Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende H�nde der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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zu den Synagogen in Baden-W�rttemberg  


Stuttgart (Baden-W�rttemberg) 
Bets�le/Synagogen bis 1938/41 
  

Hinweis auf weitere Seiten mit Texten zur j�dischen Geschichte Stuttgarts im 19./20. Jahrhundert (Texte aus j�dischen Periodika): 
      
Allgemeine Berichte sowie Berichte aus dem j�dischen Gemeinde- und Vereinsleben (interner Link)  
Berichte zu den Rabbinern, Lehrern und Kultusbeamten der Gemeinde (Hauptgemeinde)  (interner Link) 
Berichte zur orthodoxen "Israelitischen Religionsgesellschaft"  (interner Link)   
Berichte zu einzelnen Personen aus der j�dischen Gemeinde  (interner Link)    
   
   
   
Zur Geschichte der j�dischen Gemeinden in Stuttgart und ihrer Bets�le/Synagogen              
   
�bersicht:  
  
I. Mittelalter  
II. 16. Jahrhundert 
III. 18. Jahrhundert  
IV. 19./20. Jahrhundert  

Die Hauptsynagogen mit Fotos
Die Synagogen der orthodoxen Israelitischen Religionsgesellschaft mit Fotos
Der Betsaal des ostj�dischen Vereins "Linath Hazedek"  mit Fotos
Der Betsaal des ostj�dischen Vereins "Esras Achim"  mit  Fotos 

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    
    
   

I. Mittelalter
       
    
In Stuttgart bestand eine kleine j�dische Gemeinde zun�chst im Mittelalter. 1343 wird der Jude Loew genannt, der unter Graf Ulrich III. eine bedeutende Stellung einnahm. Die Judenverfolgung w�hrend der Pestzeit vernichtete im November 1348 die kleine Gemeinde. Einige Jahrzehnte sp�ter (seit 1393) werden wieder Juden in der Stadt genannt, die nun in der St.-Leonhards-Vorstadt ans�ssig waren. 1488/98 wurden die Stuttgarter Juden ausgewiesen. 
       
Synagogen im Mittelalter. Die j�dischen Familien wohnten zun�chst im Bereich der Dorotheenstrasse, wo sie auch eine "Judenschule" (Synagoge; vermutlich auf dem Gel�nde des heutigen Innenministeriums Dorotheenstrasse 6) hatten. Seit Ende des 14. Jahrhunderts war die j�dische Ansiedlung in der heutigen Brennerstrasse, die bis zum 19. Jahrhundert "Judengasse" hie�. Auch hier konnte wieder eine Synagoge eingerichtet werden. Zusammen mit einem rituellen Bad befand sie sich auf dem Anwesen Brennerstrasse 12. Es sind keine Spuren dieser mittelalterlichen Gemeinde mehr erhalten.     

Darstellung von Juden an der
 Stiftskirche in Stuttgart
(Fotos: Hahn, 24. Juli 2007)
Stuttgart Erinnerungen 158.jpg (78276 Byte) Stuttgart Erinnerungen 157.jpg (75362 Byte)
   Darstellung von Juden an der Stiftskirche in Stuttgart 
    
Die �lteste j�dische Ansiedlung war 
im Bereich der Dorotheenstra�e
Stuttgart Erinnerungen 159.jpg (82249 Byte) Stuttgart Erinnerungen 160.jpg (67258 Byte)
  Stra�enschild 
"Dorotheenstra�e" 
Blick in die Dorotheenstra�e - an das
 Mittelalter erinnert hier nichts mehr 
     
Die Brennerstrasse in Stuttgart,
 fr�here "Judengasse"
Stuttgart Erinnerungen 163.jpg (100787 Byte) Stuttgart Erinnerungen 164.jpg (81275 Byte)
  Stra�enschild mit Erinnerung an 
die fr�here "Judengasse" 
Blick in der Brennerstra�e 
von der Esslinger Stra�e 
     
  Stuttgart Erinnerungen 161.jpg (77182 Byte) Stuttgart Erinnerungen 162.jpg (90500 Byte)
  Blick in die Brennerstra�e Richtung Stadtmitte

 
 
II. 16. Jahrhundert            
    
Unter Herzog Friedrich I. wurden 1598 j�dische Kaufleute der Firma Gabrieli & Co. in Stuttgart aufgenommen, deren Gr�nder Maggino Gabrielli eine hervorragende Pers�nlichkeit war. Trotz des Einspruches der Landst�nde und des Hofpredigers wurden Gabrieli und sieben Genossen in Stuttgart aufgenommen. Als sie in dem ihnen angewiesenen "Armbrustsch�tzenhause" am Marktplatz einen Betsaal einrichteten, entstand jedoch eine gro�e Erregung, sodass sich der Herzog entschloss, Gabrieli den Kammerschreiberei-Ort Neidlingen bei Kirchheim unter Teck als Wohnort zuzuweisen. Dort freilich war das Unternehmen nicht lebensf�hig, Gabrieli und Genossen zogen nach drei Monaten wieder ab und lie�en sich mit besserem Erfolg in Lothringen nieder. 
 

bulletLiteratur:  Daniel J�tte: Abramo Colorni, j�discher Hofalchemist Herzog Friedrichs I. und die hebr�ische Handelskompagnie des Maggino Gabrielli in W�rttemberg am Ende des 16. Jahrhunderts. In: Aschkenas. Zeitschrift f�r Geschichte und Kultur der Juden 15/2005 Heft 2 S. 435-498.

III. 18. Jahrhundert         
    
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde Stuttgart geht in die Zeit Anfang des 18. Jahrhunderts zur�ck. Wie an fast allen F�rstenh�fen Europas hatten auch in Stuttgart sogenannte Hofjuden und Hoffaktoren eine Anstellung gefunden. 1710 wird ein erster Hofjude genannt, 1712 vier weitere. 1721 waren es sieben Hofjuden, unter denen sich David Uhlmann besondere Verdiente erwarb. Bis zu seinem Tod 1782 stand er 55 Jahre im Dienst des Herzogs. Weitere unter dem pers�nlichen Schutz des Herzogs stehenden Juden waren bis um 1800 zugezogen, darunter Hofbankier Jakob Kaulla aus Hechingen. Von der Familie Kaulla wurde 1802 die W�rttembergische Hofbank gegr�ndet. 
   
Betsaal im 18. Jahrhundert. Die Niederlassung der Hofjudenfamilien wurde in Stuttgart insbesondere von den Kirchenvertretern misstrauisch beobachtet. Konsistorialdirektor Johannes Osiander empfahl beim Synodus des Jahres 1715, darauf Acht zu geben, ob die Juden beabsichtigten, eine Synagoge zu errichten. Anfang 1717 kamen dem Konsistorium Ger�chte zu Ohren, dass die Juden, die in Stuttgart beim Hirschwirt wohnten, dort Gottesdienste abhielten. Die Untersuchung der Angelegenheit brachte jedoch kein Ergebnis. Da es sich offenbar im Laufe der Jahre nicht verhindern lie�, dass die Juden in bescheidenem, privatem Rahmen ihre Gottesdienste feierten, wurde von der Kirche alsbald nur noch darauf geachtet, dass deren Religionsaus�bung m�glichst unauff�llig vonstatten ging. So wurde 1748 erst reagiert, als die Lautst�rke des j�dischen Gottesdienstes zur Folge hatte, dass die Menschen auf der Strasse vor einem j�dischen Haus stehen blieben und zuh�rten. Einzelne w�rttembergische Theologen konnten dem j�dischen Gottesdienst damals sogar positive Aspekte abgewinnen. Konsistorialrat Christian Friedrich Faber berichtete 1737 in einer Predigt �ber einen j�dischen Gottesdienst: "Wie and�chtig sind sie bei ihrem Gottesdienst. Keiner unter ihnen verl�sst die Versammlung mutwilliger Weise. Sie beten mit gro�er Andacht und lassen sich durch nichts irre machen. Es mag in ihre Synagogen kommen, wer da will, sie sehen sich nicht einmal um..."    

Erinnerung an die Zeit der Hoffaktoren des 
18. Jahrhunderts in Stuttgart:
der
 "Joseph-S��-Oppenheimer-Platz" l�sst an 
den Justizmord an Joseph S�� Oppenheimer
denken (1738)*  
Stuttgart Stadt 421.jpg (74731 Byte) Stuttgart Stadt 421a.jpg (53345 Byte)
     
Joseph_Suess_Oppenheimer.jpg (38652 Byte)*Zu Joseph S�� Oppenheimer siehe den Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_S��_Oppenheimer  
Literatur: u.a. Hellmut G. Haasis: Joseph S�� Oppenheimer - Finanzier, Freidenker, Justizopfer. Rowohlt Reinbek 1998. 
ders.: Totengedenkbuch f�r Joseph S�� Oppenheimer. Kultur- und Veranstaltungs GmbH. Worms 2012.  
vgl. auch http://haasis-wortgeburten.anares.org/ (zum Thema "Judenhass")  
Jud S�� Oppenheimer hielt sich im Rahmen seiner gesch�ftlichen Aktivit�ten f�r Herzog Carl Alexander, dessen Geheimer Finanzrat er seit 1733 war, zun�chst vor allem in Ludwigsburg auf, wo er ein bis heute erhaltenes Haus in der Hinteren Schlo�stra�e erhalten hatte (heute M�mpelgardstra�e 18). 1736 erwarb Oppenheimer ein gro�es Herrschaftshaus in Stuttgart (das ehemalige Katharinenstift). Oppenheimer konnte mit Zustimmung des Herzogs noch weiteren j�dische Familien den Zuzug nach Stuttgart und Ludwigsburg verschaffen. Der �berraschende Tod des Herzogs Carl Alexander am 12. M�rz 1737 bedeutete die Katastrophe f�r Oppenheimer. Er wurde verhaftet und aus allen Funktionen und �mtern verlassen. Nach einem zweifelhaften Gerichtsverfahren, in dem man ihm freilich keine Rechtsbr�che schl�ssig nachweisen konnte, wurde er am 4. Februar 1738 in Stuttgart hingerichtet. Der Herzog-Administrator Karl Rudolf unterschrieb das Todesurteil mit der Bemerkung: "Das ist ein seltenes Ereignu�, da� ein Jud f�r einen Christenschelmen die Zeche bezahlt". 
Der baden-w�rttembergische Landtag und die Israelitische Religionsgemeinschaft in W�rttemberg verleihen seit 2015 in Stuttgart die Joseph-Ben-Issachar-S��kind-Oppenheimer-Medaille 
Zur Preisverleihung 2017 an den Rabbiner Tovia Ben-Chorin und den muslimischen Psychologen Ahmad Mansour vgl. http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/29738      

  
  
IV. 19./20. Jahrhundert     
   
1832 konnte eine neue Gemeinde gegr�ndet werden, die im Laufe der folgenden Jahrzehnte eine st�rmische Entwicklung nahm. Von gerade 126 Gemeindegliedern im Jahr 1833 stieg deren Zahl bis zum Jahr 1875 auf 2.291 an. Die starke Zunahme war bedingt durch einen nicht aufzuhaltenden Zuzug der Juden aus zahlreichen j�dischen Landgemeinden. Bis 1925/33 sollte die Zahl der j�dischen Einwohner Stuttgarts auf ca. 4.500 Personen anwachsen, um danach zun�chst langsam und infolge der 1933 erfolgten Macht�bernahme durch die Nationalsozialisten immer schneller zur�ckzugehen. 
 
Nach den Deportationen kamen in der NS-Zeit kamen von den 1933 in Stuttgart etwa 4.500 j�dischen Einwohnern mindestens 1.200 ums Leben.

Die Stuttgardia - Modell f�r sie stand 
1905 als "typisches Stuttgarter M�dchen"
 die j�dische Stuttgarterin Else Weil
(Fotos: Hahn, 24.7.2007) 
Stuttgart Erinnerungen 156.jpg (72187 Byte) Stuttgart Erinnerungen 155.jpg (55432 Byte) Stuttgart Erinnerungen 153.jpg (63462 Byte) Stuttgart Erinnerungen 154.jpg (70731 Byte)
  Stuttgardia mit Hinweistafel: "Plastik von Heinz Fritz (1905) f�r den Turm des 1944 
zerst�rten Rathauses, erneut angebracht 1968. Modell f�r die 'Stuttgardia' war Else Weil, 
geboren in Stuttgart, in der NS-Zeit als J�din in die USA gefl�chtet, beerdigt auf dem
 Pragfriedhof; Hinweis: mehr zu Familie Weil aus Aufhausen: weitere Informationen.  
      
Gedenken am ehemaligen "Hospitalhof"
 (inzwischen abgebrochen) in Stuttgart,
 ehemals Standort des Polizeigef�ngnisses 
(Fotos: Hahn, 24.7.2007)  
Stuttgart Erinnerungen 151.jpg (74183 Byte) Stuttgart Erinnerungen 150.jpg (72704 Byte)
  Inschrift: "Im Geb�ude des Stuttgarter Dominikanerklosters und sp�teren st�dtischen Hospitals
 war seit 1895 das Polizeigef�ngnis untergebracht. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden
 hier viele Menschen gequ�lt und gedem�tigt. Zum Gedenken an die Sinti und Roma,
 Mitb�rgerinnen und B�rger, die dem nationalsozialistischen V�lkermord zum Opfer fielen. 
Dem Gedenken an die j�dischern Mitb�rgergerinnen und Mitb�rger, die entrechtet, 
deportiert und ermordet wurden. Zum Gedenken an alle, die aus politischen und 
religi�sen Gr�nden verfolgt wurden.

   
   
   
Bets�le/Synagogen im 19./20. Jahrhundert              
    
Die Hauptssynagogen 
     
Im 19. Jahrhundert wurden die Gottesdienste zun�chst in Privath�usern abgehalten, vor allem in der H�usern des Hoffaktors Seligmann in der Kronprinzstrasse und der Familie Kaulla (Schmale Strasse 11 bzw. K�nigstrasse 35; alle Geb�ude bestehen nicht mehr). 
  
1808 wurde ein Betsaal im "Alten Waldhorn" gemietet. Nachdem Ende 1832 eine neue Gemeinde in Stuttgart offiziell gegr�ndet worden war (am 11. Dezember 1832 wurde erstmals ein Vorsteheramt gew�hlt), bem�hte sie sich um die Einrichtung eines Betsaales. Ein Baukomitee wurde gegr�ndet, das zun�chst nach einem geeigneten Grundst�ck suchte. Im April 1837 konnte man ein geeignetes Geb�ude kaufen und in dessen Hintergeb�ude in der Langen Gasse 16 einen Betsaal beziehungsweise eine erste Synagoge einrichten. Im September 1837 wurde der Betsaal feierlich eingeweiht. Damals betrug die Zahl der j�dischen Familien erst 15.  Bei der Einweihung des Betsaales wirkten neben Vors�nger Eichberg im musikalischen Teil auch Mitglieder der Hofkapelle mit. 
 

Die Einweihung der Synagoge (1837)   
        

ImageArtikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. Oktober 1837: "Stuttgart, 27. September (1837). Heute wurde die neueingerichtete j�dische Synagoge eingeweiht. Das N�here dar�ber soll sp�ter erfolgen".     

1845 machte man den Betsaal heizbar. Durch das schnelle Anwachsen der Gemeinde war nach wenigen Jahren und vor allem an den Feiertagen zun�chst ein Mangel an Frauenpl�tzen in diesem Betsaal entstanden, da dieser im ganzen nur 220 bis 230 Sitzpl�tze hatte. Bereits 1850 musste man an den Neubau einer Synagoge denken und w�hlte hierzu Baukommission in der Gemeinde. Eine Erweiterung der bisherigen Synagoge wurde in einer Gemeindeversammlung im Oktober 1852 abgelehnt. 
 
�ber das
gottesdienstliche Leben in der 1837 eingeweihten Synagoge liegen einige Berichte vor, aus denen zu entnehmen ist, dass der Gottesdienst in der traditionellen Weise abgehalten wurde. Das Vorsteheramt lehnte noch um 1850 die Einf�hrung von Reformen (deutscher Gottesdienst, mit Chorgesang und Orgelbegleitung) ab. Nach Meinung von Reformgesinnten war dies der Grund, warum in der Synagoge kaum religi�ses Leben stattfand und die Gottesdienste - vor allem zu Schabbat - so schlecht besucht waren. Charakteristisch f�r die Einstellung der Reformgesinnten war die Meinung von Adolph Levi, die im Bericht vom Oktober 1851 mitgeteilt wird. Aus dem Bericht von 1852 erf�hrt man, dass vor allem die Predigten von Rabbiner Dr. Maier auf ein gro�es Interesse in der Gemeinde stie�en.   
   
�ber das gottesdienstliche Leben in Stuttgart (1851)          

Stuttgart AZJ 14071851.jpg (219199 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom  14. Juli 1851: "Stuttgart, im Juli (1851). Ordnung und Anstand beim Gottesdienste ist das erste Bed�rfnis, um and�chtig vor Gott stehen zu k�nnen. Leider wird h�ufig weder Ordnung noch Anstand in den israelitischen Gebeth�usern gefunden. Man sollte glauben, dass in einer Gemeinde wie Stuttgart, dem Sitze der k�niglichen israelitischen Oberkirchenbeh�rde, jenes erste Bed�rfnis befriedigt w�rde. Doch weit davon entfernt, wird selten eine Synagoge getroffen werden, in welcher es - leider muss ich das scharfe Wort gebrauchen - so skandal�s beim Gottesdienste hergeht, wie eben hier. W�hrend der Vors�nger and�chtig die Gebete verrichtet, sehen Sie Gruppen von M�nnern, welche sich ganz gem�tlich miteinander unterhalten, Sie h�ren ein Summen, gerade als ob Sie auf dem Marktplatze stehen w�rden. Das 'erkenne vor wem Du stehst' kommt da gar nicht in Betracht. Es ist hier blo� von dem Gottesdienste an den Festtagen die Rede, denn am Schabbat ist Gruppierung und Gesumme unm�glich, da - in einer Gemeinde von �ber 70 Familien - beinahe kein Minjan (10 religionsm�ndige M�nner) in der Synagoge zu treffen ist. 
'Woher kommt unsere Hilfe?' Von der Oberkirchenbeh�rde oder von dem Kirchenvorsteheramte haben wir wenig zu erwarten; denn, wenn beide Korporationen schon so lange Nichts f�r unser Bestes getan, was werden sie jetzt, so sp�t noch ihre Kr�fte f�r uns anstrengen? Hat ja die Oberkirchenbeh�rde Nichts f�r uns geschaffen, so lange sie besteht, als die 'Synagogenordnung', aber - keine Ordnung in der Synagoge. Stemmt sich doch das Kirchenvorsteheramt und besonders das geistliche Mitglied desselben mit allen Kr�ften gegen deutschen Gottesdienst, mit Gesang und Orgelbegleitung, w�hrend andererseits die Knaben, um die Bracha am Konfirmationstage sagen zu k�nnen, sich dieselben mit lateinischen Lettern aufschreiben lassen. Das ist ein Gebet mit Andacht! Ich k�nnte Ihnen noch manche h�bsche Anekdote erz�hlen, welche Ihnen geh�rig die Lage der religi�sen Angelegenheiten Stuttgarts ins Licht setzen w�rden, aber vorderhand will ich noch schweigen!   
Ich erwarte, wie ich schon oben bemerkte, nicht viel von der autokratischen Verwaltung des geistlichen Mitgliedes der Oberkirchenbeh�rde. Hoffen wir, dass dieses die hier gesagten wenigen Worte beherzigen, damit uns viele erspart seien! Hoffen wir, dass man mit Ernst zur Reform der Verh�ltnisse in und au�er der Synagoge schreite! Hoffen wir, dass die Oberkirchenbeh�rde der Mahnung unserer alten Weisen Geh�r gebe: 'Sage wenig und tue viel!' Jemand, der sich nennen will."       
  
Stuttgart AZJ 20101851e.jpg (126290 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. Oktober 1851: "... Eine sehr interessante Pers�nlichkeit ist der junge Literat Adolph Levi, Schwager des Professors Dr. Gustav Weil in Heidelberg. Ein Mann, der fast alle europ�ischen Sprachen wie die Muttersprache handhabt. Aber eine zum Stolz gewordene Bescheidenheit fesselt ihn in der Studierstube und als ich ihm dar�ber Vorw�rfe machte, und seinen Ausfl�chten entgegenhielt, wenn er unter minder g�nstigen Verh�ltnissen geboren, f�r seinen Erwerb sorgen m�sste, er gezwungen w�re, seine Studien der Mitwelt zu Nutze zu machen, erwiderte er mir: lieber w�rde er dann Steine klopfen, als gegen seine Neigung den literarischen Markt betreten. Derselbe junge Mann ist es, der f�r die Einf�hrung der Orgel beim j�dischen Gottesdienst mit Eifer k�mpft; aber der Indifferentismus der Gebildeten l�sst dieses Streben nicht aufkommen. Stuttgart, das jetzt vielleicht 80 bis 90 israelitische Familien z�hlt, hat gar kein j�disch-kirchliches Leben- Nur bei den Klubs in der Gark�che findet man historisches Judentum. Da fallen mit Heine's Verse bei:  
In Frankfurt kam ich am Schabbes an  Und a� dort Schalet und K�se -
 Ihr habe doch die beste Religion - Ich a�0 auch gern G�nsegekr�se..."      

         
�ber den Gottesdienstbesuch und Rabbiner Dr. Maiers "meisterhafte Vortr�ge" (1852)         

ImageArtikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. November 1852 (nur auszugsweise zitiert): "Aus W�rttemberg, im November (1852). .... Stuttgart z�hlt jetzt nahezu an 100 j�dische Familien, aber die R�ume des Gotteshauses stehen meistens leer, die wenigen Besucher sind Fremde, die der religi�se Dran hintreibt und Maiers meisterhafte Vortr�ge anziehen. An den hohen Festtagen 'sieht man zuweilen den Alten gerne', dann ist der Betsaal �berf�llt und fasst nicht die Gemeinde. Aus dem Grunde w�nscht die Minorit�t der Gemeinde den Bau einer neuen w�rdigen Synagoge und hofft von ihr die Regeneration des kirchlichen Lebens, aber der nervus rerum gerendarum gibt den Ausschlag, und wir haben keinen Rothschild, der 70.000 Gulden zu einem Synagogenbau zeichnet; freilich halten die Gegner des Synagogenbaus mit Recht das entgegen, dass das religi�se Element �berhaupt brach liege, denn der Religionsunterricht liege im Argen. Wenn auch Kirchenrat Maier die vorgeschriebenen Unterrichtsstunden erteilt, das reicht nicht hin. F�r's Land ist ein Reglement zur Erteilung des j�dischen Unterrichts erschienen, da sollen die Sch�ler die heilige Ursprache der Schrift und der Gebete verstehen, aber in der Residenz sei der religi�se Indifferentismus patentisert. Das eifert auch der Stuttgarter Geistliche in seinen Predigten, das hat er besonders am Vers�hnungsfeste gepredigt, und wurde deshalb von den Blasierten angegriffen...."         

    
�ber die alte Synagoge, die eindrucksvollen Predigten von Dr. Maier und den Vors�nger Herrn Eichberg (1857)         

Stuttgart AZJ 03081857.jpg (168265 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. August 1857 (nur auszugsweise zitiert): "Reiseskizzen aus W�rttemberg (Schluss). Gehen wir nun von diesem einfachen Provinzialst�dtchen zur Residenz �ber und beschauen uns das j�dische Wesen, so weit es in unsern Anschauungskreis gekommen. Die israelitische Gemeinde in Stuttgart ist erst in ihrer Entwicklung, weil seit der 1848ger Periode dieselbe im stetigen Wachsen ist. Die bisherigen Institutionen der alten, aber kleinen Gemeinde sind in bester Ordnung, f�r die vergr��erte Gemeinde bed�rften sie der Erweisung, und diese ist haupts�chlich dadurch angebahnt, dass der Synagogenbau beschlossen. Die bisherige Synagoge ist ein kleines (f�r die fr�here Gemeinde ger�umig genug, aber elegant eingerichtete Betlokal, in welchem Herr Kirchenrat Dr. Maier bekanntlich seine eindrucksvollen Predigten h�lt. Im �brigen hat auch in dieser Synagoge keinerlei Reform Platz genommen, als die Auslassung der Piutim; der dreij�hrige Zyklus (sc. der Toralesungen) ist nicht eingef�hrt. Wohl aber herrscht darin Ordnung und Anstand, wie es von gebildeten Leuten zu erwarten ist. Der Vors�nger, Herr Eichberg, tr�gt die Gebete auf w�rdige Weise vor, scheint �berhaupt seinem Fache gewachsen zu sein, indem er auch Kenntnisse der hebr�ischen Sprache besitzt..."     

  
1856 stand das der Witwe des Legationsrates Reu� geh�rige Haus Hospitalstrasse 36 samt dem dazugeh�rigen Garten zum Verkauf frei. In diesem Haus hatte von 1851 bis 1855 der Dichter Eduard M�rike gelebt. Der j�dische Weinh�ndler Heinrich Hirsch wollte zun�chst das Anwesen erwerben. Als er vom Wunsch der j�dischen Gemeinde h�rte, auf diesem Grundst�ck gegebenenfalls eine Synagoge zu bauen, trat er von dem Kauf zugunsten der Gemeinde zur�ck. Die j�dische Gemeinde kaufte das Anwesen mit Kaufvertrag vom 9. Mai 1856 und beschloss, auf dem Grundst�ck eine neue Synagoge zu bauen.     
     
F�r den Bau der Synagoge waren auf die Ausschreibung der j�dischen Gemeinde vier Baupl�ne eingegangen. Unter ihnen wurde derjenige des Baurates Gustav Breymann ausgew�hlt. Am 26. Mai 1859 konnte der Grundstein zur neuen Synagoge in der Hospitalstrasse gelegt werden. Nach dem fr�hen Tod von Architekt Breymann im August 1859 setzte sein Sch�ler Adolf Wolff den Bau fort. Neuislamische Elemente pr�gten das �u�ere und Innere der Synagoge. Die zur Hospitalstrasse gerichtete Ostfassade war von maurischen Zinnen gekr�nt. Diese fanden sich auch auf den kleinen Pavillons, durch die der Weg zu den Eing�ngen f�hrte. Im mittleren Teil der Fassade zeigte eine Apsis den Standort des Toraschreines an; dar�ber erhob sich ein mit islamischen Pflanzenornamenten reich geschm�ckter Rundbogen. Im Inneren waren die S�ulen und B�gen nach dem Vorbild der Alhambra im spanischen Granada gestaltet. Vor allem fielen die Kapitelle mit den gezackten B�gen und den Pflanzenornamenten auf, die Stilelemente des L�wenhofs der Alhambra imitierten. Der maurische Stil war in Stuttgart schon von einem anderen Bauwerk her bekannt: 1842-1845 hatte K�nig Wilhelm I. das Schloss Wilhelma in Cannstatt in maurischem Stil nach dem Vorbild der Alhambra in Granada erbaut. Synagogenarchitekt Adolf Wolff besuchte h�ufig die Wilhelma, um deren Form und Zeichnung zu studieren. Auch die in Mannheim und Frankfurt am Main erbauten Synagoge besuchte er, um Anregungen zur Ausf�hrung der Stuttgarter Synagoge zu bekommen. 
     
Auf dem Hintergrund dieses Synagogenbaus ist die j�dische Gemeinde in Stuttgart zu sehen, die �berwiegend den Willen nach einer v�lligen Integration hatte und ihr Judentum eher als Konfession auffasste, doch beim Wissen um eine Akzeptanz und Gleichberechtigung in der Umwelt auch ihren eigenen Charakter zu betonen wusste. Stuttgart war f�r die j�dische Gemeinde Heimat beworden. An einer Stelle der vorderen Synagogenkuppel war Psalm 132,14 zitiert: "Das ist f�r immer der Ort meiner Ruhe; hier will ich wohnen, ich habe ihn mir erkoren". 
  
Bei der Synagogeneinweihung am 3. Mai 1861 endete das Schlussgebet der Einweihungspredigt des Rabbiners Dr. Maier mit den Worten: "Ja, dir, geliebtes Stuttgart, unserem Jerusalem, w�nschen wir Heil!". Rabbiner Dr. Maier schuf f�r den neuen Gottesdienst auch eine neues Gebetbuch. Die Verlesung der Tora wurde auf drei Jahre verteilt; traditionell wird die Tora in einem Jahr gelesen. Das Prophetenwort (Haftara) sollte deutsch vorgetragen werden. Eine Orgel und ein Synagogenchor geh�rten alsbald zur Versch�nerung der Gottesdienste dazu. Die Baukosten der Synagoge betrugen �ber 110.000 Gulden, die �berwiegend von den Gemeindegliedern erbracht wurden. Von staatlicher Seite wurde eine Unterst�tzung von 2.500 Gulden bewilligt. 
   
  
Presseartikel zur Geschichte der Synagoge  
Bei einer Architektenversammlung in Stuttgart werden die Pl�ne f�r die neue Synagoge pr�sentiert (1859)          

Stuttgart AZJ 17011859s.jpg (41945 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Januar 1859: "Bei der Architektenversammlung in Stuttgart waren auch die Risse der neu zu erbauenden Synagoge in Stuttgart von Professor Breymann entworfen, ausgestellt, und zogen die Aufmerksamkeit der K�nstler auf sich. wir werden sp�ter Gelegenheit bekommen, diese Angelegenheit ausf�hrlicher zu besprechen".        

   
Grundsteinlegung f�r die neue Synagoge (1859)       

Stuttgart AZJ 13061859.jpg (119476 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Juni 1859: "Stuttgart, 27.Mai (1859). (Staats-Anzeiger f�r W�rttemberg). Gestern fand die feierlich Grundsteinlegung der hiesigen neu zu erbauenden Synagoge statt. Neben der israelitischen Oberkirchenbeh�rde und den Vorst�nden der hiesigen israelitischen Gemeinde wohnten der erhebenden Feierlichkeit die Mitglieder der Gemeinde sehr zahlreich bei. Die Staatsbeh�rde war durch Herrn Stadtdirektor Oberregierungsrat von Mejer, die Stadt durch Herrn Stadtschulthei� von Gutbrod vertreten. Herr Kirchenrat Maier hielt die Festrede, in welcher er mit ergreifenden Worten auf den Geist religi�ser Duldsamkeit hinwies, der unter unseres verehrten K�nigs segensreicher Regierung W�rttemberg begl�ckt. Vor und nach der Rede wurde durch Mitglieder der Gardemusik ein Choral abgeblasen. In dem Grundsteine wurden neben dem Risse und den sonst �blichen Dokumenten �hren und Wein vom letzten Herbste und s�mtlich neu geschlagene w�rttembergische M�nzen niedergelegt. M�chte der Geist religi�ser Duldsamkeit, welchem dieses Gotteshaus sein Entstehen verdankt, stets mehr und mehr in allen Herzen Wurzel schlagen!"       

     
Die Synagoge geht ihrer Vollendung entgegen (1860)     S    

Stuttgart AZJ 18121860s.jpg (45522 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Dezember 1860:  "(Stuttgart). Die Synagoge geht rasch ihrer Vollendung entgegen, sie ist in reinem maurischen Stil ausgef�hrt und wird eine architektonische Zierde der schw�bischen Residenzstadt bilden. Man hofft, dass sie bis zum Wochenfeste dem frommen Zwecke der �ffentlichen Gottesverehrung kann �bergeben werden."         

    
Besuch des K�nigs in der (fast fertigen) Synagoge und Bericht �ber die neue Gebetordnung (1861)   
Anmerkung: es handelt sich um einen Besuch des K�nigs Wilhelm I. in der Synagoge (lebte von 1781 bis 1864, war von 1816 bis 1864 K�nig von W�rttemberg)       

Stuttgart AZJ 14051861f.jpg (155513 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. Mai 1861: "...In derselben Woche noch war es dem Herrn Dr. Levi geg�nnt, in Gemeinschaft mit den Mitgliedern des israelitischen Kirchenvorsteheramtes in Stuttgart, Seine Majest�t den K�nig in den R�umen der neuen Synagoge zu empfangen und den achtzigj�hrigen geistesfrischen, r�stigen Greis durch die frommen Hallen des Tempels zu f�hren. Es ist dieses schon der zweite Besuch des K�nigs, der sich sehr befriedigt und erfreut �ber die solide und geschmackvolle Bauart aussprach. Er erkundigte sich huldvoll �ber die Gemeindeverh�ltnisse und Kultangelegenheiten, freute sich �ber die Einf�hrung der Orgel und des S�ngerchors. Dr. Levi, der den Bautechniker bei der Leitung des Baugesch�ftes assistierte, konnte Seiner Majest�t mit eingehender Sachkenntnis die ganze Architektur erl�utern. Auf die �u�erung des Dankes sagte Seine Majest�t, dass er wohl wisse, dass die Israeliten des Landes ihm immer anh�nglich gewesen. 
Die Stuttgarter Synagoge ist im maurischen Stil ausgef�hrt. Der Entwurf f�r den Bau hat den verstorbenen Professor Baurat Breymann zum Verfasser, die ganze Ausf�hrung der Risse wie des Baues selbst hat dessen talentvoller Sch�ler Architekt A. Wolff �bernommen und mit seltener Meisterschaft vollendet. Das Innere wird von nahe 200 Gasflammen erleuchtet.   
Die Synagoge kostet gegen 100.000 Gulden, ohne manche Gegenst�nde inneren Schmuckes, die frommer Sinn gestiftet hat. In der lithographischen Anstalt von B. Levi in Stuttgart in eine Abbildung der Synagoge in Farbendruch erschienen, die Kunstfreunden zu empfehlen und durch jede Kunst- und Buchhandlung zu 1 1/5 Thaler zu beziehen ist. 
F�r die neue Synagoge ist ein neues Gebetbuch erschienen:           
Stuttgart AZJ 14051861g.jpg (438095 Byte)Seder Tefillah - Israelitische Gebetordnung f�r Synagoge und Schule, wie zur h�uslichen Gottesverehrung. Bearbeitet und im Auftrag des K�niglichen W�rttembergischen Ober-Kirchenbeh�rde herausgegeben von Dr. Joseph Maier, Kirchrat und Rabbiner zu Stuttgart. In zwei B�nden. Erster Band: Gottesdienst f�r Werktage, Sabbate und drei Feste. Stuttgart - Metzler. Nur Esehu mekomon und bame madlikin sind neben dem Pijut dem Untergang geweiht; sonst wird jeder gute Israelite seinen alten Sidur wiederfinden und wenn das Halbhundert eingeflochtene deutsche Chor�le nicht st�rt und die Kl�nge der Orgel frommen Ohren kein Gr�uel sind, so w�rden auch die Orthodoxesten rufen: 'Hier gut W�rttemberg allewege!'. Doch der dreij�hrige Zyklus des Sabbat-Vorlesungen, das ist der leibhaftige 'Magnitsagen' nur eine Konzession zur Verk�rzung des Gottesdienstes und f�r die Lungen des Vorbeters, aber dem j�dischen Kalender dadurch angepasst, dass jede Sidra dreigeteilt ist und das Kirchenjahr mit Bereschis beginnt und mit Vesos habrocho schlie�t. Der lange wehu ketum ist kurz geworden. Ver�nderungen, die das Dogma ber�hren und Umgestaltungen der Agende sind nach der Vorrede von vornherein ausgeschlossen. Ob die extremen Parteien von rechts und links sich mit dieser Liturgie befreunden, muss die Folge lehren, jedenfalls legt sie das Zeugnis von dem Streben des gelehrten Herrn Verfassers ab, das Gef�hl keiner Partei zu verletzen.   
Seit einigen Jahren sind vier au�erw�rttembergische Rabbiner bei uns nationalisiert und in unsern Staats- und Kirchendienst getreten und noch zwei weitere Rabbinate sind erledigt. Am j�ngsten Feste des Auszugs aus �gypten vom Sklavendienst zur Freiheit ist der Rabbiner Dr. Michael G�ldenstein in Buchau vom Knechtesdienste des irdischen Lebens zur Freiheit des ewigen Leben eingegangen. Es werde ihm die Erde leicht, auf der er 45 kurze Jahre gewandelt und seiner Gemeinde ein treuer Hirte, seinen Sch�lern ein emsiger Lehrer, seiner Familie ein teueres Glied und seinen Freunden ein lieber Genosse gewesen ist. Fahre hin zum Frieden!!  
Ich will die Worte des Friedens und das Fahrewohl, das ich mit blutendem Herzen einem teuren Freunde nachgerufen, nicht durch einen Misston entweihen und von einer unerquicklichen Polemik berichten, die Herr Rechtskonsulent Alexander Bacher bei Gelegenheit der Wahl einiger Kirchenvorsteher in Stuttgart, in die Gemeinde geschleudert. Die frivole Heine'sche Schreibweise und die bei�ende Satire, mit der er seine Glaubensgenossen und ihre Religion herabsetzt, kann selbst dadurch nicht entschuldigt werden, dass er f�r einen werten Verwandten in die Schranken tritt. Wer sich selbst als religi�s indifferent bezeichnet, der sollte im Schm�hen auch nicht fanatisch werden.  
Am 3. Mai wird die Stuttgarter Synagoge eingeweiht. Mein N�chstes wird, so Gott will, dar�ber berichten. - 
Es bilden sich bei uns allenthalben israelitische Almosenvereine zum Zwecke der Verabreichung von Gaben an arme, notleidende, reisende Israeliten; wodurch der Bettel in den H�usern v�llig abgeschafft wird. Die Rabbiner sind gew�hnlich sehr bereitwillig in der Legalisierung von Bettelbriefen, und durch diesen Missbrauch wird den Zeugnissen mancher dieser Herren gar kein Wert beigelegt. Dadurch, dass einer ein Lamden und ein Pole ist und obgleich er auf zarat habat (?) reist, gewinnt er kein Anrecht, den versch�mten, heimischen Armen vorgezogen zu werden. Die Bescheidenheit braucht keinen autorisierten Bettelbrief, sie empfiehlt sich durch sich selbst. -
Die Stuttgarter B�rgerzeitung berichtet Folgendes: Der Verkauf der Synagogenst�nde in der neuen Synagoge hat 53.000 Gulden abgeworfen und es bleiben noch so viele St�nde zu verkaufen, dass damit die Kosten des wunderbar sch�nen Neubaus gedeckt werden k�nnen. Einzelne der St�nde wurden zu 500-600 Gulden ersteigert, da die patriotische Beteiligung der Gemeindemitglieder sich opferfreudig aufs Gl�nzendste bew�hrte..."       

   
Die Einweihung der Synagoge (1861)         

Stuttgart AZJ 14051861.jpg (134261 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. Mai 1861: "Stuttgart, 4. Mai (1861). Die feierliche Einweihung der neuen israelitischen Synagoge ging gestern Abend um 6 Uhr unter allgemeiner Teilnahme vor sich. Der K�nigliche Hof wurde durch den Oberstallmeister Grafen von Taubenheim vertreten, der Geheime Rat durch dessen Pr�sidenten Staatsminister Freiherrn von Neurath, das Ministerium durch den Herrn Minister Freiherr von Linden und den Kult-Departementschef Staatsrat von Golther. Au�erdem waren die Bezirks- und Gemeindebeh�rden, die evangelische und katholische Geistlichkeit, der Turnverein und der Liederkranz vertreten, und auch viele christliche Bewohner Stuttgarts hatten sich eingefunden, den herrlichen Tempel, der ein Meisterwerk der Baukunst ist, zu beschauen und der sch�nen Feier anzuwohnen. Um 6 Uhr folgte der feierliche Einzug mit den Torarollen, voran der Oberrabbiner Kirchenrat Dr. Maier mit dem Vors�nger Eichberg und hinter ihm die Rabbiner von Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Frankfurt, Mainz, ferner von Freudental, Mergentheim, M�hringen, Laupheim und Jebenhausen. Die Festrede hielt Kirchenrat Maier, nachdem die Torarollen in die Bundeslade im Allerheiligsten gebracht worden waren. Die Beleuchtung war feenhaft. Nachher fand der gew�hnliche Abendgottesdienst statt."           
 
Der nachfolgende Bericht aus der konservativ-orthodoxen Zeitschrift "Der Israelit" enth�lt in den ersten Zeilen Kritik am Stuttgarter "Reformjudentum"  
ImageArtikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Mai 1861: "Stuttgart, 7. Mai (1861). Am Samstag, den 4. Mai wurde hier der prachtvolle Reformtempel eingeweiht; von weit und breit hatten sich die Reformrabbiner zum 'Feste' eingefunden, das man auf den Sabbat der Thochacha (Bechoktai) anberaumt hatte. Nachmittags wurde tapfer gezecht und der W�rttembergische Staats-Anzeiger (Nr. 107) berichtet von der mit allgemeinem Beifalle aufgenommenen Aufforderung des Herrn Kirchenrats Maier, 'ein volles Glas zu leeren.' 
(Wir wissen nicht, was unsern Korrespondenten zu dieser letzten bitteren Bemerkung veranlasst; der Trinkspruch des Herrn Maier ist vollkommen harmlos. Wir stellen den betreffenden Artikel des W�rttembergischen Staats-Anzeigers hierher: Stuttgart, 5. Mai (1861). Gestern feierte die israelitische Gemeinde die Einweihung ihres prachtvollen Tempels nachtr�glich mit einem Festmahle, das sehr zahlreich besucht war. Kirchenrat Dr. Maier brachte bei demselben folgenden mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Trinkspruch auf Seine Majest�t den K�nig aus: Von Augustus r�hmt die Geschichte, dass er das h�lzerne Rom, welches er angetreten, seinem Nachfolger als ein steinerner hinterlassen habe. Ein �hnliches kann sich unser K�nig r�hmen. Aus Stuttgart, das, als er zum Throne gelangte, eine kleine Stadt mit meist h�lzernen H�usern war, ist unter seiner Regierung eine gro�e Stadt mit monumentalen Geb�uden geworden, die mit den sch�nsten und gr��ten anderer St�dte wetteifern k�nnen. Unter den Baudenkmalen, welche unter der Herrschaft dieses K�nigs entstanden sind, wird das Haus, dessen Weihefest uns hier beim heitern Mahle vereinigt, zu allen Zeiten eine hervorragende Stelle einnehmen. Nun ist zwar unsere Synagoge nicht auf Gehei� des K�nigs, sondern auf Befehl des K�nigs aller K�nige entstanden; allein so ganz ohne Einfluss ist unser geliebter K�nig doch nicht darauf geblieben. Zur Entstehung einer solchen Synagoge war vor allen Dingen unbeschr�nkte Gewissensfreiheit n�tig, d.h. das Recht, nicht nur die Religion ungehindert auszu�ben, sondern auch alle Anstalten errichten zu d�rfen, welche die Pflege und die Ehre derselben erfordert. Diese Gewissensfreiheit verdanken wir aber unserm hochverehrten K�nige, welcher der Erste unter Deutschlands F�rsten die israelitische Kirche zum Rande einer Staatskirche erhob und ihr alle Rechte und Befugnisse der �brigen im Staate bestehenden Krchen einr�umte. Aber nicht nur die Gewissensfreiheit war n�tig, wenn eine solche Synagoge entstehen sollte, sondern auch die Gewerbefreiheit, das Recht, jeden ordentlichen Beruf und jedes redliche Gewerbe an jedem Orte des Landes treiben zu d�rfen. Diesem Rechte verdankte die hiesige Gemeinde die numerische Gr��e und dne Wohlstand, der es ihr m�glich machte, ein solches Gotteshaus erbauen zu lassen. Bei den gewerblichen Beschr�nkungen, wie sie fr�her bestanden, w�re ihr ein solcher Aufwand unm�glich gewesen. Ist es aber nicht unser K�rnig, der auch diese Freiheit uns gew�hrte? Sie sehen, meine verehrten Festgenossen, dass unser K�nig ein volles Recht sich erworben und wir die volle Pflicht haben, dass wir heute Seiner in Liebe und Verehrung gedenken und auf h�chstdessen eben und Gesundheit ein volles Glas leeren. Seine Majest�t, der K�nig, lebe hoch!)."      

   
Schreiben der b�rgerlichen Kollegien (Gemeinderat und B�rgerausschuss) an Rabbiner Dr. Maier zur Synagogeneinweihung (1861)            

Stuttgart AZJ 04061861.jpg (291201 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. Juni 1861: "Stuttgart, im Mai (1861). Nachstehendes Schreiben, welches in Folge der Einweihung der neuen Synagoge dahier von den b�rgerlichen Kollegien der Stadt an den Geistlichen der israelitischen Gemeinde, Kirchenrat Dr. Maier, gerichtet wurde, verdient als ein sch�nes Zeichen der Zeit allgemeine Beachtung, weswegen wir es hiermit der �ffentlichkeit �bergeben: 'Es haben Euer Hochw�rden it Ihren israelitischen Glaubensverwandten in den ersten Tagen dieses Monats eine Freude und eine Befriedigung genossen, welche, wie sie selten in der Geschichte unseres Vaterlandes vorkommt, so auch eine ungew�hnliche Wichtigkeit und Bedeutung an sich tr�gt. Das erste Verdienst f�r die Erbauung der neuen Synagoge in unserer STadt geb�hrt wohl der hiesigen israelitischen Gemeinde, welche mit gro�er, durch den hohen Zweck gesteigerter religi�ser Begeisterung die sehr betr�chtlichen Mittel hingegeben und beschaffen hat, die zur Herstellung des Prachtbaues n�tig waren, der nicht nur f�r die Gegenwart, sondern auch f�r die k�nftigen Jahrhunderte eine Zierde der K�niglichen Haupt- und Residenzstadt sein wir, wie solcher ein ehrendes Denkmal der Fr�mmigkeit ihrer israelitischen Bewohner und unserer Zeit ist. Gleichwie aber der Segen von oben kommt, so hat bei der feierlichen Einweihung des neuen Gotteshauses die Gemeinde mit Recht den ersten Dank dem allm�chtigen Gott dargebracht, der die menschlichen Dinge leitet und ordnet. Nach diesem Danke geb�hrt unstreitig den M�nnern, welche die Vollstrecker des g�ttlichen Willens gewesen, f�r ihre treue Pflichterf�llung, f�r ihren unerm�deten Eifer und f�r ihre patriotische Aufopferung das dankbare Anerkenntnis ihrer Nebenmenschen. Die Gemeindekollegien unserer Stadt, deren Mitglieder in gro�er Anzahl zu der Ehre berufen wurden, an dem Einweihungsfeste Teil zu nehmen, sehen sich nun besonders verpflichtet, diesem Danke Worte zu verleihen. Es liegt klar vor Augen, dass Euer Hochw�rden bei den Vorbereitungen wie bei der Feststellung des Planes und bei der Ausf�hrung des sch�nen Werkes einen Mittelpunkt gebildet, und dass Hochdieselben in Verbindung mit den sehr verehrlichen Mitgliedern des israelitischen Kirchenvorsteheramtes die h�chste Anerkennung verdient haben. Genehmigen nun Euer Hochw�rden unsere aufrichtigen Dankes�u�erungen, welche wir hiermit Hochdenselben und Ihren verehrten Kollegen im Kirchenvorsteheramte gegen�ber aussprechen f�r das wohl gelungene Werk, empfangen Sie unsere herzlichsten Gl�ckw�nsche zu dem erstrebten Besitz des neuen pr�chtigen Tempels, bei dessen Erbauung Sie von einem ausgezeichneten Architekten unterst�tzt wurden, und seien Sie unserer aufrichtigen Teilnahme und Freude versichert an dem wichtigen Ereignis, durch welches das religi�se Bed�rfnis Ihrer Gemeinde so sch�n und w�rdig befriedigt wurde. M�ge der Segen Gottes, welcher in diesem Tempel zun�chst von Euer Hochw�rden in einer erhebenden Weise angerufen und gesprochen wird, reichlich ausstr�men in die Gemeinde und in dieser viele und gute Fr�chte tragen, m�ge dieser Segen in derselben auch in den kommenden Zeiten seine erfreulichen Wirkungen �u�ern, m�ge in solcher Eintracht und Friede, die Grundlage des Wohlstandes, auch f�r die Zukunft erhalten werden. Wir beharren etc. Stuttgart, den 13. Mai. Gemeinderat und B�rgerausschuss.'".        

    
N�heres �ber das Publikum bei den Festlichkeiten zur Einweihung der Synagoge sowie weitere Informationen (1861)      

ImageArtikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Juni 1861: "W�rttembergische Briefe von Alexander Els��er. 
II. Der Monat Mai 1861 ist f�r die Israeliten W�rttembergs epochemachend, durch die Einweihung der neuen Synagoge in Stuttgart, nicht durch den herrlichen Bau, noch durch die Festlichkeiten, die im Gefolge der Einweihung begangen wurden, sondern durch die Teilnahme, die das gebildete B�rgertum der Residenz ihren israelitischen Mitb�rgern bei der Konsolidierung ihrer neuen Kultuszust�nde kundgab. Wir wollen darum auch nicht �ber die Festlichkeit selbst uns ins Breite auslassen, denn der Festzug, die Einweihung selbst und das Zweckessen, sie werden sich von anderen derartigen Veranlassungen durch ihre Solennit�t, wie sie ein Residenzpublikum mit sich bringt, ausgezeichnet haben, aber im Ganzen werden sie       
Stuttgart AZJ 25061861b.jpg (441245 Byte)anderen derartigen Festlichkeiten �hnlich gewesen sein. Dass der K�nigliche Hof durch den Generaladjutanten Grafen von Taubenheim, die K�nigliche Regierung durch mehrere Minister, die Bezirks- und st�dtischen, weltlichen und geistlichen Beh�rden vertreten waren, war unter den bestehenden Verh�ltnissen in unserer schw�bischen Hauptstadt nicht anders zu erwarten. Wenn Seine Majest�t der K�nig dem Geistlichen der israelitischen Gemeinde, dem Kirchenrat Dr. Maier und dem Kirchenvorsteher Dr. Adolph Levi durch den Herrn Grafen von Taubenheim seinen Dank und seine Anerkennung ausdr�cken lie�, so ist dieses ein Akt der Courtoisie, der wohl anderw�rts Bewunderung erregen kann, bei uns aber bei dem greisen Ritter ohne Furcht und Tadel so nat�rlich gefunden wird, dass wir es f�glich unterlassen, es als etwas Au�erordentliches darzustellen. Was die Israeliten W�rttembergs ihrem K�nige zu verdanken haben, das dr�ckt ein Toast des Kirchenrats Dr. Maier beim Synagogeneinweihungsfestmahle in sehr beredten Worten aus. wir lassen den Trinkspruch hier folgen:   
Von Augustus r�hmt die Geschichte, dass er das h�lzerne Rom, welches er angetreten, seinem Nachfolger als  ein steinernes hinterlassen habe. Ein �hnliches kann sich unser K�nig r�hmen. Aus Stuttgart, das, als er zum Throne gelangte, eine kleine Stadt mit meist h�lzernen H�usern war, ist unter seiner Regierung eine gro�e Stadt mit monumentalen Geb�uden geworden, die mit den sch�nsten und gr��ten anderer St�dte wetteifern k�nnen. Unter den Baudenkmalen, welche unter der Herrschaft dieses K�nigs entstanden sind, wird das Haus, dessen Weihefest uns hier beim heiteren Mahle vereinigt, zu allen Zeiten eine hervorragende Stelle einnehmen. Nun ist zwar unsere Synagoge nicht auf Gehei� des K�nigs, sondern auf Befehl des K�nigs aller K�nige entstanden; allein so ganz ohne Einfluss ist unser geliebter K�nig doch nicht darauf geblieben. Zur Entstehung einer solchen Synagoge war vor allen Dingen unbeschr�nkte Gewissensfreiheit n�tig, d.h. das Recht, nicht nur die Religion ungehindert auszu�ben, sondern auch alle Anstalten errichten zu d�rfen, welche die Pflege und die Ehre derselben erfordert. Diese Gewissensfreiheit verdanken wir aber unserm hochverehrten K�nige, welcher der Erste unter Deutschlands F�rsten die israelitische Kirche zum Range einer Staatskirche erhob und ihr alle Rechte und Befugnisse der �brigen im Staate bestehenden Kirchen einr�umte. Aber nicht nur die Gewissensfreiheit war n�tig, wenn eine solche Synagoge entstehen sollte, sondern auch die Gewerbefreiheit, das Recht, jeden ordentlichen Berufe und jedes redliche Gewerbe, an jedem Orte des Landes treiben zu d�rfen. Diesem Rechte verdankte die hiesige Gemeinde die numerische Gr��e und den Wohlstand, der es ihr m�glich machte, ein solches Gotteshaus erbauen zu lassen. Bei den gewerblichen Beschr�nkungen, wie sie fr�her bestanden, w�re ihr ein solcher Aufwand unm�glich gewesen. Ist es aber nicht unser K�nig, der auch diese Freiheit uns gew�hrte? Sie sehen, meine verehrten Festgenossen, dass unser K�nig ein volles Recht sich erworben und wir die volle Pflicht haben, dass wir heute Seiner in Liebe und Verehrung gedenken und auf H�chstdessen Leben und Gesundheit ein volles Glas leeren. Seine Majest�t, der K�nig, lebe hoch!     
Wenn der Redner den Aufschwung der Stuttgarter israelitischen Gemeinde nicht allein der Gewissens-, sondern der Gewerbefreiheit und dem Freiz�gigkeitsrechte zuschreibt, so hat er vollst�ndig Recht, denn am Ausgang des vorigen Jahrhunderts hatte noch kein Israelit das Niederlassungsrecht in Stuttgart und wenn Einer auch die Aufenthaltserlaubnis bekam, so durfte doch kein j�disch-religi�ser Kausalfall, wie Trauungen,  Beschneidungen etc. dort vorgenommen werden. Der kaiserlich k�nigliche Rath Jakob Kaulla mit Familie war der Erste der vom K�nig Friedrich das Stuttgarter B�rgerrecht im Gnadenwege erhielt. Anders haben sich die Verh�ltnisse mit dem Regierungsantritte des K�nigs Wilhelm gestaltet. Die numerische Gr��e und ihren Wohlstand hat die Stuttgarter israelitische Gemeinde nur der weisen Gesetzgebung ihres Landesherrn zu danken; den Zunftzopf und Spie�b�rgertum str�ubten sich stets gegen die Gleichstellung der Juden. Die guten St�dte - die St�dter erster Klasse werden nach altschw�bischem Brauch gute St�dte genannt - machten prinzipiell gegen jede Aufnahme ausw�rtiger Juden Opposition und dieselbe musste stets auf dem Rekurswege durch das K�nigliche Oberamt, oder die K�nigliche Regierung erzwungen werden. Es liefert das den Beweis, dass, wenn auch das Gesetz f�r die Juden sprach, so war das B�rgertum doch gegen sie. Anders hat jetzt die Sache sich gestaltet. Die Stuttgarter b�rgerlichen Kollegien, ausgezeichnet durch die Intelligenz und den Besitzstand ihrer Chargierten, haben eine so freudige Teilnahme bei der Synagogeneinweihung bewiesen und ihre b�rgerfreundlichen Gesinnungen gegen ihre israelitischen Gemeindegenossen in einem Schreiben an den Kirchenrat Maier, als Vorsitzenden des israelitischen Kirchenvorsteheramtes, niedergelegt, welche Sie bereits in No. 23 dieses Blattes mitteilten.         
Stuttgart AZJ 25061861c.jpg (391784 Byte)Dass zu diesen sch�nen Anerkennungen, die dem j�dischen Kultus und seinen Bekennern zuteil geworden, die Predigten des Rabbinen und die neue Gebetordnung wesentlich beigetragen haben, darf nicht verkannt werden. Die drei Reden, die zum Abschiede aus der alten und zur Einweihung der neuen Synagoge in Stuttgart von Kirchenrat Rabbiner Dr. Maier gehalten worden, sind soeben unter dem Titel: 'Die Synagoge' im Metzler'schen Verlage erschienen. Diese homiletische Kundgebung ist eine sch�ne Trilogie. Die erste Rede, am Sabbat Achre den 20. April 1861 beim Abschied aus der alten Synagoge gehalten, ist ein sch�nes 'Lebewohl' an das alte Gotteshaus, und die Textesworte 2. Mose 20: 'An jeglichem Orte, wo man meines Namens gedenken wir, will ich zu Dir kommen und Dich segnen', legen dar, dass nicht der Ort den Menschen, sondern der Mensch den Ort heiligt. Haus, Werk- und Berufsst�tte, Vergn�gungsplatz und Tempel werden durch des Menschen Wandel geheiligt, und dann wird Gott an jeglichem Orte, wo wir seines Namens gedenken, uns segnen. - Die zweite Rede bei der Einweihung der neuen Synagoge am Vorabende des Sabbats Behar den 3. Mai 1861 hat zum Texte Haggai 2,9: 'Gr��er wird sein die Ehre dieses zweiten Hauses als die des ersten etc.' Der Text wird zuerst in seiner geschichtlichen Bedeutung behandelt und eine Parallele zwischen Einst und Jetzt gezogen und die Freiheit des Kultus gegen den fr�heren Druck dankend ger�hmt. Die Bestimmung des Hauses, ein Bethaus, in dem das ganze Leben im Lichte der Religion verkl�rt wird. Ein Friedenshaus, Friede dem Herzen, in der S�ndennot, in der Drangsal des Lebens; Friede dem Hause, wenn Zwietracht drinnen waltet; es bringt Friede unter Nachbarn und B�rgern, Friede dem Nebenmenschen, Friede mit Gott. - Die dritte Rede beim Fr�hgottesdienst desselben Sabbats spricht von der rechten Liebe zum Gotteshaus, Text Psalm 26,8. Der neue Kultus mit deutschen Gesang und zeitgem��en �nderungen in der Gebetordnung wird gerechtfertig; Heiligung des Sabbats und Liebe zum Gotteshaus m�ssen Hand in Hand gehen, dann wird das Haus Gottes Sitz f�r die Dauer der Zeiten. Gotteshaus und Lehrhaus erg�nzen sich gegenseitig, die Schule ist der Vorhof der Synagoge, doch nicht das Lernen ist die Hauptsache, sondern die Tat. - Wir haben hier nur abrupte Gedanken gegeben, und verst�mmeln dadurch das herrliche rhetorische Meisterwerk, das von echt j�dischem Geist beseelt, Bibel und j�dische Sentenzen fromm und sinnig unterlegt und paraphrasiert. Den rechten Eindruck wird man aus der Schrift selbst gewinnen. -   
Herr Kirchenrat Maier, das theologische Mitglied unserer israelitischen Oberkirchenbeh�rde, sagt ebenso sch�n als wahr: die Schule sei der Vorhof zur Synagoge: warum fehlt aber in W�rttemberg jede Gelegenheit zur Vorbildung f�r das rabbinische Wissen? Sollte in Stuttgart nicht von Amtswegen daf�r gesorgt werden, dass Gymnasiasten, die mosaische Theologie studieren wollen, auch j�disches Wissen sich aneignen k�nnen? - Dem vielbesch�ftigten Rabbinen Stuttgarts wird es nicht m�glich sein, solchen Unterricht zu erteilen, aber doch k�nnte eine passende Pers�nlichkeit dazu gefunden werden, die aus Mitteln der K�niglichen Zentralkirchenkasse bezahlt, amtlich verpflichtet w�rde, t�glich jungen Rabbinatskandidaten Unterricht im rabbinischen Wissen zu erteilen. Wir kennen mehrere F�lle, in welchen jungen Theologie-Kandidaten das Studium aus Mangel an Unterricht in rabbinischem Wissen entleidet wurde und sie es verlie�en. Ob was damit gedient ist, wenn die Oberkirchenbeh�rde ihre Rabbinen fertig aus dem Auslande rekrutiert, wird die Folge lehren. - Ein weiteres 'ceterum censeo' ist es, dass f�r unsere israelitischen Volksschulen f�r gleichm��ige j�dische Schulb�cher gesorgt werde. Was hebr�ische Bibeln betrifft, so wird die hebr�ische Bibel aus der von Philippson gegr�ndeten Bibelanstalt abzuwarten sein und w�re nur eine gr��ere Beteiligung von Seiten unserer Stuttgarter Gemeinde bei der Anstalt*) zu w�nschen. Wenn die Bibelanstalt einmal ins Leben getreten ist, w�re vielleicht f�r die unentgeltliche Verabreichung von Bibeln an arme Sch�ler eine j�hrliche Subvention von Seiten der K�niglichen Zentralkirchenkasse zu erzielen. Aber eine Kalamit�t ist es mit den Gebetb�chern; da nun die K�nigliche Oberkirchenbeh�rde das Maier'sche Gebetbuch approbiert und in Stuttgart eingef�hrt hat, so ist dasselbe das Gebetbuch der Zukunft f�r ganz W�rttemberg. In richtiger Konsequenz sollte es nun in den Schulen eingef�hrt werden, besonders da es zugleich Gesangbuch ist..."       

  
   
K
ritische Artikel zur Stuttgarter Synagoge und dem von Rabbiner Dr. Maier gepr�gten liberalen Judentum   
"Stuttgart und Jerusalem"  (1862)    
Anmerkung: der Beitrag ist von Eliahu Raphael Rosenbaum aus Zell am Main, einem der einflussreichsten Vertreter der W�rzburger / unterfr�nkischen j�dischen Orthodoxie geschrieben. Vgl. den Bericht zu seinem Tod 1886. Rosenbaum war einer der Hauptinitiatoren, dass sich in W�rttemberg die Orthodoxie zu organisieren begann und schlie�lich auch in Stuttgart eine orthodoxe israelitische Religionsgesellschaft entstand. Zitat aus dem Artikel zu seinem Tod von 1886: Rosenbaum "hatte vielleicht damit den Impuls gegeben f�r die im Dezember des Jahres 1869 stattgefundene Delegiertenversammlung zu Stuttgart, durch welche, wenn auch nicht gerade Abhilfe geschaffen, wenigstens diese Zust�nde durch geeignete Organe der k�niglichen Regierung zu Kenntnis gebracht wurden und das echte Judentum in beredten Worten (durch den Delegierten f�r Mergentheim, Ludwig Stern) seine Vertretung fand. Es hat sich seitdem auch in dem von dem ehemaligen Oberkirchenamt bezeichneten �modernen Jerusalem� eine orthodoxe Gemeinde in Stuttgart gebildet."    

ImageArtikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Dezember 1862: "Stuttgart und Jerusalem. 
W�rzburg
, den 3. Dezember. Sie werden sich, geehrtester Herr Redakteur, gleich den gesch�tzten Lesern dieses Blattes, �ber diese Aufschrift wundern, staunen aber werden Sie, wenn Sie die Veranlassung derselben erfahren. Der Oberkirchenrat, Herr Dr. Maier, sprach am Schlusse seiner Einweihungsrede in der Stuttgarter Synagoge, die denkw�rdigen Worte: 
'Stuttgart unser Jerusalem.

In Nr. 29 dieser Bl�tter wurde von der Tauber berichtet wie es in ganz W�rttemberg mit der Schechita aussehe, und wie es in Stuttgart bei Strafe verboten sei, Talit und Tephillin beim Gebete anzulegen, sodass die wenigen, f�r welche die hohe Wichtigkeit dieser Mizwot besteht, gezwungen sind, die Synagoge zu meiden. Ebenso ist in Stuttgart nicht einmal eine Mikwah vorhanden. Von Seite der Redaktion wurde hierzu bemerkt: Ist ein solches Haus, wo Tephillin verboten sind, noch eine Synagoge? Sind diejenigen, welche solche Verordnungen erlassen, noch Juden?    
Stuttgart Israelit 10121862a.jpg (238326 Byte) Wo, geehrtester Herr Redakteur, kommt nun Ihre erste Frage hin? Ist Stuttgart Jerusalem, so muss doch der dortige Tempel mehr als eine Synagoge sein, er muss auch die Stelle des Beth Hamidrasch (Tempel) vertreten.  
Umsonst wandertest du drei Tage, Stammvater Abraham, bis du zu dem von Gott erw�hlten Heiligtume, bis du zu dem Berge Morijah gelangtest; umsonst besiegeltest du, Erzvater Jizchak, durch deine Opferbereitwilligkeit die erhabene Heiligkeit dieser Stelle; umsonst Vater Jakob, zwangen dich heilige Schauer, diese St�tte zu verlassen, umsonst lehrte dich diese heilige Scheu sprechen: 'Diese Stelle ist nichts anderes als das Gotteshaus, und hier ist das Tor des Himmels; alles umsonst, denn Stuttgart ist ja unser Jerusalem!  
Es d�rfen nicht mehr erklingen die traurigen T�ne der Leier des Psalmisten �ber den Verlust Jerusalems und des heiligen Tempels; verstimmen muss unserer Klage Lied 'An den B�chen Babels sa�en wir und weinten ob der Herrlichkeit, die wir verloren'; denn in Stuttgarts Tempel �bert�nt alle Samstag der Orgel Gebrause die einfache Leier und �bt eine solche Kraft aus, dass die And�chtigen erst nach ihrer Andacht, fast alle, ihre L�den �ffnen.  
Arme Glaubensgenossen W�rttembergs! Wohin soll dies f�hren, wenn ein Mann alle religi�sen Anordnungen in H�nden hat, welcher sich nicht scheut, �ffentlich die erwartete Ankunft des Erl�sers zu leugnen, dessen Trachten mehr als das aller Mission�re, dahin geht, systematisch die Grundpfeiler des Judentums zu ersch�ttern, zu zerst�ren? Ein Mann, welcher durch Gestattung des Wannenbades auch im ganzen Lande daf�r sorgen will, dass alle Kinder Benei ... (?) seien! Bei solch traurigen Vorkommnissen glaube ich, dass es endlich doch Zeit sei, den Glaubensbr�dern in W�rttemberg zu zeigen, welcher Autorit�t sie solche das Judentum vernichtenden Anordnungen zu danken haben. Sie erlie�en bei der bekannten ..-Angelegenheit von Amerika einen Aufruf an die Hochw�rdigen Herren Rabbiner und protestierten feierlichst gegen einen beabsichtigten Eingriff in die heilige Religion, und mehr als hundert Herren Rabbiner haben bereitwillig ihre Beistimmung dazu gegeben. W�re eine �hnliche Protestation nicht auch hier geboten? Freilich h�re ich Sie antworten, dass wenn man damit anfangen wollte, so k�nnte man das ganze Jahr und allenthalben protestieren; allein dem ist nicht ganz so; hier handelt es sich nicht um eine Gemeinde, sondern um ein ganzes Land.   
Die hohe K�nigliche Regierung W�rttemberg ist vom besten Geiste beseelt, sie war von jeher bestrebt, nur Gutes f�r die israelitischen B�rger zu stiften, und glaubt sicher, dass die religi�sen Verh�ltnisse in die beste Hand gegeben seien. W�rde nun aber ein solcher 
Stuttgart Israelit 10121862b.jpg (92069 Byte)Protest zustande kommen, so d�rfte sowohl die hohe k�nigliche Regierung als auch das j�dische Publikum endlich einmal �ber die wahre Sachlage belehrt und jedenfalls ab�ndernde Verh�ltnisse angebahnt werden. Doch nicht verwitwet ist Israel (Jeremia 51,5), es bedarf nur einer kr�ftigen Unterst�tzung und die irregef�hrten Glaubensbr�der in W�rttemberg werden zur�ckkehren und sich scharen um das Banner der heiligen Religion unserer V�ter, die wir mit unserem Herzblute in fast 1800-j�hrigem Exile bis auf den heutigen Tage bewahrten; sie werden sich nicht vom Judentum lostrennen wollen und Stuttgart als ihre Zukunft, als ihr Jerusalem sich oktroyieren lassen; sie werden wohl patriotische W�rttemberger sein, ohne ihre Nationalit�t sich rauben zu lassen, sowie der Grieche guter B�rger seines Niederlassungsortes sein, und doch feurig an der Realisierung seiner Nationalit�t h�ngen kann.  
Ich bin mir wohl der schwierigen Aufgabe bewusst und sage auch nicht nehmt meine Meinung an, blo� die Sache anzuregen f�hle ich mich verpflichtet, damit solche allgemein in ernste Erw�gung gezogen werde. E. R. Rosenbaum".    

  
Leserbrief: in der Stuttgarter Synagoge kann das Tephillin-Gebot nicht mehr eingehalten werden (1863)       

ImageArtikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juni 1863:       


Einbruch in der Synagoge (1869)
    
Anmerkung: auch die einfache Meldung des Einbruchs in die Synagoge in Stuttgart wird in der konservativ-orthodoxen Zeitschrift "Der Israelit" mit einer scharfen Polemik gegen die liberale Stuttgarter Gemeinde erg�nzt.        

ImageArtikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. August 1869:  "Stuttgart, 6. Juli (1869). Samstag nachts wurde der Opferstock in der Synagoge dahier erbrochen und seines Inhaltes beraubt. Andererseits wird behauptet, die Diebe haben mittelst Leimst�bchen das Geld herausgefischt. Wie man h�rt, soll man die beiden Schwarzk�nstler bereits haben. Da �brigens dieses Gotteshaus fast nur an Sabbat- und Festtagen und auch an ersteren nur sp�rlich besucht wird, so kann der Inhalt des Opferstocks nur klein gewesen, oder es muss der Fall denkbar sein, dass die Synagogenbesucher auch an Sabbat und Festtagen Geld in die B�chse werden, dann bew�hren sich die Prophetenworte in den Haftarot der jetzigen Nationaltrauer: 'Wie ein Dieb besch�mt ist, wenn er betroffen wird, so ist besch�mt das Haus Israel (Jeremia 2,26); Bringet nicht mehr Gabe der L�ge! (Jesaja 1,13); Ihr Herren Sedoms (Jesaja 1,10), Eure Feste hasset meine Seele (Jesaja 1,14), Dein Silber ist zu Schlacken geworden (Jesaja 1,22), Ich l�utere wie Lauge deine Schlacken und schaffe fort all deinen Beisatz (Jesaja 1,25), Nachher wird dir zugerufen: treue Stadt (Jesaja 1,26)"    

  
Kritischer Bericht �ber einen Besuch in der Synagoge in Stuttgart (1871)        

ImageArtikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1871: "Aus Bad Teinach bei Calw, im August (1871, W�rttemberg). An einem der j�ngsten Sabbate war es, - wir glauben Paraschat Ki teze - als Schreiber dieses (Artikels) auf seiner Durchreise durch Stuttgart die dortige Synagoge besuchte, nicht etwa, um dort seine Andacht zu verrichten (denn dies war ihm nach seinen fr�heren Erfahrungen in anderen Reform-'Synagogen' zum Voraus als unm�glich erschienen), sondern um sich pers�nlich davon zu �berzeugen, ob auch in Stuttgart der Synagogenbesuch ebenso schwach sei, wie in anderen Reformgemeinden, oder ob vielleicht Stuttgart besser als sein Ruf; wir fanden, was wir gef�rchtet oder erwartet hatten: eine verschwindende Anzahl von talislosen Besuchern und auf der 'Loge' (Empore) einen Kranz von 'sonnt�glich' - wir wollten sagen - sabbatlich geputzten Damen, die mir der gleichg�ltigsten Miene dem Orgeltone lauschten, sich nach dem Kommando von Maier's Gebetbuch erhoben      
Stuttgart Israelit 13091871a.jpg (296430 Byte)und setzten, im �brigen aber sich brav ruhig und still verhielten; da und dort erblickten wir, gleichsam zu Erinnerung, dass wir uns in einem j�dischen Tempel befanden, einen mit wirklicher Andacht betenden Mann, der, unbeirrt von dem Rauschen der Orgel und dem Gleichklang des Chorgesangs, stehend und mit jenem spezifisch j�dischen 'Sch�tteln' - alle meine Gebeine werden sprechen: Ewiger, wer ist gleich dir? (Psalm 35,10) - seine Tephillah (Gebet) verrichtete. Nach dem Einheben und dem Absingen eines 'Chorals' bestieg Kirchenrat Dr. Maier die Kanzel und hielt eine Rede, in welcher er ankn�pfend an den inneren Zusammenhang der drei ersten Abschnitte der Sidre (Wochenabschnitt der Tora) den Ausspruch des ... als Text ben�tzte und ihn durch mannigfache Beispiele sch�n exemplifizierte. Uns war nur  leid, dass nicht die j�dische Teinacher Badegesellschaft, die gr��tenteils aus Stuttgartern besteht, zugegen war; sie h�tte n sich vielleicht sonst ihres Gebarens im Bade Teinach, einem christlichen Dorfe erinnert und w�ren nachdenklich geworden wegen des gro�en sittlichen Zerfalls, der begonnen hat mit kleinen �bertretungen der Gebote Gottes, dann fortgeschritten ist in der v�lligen Missachtung des j�dischen Gesetzes und bereits so sehr jedes religi�se Gef�hl ausgemerkt hat, dass diese Stuttgarter Juden bereits aufgeh�rt haben, ihre Glaubensgenossen als Mitmenschen zu betrachten; denn wo in aller Welt hat man schon geh�rt, dass ein Jude, der zu einem Sterbenden gerufen wird, sich weigert, diese Liebespflicht zu erf�llen? Und dies ist geschehen im Bade Teinach. Diese Erfahrung musste ein Elternpaar aus Freudental machen, deren Tochter im Bade Teinach ihrem Leiden erlegen ist. Beim Verscheiden derselben sahen sich die ungl�cklichen Eltern nach den im Bade anwesenden Juden um und lie�en sie rufen, damit diese mit ihnen gemeinschaftlich die Sterbegebete verrichteten; es waren Juden da aus Stuttgart, Frankfurt, Mannheim etc. - aber, m�gen sie nun ihre Nerven haben schonen wollen oder aus irgendwelchem anderen Grunde, es erschien keiner, und so waren die Eltern allein mit ihrer sterbenden Tochter, die in einem christlichen Hause krank gelegen hatte. Eigent�mlich ist es, dass der Vater des verstorbenen M�dchens selbst zu den Reformjuden z�hlt; m�ge er und alle, die sich einen Ruhm daraus machen, diesen Namen zu tragen, an diesem Falle erkennen, wohin diese Reformsucht f�hrt - zur vollst�ndigen Apathie gegen alles G�ttliche und Menschliche; wo die Juden bisher zusammenwohnten, getreu dem alten Gesetz und der alten Sitte, bildeten sie gewisserma�en eine Familie, deren Glieder Freud' und Leid miteinander teilten und in Ungl�cksf�llen sich hilfreich gegenseitig unterst�tzten und dies taten sie nicht aus menschlichen Nebenr�cksichten, sondern weil Wohlt�tigkeit ein g�ttliches Gebot ist; erst wenn diese Familienbande sich l�sen w�rden, wurden wir in Wahrheit im Exil leben, dann erst w�rde die Diaspora unertr�glich werden und den bestand des Judentums wesentlich in Frage stellen. Hoffen wir, dass dieser Fall vereinzelt bleiben m�ge; denn sonst m�sste der fromme Jude, ehe er ins Bad reist, neben den R�cksichten auf den Erfolg der Kur, auch darauf sehen, ob er dort Glaubensgenossen trifft, die eintretenden Falls zu Liebesdiensten bereit sind, und es g�be dann eine neue Kategorie von B�dern, 'orthodoxe' und 'Reformb�der'; oder man m�sste j�dische Feldbadgeistliche aufstellen, die dem allj�hrlichen Heereszuge der badelustigen Judenheit mit in den Kampf folgen und den Kranken und Sterbenden erforderlichenfalls zur Seite stehen."       

   
25-j�hriges Jubil�um der Synagoge (1886)     

Stuttgart AZJ 01061886.jpg (101143 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Juni 1886: "Stuttgart, 15. Mai (1886). Der 'Staatsanzeiger f�r W�rttemberg berichtet: 'Die Feier des 25-j�hrigen Jubil�ums der hiesigen Synagoge begann gestern mit dem Abendgottesdienste. Nach einem einleitenden Gebete spielte Organist Fink eine Fantasie und lie� dabei die sch�nen Klangwirkungen und die Machtf�lle des Weigle'schen Werkes hervortreten. Die rituellen Ges�nge am Altar wurden von dem Kantor Tannenbaum aus Karlsbad ausgef�hrt. Heute Vormittag 9 Uhr fand der eigentliche Festgottesdienst in der mit Palmen und Lorbeerb�umen aufs reichste dekorierten Synagoge statt, die in Hunderten von Lichtern strahlte. Der Synagogenchor er�ffnete die Feier mit einer Festmotette von Abenheim, die rituellen Ges�nge f�hrte Kantor Gundelfinger aus, die Festpredigt hielt um 10 Uhr Dr. von Wassermann. Heute Abend finden sich die Mitglieder des Kirchenvorsteheramtes bei einem gemeinsamen Mahle im Hotel Degginger zusammen."          

  
Trauergottesdienst f�r den verstorbenen K�nig Karl (1891)       

ImageArtikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Oktober 1891:        

 
Wie schnell die Stuttgarter Gemeinde auch in der 2. H�lfte des 19. Jahrhunderts gewachsen ist, zeigt die Tatsache, dass die Synagoge in der Hospitalstrasse bereits 1875 nicht mehr f�r die Gemeinde ausreichte. Der Gedanke eines Umbaus wurde erwogen und zu diesem Zweck eine Reihe Nachbargrundst�cke erworben. Als Notbehelf wurden seit 1894 an den Hohen Festtagen (Neujahrstag und Vers�hnungstag) Zweitgottesdienste im Festsaal des K�nigsbaus (K�nigstra�e 28), einige Jahre sp�ter im 1910-12 erbauten Gustav-Siegle-Haus (Leonhardsplatz 28) eingerichtet. Noch im Herbst 1938 wurden auch am letztgenannten Ort zu den Hohen Feiertagen Gottesdienste gefeiert. Die Rabbiner der Stadt teilten sich dabei die Gottesdienste auf. Beispielsweise predigte am 1. Neujahrstag, 10. September 1934 in der Stadtsynagoge Rabbiner Dr. Rieger, im Gustav-Siegle-Haus Rabbiner Dr. Auerbach, am 2. Neujahrstag war es umgekehrt.   
   
Bei den immer wieder notwendigen Renovierungen der Synagoge verursachte der sp�tere Einbau einer Heizungsanlage gr��ere Schwierigkeiten, bis 1911 eine technisch befriedigende L�sung gefunden wurde. Auch die Beleuchtung des Geb�udes veranlasste mancherlei Sorgen, bis 1899 die Einrichtung der elektrischen Beleuchtung durchgef�hrt wurde. 
 
Feier zum 50-j�hrigen Bestehen der Synagoge (1912)      

Image Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Januar 1912:           

  
Patriotischer Kriegsgottesdienst in der Synagoge (1917)          

Stuttgart AZJ 09031917.jpg (82461 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. M�rz 1917: "Aus Stuttgart, 13. Februar, berichtet der 'Schw�bische Merkur': Ein besonderer Kriegsgottesdienst fand am Sonntagabend statt. Die kraftvolle Predigt hielt Oberkirchenrat Dr. Kroner. Der Organist Mammel, der die neue Orgel mit tiefem Kunstverst�ndnis meistert, schuf in ergreifendem Vorspiel wehmutsvolle Stimmung, und der Chor brachte unter glanzvoller Mitwirkung von Fr�ulein Elise Zwicky das von seinem Dirigenten Kantor Tennebaum komponierte 'Es toben die V�lker' sowie das altniederl�ndische Volkslied 'Wir treten zum Beten' ergreifend zum Vortrag. Gebet f�r die Verstorbenen schloss den Gottesdienst. Die Spenden f�r Kriegshilfe flossen reichlich."         


Einbruch in der Synagoge (1921)          

Image Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juni 1921: "Stuttgart, 12. Juni (1921). In der Nacht zum 12. Juni ist in der Synagoge zu Stuttgart eingebrochen worden. Es wurden die silbernen Garnituren zu den Torarollen gestohlen, bestehend aus Schild, Zeiger und Aufsatzst�cke. Vor Ankauf der genannten Gegenst�nde werden alle in Betracht kommenden Kreise gewarnt."         


Einweihung des Ehrenmales f�r die Gefallenen im Ersten Weltkrieg in der Synagoge (1922)       

ImageArtikel in der "J�disch-liberalen Zeitung" vom 4. August 1922: "Stuttgart. Enth�llungsfeier einer Ged�chtnistafel. In der hiesigen Synagoge fand Sonntag eine schlichte, ergreifende Feier statt. Sie galt den im Weltkriege gefallenen 92 S�hnen der Stuttgarter israelitischen Gemeinde, deren Andenken man durch Errichtung einer Gedenktafel ehren will. Eine stattliche Versammlung hatte sich hierzu eingefunden. Als Ehreng�ste waren erschienen: Staatspr�sident Dr. Hieber, Generalleutnant Reinhardt, Oberb�rgermeister Dr. Lautenschlager und viele andere hohe Beamten. Die israelitische Oberkirchenbeh�rde und das Kirchenvorsteheramt waren nahezu vollst�ndig vertreten. Die and�chtige Gemeinde f�llte die Synagoge bis auf den letzten Platz. Der Ehrendienst wurde von Mitgliedern des Bundes j�discher Frontsoldaten gestellt. Die Feier wurde mit einem weihevollen Psalm eingeleitet. Hieran schloss sich die Enth�llung der Gedenktafel durch Stadtrabbiner Dr. Rieger. Dieser hielt auch die Weiherede, in der er ausf�hrte: Die Tafel an der Wand lehrt uns den doppelten Idealismus, den Glauben an das Vaterland und an das Bekenntnis der V�ter. In den gro�en Kriegen haben die deutschen Juden ihr Herzblut geopfert, deutsche Ehre wie ihre eigene Ehre, deutsche Schmach wie ihre eigene Schmach empfunden, und doch sei der L�stermund so vieler nicht verstummt. Der deutsche Jude sei seinem Vaterlande treu mit der gleichen Treue, die er Jahrtausende seinem Glaubensbekenntnisse wahrte. In der Stunde der gemeinsamen Not reichten sich alle Deutsche, hoch und niedrig, arm und reich, ohne R�cksicht auf Religion und Partei, die H�nde zur Brudergemeinschaft, nun lodert neuer Hass, lebt neuer Zwist auf. Die Tafel an der Wand soll mahnen.: Glaubt an das Gro�e, glaubt an den endlichen Frieden inmitten der Volksgemeinschaft. Mit den rituellen Gebeten und erhebendem Schlussgesang schloss die von tiefster Weihe erf�llte Feier. Die Gedenktafel, von Architekt Ritter von Graf entworfen und von Bildhauermeister Josef Zeitler ausgef�hrt, tr�gt den dem Liede Davids auf den Tod Sauls und Jonathans entnommenen Spruch: 'Wie sind die Helden gefallen.' F�rs Vaterland, 1914-1918 und auf drei durch S�ulen geschiedene Platten die Namen der Gefallenen. Gekr�nt wird die Tafel durch die stilisierte, von zwei L�wen flankierte Davidskrone und Davidestern. In seiner Einfachheit macht das Ehrenmal einen w�rdigen Eindruck."        

       
W�hrend �ber mehrere Jahrzehnte zu den Gottesdiensten an den hohen Feiertagen die Synagoge nicht ausreichte, konnten die Werktagsgottesdienste in einem im Gemeindehaus Hospitalstrasse 34 eingerichteten Betsaal abgehalten werden. 1936/38 waren in diesem Betsaal die Gottesdienste der Israelitischen Religionsgesellschaft (siehe unten). Nach deren Auszug im Juni 1938 konnte dieser Betsaal renoviert und einige B�nke neu angeschafft werden. Er wurde nun wieder f�r den t�glichen Gottesdienst der Gemeinde genutzt. Da dieser Betsaal im November 1938 nicht zerst�rt wurde, konnten in ihm noch bis 1943 Gottesdienste stattfinden. 1944 wurde das Gemeindehaus bei einem Bombenangriff v�llig zerst�rt.  
   
In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Synagoge in der Hospitalstra�e bereits um 3 Uhr in der Fr�he des 10. November angez�ndet. Eine Stunde zuvor war von SA-Leuten in Zivil und anderen Nationalsozialisten das Synagogentor gewaltsam aufgebrochen worden. Im Inneren sind nach einem Augenzeugenbericht mehrere B�nke �bereinandergeschichtet, mit Benzin �bergossen und angez�ndet worden. Bei der Brandstiftung war die Feuerwehr bereits anwesend, m�glicherweise waren Feuerwehrleute an der aktiven Brandstiftung beteilt. Die Feuerwehr beschr�nkte sich auf einen Schutz der Nachbargeb�ude und konnte, nachdem die Synagoge ausgebrannt und die Ruine gel�scht war, bereits gegen 5 Uhr unter Zur�cklassen einer Brandwache abr�cken. Die Synagoge musste wenige Tage sp�ter abgebrochen werden. Unter der Leitung des Architekten Ernst Guggenheimer verrichteten 15 Juden, die man aus Konzentrationslagern geholt hatte, dieses zugleich gef�hrliche und bedr�ckende Gesch�ft. Die Abbruchsteine der Synagoge wurden an Weing�rtner aus dem Remstal zum Bau von Weinbergmauern verkauft. Den Gelderl�s strich die Gestapo ein. Von der Synagoge blieben nur die Gebotstafeln vom Dach des Geb�udes und das Gefallenendenkmal erhalten, die in der 1952 erbauten Synagoge aufgestellt wurden. 
  

Die Ereignisse beim Novemberpogrom 1938 - 
Bericht im "Stuttgarter Wochenblatt" vom 22. Oktober 2008 �ber einen Vortrag von Stadtarchivar Dr. Roland M�ller (2008)  

Stuttgart Pogrom 1938a.jpg (31475 Byte)Was geschah in Stuttgart in der Reichskristallnacht? - Zum 70. Jahrestag ist ein Quellenheft vom Stadtarchiv herausgegeben.  
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in Stuttgart und ganz Deutschland Synagogen von nationalsozialistischen Gewaltt�tern angez�ndet, j�dische Gesch�fte zerst�rt und an den darauf folgenden Tagen zahlreiche j�dische B�rger in Konzentrationslager verschleppt. Anl�sslich des 70. Jahrestags dieses Pogroms hat das Stadtarchiv Stuttgart in Zusammenarbeit mit Lehrern des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums Stuttgart eine Quellensammlung zu den Ereignissen um den 9. November 1938 in Stuttgart zusammengestellt und speziell f�r den Einsatz in der Schule aufbereitet. 

Der Leiter des Stadtarchivs, Dr. Roland M�ller, hat p�nktlich zum 70. Jahrestag ein neues Quellen- und Arbeitsheft �ber die "Reichskristallnacht" im November 1938 in Stuttgart vorgestellt. An dem Band mitgearbeitet haben die Geschichtslehrer Michael Hoffmann und Karin Winkler vom Eberhard-Ludwigs-Gymnasium sowie J�rgen Lotterer und Roland M�ller vom Stadtarchiv. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, wurden in Stuttgart und Bad Cannstatt die Synagogen von nationalsozialistischen Gewaltt�tern angez�ndet. 
Dies geschah mit Billigung und aktiver Unterst�tzung der staatlichen und kommunalen Beh�rden. Auf die Zerst�rung und Pl�nderung zahlreicher j�discher Gesch�fte folgte die Verschleppung mehrerer hundert j�discher Stuttgarter B�rger in das Konzentrationslager Dachau. Roland M�ller hat den Verlauf der Reichskristallnacht in Stuttgart genau nachrecherchiert, das meiste mit Quellen aus dem Stadtarchiv: In Zivil gekleidete M�nner sperrten den Bereich um die Synagoge noch w�hrend einer Sitzung im Gaupropagandaamt ab. Gegen 2 Uhr drangen SA-Leute und vermummte Gestalten in das Verwaltungsgeb�ude der j�dischen Gemeinde und in die Synagoge ein. 
Sie schichteten Holzb�nke �bereinander, �bergossen diese mit Benzin und legten Feuer. Den vom st�dtischen Branddirektor selbst alarmierten Feuerwehrleuten gebot ihr Chef, sich auf den Schutz der Nachbarschaft zu beschr�nken. Der gut informierte NS-Kurier wusste: "In Stuttgart war es gegen drei Uhr in der Fr�he, als sich der mondbeschienene Himmel von Flammenschein r�tete. Die Synagoge in der Hospitalstra�e brannte lichterloh.". Zur gleichen Zeit brannte die Cannstatter Synagoge, eine leicht brennbare Holzkonstruktion, nieder. Der Leiter der dortigen Feuerwache gestand vor Gericht die Brandstiftung. Gleichzeitig hatten kleine Gruppen, meist in R�uberzivil, mit der Zerst�rung von Ladengesch�ften in der Innenstadt begonnen. 
Offenbar wurden f�r bestimmte Stra�enz�ge und Gesch�fte jeweils kleine Trupps gebildet, die systematisch nach einem einheitlichen Schema vorgingen. Ein Beispiel: Beim Cafe Haimann in der Seidenstra�e 6 schlugen zwei junge, halb vermummte M�nner die Scheiben ein und verw�steten die Auslagen. Am n�chsten Morgen sah man Schaufenster und Fenster des Cafes in Tr�mmern, Vorh�nge teilweise heruntergerissen, Geb�ck und Mobiliar lagen auf der Stra�e. Nach einem Bericht des US-Generalkonsuls waren vor allem die Gesch�fte in der K�nigstra�e und am Marktplatz demoliert. Zerst�rungen und Pl�nderungen hielten entgegen den Befehlen auch am folgenden Tag an. Im Morgengrauen des 10. November begann auf Grundlage der n�chtlichen Befehlen Heydrichs eine Verhaftungswelle. 
Ziel der Verhaftungen war es, den Druck zur Flucht zu erh�hen. Viele �nderten unter dem Eindruck des Pogroms ihre Meinung und entschlossen sich zur Emigration. Die Reichspogromnacht war auch faktisch das Ende der j�dischen Gemeinde in Stuttgart. Soziale Verelendung durch Berufsverbote und viele Selbstmorde folgten. Dieser Pogrom ist ein Schl�sselereignis der Deutschen Geschichte und als Stoff in den Lehrpl�ne der weiterf�hrenden Schulen, im Gymnasium in den Klassenstufen 9, 10 und 12, verankert. Doch je weiter die Zeit voranschreitet, desto dringlicher stellt sich die Frage nach der geeigneten Form der Vermittlung an junge Menschen, die von der "Erlebnisgeneration" durch eine immer gr��ere zeitliche Kluft getrennt werden. 
Geschichtslehrer Michael Hoffmann hat bei seinen Geschichtssch�lern die Erfahrung gemacht, dass gerade die Geschehnisse auf lokaler Ebene auf gro�es Interesse sto�en. Wenn der lokale Bezug da sei, seien ihre Sch�ler und auch Lehrer viel motivierter, sich mit den Geschehnissen auseinander zu setzen, hat auch Karin Winkler beobachtet. Authentische Zeugnisse eignen sich gut, die Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung j�discher B�rger lebendig zu halten. Insbesondere Erlebnisberichte entfalten ihre ersch�tternde Wirkung von ganz allein. Daher hat das Stadtarchiv Stuttgart, zu dessen zentralen Aufgaben auch die historische Bildungsarbeit z�hlt, die Quellensammlung zur Reichskristallnacht in Stuttgart zusammengestellt, kommentiert und f�r den Einsatz in der Schule aufbereitet. 
Der Quellenteil enth�lt zahlreiche Dokumente zur Vorgeschichte des Pogroms seit 1933, zur Inszenierung und propagandistischen Begleitung der Gewalttaten, zum eigentlichen Verlauf und zu den Folgen sowie einschl�giges Bildmaterial. Die im Stadtarchiv aufbewahrten Zeitzeugenberichte j�discher B�rger Stuttgarts, die der Verfolgung entkommen konnten, stellen hierbei die wichtigste Quellengruppe dar. Sie werden unter anderem durch amtliche Dokumente und zeitgen�ssische Pressetexte erg�nzt. Die einzelnen Kapitel sind mit unterrichtspraktischen Fragen und Arbeitsanleitungen versehen. 
Das Heft ist prim�r als Arbeitsmaterial f�r Lehrer an den weiterf�hrenden Schulen Stuttgarts gedacht, ebenso f�r Menschen, die mit der Vermittlung des Themas besch�ftigt sind. Diesen kann es unentgeltlich durch das Stadtarchiv zur Verf�gung gestellt werden (Ansprechpartner J�rgen Lotterer, Telefon: 216-62 43).

 
 
Fotos der Synagoge Hospitalstra�e 

Stuttgart Synagoge 425.jpg (64725 Byte) Stuttgart Synagoge 429.jpg (132614 Byte) Stuttgart Synagoge 424.jpg (48926 Byte)
Architekturzeichnung der 
Synagoge in Stuttgart
Holzstich der Synagoge 
um 1890 
Lithografie von R. Geissler, Berlin;
 rechts das Gemeindehaus
 Abbildung oben in hoher Aufl�sung   Abbildung oben in hoher Aufl�sung   
     
Stuttgart Synagoge 001.jpg (88891 Byte) Stuttgart Synagoge 006.jpg (121106 Byte) a10.jpg (20958 Byte)
Die Synagoge mit der 
Apsis des Toraschreines
 Die Synagoge von der Hospitalstra�e 
aus gesehen - Zeichnung, vermutlich 
nach der Fotografie rechts 
dass., vermutlich Fotovorlage 
f�r die Zeichnung links 
  
  Abbildung oben in hoher Aufl�sung   
     
Stuttgart Synagoge 002.jpg (90783 Byte) Stuttgart Synagoge 920.jpg (33039 Byte) Stuttgart Synagoge 005.jpg (74348 Byte) a14.jpg (22133 Byte)
Innenansichten der Synagoge 
(das Foto rechts ist undatiert - aus dem 
Photo Archiv von Yad Vashem Jerusalem)  
Blick von der 
Frauenempore
Die ehemals auf dem First der 
Synagoge befindlichen Gebotstafeln - 
heute in der neuen Synagoge 
     
 Stuttgart Synagoge 300.jpg (88414 Byte) a12.jpg (6142 Byte)  
Das Gefallenendenkmal f�r die aus 
Stuttgart und Cannstatt gefallenen 
j�dischen Soldaten des 1. Weltkrieg - 
heute in der neuen Synagoge 
Die brennende Synagoge in der
 Pogromnacht November 1938
  
  

Zur Seite �ber die neue Synagoge in Stuttgart (1952) an derselben Stelle: hier anklicken  
   
   
   
Die Synagogen der orthodoxen Israelitischen Religionsgesellschaft  
    
Am 15. Juni 1878 wurde von einer Reihe toratreuer (orthodoxer) Juden die "Israelitische Religionsgesellschaft" gegr�ndet. Ihnen war die Treue zu der von Torageboten bestimmten Tradition wichtiger als die von der liberalen Gemeinde in vielen Bereichen vollzogene Assimilation, vor allem im Bereich des Gottesdienstes. Die Gr�nder der Religionsgesellschaft waren zun�chst zehn M�nner, zu denen bald zwei weitere kamen. Zu ihrem ersten Vorstand bestimmten sie Hermann Gutmann. Der erste Gottesdienst wurde am Sabbat nach Schawuot (Wochenfest) 1878 in einem Betsaal in der Holzstrasse abgehalten. Dieser erwies sich jedoch nach kurzer Zeit als zu klein, worauf ein Betsaal in der Olgastrasse 68 bezogen wurde. 
  
 Einweihung einer von Hermann Gutmann gespendeten Torarolle im Betsaal der Israelitischen Religionsgesellschaft (1890)      

ImageArtikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1890: "Stuttgart, 22. April (1890). Es wird wohl selten der Fall sein, dass der 'Israelit' aus unserer Stadt etwas Erfreuliches zu berichten wei�, hat doch hier die Reform eine solche Ausdehnung gefunden, wie kaum in einem anderen Orte Deutschlands. Wo solch religi�se Zust�nde obwalten ist die Einweihung einer neuen Sefertora (Torarolle) ein besonderes freudenvolles Ereignis, welches auch in weiteren Kreisen bekannt gegeben zu werden verdient.   
Herr Bankier Hermann Gutmann, ein echter Jehudi in des Wortes weitester Bedeutung, lie� bei dem bekannten Sofer Gr�nebaum in Fulda ein Sefer schreiben und vergangenen Samstag wurde dasselbe im Betsaal der Religionsgesellschaft festlich eingeweiht. Unserem Prediger und Vors�nger Herrn Abraham geb�hrt das Verdienst, den Gottesdienst zu einem besonders erhebenden gestaltet zu haben; er hielt eine wohl durchdachte Rede, in welcher er in gedr�ngter K�rze auf die Bedeutung unseres Festes hinwies und im Namen der Gemeinde dem Spender Dank und Anerkennung aussprach. Nach dem Gottesdienst vereinigten sich die Mitglieder bei Herrn Gutmann, wo bei Becher, Gesang und Rede unsere Freude erneuten Ausdruck fand.   
Noch erw�hnen m�chte ich, dass die Schwester des Spenders eigenh�ndig ein pr�chtiges M�ntelchen (Toramantel) stickte und damit eine Arbeit leistete, dessen sich auch ein Sticker vom Fach nicht zu sch�men h�tte.  
M�ge es Herrn Gutmann verg�nnt sein, noch viele Jahre sein Interesse f�r das Judentum zu bet�tigen."          

  
Spenden zur Ausstattung des Betsaales der Israelitischen Religionsgesellschaft (1897)          

ImageArtikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juni 1897: "Stuttgart, 1. Juni (1897). In dem Betsaal der israelitischen Religionsgesellschaft hier, fand vergangenen Schabbat Paraschat Bechukotai eine erhebende Feier statt, die uns bewiesen hat, dass auch in kleinen Gemeinden Gro�es geleistet werden kann. Anl�sslich der Barmizwah seines Sohnes spendete Herr S. Neumann im Verein mit Herrn H. Gutmann einen neuen, pr�chtig ausgestatteten Aron Hakodesch, der dann in w�rdiger Weise seiner Bestimmung �bergeben wurde. Vor einer gro�en Zahl And�chtiger hielt der der Prediger der Gesellschaft, Herr S. Abraham, die Festrede, in beredten, feurigen Worten die W�rdigung eines solchen Geschenks zur Heiligung des g�ttlichen Namens hervorhebend. Ein weiterer pr�chtiger Schmuck ist das sch�ne, in kunstvoller Stickerei ausgef�hrte Parochet (Toraschreinvorhang), ebenfalls ein Geschenk des Herrn Neumann. Herr D. Levy bekundete gleichfalls seinen Sinn f�r religi�ses Wohl tun durch das Spenden eines Ner tamid (ewiges Licht). M�ge es den Herren noch lange verg�nnt sein, segensreich f�r die Religionsgesellschaft zu wirken; sie beweisen uns, dass es in Israel noch M�nner gibt, die ihre h�chste Befriedigung darin finden, f�r das Gemeindewohl zu sorgen. Ehre und Dank ihnen!  J.S."           

  
Einweihung einer neuen Torarolle im Betsaal der Israelitischen Religionsgesellschaft (1898)     

ImageArtikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. M�rz 1898: "Stuttgart, 28. Februar (1898). Vergangenen Sabbat Paraschat Terumah fand in unserer Religionsgesellschaft eine erhebende Feier statt, die den Tag zu einem wahrhaft festlichen gestaltete. Es galt die Einweihung eines neuen Sefer (Torarolle), das eines der Mitglieder, Herr David Levy schreiben lie� und das nun seiner heiligen Bestimmung �bergeben wurde. Wenn auch die Mitgliederzahl eine beschr�nkte, ist es doch in kurzer Zeit das dritte Mal, dass eine solche Feier stattfand, ein Beweis, wie sehr die Mitglieder der Gesellschaft bem�ht sind, das Festhalten an unserer heiligen Religion auf solche Weise zu bekunden, wobei keine Opfer gescheut werden, welcher Art sie auch seien. Mit Gebet und Gesang wurde die Feier in dem festlich geschm�ckten Betsaale eingeleitet; dann sprach der Prediger der Religionsgesellschaft, Herr S. Abraham, in sch�n durchdachten Worten �ber die Bedeutung des Festes an die Worte ankn�pfend: 'Diesen Tag hat der Ewige geschaffen, lasset uns jubeln und uns freuen an ihm' (Psalm 118,24) und weiter ausf�hrend, dass es in Israel noch M�nner gibt, die f�r das Judentum wirken und einstehen. Wir sprechen dabei den Wunsch aus, dass es Herrn Levy und seiner Gemahlin noch lange verg�nnt sein m�ge, in gleichem Sinne weiter zu wirken... Am Nachmittage folgten alle Mitglieder, Herren und Damen, einer Einladung von Herrn und Frau Levy in das Caf� Neumann, die auch Herr Kirchenrat Dr. Kroner mit seiner Anwesenheit beehrte. Mit wohlgelungenen Reden von Seiten des Herrn Kirchenrats, des Vorstehers Herrn H. Gutmann und des Herrn Abraham fand der Tag einen sch�nen, w�rdigen Abschluss. S."       

 
Die Religionsgesellschaft stellte einen eigenen Lehrer an, der f�r den Unterricht, das Vorbeten und die Schechita (koschere Schlachtung) zust�ndig war. Jahre sp�ter hatte man auch einen eigenen Rabbiner (Dr. Ansbacher von 1919-1935, danach Dr. Bamberger seit 1925). 
   
Ende der 1920er-Jahre umfasste die Religionsgesellschaft etwa 50 Familien der Stuttgarter Gemeinde. Zu keiner Zeit kam es zu einer Trennung von der Gesamtgemeinde; die Mitglieder der Religionsgesellschaft blieben Mitglieder der gro�en Stuttgarter Gemeinde. 
  
Die Bets�le scheinen bis Anfang des 20. Jahrhunderts mehrfach gewechselt zu haben, als Adressen werden auch Urbanstrasse 6 und Alexanderstrasse 52 angegeben (Zelzer), bis 1906 ein Betsaal im Erdgeschoss des Hinterhauses der Rosenstrasse 37 eingerichtet wurde (davon haben sich keine Spuren erhalten; hier ist heute ein kleiner Spielplatz angelegt). 
    
Erster Gottesdienst in der neuen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1906)  
Anmerkung: es wird sich sicher um den Betsaal im Hinterhaus der Rosenstra�e 37 handeln. Erstmals wird dieser im "Verzeichnis ... der israelitischen Gemeinde" vom Januar 1909 genannt.      

ImageArtikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 3. August 1906: "Stuttgart. In unserer Religionsgesellschaft hatten wir am Schabbos Paraschat Pinchos einen feierlichen Gottesdienst. Diese besondere Feierlichkeit galt dem ersten Gottesdienst in dem neu gemieteten Lokale, welches von nun an als Synagoge dienen soll. In beredten, ergreifenden Worten gab Herr Lehrer Sulzbacher der Freude Ausdruck, dass die Religionsgesellschaft festen Fu� fasse, wie dies aus der Vermehrung der Mitgliederzahl in j�ngster Zeit ersichtlich sei, und sprach den Wunsch aus, dass in nicht zu ferner Zeit der gemietete Raum einem eigenen Haus weichen m�ge."         

    
Stiftung eines Almemors und eines Chanukkaleuchters f�r den Betsaal der Israelitischen Religionsgesellschaft (1908)      

ImageArtikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Dezember 1908: "Stuttgart, 12. Dezember (1908). Sie berichteten vor kurzem von dem 30-j�hrigen Jubil�um der Israelitischen Religionsgesellschaft. Gewisserma�en als nachtr�gliche Jubil�umsgabe wurde unserer Gesellschaft von den Mitgliedern, Herrn K. Ehrlich und seinen 3 S�hnen ein neuer Almemor gestiftet. Damit wandelte sie die primitive St�tte, von der bisher das Gotteswort verlesen wurde, in eine wahrhafte Zierde unserer kleinen Synagoge um. Der Almemor ist in Eichenholz ausgef�hrt und wird an den vier Ecken von prachtvollen Kandelabern �berragt. Der Familie Ehrlich, welcher vom Vorstande eine kunstvoll ausgef�hrte Adresse �berreicht wurde, sei auch an dieser Stelle herzlichst gedacht. - Aus demselben Anlasse stiftete Herr Veit Merzbacher eine gro�e Chanukka-Menauroh (Chunukka-Leuchter). Bei dieser Gelegenheit m�chten wir nicht unerw�hnt lassen, dass sich die Israelitische Religionsgesellschaft auch in andersdenkenden Kreisen einer immer zunehmenden Gunst und Anerkennung erfreut. So wurden ihr in den letzten Tagen, von den Erben der fr�her in Hechingen wohnhaften Familie Hayum eine gr��ere Stiftung �berreicht."         

  
Um 1928 reichte der Betsaal in der Rosenstra�e infolge der damals wachsenden Zahl der Mitglieder jedoch nicht mehr aus. Man plante den Erwerb eines anderen Geb�udes zur Einrichtung eines neuen Betsaales. Im Sommer 1930 konnte Regierungsbaumeister Dr. Bloch in der j�dischen Abteilung der Stuttgarter Ausstellung f�r kirchliche Kunst ein Modell einer neuen Synagoge f�r die Israelitische Religionsgesellschaft in Stuttgart pr�sentieren. Zur Ausf�hrung eines Synagogenneubaus kam es jedoch erst 1933, als nach dem Plan von Architekt Rasch in der Schlosserstrasse 2 "eine einfache, aber �u�erst w�rdige Synagoge entstand, deren Ausstattung ebenso stilvoll wie anheimelnd" war (Beschreibung in der Gemeindezeitung vom 15.2.1934). Am 3. Februar 1934 wurde dieser Betsaal mit einem Festgottesdienst eingeweiht. Die Torarollen wurden dabei eingebracht. Rabbiner Dr. Bamberger hielt die Festpredigt in dem ansonsten von Vorbeter Moses Zanger gehaltenen Gottesdienst. Stadtrabbiner Dr. Rieger hielt eine Ansprache. Ein M�nner- und Knabenchor der Religionsgesellschaft umrahmte die Feier. 
   
Einweihung der neuen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1934)    

ImageArtikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. M�rz 1934: "Stuttgart, 28. Februar (1934). Ein lang gehegter Wunsch der Israelitischen Religionsgesellschaft wurde mit Gottes Hilfe am 1. Februar 1934 erf�llt. An diesem tage wurde n�mlich die Einweihung der neuen Synagoge festlich begangen. Man kann ruhig behaupten, es war ein Ehren- und Freudentag f�r jedes einzelne Mitglied, insbesondere aber f�r den allseitig verehrten Rabbiner, Herrn Dr. SImon Bamberger. Der Einweihung voraus ging eine schlichte Abschiedsfeier im alten Lokal in der Rosenstra�e. In zu Herzen gehenden Worten gedachte Rabbiner Dr. Bamberger vor dem Verlassen des alten Betsaals jener braven und gottesf�rchtigen M�nner, die an dieser St�tte gewirkt haben. Ferner dankte Rabbiner Dr. Bamberger den Mitgliedern der Israelitischen Religionsgesellschaft f�r das ihm in so hohem Ma�e entgegengebrachte Vertrauen. Den anwesenden G�sten kam es bei diesen schlichten, tief bewegten Worten so recht zum Bewusstsein, was f�r ein inniges Verh�ltnis zwischen Gemeinde und Rabbiner besteht. Anschlie�end daran fand die Einweihung der Synagoge in der Schlosserstra�e statt. Nach einem von Frau Zippert einstudierten und Rechnungsrat Wi�mann dirigierten M�nner und Knabenchor wurde nach den Umg�ngen eingehoben (sc. die Torarollen wurden eingebracht). Alsdann begr��te der Vorsitzende der Vorsitzende der Religionsgesellschaft, Herr Abraham Kulb, die Erschienenen, besonders die Vertreter des Israelitischen Oberrats und die Vertreter der Israelitischen Hauptgemeinde in Stuttgart. Der Redner dankte Rabbiner Dr. Bamberger f�r sein bisheriges hingebungsvolles Wirken und bat ihn, auch in Zukunft der treue F�hrer der Religionsgesellschaft zu sein. Nun richtete Dr. Bamberger tief empfundene Worte an die Gemeinde. Seine Ausf�hrungen gipfelten an der Feststellung 'Israel chaj' (Israel ist lebendig) und wird auch weiterleben, wenn wir alle am Glauben unserer V�ter treu und stark festhalten werden. Herr Stadtrabbiner Dr. Rieger sprach dann f�r den Israelitischen Oberrat und mit besonders herzlichen Worten Herr Oskar Rothschild f�r das Israelitische Vorsteheramt Stuttgart. Ferner sprachen noch Herr Rabbiner Dr. Bamberger sen. (Kissingen) und Rabbiner Dr. Neuwirth (fr�her Ichenhausen). F�r die Israelitische Religionsgesellschaft Heilbronn �berbrachte Herr Lehrer Flamm in gut gew�hlten, herzlichen Worten die Gl�ckw�nsche der Israelitischen Religionsgesellschaft Heilbronn. F�r den Verein Linath Hazedek �bermittelte David Horowitz die Gl�ckw�nsche. Ein feierlicher Maariw-Gottesdienst mit Chorgesang beendigte die wohl jedem in Erinnerung bleibende eindrucksvolle und w�rdige Feier. Herr M. Zanger hat hier wiederum in hervorragender Weise, wie seit langem ehrenamtlich als Vorbeter fungiert. M�ge auch fernerhin Gottes Segen auf dieser neuen Gebetsst�tte der Religionsgesellschaft und auf allen, die sich dort zum Gebet versammeln, ruhen.  
Am Abend des 4. Februar vereinten sich nochmals die Mitglieder der Religionsgesellschaft, um die Einweihung der neuen Synagoge abschlie�end freudig zu begehen. Ansprachen mit heiteren vortr�gen wechselten ab und schufen bald eine Atmosph�re freundlicher Gemeinsamkeit. In freudiger Stimmung blieben so die Anwesenden noch lange zusammen."              

     
Aus nicht bekannten Gr�nden konnten die Gottesdienste der Religionsgesellschaft seit 1936/37 nicht mehr in der Schlosserstrasse gefeiert werden. Die Religionsgesellschaft benutzte f�r etwa anderthalb Jahre hierf�r den Betsaal im j�dischen Gemeindehaus in der Hospitalstrasse 34. 1938 wurde ein neuer Betsaal im Haus Gartenstrasse 30 eingerichtet. Planung und Bauleitung lag in den H�nden von Regierungsbaumeister Guggenheimer. Am 2. Juni 1938 war die feierliche Einweihung dieses Betsaales. Nach dem von Lehrer Roberg geleiteten Mah tauwu der Knaben wurden die Torarollen in die Heilige Lade eingebracht. Adolf Kulb hielt die Begr��ungsrede; Rabbiner Dr. Bamberger entz�ndete das ewige Licht. Von Oberrat war Pr�sident Dr. Siegfried Gumbel erschienen. Es schloss sich das Abendgebet an, das der Vorbeter der Religionsgesellschaft Moses Zanger leitete.
  
In der Pogromnacht im November 1938 blieb dieser Betsaal unzerst�rt. Das Geb�ude an der Ecke Gartenstrasse (heute Fritz-Elsas-Stra�e)/Hospitalstrasse wurde jedoch im Krieg v�llig zerst�rt. Nach 1945 ist das Grundst�ck neu bebaut worden.  
  
  
 
Fotos zu den Bets�len der Religionsgesellschaft   

Betsaal Rosenstra�e 35/37 
1906 bis 1934 
Stuttgart Synagoge 420.jpg (65613 Byte) Stuttgart Synagoge 421.jpg (80070 Byte)
  In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis Anfang 1934 befand sich der Betsaal in 
einem Hintergeb�ude (ehemals auf der freien Fl�che Foto rechts) zum 
Geb�ude Rosenstra�e 35/37 (Foto links) 
     
Betsaal Schlosserstra�e 2 
1934 bis 1936/37 
Stuttgart Synagoge 422.jpg (61001 Byte) Stuttgart Erinnerungen 167.jpg (97032 Byte)
  Seit 1934 befand sich der Betsaal der Religionsgesellschaft im Geb�ude Schlosserstra�e 2  
   
Stuttgart Erinnerungen 168.jpg (90062 Byte) Stuttgart Erinnerungen 169.jpg (57472 Byte) Stuttgart Erinnerungen 170.jpg (52326 Byte)
Blick auf die Fenster des Erdgeschosses,
 hinter denen der Betsaal lag  
Blick auf die �stliche Wand des Betsaales,
 wo sich der Toraschrein befand  
Blick in den Betsaal vom 
Bereich des Frauenabteils  
     
Stuttgart Erinnerungen 171.jpg (52180 Byte) Stuttgart Erinnerungen 172.jpg (52562 Byte) Stuttgart Erinnerungen 173.jpg (47974 Byte)
Blick auf den abgegrenzten Bereich 
des Frauenabteils (nach 1945 
vermutlich erneuert)
Blick in den Bereich des Betsaales des M�nner. Die auf dem Foto rechts zu 
sehende Abgrenzung f�r ein weiteres Zimmer wurde nach 1945 vorgenommen.
   

   
   
   
Der Betsaal des ostj�dischen Vereins "Linath Hazedek"     
(Hinweis auf das Haus Kasernenstra�e 13 von Wolfgang Kress, Stuttgart)     
   
Um 1895 zogen in Stuttgart die ersten ostj�dischen Familien zu, darunter Mendel Fu�mann, der mit anderen ostj�dischen Glaubensgenossen den Verein "Linath Hazedek" ("St�tte der Wohlt�tigkeit") begr�ndete. Fu�mann war jahrelang der Vorsitzende dieses Vereins. Ein Betsaal befand sich zeitweise (wann?) in der Gei�stra�e 1, dann nach den Verzeichnissen der israelitischen Gemeinde 1914 in der Eberhardstra�e 54, 1917/23 in der Marienstra�e 3.   
    
Seit 1927 bem�hte sich der Verein um die Einrichtung eines gr��eren Betsaales mit geeigneten Nebenr�umen f�r die Bibliothek und einen Lesesaal. Die bisherigen R�umlichkeiten entsprachen "weder der Zeit noch der W�rde ihres Zweckes". Unter gro�en Opfern der Familien des Vereins wurde das Geld f�r einen neuen Betsaal zusammengebracht. Am 30. M�rz 1928 konnte hinter dem Haus von Seeligmann Hirsch Kasernenstrasse 13 (Hinterhaus 1. Stock, heute Leuschnerstra�e) dieser neue Betsaal feierlich eingeweiht werden. Unter den Kl�ngen des Liedes "Mah towu" wurden die Torarollen von den Gemeindeleitern und von Ehreng�sten in den Betsaal getragen. Der damalige Vorsitzende M. Pariser begr��te die zahlreichen G�ste, unter ihnen die Vertreter des Israelitischen Oberrates, des Vorsteheramtes der Gemeinde und der Religionsgesellschaft. Stadtrabbiner Dr. Rieger entz�ndete vor der Heiligen Lade das "ewige Licht" und hielte die Weihepredigt. Nach drei Umz�gen um den Almemor wurden die Torarollen in die Heilige Lade gestellt. Das anschlie�ende Nachmittags- und Freitagabendgebet wurde von Oberkantor Schreiber aus Berlin geleitet.  
     
�ber die Geschichte dieses Betsaales nach 1933 ist nichts bekannt. Auf dem Grundst�ck der fr�heren Kasernenstrasse (heute Leuschnerstrasse) 13 haben sich keine Spuren erhalten. Das Grundst�ck wurde nach 1945 neu bebaut. 
   
   
Fotos zum Betsaal von "Linath Hazedek"   

Stuttgart Synagoge 419.jpg (59469 Byte)  Stuttgart Synagoge 418.jpg (67406 Byte) Stuttgart Synagoge 410.jpg (44762 Byte) Stuttgart Adressbuch 1932a.jpg (48650 Byte) Stuttgart Adressbuch 1932 Kasernenstrasse.jpg (135969 Byte) 
Zeitweise war der Betsaal von 
Linath Hazedek im Geb�ude Gei�stra�e 1
  
 Um 1917/23 befand sich der Betsaal von 
Linath Hazedek in der Marienstra�e 3 
  
Stuttgarter Adress-Buch 1932 mit Nennung des Betsaales 
von Linath Hazedek im Hinterhaus zur Kasernenstra�e 13 
(Haus des Seeligmann Hirsch)   

  
  
  
Der Betsaal des ostj�dischen Vereins "Esras Achim"         
    
1908 wurde der Verein "Esras Achim" von einer Reihe russisch-j�discher Zigarettenarbeiter und sonstiger Handwerker auf Veranlassung von Moses Rappoport (1874-1924) gegr�ndet. Ziel des Vereins war, f�r die russischen Juden in Stuttgart "einen eigenen Gottesdienst nach heimatlicher Sitte einzurichten und kameradschaftliche Gemeinsamkeit zu pflegen" (Gemeindezeitung IV,24 vom 16.3.1928 S. 736). "Heimatliche Sitte" bedeutete das Festhalten an streng orthodoxen Traditionen, vor allem auch die Pflege des t�glichen Gottesdienstes. Es wurden nur Mitglieder zugelassen, die die Sabbatvorschriften und rituellen Gebote streng beachteten. Rappoport stand bis zu seinem Tod an der Spitze des Vereines. Sein Nachfolger war Heinrich Scher, der freilich bereits 1925 starb. In den folgenden Jahren waren die Leiter des Vereins H. Wikler und S. Kleiners. Am 4. M�rz 1928 konnte der Verein sein 20j�hriges Bestehen mit einer Feier im B�rgermuseum gehen. Stadtrabbiner Dr. Rieger hielt dabei die Festrede. Der Betsaal von "Esras Achim" war zun�chst in einem Haus am Wilhelmsplatz (1912 eingest�rzt, siehe Bericht unten), seit 1928 im Erdgeschoss der Marienstrasse 3 (fr�herer Betsaal von Linath HaZedek, siehe oben; Eigent�mer des Betsaales war die Israelitische Religionsgesellschaft). 
  
Das Haus mit dem Betsaal der russischen Juden ist eingest�rzt (1912)  

Stuttgart AZJ 11091912s.jpg (46974 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. September 1912: "Aus Stuttgart wird gemeldet: Am vorigen Sabbat st�rzte unter gro�em Krach pl�tzlich das Haus am Wilhelmsplatz ein, in welchem sich der Betsaal der russischen Juden befang. Gl�cklicherweise waren der Gottesdienst und auch der Jugendunterricht bereits beendet und die R�umlichkeiten deshalb leer, sodass Menschen nicht verletzt wurden. Die Synagoge wurde vollst�ndig zerst�rt, nur die heilige Lade blieb intakt."        

     
    
   
 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte       

November 2018: Erinnerung an den Novemberpogrom 1938       
Artikel von Heidemarie A. Hechtel in der "Stuttgarter Zeitung" vom 5. November 2018: "Stuttgart. 80 Jahre Reichspogromnacht in Stuttgart. Um 3 Uhr fr�h brannten die Synagogen nieder. - Eine Stuttgarter J�din erinnert sich an den 9. November 1938 in Stuttgart: Am n�chsten Morgen nach der Reichspogromnacht wird ihr Vater verhaftet. Danach steht der Entschluss der Familie fest.
Stuttgart - Laut Nazi-Jargon hat sich in dieser Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 spontan die Emp�rung der B�rger gegen die Juden Bahn gebrochen. In gewaltt�tigen Ausschreitungen der SA und des braunen Mobs unter den Augen der Polizei, die angewiesen war nicht einzuschreiten. Mit unvorstellbarem Vandalismus wurden auch in Stuttgart j�dische Gesch�fte wie das Kaufhaus Tanne in der T�binger Stra�e, das Radiogesch�ft Jacobs in der Hauptst�tter Stra�e und das Schuhhaus Speier zerst�rt und gepl�ndert, Juden nachts aus den Betten geholt, geschlagen, misshandelt und verhaftet, und die Synagogen in Brand gesetzt. Um 3 Uhr fr�h standen die Synagoge in der Hospitalstra�e und das zweite j�dische Gotteshaus in der K�nig-Karl-Stra�e in Bad Cannstatt in Flammen. Der Chef der Stuttgarter Feuerwehr, Branddirektor August Bender, und sein Kollege aus Bad Cannstatt, Werner Reutlinger, hatten das Benzin daf�r bereitgestellt. Ihre Leute durften nicht l�schen, sondern lediglich ein �bergreifen des Feuers auf die Nachbarschaft verhindern.
Ahnungslos in die Schule gegangen. In der Hohenstaufenstra�e 17A wohnte damals die 14-j�hrige Charlotte mit ihren Eltern Claire und Manfred Nussbaum, ihrem Bruder Ernst und der Gro�mutter Siegmunde Friedmann. Friedmanns besa�en ein W�schegesch�ft in der Adlerstra�e, in dem auch der Vater, urspr�nglich als Dirigent ausgebildet, arbeitete. Die Mutter betrieb eine Praxis als Heilgymnastin. 'Es ist kaum zu glauben, aber wir wussten in dieser Nacht nicht, was sich in Luftlinie h�chstens zwei Kilometer entfernt abspielte und welche Gefahr drohte', erz�hlte die heute 94-J�hrige vor zehn Jahren anl�sslich des 70. Jahrestages. Weder der L�rm klirrender Scheiben, was den Volksmund zu der reichlich flapsigen Bezeichnung 'Reichskristallnacht' animierte, noch die Rauchwolken erreichten die stille Stra�e im Stuttgarter S�den. Ahnungslos sei sie morgens in ihre Charlotten-Realschule gegangen und dort sofort zum Direktor bestellt worden: 'Ein begeisterter Nazi mit Parteiabzeichen und Braunhemd', der Charlotte erkl�rte, dass sie sofort die Schule verlassen und nie mehr wiederkommen solle. Fassungslos habe sie gefragt, warum. Weil es f�r sie zu gef�hrlich sei, habe er geantwortet. 'Niemand von meinen Mitsch�lern ist heute morgen mit einem Gewehr in die Schule gekommen', reagierte Charlotte selbstbewusst und wundert sich bis heute, 'woher ich die Nerven daf�r hatte'. Sie habe die Schule hoch erhobenen Hauptes verlassen. Aber es kam noch schlimmer: Ihr Vater wurde am n�chsten Morgen um 6 Uhr abgeholt und weggebracht. Manfred Nussbaum hatte mehr Gl�ck als 400 andere j�dische M�nner aus Stuttgart, die nach Dachau oder Welzheim ins Lager gebracht wurden, wo zwei Stuttgarter, Nathan Fr�hlich und Arthur Hirsch, die Torturen nicht �berlebten. Nussbaum kam nach ein paar Tagen wieder nach Hause. 'Vielleicht, weil er gerade eine Operation hinter sich hatte und noch sehr schwach war. Vielleicht aber auch, weil der Polizeichef kein �berzeugter Nazi war und Mitleid hatte', r�tselt Charlotte, verheiratete Isler, noch heute. Aber eines sei nun klar geworden: 'Es war h�chste Zeit f�r die Emigration.' Bis dahin habe ihr Vater immer noch optimistisch auf eine Besserung der Lage gehofft, nun brachte nur noch die Flucht aus Deutschland Rettung.
Attentat als Begr�ndung f�r Volkszorn. Angeblich war diese Orgie von Gewalt und Vandalismus die Reaktion der Bev�lkkerung auf ein Attentat zwei Tage zuvor in Paris. Der 17-j�hrige Hermann Gr�nspan alias Herschel Grynszpan aus Hannover hatte in der deutschen Botschaft den Legationssekret�r Ernst vom Rath niedergeschossen und t�dlich verwundet, nachdem er erfahren hatte, dass seine Eltern, Juden mit polnischer Staatsangeh�rigkeit, an die polnische Grenze zwangsverschleppt worden waren. 'Weil Polen sie', erkl�rt Roland M�ller, der Leiter des Stuttgarter Stadtarchivs, 'sie wie tausende andere, die einmal ins deutsche Reich gezogen waren, ausb�rgern wollte.' Auch in Stuttgart lebten 1933 373 j�dische B�rger mit polnischer Staatsangeh�rigkeit. Ihre Verhaftungen begannen bereits am Morgen des 28. Oktober 1938, wei� M�ller. Die Deportationen und Aussetzungen an der polnischen Grenze folgten. 'Dieses Attentat als Begr�ndung f�r den angeblichen Volkszorn kam den Nazis wohl gerade recht', sagt M�ller, der vor 40 Jahren seine Zulassungsarbeit zum Staatsexamen �ber dieses Pogrom schrieb. 'In Wirklichkeit', so M�ller, 'war dieser Auftakt zu systematischen Deportationen und Holocaust eine wohl inszenierte Aktion.' Der 9. November habe sich daf�r geradezu angeboten. Denn an diesem Tag pflegte die NS-Bewegung die Toten des missgl�ckten Putsches am 9. November 1923 an der M�nchner Feldherrnhalle zu ehren. Es sei vor allem ein Feiertag der SA gewesen, die nach Kranzniederlegung und abendlicher Kundgebung den Tag gem�tlich in Bierhallen und SA-Heimen habe ausklingen lassen. Dem sei die mittern�chtliche Vereidigung der SS-Bewerber im Hof des neuen Schlosses samt �bertragung der Reden Adolf Hitlers und Heinrich Himmlers aus M�nchen gefolgt. Es war also, folgert M�ller, ein Leichtes, die professionellen Schl�gertrupps f�r den angeblichen und von Gaupropagandaleiter Adolf Mauer organsierten Volkszorn zu mobilisieren.
Anklage gegen Branddirektor. Es wird �berliefert, dass der christliche Hausmeister aus der brennenden Synagoge in der Hospitalstra�e eine Torarolle gerettet hat. Die Kuppel dieses im orientalischen Stil erbauten Tempels st�rzte ein, �brig blieb eine angekohlte Ruine. 15 Mitglieder der Gemeinde mussten unter der Leitung des Architekten Ernst Guggenheimer die Mauern des Gotteshauses abtragen. Guggenheimer �berlebte und wurde mit dem Wiederaufbau der Synagoge, dem ersten Synagogen-Neubau in der jungen Bundesrepublik, beauftragt. Die Synagoge in Cannstatt, eine Holzkonstruktion, brannte total ab. An sie erinnert eine Gedenkst�tte. Im Mai 1946 erhob die Stuttgarter Staatsanwaltschaft Anklage gegen Branddirektor August Bender, den Leiter der Feuerwache Bad Cannstatt, Werner Reutlinger, und zwei weitere Angeklagte. Bender wurde 1947 in zweiter Instanz zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Familie Nussbaum verlie� Stuttgart am 10. April 1939 f�r immer in Richtung New York, Verwandte in den USA hatten geb�rgt. Die Gro�mutter war in Stuttgart geblieben, 'weil sie nicht zur Last fallen wollte'. Heute erinnert ein Stolperstein vor dem Haus Hohenstaufenstra�e 17A an Siegmunde Friedmann, die 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde und dort am 5. April 1944 mit 72 Jahren zu Tode kam. Ihre Enkelin, Charlotte Isler, lebt in der N�he von New York und hat viele Beziehungen zu Stuttgart. Nachdem sie sich vehement f�r die Erhaltung des Hotels Silber eingesetzt hat, will sie der Einladung zur Einweihung im Dezember unbedingt Folge leisten."  
Link zum Artikel  

    
   

  

Links und Literatur   

Links:  

bulletWebsite der Stadt Stuttgart   
bulletWebsite der Israelitische Religionsgemeinschaft in W�rttemberg in Stuttgart      
bulletGesellschaft f�r christlich-j�dische Zusammenarbeit Stuttgart - Projekt Schule   
bullet"Stiftung Geissstrasse 7" in Stuttgart, verschiedene Formen der Erinnerung, unter anderem mit Gedenkbl�ttern f�r einige j�dische Pers�nlichkeiten in Stuttgart (u.a. Joseph S�� Oppenheimer, Eduard Pfeiffer)     
bullet"Zeichen der Erinnerung" - Verfolgung und Vernichtung w�rttembergischer Juden - Der Innere Nordbahnhof Stuttgart als Tatort   
bulletInfoseiten zu "Stuttgart im nationalsozialistischen Deutschland 1933-1945"  
bulletStolpersteine in Stuttgart (zahlreiche Informationen und Biographien zu j�dischen Personen aus Stuttgart) 
bullet�bersicht �ber die in den "Central Archives for the History of the Jewish People" (CAHJP) in Jerusalem vorhandenen Archivalien der j�dischen Gemeinde Stuttgart: pdf-Datei hier anklicken  
bulletWebsite von Dietmar N�her zur j�dischen Verfolgungsgeschichte in Stuttgart  
    
bulletInformationsseite zum Projekt von Lutz Schelhorn und Stefan Mellmann: "Die Chemie der Erinnerung" - am Ort der Deportation der Stuttgarter Juden am Nordbahnhof 
   
bulletZum Synagogenarchitekten Adolf Wolff (interner Link)  
bulletInformationen zur Stuttgarter Familie Benedict (zusammengestellt von Rolf Hofmann, Stuttgart, interner Link):     
-   Family sheet Baruch Benedict of Kriegshaber + Stuttgart    
-   Family sheet Sir Julius Benedict of Stuttgart + Naples (Italy) + London   

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der j�dischen Gemeinde Stuttgart 
In der Website des Landesarchivs Baden-W�rttemberg (Hauptstaatsarchiv Stuttgart) sind die Personenstandsregister j�discher Gemeinden in W�rttemberg, Baden und Hohenzollern einsehbar: https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=5632     
Zu Stuttgart sind vorhanden:    
J 386 B�. 533  Stuttgart Geburten 1866 - 1870  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446753   
J 386 B�. 534  Stuttgart Geburten 1878 - 1887  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446754 
J 386 B�. 535  Stuttgart Geburten 1871 - 1875  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446755     
J 386 B�. 536  Stuttgart Geburten 1875 - 1878  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446756     
J 386 B�. 537  Stuttgart Proklamationsschein, Geburtsregister, Eheregister, Familienbuch, Schutzpockenimpfschein, verschiedene Urkunden, Entlassungsschein 1869 - 1871  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446757   
J 386 B�. 538  Stuttgart Eheschlie�ungen Trauungsurkunden 1875 - 1878  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446758   
J 386 B�. 539  Stuttgart Eheregister, Geburtsregister, Schulzeugnis, verschiedene Urkunden, Impfschein 1872 - 1874 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446759   
J 386 B�. 540  Stuttgart Eheschlie�ungen 1873 - 1874 verschiedene Urkunden http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446760  
J 386 B�. 541  Stuttgart Eheschlie�ungen 1880 - 1887  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446761   
J 386 B�. 542  Stuttgart Eheschlie�ungen 1888 - 1893  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446762   
J 386 B�. 543  Stuttgart Eheschlie�ungen 1891 - 1937  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446763   
J 386 B�. 544  Stuttgart Sterbef�lle 1891 - 1895 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446764    
J 386 B�. 545  Stuttgart Geburten 1875 - 1901 - Einbruchsversicherung - Verzeichnis schulpflichtiger Kinder 1854   http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446765  
J 386 B�. 546  Stuttgart Leichenscheine 1913 - 1950  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446766    
J 386 B�. 547  Stuttgart Eheschlie�ungen 1894 - 1897 Bescheinigungen aus verschiedenen Orten  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446767  
J 386 B�. 548  Stuttgart Eheschlie�ungen 1908 - 1907 Bescheinigungen aus verschiedenen Orten  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446768  
J 386 B�. 549  Stuttgart Eheschlie�ungen 1898 - 1905 Bescheinigungen aus verschiedenen Orte    http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446769  
J 386 B�. 550  Stuttgart Geburten 1852 - 1867, Eheschlie�ungen 1832 - 1867, Sterbef�lle 1834 - 1867 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446770   
J 386 B�. 551  Stuttgart Familienbuch 1794 - 1814   http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446771 
J 386 B�. 552  Stuttgart Geburten 1864 - 1869 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446772    
J 386 B�. 553  Stuttgart Trauscheine, Proklamationsscheine, verschiedene Urkunden, Sonntagsschul-Entlassschein, Ausz�ge aus den Registern http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446773  
J 386 B�. 554  Stuttgart Eheschlie�ungen 1832 - 1859 verschiedene Trauungsurkunden  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446774  
J 386 B�. 555  Stuttgart Familienbuch 1856 - 1863 Impfscheine, Entlassscheine, Geburtsscheine, Eheregister http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446775   
J 386 B�. 556  Stuttgart Eheschlie�ungen 1851 - 1860 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446776  
J 386 B�. 557  Stuttgart 1864 - 1865 Eintritt ins B�rgerrecht, Verschiedene Urkunden, B�rgerbrief, Schulentlassschein, Trauscheine, Eheregister   http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446777   
J 386 B�. 558  Stuttgart 1868 - 1869 Geburtsregister, Eheregister, Impfscheine, verschiedene Urkunden, Schulentlassungsscheine, B�rgerbrief  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446778             
 
Hinweis auf die Dokumentation der j�dischen Grabsteine in Baden-W�rttemberg des Landesdenkmalamtes Baden-W�rttemberg   
Im Bestand  https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=24368  auf der linken Seite bei "Stuttgart" �ber das "+" zu den einzelnen Grabsteinen.  
Zum Hoppenlaufriedhof Israelitischer Teil sind 207 Grabsteine dokumentiert  (mit Fotos) 
Zum Pragfriedhof Israelitischer Teil sind 2373 Grabsteine dokumentiert (mit Fotos)    
Im Bestand EL 228 b I B�. 11 finden sich zu den j�dischen Friedh�fen in Stuttgart - Hoppenlaufriedhof, Pragfriedhof, Hauptfriedhof Steinhaldenfeld, Friedhof Bad Cannstatt  Belegungspl�ne  Belegungspl�ne http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-1878336         

 Literatur (kleine Auswahl):  

bulletPaul Sauer: Die j�dischen Gemeinden in W�rttemberg und Hohenzollern. 1966. S. 164-172.
bulletGermania Judaica II,2 S.809ff III,2 S. 1441-1443. 
bulletFestschrift zum 50-j�hrigen Jubil�um der Synagoge zu Stuttgart. Hg. vom Israelitischen Kirchenvorsteheramt Stuttgart. 1911.
bulletMaria Zelzer: Weg und Schicksal der Stuttgarter Juden. Stuttgart 1964.
bulletdies.: Stuttgart unterm Hakenkreuz. Chronik aus Stuttgart 1933-45. Stuttgart 1984�
bulletJoachim Hahn: Hoppenlaufriedhof, Israelitischer Teil (Friedh�fe in Stuttgart 2. Ver�ffentlichungen des Stadtarchivs Stuttgart 40) Stuttgart 1988. 
bulletders.: Pragfriedhof, israelitischer Teil (Friedh�fe in Stuttgart 3. Ver�ffentlichungen des Stadtarchivs Stuttgart 57) Stuttgart 1992.
bulletRoland M�ller: Stuttgart zur Zeit des Nationalsozialismus. 1988.
bulletVerschiedene Beitr�ge in der Reihe "Stuttgart im Dritten Reich". Ausstellung des Projekts Zeitgeschichte. 5 Bde. 1984.
bulletSiegfried D�schler-Seiler: Auf dem Weg in die b�rgerliche Gesellschaft. Joseph Maier und die j�dische Volksschule im K�nigreich W�rttemberg. (Ver�ffentlichungen des Stadtarchivs Stuttgart 73) 1997.
bulletPaul Sauer/Sonja Hosseinzadeh: J�disches Leben im Wandel der Zeit. 170 Jahre Israelitische Religionsgemeinschaft. 50 Jahre neue Synagoge in Stuttgart. 2002 (hier weitere Literatur)  
bulletSigrid Br�ggemann / Roland Maier: Auf den Spuren j�dischen Lebens. Sieben Streifz�ge durch Stuttgart. ISBN 3-89657-144-3. Erschien 2018. Weitere Informationen zum Buch: http://www.schmetterling-verlag.de/page-5_isbn-3-89657-144-3.htm .   
bulletMelanie Elze / Rosemarie Godel-Ga�ner /  Alfred Hagemann / Sabine Krehl (Hrsg.): Jenny Heymann (1890-1996). Lebensstationen einer j�dischen Lehrerin mit bildungsgeschichtlichen Streifz�gen durch W�rttemberg. Transfer (Reihe der Ludwigsburger Hochschulschriften) Band 18. PH Ludwigsburg - University of Education 2020.
 Inhaltsverzeichnis (eingestellte pdf-Datei; darin auch ein Beitrag von Jonas Kre� und Finn T�mmers: J�disches Leben in Stuttgart und die Familie Heymann S. 43-71; von Rosemarie Godel-Ga�ner: Das K�nigin-Katharina-Stift und die Entwicklung des h�heren M�dchenschulwesens in W�rttemberg S. 71-87; Paul Beck: Jenny Heymanns Wohnung in der Ameisenbergstra�e in Stuttgart S. 301-311).

       
       

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Stand: 18. Mai 2020