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Trauerschnäpper

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Trauerschnäpper
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Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca), Männchen
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Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Fliegenschnäpper (Muscicapidae)
Unterfamilie: Schmätzer (Saxicolinae)
Gattung: Höhlenschnäpper (Ficedula)
Art: Trauerschnäpper
Wissenschaftlicher Name
Ficedula hypoleuca
(Pallas, 1764)
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Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca), Weibchen
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Verbreitung des Trauerschnäppers:
  • Brutgebiete
  • Migration
  • Überwinterungsgebiete
  • Der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) ist ein Singvogel aus der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae).

    Das Federkleid von männlichem und weiblichem Trauerschnäpper unterscheidet sich deutlich (Sexualdimorphismus). Die Oberseite des Männchens ist pechschwarz, aber auch in einigen Bereichen dunkelbraun. Die Oberseite des Weibchens ist hellbraun. Trauerschnäpper-Weibchen sehen denen des Halsbandschnäppers zum Verwechseln ähnlich. Die Unterseite ist bei beiden Geschlechtern weiß. Außerdem hat der recht runde Vogel einen kurzen, breiten Schnabel und weiße Flügelflecken. Das Männchen hat einen weißen Stirnfleck, der beim Weibchen fehlt. Der Trauerschnäpper wird maximal 13 Zentimeter lang, kann bis 15 Gramm wiegen und erreicht ein Alter von bis zu 9 Jahren.

    In Nord- und Mitteleuropa ist der Langstreckenzieher von April bis September in Laub- und Mischwäldern, Parks und Gärten weit verbreitet. Er ist am häufigsten dort anzutreffen, wo es genügend Baumhöhlen und Nistkästen zum Brüten gibt; auf letztere ist er gebietsweise ganz angewiesen.

    Der Trauerschnäpper ist ein Nachtzieher. Das Winterquartier im tropischen Afrika erreichen mitteleuropäische Brutvögel über eine südwestliche Route via Portugal und Spanien. Beim Heimzug fliegen die Vögel in breiter Front über das Mittelmeer zurück.[1] Damit ist der Trauerschnäpper ein klassisches Beispiel für den Schleifenzug.[2]

    Aufgrund des Klimawandels setzt die Rückkehr nach Europa bei dem Trauerschnäpper im Frühling tendenziell immer früher ein; dadurch kommt es zu Konflikten mit ganzjährig dort lebenden Vögeln wie der Kohlmeise, was die Trauerschnäpper wegen der Nahrungsmittel- und Nistplatzkonkurrenz zunehmend in Bedrängnis bringt.[3]

    Der Trauerschnäpper sitzt auf unterschiedlichen Ästen und Pfosten, auch Warte oder Ansitz genannt.[4] Er beobachtet sehr genau seine Umgebung und erbeutet im präzisen Flug Insekten. Im Herbst ernährt er sich auch von Früchten und Beeren.

    Es handelt sich hier wie bei allen Fliegenschnäppern um sogenannte Wartejäger beziehungsweise Ansitzjäger, die vorbeifliegende Insekten aus der Luft schnappen.[5] Der Trauerschnäpper erbeutet aber auch Raupen, Spinnen, Asseln, Tausendfüßler und kleinste Schnecken.[4] Er liest zudem im Rüttelflug Insekten von Wänden und Rinden. Die Beute wird gegen eine Unterlage geschlagen, bis Beine und Fühler abbrechen. Die übriggebliebenen Hartteile werden mitgefressen und später als Gewölle ausgespien.

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    Trauerschnäpperweibchen im Nest, ein Ei ist zu sehen
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    Eier des Trauerschnäppers

    Als Höhlenbrüter baut der Trauerschnäpper sein Nest in Baumhöhlen und Nistkästen aus Gras, Halmen, Zweigen, Wurzeln und Rinde und polstert es mit Federn oder Haaren aus. In der Brutzeit von Mai bis Juli legt das Weibchen 5 bis 8 hellblaue Eier, die von ihr ausgebrütet werden. Nach 12 bis 13 Tagen schlüpfen die Jungen aus und werden dann von beiden Eltern gefüttert. Nach weiteren 14 bis 16 Tagen sind die Jungen flügge und machen sich mit der Umgebung vertraut.

    In der Regel sind die Trauerschnäpper saisonal monogam, aber es kommt auch Polygynie mit zwei bis drei weiblichen Vögeln vor.[6]

    Finnische Forscher berichteten 2012, dass die Gelege von Trauerschnäppern umso mehr Eier enthalten und zugleich mehr Masse aufweisen, je größer die Gelege anderer Vogelarten sind, die in ihrer Nachbarschaft brüten.[7]

    Handicap-Prinzip: Über den Zusammenhang von Schalenfarbe und Immunabwehr der Nestlinge

    Bestand und Gefährdung

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    Der Brutbestand in Deutschland wird für die Zeit von 2005 bis 2009 auf 70.000 bis 135.000 Brutpaare geschätzt. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 wird die Art in der Kategorie 3 als gefährdet geführt.[8]

    Commons: Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

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    1. ↑ W.Winkel, M.Frantzen: Ringfund-Analyse zum Zug der niedersächsischen Population des Trauerschnäppers Ficedula hypoleuca. In: Niedersächsische Ornithologische Vereinigung e.V. (Hrsg.): Vogelkundliche Berichte Niedersachsen. Band 23, 1991, S. 90–98.
    2. ↑ Franz Bairlein: Das große Buch vom Vogelzug. Aula-Verlag, Wiebelsheim 2022, ISBN 978-3-89104-825-2, S. 115.
    3. ↑ Jelmer M. Samplonius, Christiaan Both: Climate Change May Affect Fatal Competition between Two Bird Species. In: Current Biology. Band 29, Nr. 2, 21. Januar 2019, S. 327–331.e2, doi:10.1016/j.cub.2018.11.063.
    4. 1 2 Rudolf Berndt: Eigentliche Fliegenschnäpper. In: Bernhard Grzimek (Hrsg.): Grzimeks Tierleben. Enzyklopädie des Tierreiches. Band 9. Kindler, Zürich 1970, S. 258.
    5. ↑ Elke Brüser: Schwarz-weißer Ansitzjäger. In: https://fluegelschlag-birding.de/. Flügelschlag und Leisetreter, 24. Mai 2021, abgerufen am 23. September 2026.
    6. ↑ Handbuch der Vögel Mitteleuropas. In: Urs N. Gutz von Blotzheim (Hrsg.): Handbuch der Vögel Mitteleuropas. Band 13, Nr. 1. Aula-Verlag, Wiesbaden 1985, ISBN 3-89104-022-9, S. 217.
    7. ↑ Jukka T. Forsman u. a.: Observed heterospecific clutch size can affect offspring investment decisions. In: Biology Letters. 8, Nr. 3, 2012, doi:10.1098/rsbl.2011.0970.
    8. ↑ Christoph Grüneberg, Hans-Günther Bauer, Heiko Haupt, Ommo Hüppop, Torsten Ryslavy, Peter Südbeck: Rote Liste der Brutvögel Deutschlands, 5 Fassung. In: Deutscher Rat für Vogelschutz (Hrsg.): Berichte zum Vogelschutz. Band 52, 30. November 2015.