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Götz Frömming

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Götz Gerald Ulrich Frömming (* 30. August 1968 in Eutin) ist ein deutscher Politiker (AfD). Er ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben

Image
Götz Frömming im Deutschen Bundestag (2020)

Nach dem Abitur am Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg leistete Frömming zunächst Grundwehrdienst. Nach kurzer Zeit verweigerte er den Kriegsdienst und leistete Zivildienst.[1] Ab 1991 absolvierte er ein Studium der Germanistik, Geschichtswissenschaft und Philosophie an der Universität Frankfurt am Main und der Humboldt-Universität zu Berlin, das er 2002 mit dem Ersten und anschließend dem Zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien beendete.

Beruf

Nach dem Referendariat war Frömming als Lehrer für Deutsch, Geschichte und Politik an der Schule Schloss Salem und am Windeck-Gymnasium Bühl tätig. Als Studiendirektor war er anschließend Oberstufenkoordinator am Diesterweg-Gymnasium in Berlin und danach Fachbereichsleiter am Berliner Lessing-Gymnasium.

Im Jahr 2012 wurde Frömming im Alter von 44 Jahren am Karlsruher Institut für Technologie zum Dr. phil. in Germanistischer Mediävistik promoviert. Er hat zwischen 1997 und 2015 drei wissenschaftliche Arbeiten verfasst.[2] Seine Dissertation umfasst 250 Seiten.[3]

Politik

Nach einer Mitgliedschaft bei den Freien Wählern ab 2012 trat Frömming 2013 in die AfD ein. Am 14. April 2013 nahm er am Gründungsparteitag der Alternative für Deutschland im Hotel InterContinental Berlin teil. Anschließend arbeitete er in leitenden Funktionen am Aufbau des Berliner Landesverbandes der AfD mit. Er war Wahlkampfleiter für den Landesverband Berlin bei der Bundestagswahl 2017 und Leiter des Redaktionsausschusses der Bundesprogrammkommission der AfD.

Frömming ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages und wurde über die Berliner Landesliste gewählt. Seit der 19. Legislaturperiode gehört er der Deutsch-Polnischen Parlamentariergruppe an. Seit 2019 ist er parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion und Mitglied des Fraktionsvorstands.

Er war Gründungsmitglied und zeitweilig Mitglied im Vorstand der Desiderius-Erasmus-Stiftung,[4] die inzwischen als AfD-Parteistiftung firmiert.

Bei der Bundestagswahl 2021 trat Frömming im Wahlkreis Berlin-Pankow an und zog über die Berliner Landesliste erneut in den Bundestag ein. Im 20. Deutschen Bundestag war er ordentliches Mitglied im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat sowie Obmann der AfD-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. In den Ausschüssen für Kultur und Medien sowie für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz war er als stellvertretendes Mitglied tätig.

Bei der Landratswahl im Havelland 2024 trat Frömming als Kandidat der Alternative für Deutschland an und unterlag mit 25,3 % dem Kandidaten der CDU. Bei der Kreistagswahl am 9. Juni 2024 wurde Frömming für die AfD in den Kreistag gewählt.[5]

Seit September 2024 ist er kulturpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Obmann und ordentliches Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien.

Bei der Bundestagswahl 2025 gewann Frömming das Direktmandat für die AfD im Wahlkreis 56 (Prignitz – Ostprignitz-Ruppin – Havelland I) mit 38,9 % der Erststimmen.[6]

Positionen

Ursprüngliche Motivation für seinen Beitritt zur AfD, der er ab dem ersten Gründungsparteitag zugehört, war laut eigener Aussage Merkels Eurorettungspolitik. Die Zeit ordnete Frömming 2017 zunächst dem „gemäßigten Lager“ der AfD zu.[7] Seither ist er auf Linie mit dem radikaleren, antimigrantischen Kurs der Partei.[8]

Die Jüdische Allgemeine dokumentierte eine diffamierende Aussage Frömmings, nachdem er den Sänger Herbert Grönemeyer aufgrund dessen kritischer und lautstarker Einstellung zur AfD mit Joseph Goebbels verglichen hatte.[9][10]

Die Rückgabe von Raubkunst an ehemalige Kolonien möchte er nur in Ausnahmefällen gewähren. Staatliche Förderung von Theatern solle der historischen Werktreue dienen, zeitgenössische Interpretationen klassischer Werke lehnt er ab.[11][12]

Den Einfluss des Menschen auf die Erderwärmung erachtet Frömming, entgegen wissenschaftlichem Konsens, als „ungeklärt.“[13]

Angesprochen auf Forderungen der bayrischen AfD nach einer hochmilitarisierten Spezialeinheit mit weitreichenden Sonderrechten im Stile der US-amerikanischen ICE unter Donald Trump gab sich Frömming als Befürworter zu erkennen.[14]

Im Oktober 2023 stellte Frömming im Bundestag einen Antrag seiner Fraktion vor, in dem er u. a. Geschlechterforschung als „Genderideologie“, „Theologie der Woken“ und als „marxistisches Projekt“ bezeichnete. Das LGBTI-Nachrichtenmagazin queer.de wertete den Antrag als queerfeindlich; die übrigen Fraktionen lehnten ihn ab.[15] Die Progressive Pride Flagge bezeichnete er 2025 als „Fantasiefahne.“[16]

Das deutsche Bildungswesen sieht der ehemalige Gymnasiallehrer aufgrund der Folgen der Migration im Wesentlichen belastet und „an den Rand des Kollaps“ gebracht.[17] Schulische Strukturen seien „ideologisiert.“[18]

Migration ist laut Frömming „Bevölkerungsaustausch“ und habe „Verwahrlosung und zunehmende Kriminalität“ zur Folge.[19]

Die Politikwissenschaftlerin Rebecca C. Kittel wählte eine Bundestagsrede Frömmings von 2018 als Anschauungsbeispiel für die populistischen Akteuren zugeschriebene Vereinfachung politischer Probleme – Populismus verstanden im Sinne von Cas Muddes Definition, wonach ein als homogen gedachtes Volk einer als korrupt dargestellten Elite gegenübergestellt wird. Ihre in der Cambridge University Press erschienene Auswertung der Bundestagsdebatten (1991–2021) ergab zugleich, dass rechtspopulistische Abgeordnete – gemessen am LIX-Lesbarkeitsindex – die komplexeste Sprache im Parlament verwendeten: Populisten präsentierten demnach womöglich einfache Ideen, aber nicht in einfacher Sprache.[20]

Privates

Götz Frömming ist verheiratet und hat drei Kinder.[21]

Schriften

  • Die Ästhetik des Leibes: Eine Studie zur Poetik des Körpers in Heinrich Wittenwilers „Ring“. Wiss. Verl. Trier, Trier 2015, ISBN 978-3-86821-575-5.
  • Päpstliche Provisionen am Bamberger Domkapitel, in: Bericht des Historischen Vereins Bamberg 133 (1997), 261–272
  • Urkundliche Zeugnisse zu Heinrich Wittenwiler, in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur, Bd. 140, H. 4 (2011), 473–475
Commons: Götz Frömming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Christina Hertel: Dieser Berliner Geschichtslehrer will für die AfD in den Bundestag. In: VICE. 31. Juli 2017, abgerufen am 14. Oktober 2024 (amerikanisches Englisch).
  2. ↑ https://opac.regesta-imperii.de/lang_de/suche.php?qs=G%C3%B6tz+Fr%C3%B6mming
  3. ↑ Deutscher Bundestag - Dr. Götz Frömming. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 26. September 2018]).
  4. ↑ Götz Frömming auf der Seite des Deutschen Bundestags
  5. ↑ wahlergebnis der Kreistagswahl 2024 auf wahlergebnisse.brandenburg.de.
  6. ↑ Prignitz – Ostprignitz-Ruppin – Havelland I. 24. Februar 2025, abgerufen am 28. Februar 2025.
  7. ↑ Kai Biermann, Astrid Geisler, Christina Holzinger, Paul Middelhoff, Karsten Polke-Majewski, Tilman Steffen: AfD-Fraktion: Rechts bis extrem im Bundestag. In: Die Zeit. 24. Oktober 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 9. April 2024]).
  8. ↑ Joachim Wilisch: Landratswahl Havelland: Harte Ansagen zu Flüchtlingen und Integration. 23. Mai 2024, abgerufen am 4. Juni 2024.
  9. ↑ Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R: NS-Anspielungen und Nazi-Vergleiche in der Bundesrepublik. 28. April 2021, abgerufen am 4. Juni 2024.
  10. ↑ Herbert Grönemeyer: Shitstorm von Rechts – laut.de – News. Abgerufen am 4. Juni 2024.
  11. ↑ Andreas Wassermann: AfD-Dokumentation »Volksvertreter«: »Ich will das noch mal sehen, bis ich ausflippe«. In: Der Spiegel. 25. Mai 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 14. Oktober 2024]).
  12. ↑ AfD scheitert mit Antrag zur Restitution von Kulturgütern. Abgerufen am 14. Oktober 2024.
  13. ↑ Katja Frick: Vier Fragen an: Dr. Götz Frömming, Direktkandidat der AfD im Wahlkreis 56. 15. Februar 2025, abgerufen am 30. März 2025.
  14. ↑ Hallo Hr Frömming, Teile der AfD fordern eine Spezialeinheit nach Vorbild der ICE in den USA. Die neue, sog. AFA soll mit Sonderrechten millionenfache Abschiebungen durchsetzen. Wie stehen Sie dazu? | Frage an Götz Frömming (AfD). Abgerufen am 16. März 2026.
  15. ↑ Dennis Klein: Antiqueerer AfD-Antrag trifft auf Widerstand der demokratischen Fraktionen. Abgerufen am 10. August 2026 (deutsch).
  16. ↑ AfD schimpft im Bundestag auf die Regenbogenfahne. Abgerufen am 10. August 2026 (deutsch).
  17. ↑ Götz Frömming, AfD | 18.01.2019 | Bildungspolitik | Open Parliament TV. Abgerufen am 9. April 2024.
  18. ↑ Die AfD positioniert sich zum 16. Kinder- und Jugendbericht. Abgerufen am 9. April 2024 (deutsch).
  19. ↑ Volksverpetzer Team: 115 AfD-Zitate, die zum AfD-Verbot führen können. In: Volksverpetzer. 29. November 2024, abgerufen am 27. November 2025.
  20. ↑ Rebecca C. Kittel: Simply Speaking? Language Complexity among (Non-)Populist Actors in Parliamentary Debates. In: Government and Opposition. Band 60, Nr. 4, Oktober 2025, ISSN 0017-257X, S. 1336–1366, doi:10.1017/gov.2025.4 (cambridge.org [abgerufen am 10. August 2026]).
  21. ↑ Dr. Götz Frömming. In: Deutscher Bundestag. Abgerufen am 27. Juli 2022 (deutsch).