X-App
X-App (auch X-Apps oder X-App Project) ist ein von der Linux-Mint-Community initiiertes Open-Source-Projekt, das zum Ziel hat, Anwendungen, Bibliotheken und Komponenten bereitzustellen, die unabhängig von einer bestimmten Linux-Distribution oder Desktop-Umgebung eingesetzt werden können. Das Projekt umfasst neben Desktopanwendungen auch Werkzeuge, Komponenten zur Desktop-Integration sowie Bibliotheken und Ressourcen für Entwickler.
Die X-Apps basieren auf der Programmbibliothek GTK 3 und verwenden klassische UI-Elemente wie Menüleisten, die über verschiedene Linux-Distributionen und Desktop-Umgebungen hinweg einheitlich funktionieren. Zu den unterstützten Desktop-Umgebungen gehören unter anderem Cinnamon, MATE und Xfce.[1]
Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das XApp-Projekt entstand innerhalb von Linux Mint und entwickelte sich zu einem distributions- und desktopübergreifenden Open-Source-Projekt.[2] Mit Linux Mint 18 wurden erstmals mehrere von GNOME-Anwendungen abgeleitete Desktopanwendungen als X-Apps eingesetzt, die an neue UI-Richtlinien angepasst wurden.[3][4][5]
| Aufgabe[5] | Grundlage | X-App | Quelltext- Repositorium |
|---|---|---|---|
| Texteditor | pluma (gedit) | Xed | github.com/linuxmint/xed |
| Bildbetrachter | Eye of GNOME | Xviewer | github.com/linuxmint/xviewer |
| Dokumentenbetrachter | Atril (Evince) | Xreader | github.com/linuxmint/xreader |
| Medienspieler | Gnome Videos | Xplayer | github.com/linuxmint/xplayer |
| Bildverwalter | gThumb | Pix | github.com/linuxmint/pix |
| Bluetooth Frontend | gnome-bluetooth | Blueberry | github.com/linuxmint/blueberry |
| Login Screen | unity-greeter | Slick-greeter | github.com/linuxmint/slick-greeter |
Im weiteren Verlauf begann auch die Entwicklung eigenständiger X-Apps, die nicht auf eine Gnome-Grundlage aufbauen. So umfasst das XApp-Projekt inzwischen verschiedene Arten von Software und Komponenten. Neben den klassischen Anwendungen (wie Clockenstein, Hypnotix und Sticky) zählen dazu Werkzeuge (u. a. Fingwit, Timeshift und Warpinator), Komponenten zur Desktop-Integration (beispielsweise LightDM-settings, slick-greeter) und Entwicklerkomponenten.[6]
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist dabei die Bibliothek libXApp. Sie stellt Funktionen bereit, die von Anwendungen verschiedener Desktop-Umgebungen gemeinsam genutzt werden können. Daneben stellt das Projekt gemeinsame Ressourcen, Symbole und weitere Komponenten für die Integration von Anwendungen in unterschiedliche Linux-Desktopumgebungen bereit.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ The first two X-Apps are ready, 3. Februar 2016
- ↑ April 2024 – The Linux Mint Blog. Abgerufen am 28. September 2026.
- ↑ Ferdinand Thommes: Mit Linux Mint 18 erscheinen erstmals X-Apps. In: Golem. 4. Februar 2016, abgerufen am 28. September 2026.
- ↑ Linux Mint: X-Apps statt GNOME-Anwendungen. In: Der Standard. 7. Februar 2016, abgerufen am 28. September 2026 (österreichisches Deutsch).
- 1 2 New features in Linux Mint 18 MATE ( vom 22. Juni 2020 im Internet Archive)
- ↑ Monthly News – August 2026 – The Linux Mint Blog. Abgerufen am 28. September 2026.