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Eisenbahnunfall von Urda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Eisenbahnunfall von Urda
Ort Los Yébenes, Provinz Toledo,
SpanienImage Spanien
Koordinaten 39° 25′ 41″ N, 3° 49′ 5″ W
Datum 28. Oktober 2026
Uhrzeit 08:54 (MEZ)
Todesopfer 69+
Verletzte 179+
Züge 2
Zugtypen ETR 1000 (6076),
RENFE-Baureihe 103 (2080)
Strecke Schnellfahrstrecke Madrid–Sevilla
Betreiber Züge: Renfe, ILSA
Strecke: Adif Alta Velocidad
Unfalltyp Auffahrunfall
Karte
Image
Verlauf der Schnellfahrstrecke Madrid–Sevilla. Der Unfall ereignete sich auf dem Abschnitt zwischen Madrid und Ciudad Real.

Der Eisenbahnunfall von Urda war ein Eisenbahnunfall am 28. Oktober 2026, bei dem zwei aus Madrid kommende Züge des Personenverkehrs auf der Schnellfahrstrecke Madrid–Sevilla nahe Urda im Gemeindegebiet von Los Yébenes in der spanischen Provinz Toledo kollidierten. Beim Unfall kamen mindestens 69 Menschen ums Leben und zahlreiche weitere wurden teils schwer verletzt.

Im selben Jahr gab es mit dem Eisenbahnunfall von Adamuz am 18. Januar 2026 schon einen ähnlich schweren Unfall, bei dem zwei Hochgeschwindigkeitszüge im Gegenverkehr auf der Schnellfahrstrecke Madrid–Sevilla kollidierten, wobei 46 Menschen ums Leben kamen und 152 weitere verletzt wurden. Damit gab es im Jahr 2026 in Spanien bereits zwei Zugunglücke mit Todesopfern.[1]

Der Unfall ereignete sich gegen 8:53 Uhr Ortszeit. Beteiligt waren ein AVE-Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe und ein Zug des privaten Betreibers Intermodalidad de Levante (Iryo). Ersten Erkenntnissen zufolge war um 8:31 Uhr die linienförmige Zugbeeinflussung (LZB) auf dem Streckenabschnitt ausgefallen, weshalb als Rückfallebene die ortsfesten Lichtsignale (Bloqueo de Señalización Lateral, BSL) genutzt werden sollten.[2] Der Renfe-Zug 2080 fuhr auf den Iryo-Zug 6076 auf,[3][4] der seit mehreren Minuten vor dem Einfahrsignal E242 des Überholbahnhofs Urda stand. Die Geschwindigkeit des Renfe-Zuges bei der Kollision wird auf 160 bis 200 km/h geschätzt.[2]

Die spanische Regierung geht offenbar von menschlichem Versagen aus. Ein Mitarbeiter des Schienennetzbetreibers Adif im Kontrollzentrum in Madrid habe dem Renfe-Hochgeschwindigkeitszug eine Weiterfahrt mit Streckengeschwindigkeit angeordnet, während auf demselben Gleis in 25 Kilometern Entfernung noch der Iryo-Zug stand. Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete am Tag des Unfalls die Ansagen des Kontrollzentrums als „unerklärlich“ und sprach von einer „falschen Entscheidung“. Unklar sei, warum der Iryo-Zug nicht wieder losfuhr. Dieser hatte laut Puente vermutlich ebenfalls eine Freigabe zur Weiterfahrt erhalten. Ein erneutes Anfahren des Iryo-Zugs gelang jedoch nicht, da ein Systemneustart laut Triebfahrzeugführerin nicht möglich war.[5] Die Lokführer treffe nach bisherigem Stand keine Schuld. Es wurde in deutschen Medien und allgemein angemerkt, dass die Sicherheitsprotokolle in solchen Ausnahmesituationen (bspw. Fahrt auf Sicht bei ausgeschalteter automatischer Streckenkontrolle) den Fehler eines Einzelnen, der zu so einem Unglück führt, ausschließen sollten.

Auch laut El País gab ein Mitarbeiter des Netzbetreibers Administrador de Infraestructuras Ferroviarias (Adif) in der Betriebszentrale (Centro de Regulación y Control, CRC) Atocha die Strecke für den zweiten Zug frei, obwohl sich der erste noch im Abschnitt befand.[6][7] Im Renfe-Zug waren 397 Fahrgäste, im Iryo-Zug 147 Fahrgäste.[8]

Beim Unfall kamen mindestens 69 Menschen ums Leben,[9] davon mindestens 44 im Iryo-Zug sowie 24 im Renfe-Zug.[10] Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt, viele darunter schwer.[3]

Die immense Wucht des Aufpralls riss zudem eine im Gleisbett verankerte Stahlschiene los, die die Flanke des dritten Waggons des Renfe-AVE-Zuges durchstieß und sich lanzenartig tief in den Fahrgastraum hineinschob, wobei ein Passagier tödlich verletzt wurde.[11]

Unter den Todesopfern befindet sich die ehemalige spanische Ministerin für Arbeit und Sozialversicherung Fátima Báñez, die im letzten Eisenbahnwagen des Iryo-Zuges saß.[12]

Nach dem Unfall

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Der Schienennetzbetreiber Administrador de Infraestructuras Ferroviarias (Adif) setzte den Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Madrid und Andalusien vorübergehend aus.[4]

Der Unfall ereignete sich während des Wahlkampfes für die vorgezogene Neuwahl Ende November. Die Opposition warf dem Ministerpräsidenten Pedro Sánchez (PSOE) und Verkehrsminister Óscar Puente vor, das Bahnnetz verkommen zu lassen. Der Vorsitzende der rechtspopulistischen Vox-Partei Santiago Abascal machte ebenso die Regierung für den Unfall verantwortlich und behauptete einen „unerträglichen Verfall von Infrastruktur und Institutionen“ im Land.[13]

Aus Respekt vor den Opfern verschob der Fußballverband Real Federación Española de Fútbol alle für den Abend angesetzten Spiele der ersten Hauptrunde der Copa del Rey.[14]

Der Unfall wird durch die Autoridad Administrativa Independiente para la Investigación Técnica de Accidentes e Incidentes Ferroviarios, Marítimos y de Aviación Civil (AITAT) als zuständige Behörde untersucht.

Commons: Eisenbahnunfall von Urda – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ Lauren Kent: What caused the deadly train crash in Spain? What we know so far. In: edition.cnn.com. 30. Oktober 2026, abgerufen am 30. Oktober 2026 (englisch).
  2. 1 2 Nota informativa de la AITAT sobra la investigación del accidente de Urda: Información disponible tras las primeras 24 horas desde el suceso. AITAT, 29. Oktober 2026, abgerufen am 29. Oktober 2026.
  3. 1 2 Georgiou Daniel Orestes, Nela Heidner: Zugunglück in Spanien: Mindestens 68 Tote, viele Verletzte. In: Euronews. 28. Oktober 2026, abgerufen am 28. Oktober 2026.
  4. 1 2 At least 68 people dead in Spain’s second major train crash this year. In: Internazionale (Zeitschrift). Reuters, 28. Oktober 2026, abgerufen am 28. Oktober 2026 (englisch).
  5. ↑ Funkverkehr deutet laut Medien auf Fehler vor Unglück hin In: stuttgarter-zeitung.de
  6. ↑ Última hora del accidente de trenes en Toledo, en directo | Al menos 68 muertos en el choque de trenes de alta velocidad en Urda. In: El País. 28. Oktober 2026, abgerufen am 28. Oktober 2026 (spanisch).
  7. ↑ Mindestens 68 Tote bei Zugunglück in Spanien. In: Bayerischer Rundfunk. 28. Oktober 2026, abgerufen am 28. Oktober 2026.
  8. ↑ Spain train crash latest: At least 68 dead in crash - as details of cause become clearer. In: Sky News. 28. Oktober 2026, abgerufen am 28. Oktober 2026 (englisch).
  9. ↑ Zugunglück südlich von Madrid - Rettungskräfte im Dauereinsatz: Suche nach Opfern dauert an. In: srf.ch. 29. Oktober 2026, abgerufen am 29. Oktober 2026.
  10. ↑ Javier F. Magariño: Al menos 68 muertos tras el choque entre un AVE de Renfe y un tren Iryo a la altura de Urda, en Toledo. In: El País. 28. Oktober 2026, abgerufen am 28. Oktober 2026 (spanisch).
  11. ↑ Un rail atraviesa uno de los vagones del tren de Renfe siniestrado en Urda (Toledo). 28. Oktober 2026, abgerufen am 31. Oktober 2026 (spanisch).
  12. ↑ Unai Mezcua: Muere en el accidente de tren Fátima Báñez, la ministra que transformó el panorama laboral. In: El Debate. 28. Oktober 2026, abgerufen am 28. Oktober 2026 (spanisch).
  13. ↑ Hans-Christian Rößler: Spaniens Hochgeschwindigkeitsnetz: Vom Stolz zur Krise. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 28. Oktober 2026, abgerufen am 28. Oktober 2026.
  14. ↑ Zugunglück in Spanien: Alle Spiele der Copa del Rey am Mittwoch abgesagt. In: Spox.com. 28. Oktober 2026, abgerufen am 29. Oktober 2026.

Koordinaten: 39° 25′ 41″ N, 3° 49′ 5″ W