Image
Image
Home > institut > Neue Meldung

Verabschiedung Uwe Backes

Ende Juni 2026 verabschieden wir Prof. Dr. Uwe Backes, stellvertretender Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung e. V. (HAIT) und außerplanmäßiger Professor am Institut für Politikwissenschaft der TU Dresden, in den Ruhestand. Er hat das Hannah-Arendt-Institut in den 27 Jahren seiner Tätigkeit maßgeblich geprägt und ganz wesentlich zu seinem internationalen Renommee beigetragen.

Uwe Backes wurde im Jahr 1987 mit einer Dissertation zum „Politische[n] Extremismus in demokratischen Verfassungsstaaten. Elemente einer normativen Rahmentheorie“ an der Universität Trier promoviert. Sein weiterer wissenschaftlicher Weg führte ihn ab 1988 an die damals noch junge Universität Bayreuth. Hier habilitierte er sich 1997 mit einer Schrift zu „Liberalismus und Demokratie – Antinomie und Synthese. Zum Wechselverhältnis zweier politischer Strömungen im Vormärz“, die schon bald nach Erscheinen als Standardwerk galt. Frisch habilitiert ging er von 1997 bis 1999 mit einem Feodor Lynen-Forschungsstipendium nach Paris an das Centre d’Étude de la Vie Politique Française (CEVIPOF) sowie anschließend als Heisenberg-Stipendiat nach Washington D.C. und London. 1999 kam er ans HAIT und übernahm dort den Posten eines stellvertretenden Direktors. Von Oktober 2024 bis November 2025 führte er das Institut als kommissarischer Direktor souverän durch die Zeit eines Interregnums.

Uwe Backes hat maßgeblichen Anteil an der Etablierung der vergleichenden Extremismus- und Autokratieforschung am HAIT. Mit großem Engagement gründete er 2004 unsere Institutszeitschrift Totalitarismus und Demokratie (TuD) und etablierte sie als Chefredakteur zu einem zentralen Organ der vergleichenden, historischen wie gegenwartsorientierten Erforschung nichtdemokratischer Systeme und Bewegungen.  Auch war er 2009 Mitbegründer der Publikationsreihe „Wege der Totalitarismusforschung“, in der Klassiker der Totalitarismusforschung neu aufgelegt werden.

Einen wichtigen Impuls setzte er Anfang 2023 mit der Einwerbung der BMFTR-Forschungsgruppe „Rechtsextremismus vs. Klimawandel“ (REXKLIMA). Die in Kooperation des HAIT und des Instituts für Politikwissenschaft der TU Dresden gegründete Nachwuchsforschungsgruppe bündelt zentrale Anliegen des Instituts:  Interdisziplinarität, Förderung junger Wissenschaftler in der Qualifikationsphase, Internationalisierung und Intensivierung der Kooperation mit der TU Dresden.

Uwe Backes hat das Hannah-Arendt-Institut 27 Jahre lang nicht nur inhaltlich, sondern auch persönlich durch seinen kollegialen und besonnenen Führungsstil und seine gelebte Interdisziplinarität nachhaltig geprägt. Zur internationalen Bekanntheit des Instituts hat er mit seinen auch ins Englische übersetzten Werken wie „Politische Extreme. Eine Wort- und Begriffsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart“ oder „Autokratien“ maßgeblich beigetragen. Von seinem Ansehen im Ausland zeugen verschiedene Gastprofessuren in Paris, Nancy und Strasbourg. Wir danken ihm für sein großes persönliches Engagement und seine kluge Besonnenheit, von denen das Institut  auch in unruhigen Zeiten profitiert hat. Wir freuen uns zugleich, dass Uwe Backes dem Institut als affiliierter Wissenschaftler verbunden bleibt und wir weiterhin von seiner Expertise profitieren dürfen.

Im Rahmen eines Empfangs verabschiedete das HAIT seinen langjährigen stellvertretenden Direktor am 11. Juni. Dabei würdigte Prof. Dr. Mike Schmeitzner, der ab 1. Juli 2026 erneut kommissarisch als stellvertretender Direktor amtiert, die gute kollegiale Zusammenarbeit in den letzten 27 gemeinsamen Jahren am HAIT. Prof. Dr. Ganzenmüller dankte Uwe Backes für die vertrauensvolle Zusammenarbeit seit seinem Amtsantritt als Direktor am 1. Dezember 2025.

Uwe Backes bleibt dem HAIT als Fellow auch in Zukunft weiterhin eng verbunden.

Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller und Prof. Dr. Uwe Backes vor dem HAIT

© HAIT