Brenda Fricker

Brenda Fricker (* 17. Februar 1945 in Dublin; † 16. Juli 2026 ebenda)[1] war eine irische Schauspielerin. 1990 erhielt sie den Oscar als Beste Nebendarstellerin für ihren Auftritt im Filmdrama Mein linker Fuß.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Brenda Fricker wuchs als Tochter eines Journalisten und einer Lehrerin in Dublin auf. Mit 14 Jahren hatte sie einen schweren Fahrradunfall, der zu einem zweijährigen Krankenhausaufenthalt führte.[2] Sie begann ihre Karriere an irischen Bühnen und wechselte später nach London. Ab den 1960er-Jahren spielte sie in einigen Fernsehproduktionen und hatte kleine Rollen in Filmen. Einige Aufmerksamkeit in Irland erlangte sie durch ihre Hauptrolle in Pat O’Connors preisgekrönten Film The Ballroom of Romance von 1982, in dem sie die alternde Erbin einer Farm spielt, die einen Ehemann sucht. Sie war jedoch international noch sehr unbekannt, als sie 1990 mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin in dem Drama Mein linker Fuß ausgezeichnet wurde. In diesem spielte sie die Mutter der von Daniel Day-Lewis dargestellten, schwerbehinderten Hauptfigur. Damit war sie die erste irische Schauspielerin, die einen Oscar gewinnen konnte.[3]
Anschließend folgten mehrere Rollen in großen Hollywood-Produktionen, vielleicht am bekanntesten als die geheimnisvolle Taubenfütterin in Kevin – Allein in New York aus dem Jahr 1992. Daneben spielte sie unter anderem die Ehefrau eines von Richard Harris gespielten Farmers in dem irischen Drama Das Feld (1990), die Mutter von Mike Myers’ Hauptfigur in der Schwarzen Komödie Liebling, hältst Du mal die Axt? (1993) oder die Sekretärin Ethel Twitty in der John-Grisham-Verfilmung Die Jury (1996). Ab den 2000er-Jahren drehte sie wieder hauptsächlich in der irischen und britischen Filmindustrie, darunter als dominante Krankenschwester in der Komödie Inside I’m Dancing (2004) sowie in Richard Attenboroughs letzter Regiearbeit Closing the Ring (2007). Im Jahr 2014 gab Fricker ihren Rückzug aus dem Schauspielgeschäft bekannt, da sie ihren Ruhestand genießen wolle und die Schauspielerei ihr zu anstrengend geworden sei.[4] Zwischen 2021 und 2024 stand sie jedoch nochmals für mehrere Produktionen vor der Kamera. In ihrem letzten Film, dem experimentellen Drama The Swallow, spielte sie eine namenlose ältere Frau, die über ihr Leben nachdenkt.[5]
Fricker war von 1979 bis 1988 mit dem Regisseur Barry Davis (1936–1990) verheiratet.[4][6][7] Nach eigenen Angaben hatte sie während der Ehe sechs Fehlgeburten.[8] In Presseberichten sprach sie offen über Suizidversuche während ihrer Jugend und auch später langjährige Depressionen, außerdem über sexuellen Missbrauch und mehrere Vergewaltigungen während ihrer Kindheit und Jugend.[9][2] 2025 erschien ihre Autobiografie unter dem Titel She Died Young: A Life in Fragments.[2] Sie starb am 16. Juli 2026 im Alter von 81 Jahren in ihrer Geburtsstadt Dublin.[1]
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1964–1968: Tolka Row (Fernsehserie, wiederkehrende Rolle)
- 1964: Der Menschen Hörigkeit (Of Human Bondage)
- 1969: Dave – Zuhaus in allen Betten (Sinful Davey)
- 1977: Coronation Street (Fernsehserie, 4 Folgen)
- 1979: The Quatermass Conclusion
- 1979: The Music Machine
- 1980: Blutige Streiche (Bloody Kids, Fernsehfilm)
- 1982: The Ballroom of Romance
- 1986: To Have and to Hold (Miniserie, 2 Folgen)
- 1986–1990, 1998, 2007, 2010: Casualty (Fernsehserie, 72 Folgen)
- 1989: Mein linker Fuß (My Left Foot)
- 1990: Das Feld (The Field)
- 1992: Utz
- 1992: Kevin – Allein in New York (Home Alone 2: Lost in New York)
- 1993: Liebling, hältst Du mal die Axt? (So I Married an Axe Murderer)
- 1994: Angels – Engel gibt es wirklich! (Angels in the Outfield)
- 1995: Journey – Verlorene Erinnerungen (Journey)
- 1995: Wechselspiel des Lebens (A Woman of Independent Means, Miniserie, 3 Folgen)
- 1996: Das Geheimnis der Mary Swann (Swann)
- 1996: Die Jury (A Time to Kill)
- 1996: Moll Flanders
- 1997: Masterminds – Das Duell (Masterminds)
- 1998: Resurrection – Die Auferstehung (Resurrection Man, Fernsehfilm)
- 1999: 40 Meilen Abenteuer (Durango, Fernsehfilm)
- 2000: Fremde Verwandte (Relative Strangers, Miniserie, 2 Folgen)
- 2000: Mut zur Liebe (Cupid & Cate, Fernsehfilm)
- 2002: Torso – Die Evelyn Dick Story (Torso: The Evelyn Dick Story, Fernsehfilm)
- 2003: Die Journalistin (Veronica Guerin)
- 2004: Inside I’m Dancing
- 2004: Beyond the Sea – Musik war sein Leben (Beyond the Sea)
- 2004: Omagh – Das Attentat (Omagh, Fernsehfilm)
- 2004: Traumata (Trauma)
- 2005: Ein Haus in Irland (Tara Road)
- 2007: Closing the Ring – Geheimnis der Vergangenheit (Closing the Ring)
- 2008: Die Jagd nach dem Stein des Schicksals (Stone of Destiny)
- 2011: Albert Nobbs
- 2011: Cloudburst
- 2013: A Long Way from Home
- 2013–2015: Forgive Me (Fernsehserie, 3 Folgen)
- 2021: Cam Boy (Miniserie, Folge 1x02)
- 2022: Holding (Fernsehserie, 4 Folgen)
- 2023: The Catch (Miniserie, 4 Folgen)
- 2024: The Swallow
Auszeichnungen (Auswahl)
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- Academy Award beste Nebendarstellerin – Mein linker Fuß
- Boston Society of Film Critics Award beste Nebendarstellerin – Mein linker Fuß
- Los Angeles Film Critics Association Award beste Nebendarstellerin – Mein linker Fuß
- Montreal World Film Festival Jurisdiction Award beste Nebendarstellerin – Mein linker Fuß
- Nominierung – Golden Globe Award beste Nebendarstellerin – Mein linker Fuß
- Nominierung – National Society of Film Critics Award beste Nebendarstellerin – Mein linker Fuß
- Nominierung – New York Film Critics Circle Award beste Nebendarstellerin – Mein linker Fuß
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Brenda Fricker bei IMDb
- Brenda Fricker bei filmportal.de
- Brenda Fricker in der Notable Names Database (englisch)
- Brenda Fricker bei filmreference.com (englisch)
- Brenda Fricker in der Deutschen Synchronkartei
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Wilson Chapman: Brenda Fricker, ‘My Left Foot’ Oscar Winner, Dies at 81. In: variety.com. 17. Juli 2026, abgerufen am 17. Juli 2026 (englisch).
- 1 2 3 Rory Carroll: ‘You think rape’s your fault’: Oscar-winner Brenda Fricker on her devastating memoir. In: The Guardian. 17. September 2025, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 19. Juli 2026]).
- ↑ Natasha King: Brenda Fricker, First Irish Actress to Win an Oscar, Dies at 81. In: The New York Times. 17. Juli 2026, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 19. Juli 2026]).
- 1 2 Brenda Fricker: In her own words. In: Irish Independent. 26. Februar 2014, archiviert vom am 4. Juli 2022; abgerufen am 5. September 2020 (englisch).
- ↑ Donald Clarke: The Swallow review: Brenda Fricker holds the screen as few others could. Abgerufen am 19. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Rhett Bartlett: Brenda Fricker, Oscar-Winning Actress in ‘My Left Foot,’ Dies at 81. In: hollywoodreporter.com vom 17. Juli 2026.
- ↑ Barry Davis | Regie, Drehbuch, Zusätzliche Crew. Abgerufen am 19. Februar 2024 (deutsch).
- ↑ Irish Echo Staff: Brenda Fricker, 81. Abgerufen am 19. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Listen: Brenda Fricker reflects on her extraordinary life. 17. Juli 2026 (rte.ie [abgerufen am 19. Juli 2026]).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fricker, Brenda |
| KURZBESCHREIBUNG | irische Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 17. Februar 1945 |
| GEBURTSORT | Dublin, Irland |
| STERBEDATUM | 16. Juli 2026 |
| STERBEORT | Dublin, Irland |