Steffen Augsberg
Steffen Augsberg (* 13. September 1976 in Gießen) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Professor für öffentliches Recht an der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach seinem Abitur 1995 an der Goetheschule Wetzlar studierte Augsberg von 1995 bis 2000 Rechtswissenschaften und anglo-amerikanisches Recht an der Universität Trier und der Ludwig-Maximilians-Universität München.[1] Im Jahr seines Studienabschlusses legte er auch sein erstes juristisches Staatsexamen ab. Seine Promotion erlangte Augsberg im Jahr 2002 an der Universität Heidelberg. Im Juli 2004 legte er sein Zweites Juristisches Staatsexamen ab.[2]
Im Oktober und November 2004 war Augsberg als Associate bei Freshfields Bruckhaus Deringer in Hamburg tätig. Von Dezember 2004 bis Oktober 2011 war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Staatsrecht der Universität zu Köln bei Wolfram Höfling. Von Oktober 2009 bis März 2010 war er als Visiting Fellow am Institute of European and Comparative Law der University of Oxford. Im Sommersemester 2011 vertrat er einen Lehrstuhl an der Universität Heidelberg.[2][3] Dort habilitierte er sich 2011, womit er die Venia legendi erwarb.[4] Von 2011 bis 2013 hatte er den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere Recht des Gesundheitswesens an der Universität des Saarlandes inne, seit 2013 ist Augsberg Professor für Öffentliches Recht an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 2016 bis 2024 war er Mitglied des Deutschen Ethikrats.[5]
Steffen Augsberg war im Zuge der Sterbehilfe-Debatte als Prozessbevollmächtigter des Bundestages im Verfahren zu § 217 StGB beteiligt, der die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung unter Strafe stellte. Gemeinsam mit Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, verfasste er im Vorfeld den Gesetzentwurf für das Verbot und gilt damit als dessen „Erfinder“[6]. In einem am 26. Februar 2020 verkündeten Urteil erklärte das Bundesverfassungsgericht dieses Verbot aufgrund seiner „autonomiefeindlichen Wirkung“ für verfassungswidrig und daher für nichtig.[7]
Sein Zwillingsbruder Ino Augsberg ist Professor für Rechtsphilosophie und Öffentliches Recht an der Universität Kiel.[8]
Publikationen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rechtsetzung zwischen Staat und Gesellschaft. Möglichkeiten differenzierter Steuerung des Kapitalmarktes (= Schriften zum Öffentlichen Recht. Band 925). Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 978-3-428-11112-1, doi:10.3790/978-3-428-51112-9.
- Mit Christian Burkiczak: Der Kurzvortrag im Ersten Examen – Öffentliches Recht (= Jura kompakt). C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57711-6 (154 S.).
- Mit Barbara Mittler: Der Kurzvortrag im Ersten Examen – Strafrecht (= Jura kompakt). C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57713-0 (144 S.).
- Mit Janko Büßer: Der Kurzvortrag im Ersten Examen - Zivilrecht (= Jura kompakt). C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57712-3 (150 S.).
- Verwaltungsprozessrecht. Grundstrukturen und Klausurfälle. Boorberg, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-415-04382-4 (176 S.).
- Mit Ino Augsberg, Thomas Schwabenbauer: Klausurtraining Verfassungsrecht. Grundstrukturen, Prüfungsschemata, Formulierungsvorschläge. 2. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2016, ISBN 978-3-8487-2610-3 (251 S.).
- Mit Andreas Funke (Hrsg.): Kölner Juristen im 20. Jahrhundert. Beiträge zu einer Ringvorlesung an der Universität zu Köln, Sommersemester 2010 und Wintersemester 2010/2011. Mohr Siebeck, Tübingen 2013, ISBN 978-3-16-152430-1 (249 S.).
- Jens Kersten, Stephan Rixen (Hrsg.): Parteiengesetz und europäisches Parteienrecht. Kommentar. Kohlhammer, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-019131-0 (684 S.).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Steffen Augsberg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Steffen Augsberg auf der Website der Justus-Liebig-Universität Gießen
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Forum Bioethik. (PDF) Reproduktionsmedizin und Diskussionskultur. Deutscher Ethikrat, 24. April 2024, S. 14, abgerufen am 12. September 2026.
- 1 2 Prof. Dr. Steffen Augsberg. Justus-Liebig-Universität Gießen, abgerufen am 12. September 2026.
- ↑ Frühere Mitarbeiter & Habilitanden. Prof. Dr. Steffen Augsberg. Universität zu Köln, Institut für Staatsrecht, abgerufen am 12. September 2026.
- ↑ Abgeschlossene Habilitationen. Universität zu Köln, Rechtswissenschaftliche Fakultät, abgerufen am 12. September 2026.
- ↑ Mitglieder. Ehemalige Mitglieder. Deutscher Ethikrat, abgerufen am 12. September 2026.
- ↑ Gita Neumann: Neuregelung soll nicht Lebensschützern überlassen werden. Liberale und Humanisten preschen bei Suizidhilfe-Gesetz vor. Humanistischer Pressedienst, 16. März 2020, abgerufen am 17. Dezember 2020.
- ↑ Pressemitteilung Nr 12/2020. Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung verfassungswidrig. Bundesverfassungsgericht, 26. Februar 2020, abgerufen am 17. Dezember 2020.
- ↑ Ino Augsberg: Informationsverwaltungsrecht. Zur kognitiven Dimension der rechtlichen Steuerung von Verwaltungsentscheidungen (= Jus Publicum. Band 227). Mohr Siebeck, Tübingen 2014, ISBN 978-3-16-152810-1, Vorwort, doi:10.1628/978-3-16-152888-0.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Augsberg, Steffen |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 13. September 1976 |
| GEBURTSORT | Gießen |