Wladimir Uwarow (Fotograf)
Wladimir Uwarow (russisch Владимир Уваров) ist ein sowjetischer Fotograf und Fotojournalist. Als Standfotograf war er an zahlreichen sowjetischen Filmproduktionen beteiligt. 1969 war er für seine Arbeit am Film Krieg und Frieden für den Oscar für das Beste Szenenbild nominiert, obwohl er an dessen Entstehung wohl nicht direkt beteiligt war.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wladimir Uwarow begann seine Karriere als Fotojournalist 1939 bei der Agentur Sojusfoto, einem Vorläufer von Fotochronik TASS.[1] Ab 1946 arbeitete Uwarow für die russische Filmproduktionsgesellschaft Mosfilm. Als Standfotograf arbeitete er unter anderem an Filmen der Regisseure Iwan Alexandrowitsch Pyrjew, Juli Jakowlewitsch Raisman, Grigori Wassiljewitsch Alexandrow, Wera Pawlowna Strojewa und Sergei Fjodorowitsch Bondartschuk.[1] Uwarow lernte auch internationale Filmschaffende wie Jean Dréville, Vittorio De Sica oder Sylwester Chęciński kennen.[1]
Uwarows größte Arbeit war Sergei Bondartschuks ab 1965 gedrehte Tolstoi-Verfilmung Krieg und Frieden, für die er während der Produktion über 25.000 Schwarz-Weiß- und Farb-Fotografien anfertigte, darunter Naturaufnahmen der Drehorte, Produktionsporträts, Aufnahmen der Dreharbeiten und Szenenbilder aus dem Film.[1] Er benutzte für seine Aufnahmen unter anderem eine Konvas-Filmkamera und belichtete etwa 6.000 m Film, den er direkt am Set schnitt.[1] Bei der Oscarverleihung 1969 waren Michail Bogdanow, Gennadi Mjasnikow (beide Art Direction) sowie Georgi Koschelew und Wladimir Uwarow (beide Set Decoration) für ihre Arbeit an diesem Film für den Oscar in der Kategorie Bestes Szenenbild nominiert.[2]
In einem Artikel zur Entstehungsgeschichte des Films Krieg und Frieden für Mosfilm nannte die Autorin Anna Resanowa 2020 die Nominierung Uwarows für den Szenenbild-Oscar einen „seltsamen Zufall“, da dieser eben nur als Fotograf an der Produktion beteiligt gewesen sei.[3] Resanowa vermutete eine unbeabsichtigte Verfälschung der Information bei der Weitergabe der Namen.[3]
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1972: Kampf nach dem Sieg (Бой после победы)
- 1978: Meine Liebe, meine Trauer (Любовь моя, печаль моя)
- 1981: Saltimbancii
- 1982: 10 Tage, die die Welt erschütterten (Красные колокола)
- 1988: Байка
- 1993: Завтрак с видом на Эльбрус
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wladimir Uwarow bei IMDb
- Artikel über Sergei Bondartschuk mit Fotos Uwarows bei vedomosti.ru (2025, russisch)
- Artikel über Sergei Bondartschuk mit Fotos Uwarows bei ru.gw2ru.com (2025, russisch)
- Wladimir Uwarow bei academycollection.org
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 В. Уваров: Ο ΦΟΤΟΡЕКЛАМЕ И О СЕБЕ. In: Советский экран: критико-публицистический иллюстрированный журнал. Орган Государственного комитета СССР по кинематографии и Союза кинематографистов СССР, Nr. 8, 1971, Moskau, S. 3, Beschreibung.
- ↑ V. Uvarov. In: awardsdatabase.oscars.org, abgerufen am 3. März 2026.
- 1 2 Anna Resanowa: «Война и мир» – история создания фильма (часть 10, прокат в США и премия "Оскар"). In: mosfilm.ru vom 11. Dezember 2020.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Uwarow, Wladimir |
| ALTERNATIVNAMEN | Уваров, Владимир (russisch); Uvarov, Vladimir (englisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | sowjetischer Fotograf |
| GEBURTSDATUM | vor 1939 |