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Konrad Beikircher

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Konrad Beikircher (2011)

Konrad Johann Aloysia Beikircher (* 22. Dezember 1945 in Bruneck, Südtirol; † 28. Juli 2026[1] in Bonn) war ein deutscher Kabarettist, Musiker und Autor, dessen Wirken sich vor allem der rheinischen Lebensart und dem rheinischen Regiolekt widmete.

Konrad Beikircher wurde 1945 in Südtirol als jüngster Sohn von Adolf Beikircher, Leiter des städtischen Elektrizitätswerks in Bruneck, und Flora von Ingram zu Liebenrain, Fragsburg und Graben geboren. Seine Mutter war Schülerin von Marie von Rokitansky.[2] Sein ältester Bruder war der Opernsänger Ivo Ingram Beikircher; ein weiterer Bruder ist der Altphilologe Hugo Beikircher. Der Dirigent Lukas Beikircher ist sein Neffe.[3]

Das Abitur absolvierte Beikircher am Internat des Franziskanergymnasiums Bozen.[4] 1964 ging er zum Studium der Psychologie und Journalistik nach Wien. 1965 wechselte er an die Universität Bonn, wo er Psychologie, Musikwissenschaften und Philosophie belegte.[5][6] Nach seinem Abschluss als Diplom-Psychologe war er ab 1971 als Gefängnispsychologe in der JVA Siegburg tätig. Vor einer anstehenden Beförderung 1986 quittierte er den Dienst und arbeitete danach als freiberuflicher Kabarettist.

Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 1981 heiratete er erneut. Von seiner zweiten Frau trennte er sich 1986. Seit 1989 war er mit der Künstlerin Anne Siering-Beikircher verheiratet. Der zweiten Ehe entstammen zwei und der dritten Ehe drei Kinder.[7] Er lebte in Bad Godesberg-Schweinheim.[8]

Beikircher war römisch-katholisch. Er trat zwei Mal aus der Kirche aus, sah sich jedoch als Christ und dem Katholischen verbunden.[9]

Beikircher stand sechs Wochen vor seinem Tod noch auf der Bühne. Er starb im Juli 2026 im Alter von 80 Jahren in Bonn.[1][10] Am 8. August 2026 wurde er nach den Exequien im Bonner Münster auf dem Alten Friedhof in Bonn beigesetzt.[11] Die Exequien gestalteten enge Freunde, darunter Franz Meurer, Willibert Pauels, Anka Zink, Wenzel Jacob, Manfred Lütz, Günther Lückerath und Jürgen Becker, mit.[12]

In seinen Kabarettprogrammen widmete sich Beikircher vor allem der Sprache und dem Wesen des Rheinländers. Mit seinen Konzertführern Andante Spumante und Scherzo Furioso sowie den Opernführern Palazzo Bajazzo, Bohème Suprême und Pasticcio Capriccio wagte Beikircher sich auf ein Terrain, das in Deutschland außer ihm eigentlich nur noch Eckhard Henscheid beherrscht, – die Kunst, dem Hörer/Leser musikalische Werke auf humorvolle Weise nahezubringen. Dies zeigte er auch 2006 mit seinem Programm Una festa sui prati, in dem er Lieder von Adriano Celentano (darunter das titelgebende Una festa sui prati) interpretierte und auf Deutsch kommentierte. Beikircher moderierte bis 2024 das Pasticcio musicale der SWR2-Musikstunde.

Für seine Verdienste um die Mundart oder den Regiolekt und den Erhalt des Dialektes oder des Regiolektes wurde Beikircher mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1988 mit der Morenhovener Lupe, 1993 mit dem Rheinlandtaler und 2002 mit dem Friedestrompreis. 2005 erhielt Beikircher sowohl den mit 30.000 Euro dotierten Großen Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland als auch die Krefelder Krähe. Im September 2006 erhielt er den KölnLiteraturPreis. In der Begründung der Jury hieß es: „Mit hoher Einfühlung in die Gedankenwelt, Mentalität und Sprache des Rheinländers und ganz speziell des ‚Kölnischen Menschen‘ hat er sein Wesen beobachtet und analysiert. Seine Aussagen trägt er mit Witz und psychologischem Geschick so klar und einsichtig vor, dass immer wieder überraschende Effekte zu Tage treten.“ 2012 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.[13]

Rheinische Trilogie (jeweils Doppel-CDs):

  1. Himmel un Ääd – Rheinisch beim Wort genommen (Eichborn, 1991)
  2. Wie isset? … Jot! – Neues zwischen Himmel un Ääd (Eichborn Verlag, Neuauflage 1997)
  3. Wo Sie jrad sagen: Beikircher (Indigo, 1993)
  4. Nee … Nee … Nee (Roof Music, 2001) 1995
  5. Normal! (Roof/Tache (Indigo), 2004) 1999
  6. Ja sicher! – Rheinisch überleben dank Konrad Beikircher (Roof Music, 2001)
  7. … und sonst?! (Roof Music, 2002)
  8. neues und altes zwischen Himmel un Ääd (Roof Music, 2005)
  9. Die rheinische Neunte – 2007 (2007)
  10. Am schönsten isset, wenn et schön is! (Roof Music, 2009)
  11. Schön ist es auch anderswo (Roof Music, 2011)

Beikircher erzählt:

  • Trullo, Caracho und Lila (MC, Patmos, 1993)
  • Feiertagsgeschichten (CD, Bouvier, 1995)
  • Wie Bücher?! Live! (CD, Bouvier, 1997)
  • Ovids »Liebeskunst« (CD, Bouvier, 1997)
  • Peter und der Wolf / Karneval der Tiere (CD, Capriccio, 1998)
  • Raymond Queneau: Stilübungen – 43 Stilformen (CD, Patmos, 2000)
  • Josef Lada: Kater Mikesch – Geschichten vom Kater, der sprechen konnte (CD, Patmos, 2000)
  • Die Lieblingsgedichte der Deutschen I – 48 Gedichte (CD, Patmos, 2000)
  • Kaffeehausgeschichten – serviert von Konrad Beikircher (CD, Patmos, 2000)
  • Der Ohrenzeuge von Elias Canetti mit Elke Heidenreich (CD, Kein & Aber Records, 2001)
  • Loreley und Schinderhannes – Lieder und Gedichte vom Rhein (CD, Patmos, 2001)
  • Loreley und Schinderhannes – Lieder und Gedichte vom Rhein (Buch, Patmos, 2001)
  • Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? (CD, Patmos, 2003)
  • Konrad Beikircher liest »Pinocchio« von Carlo Collodi (CD-Box, Roof Music tacheles!, 2004)
  • Konrad Beikircher liest »Don Camillo und Peppone« von Giovanni Guareschi (CD-Box, Roof Music tacheles!, 2005)
  • Yvonne Plum: Sagen und Geschichten aus Köln (CD, J. P. Bachem Verlag, 2009)
  • Steven Jan van Geuns: Tagebuch einer Reise mit Alexander von Humboldt (CD, Roof Music, 2011)
  • Als Strohhalme noch aus Stroh waren: Eine Kindheit in Südtirol (CD, Roof Music, 2012)

Sonstige Veröffentlichungen:

  • Konrad Beikircher singt H. C. Artmann med ana schwoazzn dintn (LP, edition liberales zentrum, Köln, 1980)
  • Sarens, Frau Walterscheidt …! (Eichborn, 1989) erstes Kabarett-Album
  • Notti (CD, EMI, 1991)
  • Pizza Colonia, Film (kleine Nebenrolle)
  • „Guten Tag, Herr Bach“ (Doppel-CD, EMI Classic, 1993)
  • „Guten Tag, Herr Beethoven“ (Doppel-CD, EMI Classic, 1993)
  • … und singt ein Lied dabei (Doppel-CD, Eichborn, 1994)
  • Andante Spumante. Ein Konzertführer (CD-Box, Roof Music tacheles!, 2002)
  • Mussorgski: Bilder einer Ausstellung – mit Lars Vogt (CD, EMI Classic, 2002)
  • Ciao Ciao Bambina. Italienische Lieder (CD, Indigo, 2002)
  • Scherzo furioso. Der neue Konzertführer (CD-Box, Roof Music tacheles!, 2003)
  • Palazzo Bajazzo. Ein Opernführer (CD-Box, Roof Music tacheles!, 2004)
  • Celentano. Una festa sui prati (CD, Roof Music, 2005)
  • Himmel un Ääd (DVD, Roof Music tacheles!, 2006)
  • Bin völlig meiner Meinung! (Roof Music, 2015)
  • Notti (Bouvier, 1992)
  • Konrads Küchen-Kabarett (Bouvier, 1994)
  • Konrads Kalorien-Kabarett (Bouvier, 1995)
  • Et kütt wie et kütt. Das rheinische Grundgesetz (Kiepenheuer & Witsch, 2001); enthält u. a. Das Kölsche Grundgesetz
  • Andante Spumante. Der Beikircher, ein Konzertführer (Kiepenheuer & Witsch, 2001)
  • Der große Beikircher. Ein Konzertführer (Kiepenheuer & Witsch, 2003)
  • Printen & Lebkuchen. Das Kochbuch (Kiepenheuer & Witsch, 2003)
  • Und? Schmecket?! Eine kulinarische Reise durch das Rheinland mit Rezepten von Anne Beikircher (Kiepenheuer & Witsch, 2003)
  • Scherzo furioso. Der neue Konzertführer (Kiepenheuer & Witsch, 2003)
  • Palazzo Bajazzo. Ein Opernführer (Kiepenheuer & Witsch, 2004)
  • Bohème supreme – Der neue Opernführer (Kiepenheuer & Witsch, 2007)
  • Wer weiß, wofür et jot es (Kiepenheuer & Witsch, 2009)
  • Als Strohhalme noch aus Stroh waren: Eine Kindheit in Südtirol (Autobiografie, Kiepenheuer & Witsch, 2012)
  • Die original rheinische Alpenküche. Rezepte und Anekdoten aus meinen beiden Heimaten (Becker Joest Volk Verlag, 2015)
  • Pasticcio Capriccio. Der allerneueste Opernführer (Kiepenheuer & Witsch, 2017)
  • Konrad Johann Aloysia Beikircher – Fast ein Selbstportrait – Ein Dokumentarfilm von Klaus Michael Heinz (WDR Fernsehen, 26. Dezember 2010)
  • Der rheinische Zauberer – Konrad Beikircher zum 75. Eine Hommage von Michael Lohse (WDR 5, 20. Dezember 2020)
  • Ein Sommer mit Konrad Beikircher – Ein Dokumentarfilm von Henning Kopp (SWR Fernsehen, 18. Februar 2024)
Commons: Konrad Beikircher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Philip Buchen: Trauer um WDR-Kabarettisten: Konrad Beikircher ist tot – Management äußert sich. In: koeln.t-online.de. 29. Juli 2026, abgerufen am 29. Juli 2026.
  2. ↑ alfredissimo!: alfredissimo! - Kochen mit Bio! - Mit Konrad Beikircher (Kaiser Franz Pudding / Kalbsnieren). 27. Dezember 2023, abgerufen am 8. August 2026.
  3. ↑ Mathias Nofze: Lukas Beikircher dirigiert „Adriana Lecouvreur“ an Bonner Oper. In: General-Anzeiger. 29. Oktober 2008, abgerufen am 4. Oktober 2015.
  4. ↑ Kabarettist Konrad Beikircher ist tot. In: n-tv Nachrichten. 29. Juli 2026, abgerufen am 29. Juli 2026.
  5. ↑ https://beikircher.de/biografie/
  6. ↑ Konrad Beikircher. In: The RhineArt. Abgerufen am 30. Juli 2026.
  7. ↑ Tanja Heuser: Bonn Kabarettist wird 70: Happy Birthday, Konny Beikircher! In: express.de. 22. Dezember 2015, archiviert vom Original am 23. Dezember 2015; abgerufen am 29. Juli 2026.
  8. ↑ Thomas Kliemann: Ausstellung in Schweinheim: Bonner Katharinenhof zeigt Skulpturen-Ausstellung. In: General-Anzeiger. 18. Juni 2021, abgerufen am 30. Juli 2026.
  9. ↑ Kabarettist Beikircher will katholischer Christ bleiben. 22. Dezember 2025, abgerufen am 8. August 2026.
  10. ↑ Petrina Engelke: Konrad Beikircher ist gestorben. In: RP-online. 29. Juli 2026, abgerufen am 29. Juli 2026.
  11. ↑ Wir trauern vom 5. August 2026, abgerufen am 6. August 2026
  12. ↑ BonnerMuenster: Feierliche Exequien für Konrad Beikircher am 08.08.2026. 8. August 2026, abgerufen am 8. August 2026.
  13. ↑ Mitteilung der Landesregierung NRW. In: nrw.de. 15. November 2012, archiviert vom Original am 28. Oktober 2014; abgerufen am 29. Juli 2026.