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Hartigs Garten

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Hartigs Garten mit dem Musik-Pavillon
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Hartigs Garten

Hartigs Garten (tschechisch: Hartigovská zahrada) gehört gemeinsam mit dem Paradiesgarten und dem Wallgarten zu den südlichen Gärten der Prager Burg im Prager Stadtteil Kleinseite. Der barocke Garten umfasst eine Fläche von 757 m² und liegt oberhalb des Palais Hartig, zu dem er ursprünglich gehörte. Er besteht aus zwei kleinen Terrassen, die durch eine zweiarmige Treppe miteinander verbunden sind. Der Zugang erfolgt über eine Treppe neben der Plečnik-Aussichtsterrasse im Wallgarten. Zu den markantesten Elementen des Gartens zählt der zweigeschossige barocke Musikpavillon mit seiner kunstvollen Innenstuckatur.

Der Garten wurde nach 1670 von Isabela Švihovská aus Salm angelegt und gehörte ursprünglich zum Palais Hartig (Palác Hartigovský, auch Věžníkovský) in der Thunovská ulice 184/20. Um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert wurde die Anlage im Barockstil umgestaltet. Dabei entstanden eine obere und eine untere Terrasse, die durch eine zweiarmige Treppe miteinander verbunden und mit dekorativen Vasen geschmückt wurden. Der neue Besitzer, Graf Ludwig Joseph von Hartig, ließ um 1720 nicht nur das Palais umbauen, sondern auch den Garten neu gestalten. In dieser Zeit entstand der zweigeschossige barocke Musikpavillon mit einer außergewöhnlichen Stuckdekoration. Der Entwurf wird dem Architekten Giovanni Battista Alliprandi zugeschrieben.

Josef Hartig war ein Musikmäzen und zugleich selbst ein hervorragender Pianist. In seinem Garten veranstaltete er zahlreiche Konzerte. Auch sein Nachkomme Ludvík Jan Hartig widmete sich mit großer Leidenschaft der Musik. Er war ein ausgezeichneter Geiger und Klarinettist, komponierte eigene Werke und unterhielt sogar ein eigenes Orchester. Seine große Begeisterung für die Kunst erwies sich jedoch als finanziell belastend, sodass sein Besitz schließlich versteigert werden musste. In der Folge wechselte der Garten mehrfach den Besitzer, bevor er in den 1960er-Jahren in den Besitz der Prager Burg überging und in die südlichen Gärten der Burg eingegliedert wurde.[1][2]

Heutige Gestalt

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Skulpturengruppe mit Putten von Antonín Braun

Das heutige Erscheinungsbild des Gartens geht auf eine umfassende Rekonstruktion in den Jahren 1963 bis 1965 zurück. Die Architekten Richard Podzemný und Adolf Benš orientierten sich dabei an der historischen barocken Gestaltung. Den Garten schmückten zu dieser Zeit fünf um 1734 entstandene Skulpturen antiker Gottheiten sowie eine Skulpturengruppe mit Putten, die das Wappen mit dem böhmischen Löwen tragen. Die Werke stammten vom Bildhauer Antonín Braun, einem Neffen des bedeutenden Bildhauers Matthias Braun. Sie wurden 1945 vom Schloss Štiřín (im Bezirk Prag-Ost) in Hartigs Garten versetzt. Heute befindet sich im Garten nur noch die Skulpturengruppe mit Putten, die übrigen Skulpturen wurde in die Innenräume der Burg gebracht.[1][2]

Hartigs Garten besitzt einen ausgesprochen intimen und abgeschiedenen Charakter und wird von vergleichsweise wenigen Besuchern aufgesucht. Er wird von hohen Mauern der ursprünglichen Burgbefestigung begrenzt, die mit Efeu und Dreispitziger Jungfernrebe bewachsen sind. In der Mitte des Gartens steht eine fast 500 Jahre alte Eibe. Eine Besonderheit des Gartens ist, dass es hier keine Rasenflächen gibt.[3][2]

Von 2015 bis 2026 war der Garten für die Öffentlichkeit geschlossen. Am 6. Mai 2026 wurde er von Eva Pavlová, der Ehefrau des tschechischen Präsidenten Petr Pavel, feierlich wiedereröffnet.[4][5] Seitdem ist der Garten während der Sommersaison von März bis Oktober wieder für Besucher zugänglich. Der Eintritt ist frei.

  • Emanuel Poche: Prahou krok za krokem. Uměleckohistorický průvodce městem. Paseka, Praha 2001, ISBN 80-7185-373-9, S. 128, 130 (tschechisch). Deutsch: Durch Prag Schritt für Schritt. Kunstgeschichtlicher Führer durch Prag.
Commons: Hartigs Garten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Hartigs Garten auf Prager Stadtplan.
  • Hartigovská zahrada Pražského hradu. Prague City Line, abgerufen am 20. September 2026 (tschechisch).
  • Ivana Filipová: Pražské zahrady, zastavení desáté - zázračné proměny jižních hradních zahrad: Hartigovská zahrada. cestovatel.cz, archiviert vom Original am 2. Mai 2014; abgerufen am 20. September 2026 (tschechisch). Deutsch: Prager Gärten, zehnte Station – die wundersamen Verwandlungen der südlichen Burggärten: Hartigs Garten.
  • Hartigovská zahrada v areálu Pražského hradu byla slavnostně otevřena. ceskatelevize.cz, abgerufen am 20. September 2026 (tschechisch). Deutsch: Hartigs Garten auf dem Gelände der Prager Burg wurde feierlich eröffnet.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Gärten der Prager Burg – Zahrady Pražského hradu. Geschichte: Hartig-Garten. Das offizielle Tourismusportal der Stadt Prag, abgerufen am 20. September 2026 (tschechisch, englisch, deutsch).
  2. 1 2 3 Hartigovská zahrada. Pražský hrad, abgerufen am 20. September 2026 (tschechisch).
  3. ↑ Hartigovská zahrada v Praze. kudyznudy.cz, abgerufen am 20. September 2026 (tschechisch).
  4. ↑ Petr Kastner: Hartigovská zahrada na Pražském hradě se znovu otevřela návštěvníkům. Zavřená byla 10 let. iRozhlas.cz, 7. Mai 2026, abgerufen am 20. September 2026 (tschechisch). Deutsch: Hartigs Garten auf der Prager Burg ist wieder für Besucher geöffnet. Er war 10 Jahre lang geschlossen.
  5. ↑ Natalie Máchová: Hartigovská zahrada Pražského hradu se po letech znovu otevírá. Pražský hrad, 6. Mai 2026, abgerufen am 20. September 2026 (tschechisch). Deutsch: Hartigs Garten der Prager Burg wird nach Jahren wieder eröffnet.