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Hamburgische Geschichten und Sagen

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Autor:Otto Beneke
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Titel:Hamburgische Geschichten und Sagen
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Herausgeber:
Auflage:2. unveränderte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum:1854
Verlag:Perthes-Besser & Mauke
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Erscheinungsort:Hamburg
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[I]
Hamburgische
Geschichten und Sagen,


erzählt
von
Dr. Otto Beneke.


Zweite unveränderte Auflage.


Hamburg.
Perthes-Besser & Mauke.
1854.
[III]
Vorwort.

Die alte Stadt Hamburg ist fast arm zu nennen an Sagen und Legenden der Vorzeit; sie mögen bei früheren häufigen Zerstörungen mit den vielen Denkmäler des Alterthums, an welche sie geknüpft waren, untergegangen sein. Sagenhafte, durch mündliche Ueberlieferung von Thatsachen gebildete Erzählungen, wohin manche Berichte der geschriebenen Chroniken zu zählen, sind weniger selten. Reich aber sind wir, durch die bedeutungsvolle Vergangenheit unsrer Stadt, an solchen historischen Momenten, welche sich füglich aus ihrem Zusammenhange nehmen und in die Form einer Geschichte bringen lassen.

Aus einer diese drei Gesichtspunkte umfassenden Sammlung, theile ich hier in einer Anzahl Geschichten und Sagen den Versuch mit: nicht nur verhallende Kunden festzuhalten, oder Denkwürdiges aufs neue zu Berichten, sondern durch eine Reihe chronologisch geordneter Geschichten einige charakteristische Zeit- und Sittenbilder zur klaren Anschauung zu bringen.

Die Vielseitigkeit des Stoffes möge der Mangelhaftigkeit im Einzelnen zur Entschuldigung dienen. Für [IV] die früheste Geschichte und die Gestaltung Hamburgs als freie Stadt, glaube ich ein vorzügliches Interesse ansprechen zu dürfen. Verschiedene Kriegsbilder und Hanseatische Erinnerungen bezeichnen nicht nur das Verhältnis zum Auslande, sondern auch die Stufe der damaligen Macht und Größe. Bei Darstellungen der inneren Ereignisse ist sowohl auf die Topographie der alten Stadt, als auf die Sitten, Gebräuche, Vorstellungen, Tugenden und Fehler ihrer derzeitigen Bewohner Bedacht genommen. Schon aus dieser Rücksicht verdienen wohl die mitgetheilten Verbrecher-Geschichten, so wie neben solchen Nachtseiten auch manche gemüthliche Züge aus dem bürgerlichen Privatleben und einige ergötzliche Schwänke der Altvordern, ihre gebührende Stelle.

In Betreff vieler Sagen, so wie der volksthümlichen Geschichten bin ich meistentheils den alten handschriftlichen Chroniken gefolgt, welche sie am ursprünglichsten bewahrt haben. Nicht ohne Absicht ist auch vielfach die Sprache und Erzählungsweise derselben beibehalten, so weit es dem Verständniß nicht schadete.

Gern lassen wir uns die Vergangenheit unsrer Eltern, ihre Handlungen und Begegnisse erzählen; selbst unerhebliche Züge aus ihrer Jugendzeit vernehmen wir mit lebhaftem Interesse. Vielleicht werden auch die folgenden Bilder aus den verschollenen Tagen unsrer Vorfahren einige Theilnahme bei den Nachkommen finden.

Hamburg, am 28. November 1853.

Dr. Otto Beneke.     
[374]
Inhalts-Verzeichniß und Anmerkungen.
Seite.
1.Sagen von Hamburgs Entstehung. (Um 805.)1
Die hier mitgetheilten finden sich unter vielen anderen bei den Geschichtsschreibern Hamburgs: Cranz, Lambeccius, Adelungk, Steltzner u. s. w.
2.Der heilige Anscharius. (831–865.)4
Verglichen sind die Lebensbeschreibungen des Heiligen von Reuterdahl und Klippel. Anschar’s Bild enthalten die älteren Hamb. Geschichtsschreiber: Lambeccius, Staphorst u. s. w.
3.Erzbischof Hoger. (909–915.)9
4.Poppo der Heidenapostel. (Um 962.)10
Adam von Bremen II. 33; auch Schol. 44 ad II daselbst. Thietmar von Merseburg II. 8.
5.Pabst Benedict V. in Hamburg. (965.)11
6.Glindes-Moor. (Um 995.)15
007.Der Fährkrug in Horn. (Um 1000.)017

[375]

Seite
8.Blutige Vorzeichen. (1012.)19
9.Mistewoi der Wende und Hamburgs Zerstörung. (1012.)20
10.Erzbischof Unwannus. (1013–1029.)23
Adam von Bremen II. 45. etc. Zimmermann, I. c. S. 40.
11.Von Naturwundern, Wassersnoth, Leichenknäueln und Grabhügeln. (1020.)24
12.Adalbert, Erzbischof von Hamburg. (1043 bis 1072.)27
13.Drei Burgen in Hamburg. (Um 1060.)33
14.Das Castell auf dem Süllenberge. (1063.)37
15.Das große Blutbad in Hamburg. (1072.)40
Diese Sage theilt Schlüter mit im Tractat von den Erben S. 619 aus einem Plattdeutschen Manuscript: „Passional, der Heiligen Leben und Leiden.“ Die dort genannte Jahreszahl 837 ist unrichtig, es kann nur die doppelte Zerstörung Hamburgs im Jahre 1072 unter Kruko gemeint sein. Auch der Name Baruch habe ich in Baruth geändert. – von Heß (Topographie. I. 400) erklärt sehr gezwungen blootlos für blüthenlos.
016.Hamburgs zweiter Gründer und getreuester Wohlthäter. (1106–1130.)042

[376]

Seite
17.Die Rüstung des Fürsten Primislav. (1138.)44
18.Der Bardowiker und Zippelweiber Gerechtsame. (1189.)45
19.Des Hamb. Welthandels Begründung. Graf Adolf III. und Kaiser Friedrich I. (1164–1203.)49
20.Aus des Grafen Adolf IV. Jugendzeit und von Hamburgs Geschicken. (1203–1225.)52
Nach denselben Quellen und den gedruckten Chroniken. Eben so die folgenden Erzählungen. Die Burg bei Eichholz veranlaßte den Namen Feendsbarg (Feindsberg), woraus lächerlich genug der Straßenname Venusberg entstanden ist.
21.Vom Spökelberg. (1225.)55
22.Graf Adolf IV. begründet Hamburgs Freiheit. (1225.)57
23.Der Tag von Bornhövede, Adolf’s Gelöbniß und Sieg. (1227.)61
24.Vom Bau des St. Johannis-Klosters. (1220 bis 1235.)65
025.Die blauen Süstern. (1233.)067


[377]

Seite
26.Graf Adolf IV. als Mönch. (1239–1261.)68
Der Schauplatz der Geschichte mit dem Milchtopf wird nach Heimreich’s Chronik von den meisten Erzählern nach Kiel verlegt. So auch (nach dem Presbyter Brem. bei Westphalen Monum. ined. III. 49) von Müllenhoff Schlesw. Holst. Sagen 16. 17, welcher jedoch in der Anmerkung nach Hamburg hinweist. – Das erwähnte Bild ist in den älteren Hamb. Geschichtsbüchern gewöhnlich beigegeben – Unbegreiflich unrichtig ist Adolph IV. übrigens von von Heß aufgefaßt (Topographie I. 286. 87). Besser schildert ihn Zimmermann, Chronik 129–134, woselbst die Inschrift, welche E. Oberalten dem Bilde des Grafen im Klostersaale etwa 1818 beifügen ließen.
27.Das alte Harvestehude. (1245–1295.)70
28.Von Abschaffung der Feuerprobe. (1257.)73
29.Herrn Dirk Wrak’s Großmuth. (1270.)74
Diese Sage erzählt eine handschriftl. Raths-Succession auf dem Stadt-Archiv. – Beckendorp’s handschriftl. Chronik datirt sie von 1260 und nennt Wrak Bürgermeister. Er ist aber urkundlich erst seit 1268 als Rathmann und gar nicht als Bürgermeister bekannt.
30.Das helle Haus und das heiße Haus. (1281.)76
Nach Chroniken. – Die Feuersbrunst hat nach Lappenberg, Hamb. Urkundenbuch No. 818, erst 1284 stattgefunden. So auch Tratziger’s Chronik; s. a. Steltzner I. 205. Das heele Haus kann auch das ganz, unversehrt gebliebene Haus heißen.
31.Vom Schuljungen-Kriege. (Um 1290.)78
032.Vom Schandstein-Tragen. (Um 1292.)080

[378]

Seite
33.Vom ältesten Rathhause und vom Junker Blomendal. (1292.)83
34.Der Brauerknechte Heldenthum. (Etwa um 1300.)84
35.Von der Hamburgischen Schuljugend im Mittelalter. (Um 1300.)87
36.Vom Kinder-Bischof in Hamburg. (Nach 1305)90
37.Vom Kindersegen. (1313.)93
38.Isern Hinrik. (1317–1382.)95
39.Till Eulenspiegel in Hamburg. (Vor 1350.)98
040.Die verwünschte Linde zu Harvestehude. (Um 1350.)101

[379]

Seite
41.Das Rolandsbild in Hamburg. (1368.)103
42.St. Maria to’m Schare. (1371.)105
43.Die Köpfe an der St. Jacobi-Küsterei. (1390.)107
44.Von Claus Störtebeker und Godeke Michels. (1394–1402.)109
45.Simon von Utrecht. (1400–1437.)118
Geschichtlich, meist denselben Quellen nacherzählt. Auch Wilckens, Hamb. Ehrentempel. S. 6. Die das Grab betreffende Notiz: aus Archival-Nachrichten. Die Inschrift das Denksteins giebt u. A. Ankelmann: Inscript. Hamb. LV.
46.Die Cäcilienabend-Fluth. (1412.)121
Geschichtlich; s. Steltzner I. 366. – Hesselii herzfließende Betrachtungen über den Elbestrom. S. 126.
47.Hamburger Treue. (1417.)121
48.Ein glückliches Kriegsjahr der Hamburger. (1420.)124
49.Johann Kletze. (1427.)125
50.St. Ilsabe’n-Haus. (1428.)128
051.Dat lütte Rümeken. (1429.)130
Als Sage auch von Geschichtschreibern erzählt, z. B. Schmid, histor. Beschreibung Altona’s S. 21. Urkundlich ist der

[380]

Seite
52.Dithmarscher Fehden. Martin Swartekopp und Ralev Carsten. (1430–1434.)133
Geschichtlich, nach den Hamb. Historikern, und Joh. Adolfi Neocori Dithmars. Chronik I. 403.
53.Von einem geschickten Hamburger Kröpel. (1430.)135
Nach handschriftl. Chroniken und dem gedruckten histor. Bericht der etc. Stadt Hamburg (1770), woselbst der Kröpel ein Schüler genannt wird.
54.Palmsonntags-Procession. (1445.)137
55.Vom Lachs-Essen. (Um 1450.)138
56.König Christian I. in Hamburg. (1461.)139
57.Die Hamburger mögen nicht Kreuzfahrer werden. (1464.)141
58.Von einem seltenen Meisterstück. (1464.)142
059.Der Hansen Krieg und Frieden mit England. (1468–1474.)144

[381]

Seite
60.Des Teufels Stiefeln. (Um 1470.)146
61.Hamburger wollen keinen Schimpf leiden. (1478.)150
62.Von einem vollkommenen Bürgermeister. (1466–1481.)152
Geschichtlich. Wilckens Ehrentempel S. 8. Das Testament bei Staphorst, IV. 432. – Nach dem Murmester’schen Stammbaum auf dem Archiv hatte des Bürgermeisters Mutter, Hilleke oder Hildegundis, aus zweiter Ehe einen Sohn, Jasper Frauenengel, der leider nicht die damals lebende Jgf. Mandüwel heirathete, sondern als Vicar im Cölibat starb.
63.Die wunderbare Kohlwurzel. (1482.)155
Nach einem alten fliegenden Blatt in Fol., „Naturale Abbildung“ etc., welchem Steltzner u. A. folgen, indem sie der älteren Schwester eine Mitschuld beilegen, die aus andern Berichten nicht erhellt.
64.Die Hand, die aus dem Grabe gewachsen. (Um 1500.)158
Meyer, Domkirche S. 69, erzählt der Sage Kern sehr kurz; umständlicher spricht er S. 51 über den Christmarkt im Dom. Der Vers im Anfange dieser Geschichte ist ein volksthümlicher: Schütz, Holstein. Idioticon. III. 165.
65.Vom Cardinal Raimundus. Auch vom Hamburger Biere. (1503.)161
Geschichtlich, s. Steltzner II. 115 u. A. Hesselii, Elbstrom S. 177. von Hövelen, Hamb. Hoheit etc. (1668). S. 125. Ueber das Bier und dessen Arten giebt Schlüter im Tractat von den Erben umständliche Nachricht.
066.Von Claus Schwarte, dem klugen Hauptmann. (1504.)163
Nach. Joh. Adolfi Neocori Ditmars. Chronik I. 535, woselbst diese Geschichte Plattdeutsch mit dem Zusatz „ut der Hamborger

[382]

Seite
67.Wahrhaftige Historia, wie Claus Kniphoff, der große Seeräuber, von den Hamburgern überwältigt und gerichtet worden ist. (1525.) I–XII166
Durchgehends geschichtlich. Der Eingang nach verschiedenen histor. Quellen; darunter: Altmeyer, Isabelle d’Autriche et Christiern II. Brux. 1842. Der Hauptinhalt nach dem trefflichen Plattdeutschen Bericht eines Gleichzeitigen im I. Hefte der von Lappenberg herausgegebenen Hamb. Chroniken S. 22 u. s. w. – Die Lieder über Kniphoff: Zeitschrift für Hamb. Geschichte II. 118 u. 577.
68.Ditmar Kohl. (1525–1563.)194
69.Ein Turnier auf dem Hopfenmarkt. (1525.)196
Geschichtlich; von Heß, Topographie I. 392 u. A. Auch Plattdeutsch erzählt in den Hamb. Chroniken von Lappenberg, Heft I. S. 49. – Das Tractement kostete der Stadtcasse 510 Thal., der Pocal 162 Thal. und die Kleinodien eben so viel.
70.Marx Meyer, oder was aus einem Hamb. Grobschmidt werden kann. (1533.)198
71.Die Synode zu Hamburg. (1535.)200
Geschichtlich. Wilckens, Ehrentempel S. 256. – Grevii mem. Aepini p. 25. Die Gastmahls-Rechnung in Acten des Stadt-Archivs.
072.Der Frohn mißhauet einen Uebelthäter. (1536.)203

[383]

Seite
73.Wahrhaftige Historia von der Anwesenheit Königs Christian III. von Dänemark in Hamburg. (1538.) I–VIII205
74.Der Schar-Kapelle Säcularisirung. (1538.)219
Geschichtlich. Kiehn, das Hamb. Waisenhaus. S. 11. und 255, woselbst auch die Sage von den gespenstischen Poltergeistn. – Allgemein hat man unter Büchsenhaus ein Armenhaus verstanden, vor welchem mit einer Büchse gesammelt sei. Eine Acte des Stadt-Archivs stellt es aber außer Zweifel, daß darunter ein Arsenal zur Bewahrung von Geschützen aller Art (Büchsen) zu verstehen ist. – Ein sachkundiger Aufsatz in den Wöchentl. Nachrichten von 1808, No. 31, verlegt die Clemens-Kapelle (die man für identisch mit der Schar-Kapelle hält) vors Thor in die Gegend das Eichholzes.
75.Wibeke, die Putzenmakersche. (1541.)221
Unzweifelhaft historisch, Plattdeutsch erzählt im Heft 1, S. 137 der von Lappenberg herausg. Chroniken. Die Bezeichnung „Putzenmakersche“ erklärt Richey, Idioticon Hamb. S. 197.
76.Der ewige Jude in Hamburg. (1547.)223
Nach einer alten Druckschrift: „Wunderbarlicher Bericht von einem Juden Ahasvero etc. von Chrysostomo Dadalaeo Westphalo, o. J. nebst Abbildung und Anhang. Danzig 1602. Ein neuerer Abdruck davon ist das häufig vorkommende Volksbuch. Benutzt ist Grässe’s Schrift über die Sage vom ewigen Juden.
77.Die Schlacht bei Drakenburg. (1547.)227
Geschichtlich, bis auf die Beinamen der beiden Penningks, S. 232. Hamburgs und der Hansestädtische Antheil an dieser denkwürdigen Schlacht ist bisher viel zu wenig hervorgehoben. – Die meisten Chroniken enthalten viel Unrichtiges, z. B. Würtzburg statt Wrisberg; aus dem Obersten von Thumbshirn haben sie einige Domherren gemacht u. s. w. Benutzt sind: Misegaes, Chronik von Bremen III. 259. Noller, Geschichte von Bremen III. 68. – Chr. Spangenberg (Chronik der Bischöfe von Verden) erzählt: die Protest. Truppen hätten mit dem Gesange: „Ein’ feste Burg ist unser Gott,“ ihren Angriff begonnen. –

[384]

Seite
Ueber den Obersten Penningk: Wilkens, Ehrentempel S. 538. Anckelmann, Inscript. S. 67. – Im Bremer Sonntagsblatt von 1853, No. 43, erzählt Herr O. Klopp die Schlacht nach einer Brem. Chronik vom Bremischen Standpunkte, Hamburgs Antheil fast gänzlich übergehend. Wrisberg wird hier Writzeberg genannt.
78.Von einigen Ungeheuern in der Elbe. (1549 bis 1659.)233
Diese Geschichten erzählen nach den Chroniken: Steltzner, Hesselius (Elbstrom) u. A. Vom „Düvels Boomgarden“ und Ritter Montemeduvele spricht Lappenberg, Lorich’s Elbcharte S. 46.
79.Was Alles im Jahre 1557 passirt ist.236
80.Pestgeschrei und Schloßbrand. (1564.)238
81.Bestrafter Kornwucher. (1571.)241
82.Hermann Rodenborg. (Um 1586.)243
83.Vom Pastor Werner und allerlei Irrlehren. (1589 und später.)244
84.Der Hansen Spiele zu Bergen. (Vor 1599.)246
Diese nur mittelbar hieher gehörige Darstellung dürfte doch Manchem unbekannt und merkenswerth erscheinen. – Handschriftliche Chroniken lassen irrig erst 1623 diese Spiele entstehen. Ich bin der Erzählung des aus Bergen gebürtigen von Holberg gefolgt in seiner Beschreibung der Stadt Bergen (1753.) II. 59 ff. – Ueber Husanus, welcher fast alle Sprachen verstand, poetisch und juristische Werke schrieb und als Syndicus zu Lüneburg sein bewegtes Leben 1587 beschloß, s. Rotermundt, das gelehrte Hannover II. 435.

[385]

Seite
85.Von Würden und Bürden der Brauerknechte. (Um 1600.)252
86.König Christian IV. in Hamburg. (1603.)255
87.Der neue St. Catharinen-Thurm und eine Prophezeiung. (1603.)266
88.Die Meer-Jungfer. (1610.)267
Hesselii Elbestrom S. 62.
89.Lewerenz sin Kind. (1611.)269
Den Stoff gab eine handschriftliche Chronik, die von dem zehn Fuß langen Jacob Damm erzählt. Ueber das Sprichwort: „Lewerenz sin Kind,“ berichtet Richey. Idiot. Hamb. p. 151; auch Schütz, im Holst. Idiot., und das Bremisch-Niedersächsische Wörterbuch. – Um 1750 ließ sich hier der lange Cajetanus sehen, dessen colossales Portrait noch 1711 im Baumhause gehangen hat; von Heß, Topographie II. 389.
90.Das Englische Ruderboot. (1611.)271
Steltzner II. 530. Hesselii Elbestrom S. 82, woselbst eine Abbildung des Bootes und der drei Engländer. – Uffenbach, merkwürdige Reisen II. 114.
91.Die Hansischen Gesandten bei König Gustav Adolf von Schweden. (1620.)272
92.Der Winterkönig in Hamburg. (1621.)273
93.Schiffs-Auffliegung bei Neumühlen. (1622.)275
Steltzner III. 26. 27. – Hesselii Elbestrom S. 141, wobei die Abbildung der Explosion, während die gerettete Frau landet. – Ausführliche Namen-Angabe der Verunglückten enthält eine handschriftl. Chronik. – Hardkopf’s Predigt: „Denk d’ran, Hamburg,“ hab ich nicht gesehen.
94.Die Fastelabend-Fluth. (1625.)278

[386]

Seite
95.Marcus Meyer und der St. Marcus-Platz. (1625.)280
Vorzüglich nach Wortmann’s chronolog. Zusammentrag, die Kirche und das Kirchspiel St. Michaelis betreffend. 1809, S. 110 ff., wo auch die Urkunde der Juraten abgedruckt ist. – Daß der Krayenkamp seinen Namen von dem Pächter eines dortigen Platzes Kraye habe, meint Reddermeyer, Topogr. S. 266.
96.Nach Spandau fahren! (1631.)283
In fast allen Chroniken und Geschichtsbüchern als Thatsache erzählt, z. B. Steltzner III. 258 ff. Zimmermann S. 515.
97.Von einem Wärwolfe. (1632.)287
Die handschriftl. Beckend. Chronik erzählt den Kern dieser Geschichte. – Wärwolf, nach Adelung vom Altdeutschen War, Mann (vir); also ein Mann-Wolf. S. Tkany, Mythologie II. 183.
98.Vom Gesundbrunnen. (1633.)289
Steltzner III. 260 u. s. w. In Hesselii Elbestrom, S. 14 ist auch eine Abbildung gegeben.
99.Von einer Entführung. (Um 1635.)290
100.Die Hamburgischen Frauen. (Um 1637.)295
Aus: Aubery du Maurier, memoires de Hambourg etc. p. 26. Herausg. von Dorvaulx du Maurier, 1737, Haag, 100 Jahre nach der Abschaffung.
101.Ein guter und ein schlechter Trinker. (1637.)297
102.Elephant, – Neger, – Mißgeburt. (1638.)299
103.Johann Körner’s Schuld und Sühne. (1639.)301
104.Die Unterirdischen bei Blankenese und Herr Rist. (1650–1660.)307

[387]

Seite
105.Wie ein Physicus an einer Ohrfeige starb. (1653.)311
In den meisten Chroniken und bei Steltzner. – Der bei der Geschichte gegenwärtige Dr. Placcius bemühte sich hernach, dieselbe als Fabel darzustellen (Moller, Cimbria lit. I. 738). Eine Latein. Archival-Notiz bestätigt sie jedoch.
106.Königin Christina von Schweden. (1654.)312
107.Von der Kleiderordnung. (1652–1654.)314
108.Vom Schweinekrieg. (1660.)317
Geschichtlich. Steltzner III. 776. – Die Hamb. und Lüb. Ansprache auf den halben Sachsenwald deducirt Klefeker, Hamburg. Verordn. und Verfass. X. 249. – Ein Mag. Magnus Gärtner, Hamb. Candidat, ist von 1672–1684 an fünf Orten Prediger gewesen; von Hövelen, a. a. O. S. 130. lobt Hamburgs Wundärtze.
109.Des Gehängten Besuch. (1661.)320
110.Von einem Selbstmörder. (1662.)322
Nach einigen Chroniken. Die Formeln des Gassenrechts: aus Archival-Acten. Im Amte Ritzebüttel lautete es statt „Zeter,“ nach Friesischem Gebrauch „Jodute, Jowehe, Jowach! über den Mörder“ etc. Das Gassenrecht oder die Beschreiung ermordet gefundener Leichen wurde durch Senatsbeschluß vom 17. September 1784 der Regel nach abgestellt.
111.Von einem Zankteufel. (1662.)324
112.Vom Christinenpförtchen. (1667.)328
113.Wie ein Trunkenbold curirt wird. (1682.)332
114.Eine unglückliche Liebesgeschichte. (1695.)334

[388]

Seite
Chronik. – Siehe auch Dr. Gesscken, die Leichenbegängnisse im siebenzehnten Jahrhundert in der Zeitschr. für Hamb. Geschichte, I. 504.
115.Mag. Lange’s Aergerniß. (1699.)338
116.Von einem Herzoge und einem Hamburger Bürger. (Um 1700.)341
117.Hans mit Gott. (Um 1700.)345
118.Des Kindes Gebet. (1701.)346
119.Eine wunderbare Rettung. (1710.)349
120.Von einem feinen Diplomaten. (Um 1720.)352
121.Abermals vom Hamburgischen Frauenzimmer. (Um 1725.)354
122.Von ochsigen Dingen. (Um 1730.)359
Eine Zusammenstellung mehrer Anekdoten, wozu das alte Hamb. Lustspiel: „die Schlachteltied,“ Schütz, Holst. Idiot. III 181–183; Richey, Hamb. Idiot. 179, und die von einem längst verstorbenen angesehenen hiesigen Bürger erzählte Liebhaberei Anlaß gegeben hat. Der Name ist natürlich fingirt.

[389]

Seite
123.Von Herrn Stoltenbarg. (Um 1740.)362
124.Von einer alten Einhüterin. (Um 1750.)364
Desgleichen. – Ueber Zibürken giebt Richey, Idiot. Hamb. S. 349, eine umständliche Erläuterung. Die Geschichte soll, vielleicht etwas später als hier angegeben, wirklich passirt sein.
125.Wat man sick van Altona vertellt. (Üm 1750.)370
Der Sage kurzen Kern erzählt Müllenhoff, Schlesw.-Holst. Sagen S. 535. Die richtigere Ableitung des Namens Altona von der alten Au kann hier nicht näher begründet werden. Ueber Altona’s historischen Anfang, s. Lappenberg, Lorich’s Elbcharte S. 69.

Langhoff’sche Buchdruckerei.

[390]
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“74, in der Ueberschrift-Nummer: 29, statt 20.