Steinkern der Muschel Glcymeris planicostalis (LAMARCK 1819) in einer
rundlichen Baryt-Konkretion aus einem Sand der Alzey-Formation von Steinhardt
(Mainzer Becken), Bildbreite 10 cm, gefunden um 1980.


Muschelf�llung mit Baryt
Das einst leere Innere von Muscheln wurde mit gitterartig verwachsenen Baryt-Kristallen
ausgef�llt; ex Sammlung Hans GR�SSEL, Aschaffenburg,
gefunden am 11.05.1997

Mineralienb�rse Ober-Olm
Schwerspat-Konkretionen aus Steinhardt eines frankfurter Ausstellers w�hrend der 18.
Mineralien-, Fossilien- und Bergbautage in der Ulmenhalle von Ober-Olm bei Mainz
am 18.11.2012,  (Veranstalter ist der Georgius Agricola Verein e. V.).



Dreislar
Der Name steht f�r einen bekannten Schwerspatabbau bei Medebach im Sauerland. Im Ort Dreislar wurde von 1909 bis zum 1. Weltkrieg, von 1920 bis 1925 und ab 1957 durch die Fa. Sachtleben Baryt abgebaut. Man baute im industriellen Ma�stab ab. Der wei�e, d�nntafelige Baryt mit den gelben Chalkopyrit-Kristallen wurde unter Mineraliensammler weltbekannt. Der Bergbau wurde wegen Ersch�pfung der Lagerst�tte 1992 eingestellt.
Baryt Dreislar
Schneewei�er Baryt in d�nntafeligen Kristallen, �berstreut von gelben Chalkopyrit-
Kristallen, Dreislar, gefunden um 1960, ex Sammlung Fritz Werner, Berlin;
Bildbreite 7 cm. 




Bolivien
Hin und wieder gibt es "unm�gliche" Bildungen im Mineralreich:
Foidolitischer Barytit
Barytit Baryt
Das extrem seltene Gestein mit kretazischem Alter besteht aus einem magmatogenem (!) Baryt (farblos bis wei�), Ankerit (braun), Sodalith (blau), Na-/Sr-Zeolithen und
-Carboanten und Erz. Das St�ck stammt aus einem foidolitischen Ferrocarbonatit des Cerro Sapo-Nephelinsysenit-Foidolit-Carbonatit Komplex, Cochabamba-Provinz in
Bolivien. Das Gestein wurde wegen der sch�nen blaunen Farbe bereits von den ersten Besiedlern in S�damerika abgebaut und kunstgewerblich verwandt.
Bildbreite links 14 cm, rechts im Ausschnitt 4 cm.



Mountain-Pass
Ein sehr spektakul�res Gestein aus Bastn�sit (Ce,La)[F|CO3] im wei�en und grauen
Baryt mit Calcit und Dolomit als Carbonatit. Es handelt sich um das Erz einer der
gr��ten Tagebaue zur Gewinnung von Seltenen Erden; geschliffen und poliert,  
Bildbreite 8 cm. 





Literatur:
S�DKAMP, W. (2019): Steinharte "Steinhardter Erbsen" aus Geiz?.- fossilien. Erdgeschichte erleben, Jahrgang 36, Ausgabe 5/2019 September/Oktober, S. 48  - 57, 26 Abb., [Quelle & Meyer Verlag GmbH] Wiebelsheim.




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