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Schweizerische Speisewagen-Gesellschaft

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Werbeplakat der SSG (1905)

Die Schweizerische Speisewagen-Gesellschaft (abgekürzt SSG, französisch Compagnie Suisse des Wagons-Restaurants) war ein Betreiber von Speisewagen auf dem Netz der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Das Unternehmen firmiert heute als Elvetino und ist eine 100-%-Tochterfirma der SBB.

Das Unternehmen wurde am 1. August 1903 in Olten als Tochtergesellschaft der Compagnie Internationale des Wagons-Lits und der SBB gegründet. Mit der Nationalisierung des Bahnnetzes in der Schweiz war der Wunsch nach einer nationalen Betreibergesellschaft für Speisewagen entstanden, so dass die neuentstandenen SBB alle Verträge mit der CIWL im Einvernehmen kündigten, worauf sich diese an der Gründung der SSG beteiligte.[1] Im gleichen Jahr übernahm die Gesellschaft den Betrieb der drei neu angeschafften Buffetwagen Nr. 31–33 der Seetalbahn.[2]

Den Betrieb führten zudem bis Ende März 1904 Mitarbeiter der CIWL auf Rechnung der SSG, die zu Beginn noch keine eigenen Fahrzeuge besass. Anfangs wurden Wagen der CIWL angemietet, ab 1906 wurden von den Ringhoffer-Werken in Prag 18 normalspurige Speisewagen geliefert, die in der Bauart den CIWL-Teakholzwagen entsprachen (Nr. 1–10 Baujahr 1906, 14–16 Baujahr 1907 und 18–22 Baujahr 1912–1914). Ebenfalls von Ringhoffer wurden die auf der meterspurigen Montreux-Berner Oberland-Bahn eingesetzten Wagen Dr 11–13 (1906) und 17 (1911) geliefert.[1][3]

In der Zwischenkriegszeit erwuchs mit der deutschen MITROPA, die in den 1920er Jahren den Speisewagendienst auf der Rhätischen Bahn übernahm und eigene Wagen auf den Zugläufen zwischen der Schweiz und dem Deutschen Reich einsetzte, erstmals Konkurrenz für die SSG auf eigenem Boden. 1926 wurden zwei Teakholzwagen (Nr. 23–24) von SIG beschafft, 1930 zwei Stahlwagen (Nr. 25–26) von Schlieren, so dass die Gesellschaft schliesslich über 26 Wagen verfügte und damit alle inländischen Zugläufe bedienen konnte. Mit den Leichtstahlwagen schafften die SBB erstmals auch eigene Speisewagen an und übernahmen zwischen 1942 und 1950 alle Fahrzeuge von der SSG, welche in der Folge zu einer reinen Betreibergesellschaft wurde, dabei erhielten die Wagen neue fünfstellige Nummern. Sieben Wagen wurden als Dienstwagen eingesetzt. Erst im November 1961 wurde mit dem im Jahr 1914 von Ringhoffer gebauten Speisewagen 10221 der vermutlich letzte in Betrieb befindliche Teakholzwagen in Westeuropa abgestellt. Der bis 1960 eingesetzte Wagen 10222 (ursprünglich Nr. 22, Baujahr 1914) wird seitdem im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern museal aufbewahrt.[1][4] Wagen 10 von 1908 ist als «Teak Bar» der Museumsbahn Etzwilen–Singen erhalten geblieben (beschriftet als CIWL-Wagen, Inneneinrichtung nicht original).[5] Der Stahlwagen Dr4ü 25 von 1930 wird von der Stiftung Historisches Erbe der SBB erhalten.[6]

Bis 1989 betrieb die SSG alle Speisewagen der SBB, danach bekam sie mit der Minibuffet AG (ab 1991 Le Buffet Suisse) Konkurrenz auf einigen Linien.

Die SSG wurde ab 1987 schrittweise vom Unternehmer Beat Curti übernommen. Daraus entstand schliesslich das Unternehmen Passaggio, welches schliesslich auch Autobahnraststätten, Bahnhofbuffets, Flughafenrestaurants und Schnellimbisse betrieb. Die expansive Strategie Curtis führte zu einem Finanzengpass, der Ende 2000 den Verkauf von Passaggio an die italienische Autogrill-Gruppe notwendig machte. Der Speisewagenbetrieb (unter dem Namen Passaggio Rail) wurde im Jahr 2001 abgetrennt und gehört heute mehrheitlich den SBB, 2003 wurde die Gesellschaft in Elvetino umfirmiert.

Die Marke SSG wird seit 2017 von einem Sonderzugbetreiber in Frauenfeld genutzt, der bis 2023 Extrafahrten mit Speisewagen veranstaltete.[7]

  • Fritz Stöckl: Rollende Hotels. Die Internationale Schlafwagengesellschaft (= Eisenbahnen der Erde. Bd. 8). Bohmann Industrie- und Fachverlag, Wien / Heidelberg 1967 (DNB 458251542).
Commons: Schweizerische Speisewagen-Gesellschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Stöckl: Rollende Hotels. 1967, S. 105.
  2. ↑ Die Crux mit dem Speisen beim Reisen. Neue Zürcher Zeitung, 29. Dezember 2003, abgerufen am 5. Januar 2025.
  3. ↑ Dr4 17. In: x-rail.ch. Abgerufen am 14. März 2023.
  4. ↑ Christian Bremer: Bild des Dr4 10222. 31. August 2017, abgerufen am 25. Februar 2026.
  5. ↑ Salonwagen WR 426. Abgerufen am 14. März 2023 (Museumsbahn Etzwilen–Singen).
  6. ↑ Kurt Greul: Bild des Dr4 25. 21. Oktober 2017, abgerufen am 25. Februar 2026.
  7. ↑ SSG. Abgerufen am 10. Oktober 2025.