Channel Associated Signalling
Kanalgebundene Zeichengabe bzw. Channel Associated Signalling (CAS) bezeichnet Zeichengabeverfahren, die über keine eigenen Signalisierungskanäle verfügen. Die für eine Nachrichtenverbindung erforderlichen Signalisierungsinformationen werden dabei im gleichen Kanal wie die Nutzdaten übertragen. Entweder als elektrische Signale (bei analoger Übertragungstechnik)[1][2] oder sie sind durch eine feste Position im digitalen Rahmen einem bestimmten Nutzkanal zugewiesen.[3][4]
Einordnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]CAS-Signalisierungsverfahren sind relativ alt, sie wurden bereits zu Anfangszeiten des Telefons eingeführt. Heute wird CAS noch bei Anschlüssen für analoge Endgeräte verwendet. Bei digitalen Anschlüssen werden stattdessen Verfahren der Zentralkanalzeichengabe (engl. common channel signalling) verwendet, bei denen separate Kanäle für Signalisierungsinformationen genutzt werden (z. B. der D-Kanal bei ISDN-Anschlüssen oder bei Signalling System No. 7).[3]
Technische Aspekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für die Art und Weise der Signalisierung bei CAS, gibt es verschiedene Techniken. Bei analoger Übertragungstechnik unterscheidet man Signalisierungen, die innerhalb (Inband-) oder außerhalb (Outband-Signalisierung) des Sprachfrequenzbereichs erfolgen.
Signale für Inband-Signalisierung sind z. B.
- besondere Frequenzgemische, die bei Sprache nicht vorkommen, wie beim Mehrfrequenzwahlverfahren und die Multifrequenzen der Signalisierungsstandards R1 und R2 der ITU-T[1][2]
- Festfrequenz des Signalisierungsstandards R1 der ITU-T von 2600 Hz[1]
und für Outband-Signalisierung
- Schwingungen unterhalb des Sprachbandes, z. B. Rufspannung
- Frequenzen oberhalb des Sprachbandes, z. B. Gebührenimpuls und die Festfrequenz des Signalisierungsstandards R2 der ITU-T von 3825 Hz[2]
- Gleichstromimpulse, wie beim Impulswahlverfahren und der Flash-Taste[1]
- Gleichspannungen, z. B. Erdtaste oder beim Dioden-Erd-Verfahren
Übertragen werden hierdurch z. B. Klingelsignale mit der Rufspannung, die gewählte Rufnummer beim Mehrfrequenzwahlverfahren und beim Impulswahlverfahren, Tarifinformationen mit den Gebührenimpulsen. Wegen der begrenzten Möglichkeiten, Signale zu erzeugen, sind die Zeichengabeinformationen dabei einfach gehalten, so dass gewöhnlich nur Verbindungsauf- und -abbau damit gesteuert werden können.
Bei digitaler Übertragungstechnik wird aus dem eigentlichen Nachrichtenrahmen ein Bit nicht für die Nutzdaten, sondern als Signalisierungsbit verwendet ("robbed bit"), z. B. beim ANSI-Übertragungsstandard T1.[4] Dadurch wird die Signalisierungsinformation zusammen mit der Nutzinformation im gleichen Kanal übertragen und ist damit diesem direkt zugeordnet.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jacek Biala: Mobilfunk und Intelligente Netze. 2. neubearbeitete Auflage, Friedrich Vieweg + Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1996, ISBN 978-3-322-87271-5.
- P.R. Gerke: Neue Kommunikationsnetze. Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1982, ISBN 978-3-642-93207-6.
- V.S. Bagad: Telecommunication Switching Systems and Networks. Technical Publications Pune, ISBN 978-8-1843-1590-5.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Cisco-Schulungsunterlage Signaling Systems ( vom 18. November 2017 im Internet Archive)
- Channel-Associated Signalling (abgerufen am 14. Juli 2026)
- Introduction to SS7 Signaling (abgerufen am 14. Juli 2026)
- Concepts of Common Channel Signaling ( vom 31. Dezember 2018 im Internet Archive)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 ITU-T Q.310-Q.332: Specifications of Signalling System R1.
- 1 2 3 ITU-T Q.400-Q.490: Specifications of Signalling System R2.
- 1 2 Gerd Siegmund: Technik der Netze. 5. Auflage, Hüthig, Heidelberg 2002, ISBN 3-8266-5021-2.
- 1 2 ANSI T1.403: Network and Customer Installation Interfaces-DS1 Electrical Interface.