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Venus Berlin

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Die Venus Berlin ist eine seit 1997 jährlich auf dem Messegelände Berlin stattfindende internationale Fach- und Publikumsmesse für Erotik- sowie Sexlifestyle und gilt mit über 270 Ausstellern aus mehr als 40 Ländern und jährlich rund 34.000 Besuchern[1] als weltweit größte Messe ihrer Art.[2][3] Neben Herstellern und Händlern von Erotikprodukten sind Unternehmen der Pornografiebranche sowie Content Creatoren vertreten. Zum Publikumsprogramm gehören Produktpräsentationen, Shows und Auftritte von Darstellern und Creatoren. Im Laufe ihrer Geschichte erweiterte die Messe ihr Angebot unter anderem für weibliche, queere sowie blinde und sehbehinderte Besucher.[4][5] Neben der Berliner Messe wurden zeitweise Veranstaltungen unter dem Namen Venus in anderen Städten durchgeführt. 2006 fand eine Venus in Paris statt, 2007 folgte eine Veranstaltung in Shanghai.

Geschichte und Entwicklung

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Die erste Venus fand 1997 in Berlin statt. Nach Angaben des Veranstalters präsentierten sich 124 Aussteller auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern. Gezählt wurden 1.401 Fachbesucher und 15.439 Publikumsbesucher. Bis 2005 war die Ausstellungsfläche demnach auf 25.000 Quadratmeter und die Zahl der Aussteller auf 312 gestiegen.[6]

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Venus Messe 2019

Veranstalter der Messe ist die Venus Berlin GmbH. Geschäftsführer sind Peter-Andreas Müller und Walter Hasenclever.[7]

Das Konzept verbindet eine Fachmesse der Erotikbranche mit einer Publikumsveranstaltung. Im Laufe der 2000er und 2010er Jahre wurden Fach- und Publikumsbereiche stärker voneinander getrennt und das Angebot um zusätzliche Themenbereiche erweitert. Neben Pornografie und Erotikprodukten gewannen unter anderem Lovetoys, Mode, Lifestyleprodukte und internetbasierte Angebote an Bedeutung. 2010 richtete die Messe eine eigene Halle für sogenannte Amateurportale ein.[8]

Anlässlich der Venus werden jährlich Preise der deutschen Pornobranche verliehen, bis 2004 und mittlerweile wieder der gleichnamige Venus Award, von 2005 bis 2009 der Eroticline Award. Vor Beginn der Erotikmesse wird bei der Miss Venus das Aushängeschild der Messe gewählt. Nach sechs Jahren Pause wurde der Venus Award 2010 wieder in 48 Kategorien an die erfolgreichsten Branchengrößen aus dem Bereich Erotik verliehen.

2016 gab es 30.000 Besucher auf der Messe.[9] 2020 und 2021 wurde die Messe auf Grund der COVID-19-Pandemie in Deutschland abgesagt.[10] Sie fand nach einer Pause vom 20. bis 23. Oktober 2022 wieder statt.[11] 2024 besuchten rund 34.000 Menschen die Venus Berlin, was einem neuen Besucherrekord entsprach.[1][12]

Die 29. Venus ist für den 22. bis 25. Oktober 2026 angekündigt.[13]

Konzept und Zielgruppen

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Weibliches Publikum

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Die Venus war in ihren Anfangsjahren stark von einem männlichen Publikum geprägt. Nach Angaben des Veranstalters lag der Anteil von Frauen unter den Publikumsbesuchern bei der ersten Messe 1997 bei etwa sieben Prozent. Bis 2009 war er auf rund 30 Prozent gestiegen. 2009 richtete die Messe erstmals eine ausschließlich Frauen zugängliche „Ladies Area“ ein. Dort gehörten unter anderem Shows männlicher Darsteller zum Programm. Im selben Jahr wurde neben der Wahl einer „Miss Venus“ erstmals ein „Mister Venus“ gewählt. In den folgenden Jahren wurde das Angebot für weibliche Besucher weiter ausgebaut. 2011 gehörte mit „Intimate – the pleasure brand exhibition“ ein eigener Bereich für entsprechend positionierte Erotikprodukte zum Messekonzept. Die zunehmende Ansprache weiblicher Besucher ging mit einer Erweiterung des Angebots über die traditionelle Pornografie hinaus einher. Lovetoys, Dessous, Mode, Lifestyle- und Wellnessprodukte nahmen einen größeren Raum im Publikumsbereich ein.[14]

Angebote für Menschen mit Behinderungen

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Für blinde und sehbehinderte Besucher werden in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV) spezielle Führungen über die Messe angeboten. Bei den Rundgängen können die Teilnehmer an ausgewählten Ausstellerständen Produkte und Angebote unter anderem durch Tasten, Riechen und andere Sinneseindrücke kennenlernen. 2026 findet die Führung nach Angaben des ABSV zum zehnten Mal statt. Die Messe informiert zudem über die Zugänglichkeit des Geländes für Rollstuhlfahrer und Regelungen für Begleitpersonen von Menschen mit Behinderungen.[15][16]

Queere und nichtheterosexuelle Angebote

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2023 richtete die Venus erstmals einen eigenen queeren und multisexuellen Bereich ein. Damit sollten nichtheteronormative Sexualitäten, unterschiedliche Formen des Begehrens und Geschlechtsidentitäten innerhalb der Messe stärker repräsentiert werden. Zum Programm gehörten Ausstellerstände, Shows und Podiumsdiskussionen. Vertreten waren unter anderem der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen sowie die Pornofilmregisseurin und Produzentin Paulita Pappel.[17]

Aus dem Angebot entwickelte sich der „Queer Space“, der später eine eigene Messehalle erhielt. Daneben gehören unter anderem eine „Kinky Area“, Shoppingbereiche und ein gesonderter Businessbereich zur Messe.[18][19]

Digitalisierung und Onlinebranche

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Die Digitalisierung der Pornografie veränderte auch die Zusammensetzung der Aussteller und Fachbesucher der Venus. 2010 richtete die Messe eine eigene Halle für sogenannte Amateurportale ein. Die Venus bietet inzwischen eigene Zugänge und Veranstaltungen für Content Creator an. Im Fachbesucherbereich treffen Produzenten und Händler unter anderem auf Plattformbetreiber, Agenturen, Zahlungsdienstleister und Creator. Zum Programm gehören Panels, Vorträge und Networking-Veranstaltungen.[20]

Seit 2008 wirbt die Veranstaltung mit Prominenten als Botschafter und Werbegesicht auf den Werbeplakaten für die Veranstaltung. Mehrfach übernahm Micaela Schäfer diese Funktion.[21]

Commons: Venus Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 VENUS 2024: Rekordzahlen und innovative Highlights setzen neue Maßstäbe auf Europas größtem Erotik-Event. Abgerufen am 30. Mai 2025.
  2. ↑ Sextoys, Fetische und viel nackte Haut. In: Stern.de. 27. Oktober 2024, abgerufen am 2. Juni 2026.
  3. ↑ Cathrin Schaer: What makes the Germans so open about sex? In: The New World. 26. Dezember 2022, abgerufen am 2. Juni 2026 (britisches Englisch).
  4. ↑ Sextoys, Fetische und viel nackte Haut. In: Stern.de. 27. Oktober 2024, abgerufen am 2. Juni 2026.
  5. ↑ Cathrin Schaer: What makes the Germans so open about sex? In: The New World. 26. Dezember 2022, abgerufen am 2. Juni 2026 (britisches Englisch).
  6. ↑ Venus Berlin GmbH: 10 Jahre Venus Berlin. Abgerufen am 10. September 2026.
  7. ↑ Sexy Firmenverbindungen. In: Die Tageszeitung: taz. 25. Oktober 2007, ISSN 0931-9085, S. 21 (taz.de [abgerufen am 10. Januar 2022]).
  8. ↑ B. Z. Redaktion: Zahlen, Daten und Fakten zum Jubiläum - B.Z. – Die Stimme Berlins. 22. September 2011, abgerufen am 10. September 2026.
  9. ↑ Sie sind gekommen, um zu glotzen. 14. Oktober 2016, abgerufen am 30. November 2024.
  10. ↑ PR, eventnews: Erotikmesse Venus 2020 abgeblasen. In: Event News Berlin. 24. April 2020, abgerufen am 9. August 2020.
  11. ↑ Venus Berlin. Berlin.de, abgerufen am 1. Oktober 2022.
  12. ↑ VENUS Festival Berlin 2023, Sei, Wer du Sein Willst! Abgerufen am 17. Februar 2025 (deutsch).
  13. ↑ Venus. Abgerufen am 12. September 2026.
  14. ↑ Erstmals mit Ladies Area. In: urbanite.net. 17. Oktober 2009, abgerufen am 10. September 2026.
  15. ↑ Kostenfreie Messeführungen: IFA und Venus Berlin | www.absv.de. Abgerufen am 10. September 2026.
  16. ↑ Fragen und Antworten zum VENUS-Festival. In: VENUS Berlin. Abgerufen am 10. September 2026 (deutsch).
  17. ↑ Venus Berlin erstmals mit queerem Bereich. Abgerufen am 10. September 2026 (deutsch).
  18. ↑ Venus Berlin. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. Februar 2026; abgerufen am 10. September 2026.
  19. ↑ Marcel Malachowski: Warum sollen queere Menschen die Venus besuchen, Walter Hasenclever? Abgerufen am 10. September 2026 (deutsch).
  20. ↑ VENUS Fachbesucher Messeinformation. In: VENUS Berlin. Abgerufen am 10. September 2026 (deutsch).
  21. ↑ Die Gesichter der „Venus“ (Memento vom 22. Oktober 2013 im Internet Archive)