Douglas-Kalifornien-Ziesel
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Douglas-Kalifornien-Ziesel (Otospermophilus douglasii) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Otospermophilus douglasii | ||||||||||||
| (Richardson, 1829) |
Das Douglas-Kalifornien-Ziesel (Otospermophilus douglasii) ist eine Erdhörnchenart, die im Westen der USA im nördlichen Kalifornien, in Oregon und im Südwesten von Washington vorkommt. Das Verbreitungsgebiet reicht vom nördlichen Ufer des Sacramento River im Süden bis zum Columbia River und Südufer des Cle Elum Lakes im Norden und dem Goose Lake im Osten. Es galt lange Zeit als Unterart des Kalifornischen Ziesels (Otospermophilus beecheyi), wird seit Anfang der 2000er Jahre jedoch als eigenständige Art angesehen.
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Männliche Douglas-Kalifornien-Ziesel erreichen eine Gesamtlänge von 44 bis 50 Zentimeter, wobei der Schwanz 17,5 bis 22 Zentimeter lang wird. Weibchen sind mit einer Gesamtlänge von 43 bis 45 Zentimeter und einem 16 bis 21 Zentimeter langen Schwanz etwas kleiner. Die Hinterfußlänge beträgt 5,6 bis 6,3 Zentimeter und die relativ großen Ohren werden 1,8 bis 2,7 Zentimeter lang.[1]

Auf dem Rücken und an den Flanken ist das Fell sandfarben bis graubraun mit zahlreichen silberweißen Flecken. Das Bauchfell ist cremefarben bis hellbraun. Die Augenringe sind weißlich. Der Schwanz ist lang und buschig. Zwischen den Schulterblättern befindet sich ein keilförmiger, schwärzlicher bis schwarzbrauner Fleck, der sich etwa bis zur Mitte des Rückens erstreckt und nach hinten immer breiter wird. Er ist bei ausgewachsenen Männchen breiter als bei den Weibchen und erstreckt sich weiter nach hinten. Beim weiter südlich vorkommenden, nah verwandten Kalifornischen Ziesel ist der Rückenfleck viel heller und weniger auffällig. Der Schädel des Douglas-Kalifornien-Ziesel unterscheidet sich nicht vom Schädel des Kalifornischen Ziesels oder des Felsenziesels (O. variegatus).[1]
Lebensraum und Lebensweise
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Das Douglas-Kalifornien-Ziesel kommt in mit Gräsern bewachsenen Regionen und in lichten Wäldern in unterschiedlichen Höhenlagen vor. Als Erdhörnchen lebt es überwiegend auf dem Boden, klettert aber mehr als andere, nah verwandte Arten. Bäume und Sträucher werden zur Nahrungssuche, zum Sonnenbaden oder als Aussichtspunkt genutzt. Das Hörnchen legt große unterirdische Tunnelsysteme an, die dem Ruhen und Überwintern, dem Schutz vor Witterungseinflüssen, der Vorratshaltung, der Aufzucht der Jungtiere und dem Schutz vor Fressfeinden dienen. Die Tunnel sind zwischen 0,3 und 3,3 Meter tief, verzweigen sich und führen zu mehreren Kammern, die unter anderem Vorräte, Kot oder Einstreu enthalten. An den Eingängen der Tunnelsysteme befinden sich oft leicht erhöhte Erdhügel, die als Beobachtungsplatz dienen. Oft liegen sie aber auch versteckt hinter Steinen, Wurzeln, Baumstämmen und Sträuchern. In Nordkalifornien sind die Gänge im Durchschnitt 5 Meter lang und haben einen durchschnittlichen Durchmesser von 11 Zentimetern. Douglas-Kalifornien-Ziesel sind überwiegend pflanzenfressend und ernähren sich abwechslungsreich von verschiedenen Samen, Nüssen, Wurzeln, Knollen, Gräsern, Blüten und Früchten. Es wurde jedoch auch beobachtet, dass die Tiere Insekten und Eier aus den Nestern der Schopfwachtel fressen, sowie Fleisch aus Fallen, die für fleischfressende Säugetiere aufgestellt worden waren. Die Fortpflanzungsaktivitäten des Douglas-Kalifornien-Ziesels beginnen im März, wenn die Männchen feste Reviere bilden und ihre Weibchen gegenüber Konkurrenten verteidigen. Die meisten Weibchen sind Ende März trächtig. Die Trächtigkeit dauert wahrscheinlich 25 bis 30 Tage. Bei der Geburt haben die Jungtiere eine unbehaarte, rötliche Haut, geschlossene Augen und wiegen etwa 12 Gramm. In der zweiten Woche nach der Geburt wird die Haut dunkel, auf Kopf und Rücken wachsen die ersten Haare und das Gewicht liegt im Durchschnitt bei 24 Gramm. In der vierten Woche wiegen die Jungtiere durchschnittlich 35,2 Gramm und das Fell ist dichter. Die Augen sind noch kaum geöffnet, aber die Jungtiere versuchen schon ihre Gliedmaßen zu bewegen und den Kopf zu heben. Mit einem Alter von sieben bis acht Wochen ist das Fell gut ausgebildet, die Augen sind vollständig geöffnet, die Tiere können sich geschickt fortbewegen und verlassen erstmals die Baue.[1]
Zu den Beutegreifern, die dem Douglas-Kalifornien-Ziesel nachstellen, gehören die Gophernatter, die Pazifik-Klapperschlange, der Kolkrabe, der Virginiauhu, der Steinadler, der Rotschwanzbussard, der Louisianawürger, verschiedene Marder- und Wieselarten, der Rotluchs, der Kojote, der Rotfuchs, der Graufuchs sowie verwilderte Hauskatzen und Haushunde. Werden Beutegreifer bemerkt, so warnen sich die Tiere gegenseitig durch Pfiffe. Das Douglas-Kalifornien-Ziesel wird auch von zahlreichen Parasiten befallen. Dazu gehören die Rattenlaus, Flöhe, Milben und Zecken, die auch verschiedene Krankheiten übertragen. Über innere Parasiten ist nur wenig bekannt. Nachgewiesen wurden Fadenwürmer, Flagellaten und wahrscheinlich auch ein Bandwurm. Verlassene Bauten des Douglas-Kalifornien-Ziesels werden hin und wieder vom Kaninchenkauz genutzt.[1]
Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Douglas-Kalifornien-Ziesel wurde 1829 durch den schottischen Naturforscher John Richardson unter der Bezeichnung Arctomys (Spermophilus) douglasii als eigenständige Art erstmals wissenschaftlich beschrieben[2] und nach dem schottischen Botaniker David Douglas benannt, der das Typusexemplar von einem Jäger bekommen und weitergegeben hat. Später wurde es jedoch oft als Unterart des Kalifornischen Ziesels eingestuft.[3][4] Innerhalb der Gattung Spermophilus wurden beide Taxa in die Untergattung Otospermophilus gestellt. Spermophilus war jedoch keine monophyletische Gattung.[5] Otospermophilus bekam deshalb im Jahr 2009 den Status einer eigenständigen Gattung[6] und das Douglas-Kalifornien-Ziesel wurde 2014/17 in den Status einer eigenständigen Art erhoben.[7][8] Das Douglas-Kalifornien-Ziesel und das Kalifornische Ziesel haben sich wahrscheinlich im mittleren Pleistozän vor ca. 0,725 Millionen Jahren voneinander getrennt, wobei der Sacramento River als allopatrische Barriere zwischen den beiden Populationen fungierte. In Gefangenschaft gehaltene Douglas-Kalifornien-Ziesel hybridisieren jedoch mit dem Kalifornischen Ziesel.[1]
Gefährdung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die IUCN führt das Douglas-Kalifornien-Ziesel nicht als eigenständige Art. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Population relativ stabil ist und es ähnlich wie das Kalifornische Ziesel als ungefährdet eingestuft werden kann.[1]
Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 Douglas J Long, Jennifer E Smith: Otospermophilus douglasii (Rodentia: Sciuridae), Mammalian Species, Volume 55, Issue 1034, November 2023, doi: 10.1093/mspecies/sead010
- ↑ John Richardson: Fauna Boreali-Americana or The Zoology of the northern parts of British America. Part 1, Murray, London 1829, S. 172–174 PDF (Biodiversitylibrary)
- ↑ J.A. Allen (1874): On geographical variation in color among North American squirrels with a list of the species and varieties of the American Sciuridae occurring north of Mexico. Proceedings of the Boston Society of Natural History, 16:276–296.
- ↑ Spermophilus (Otospermophilus) beecheyi douglasii in Mammal Species of the World, 3rd edition
- ↑ Matthew D. Herron, Todd A. Castoe, Christopher L. Parkinson: Sciurid phylogeny and the paraphyly of holarctic ground squirrels (Spermophilus). Molecular Phylogenetics and Evolution 31, 2004; S. 1015–1030. doi: 10.1016/j.ympev.2003.09.015
- ↑ K.M. Helgen, F.R. Cole, L.E. Helgen, D. Wilson (2009): Generic revision in the Holarctic ground squirrel genus Spermophilus. Journal of Mammalogy 90:270–305
- ↑ Mark A. Phuong, Lim, M. C., Wait, D. R., Rowe, K. C., & Moritz, C. (2014). Delimiting species in the genus Otospermophilus (Rodentia: Sciuridae), using genetics, ecology, and morphology. Biological Journal of the Linnean Society, 113(4), 1136-1151. doi: 10.1111/bij.12391
- ↑ Mark A. Phuong, Bi, K., & Moritz, C. (2017). Range instability leads to cytonuclear discordance in a morphologically cryptic ground squirrel species complex. Molecular ecology, 26(18), 4743-4755. doi: 10.1111/mec.14238