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Mineralölunternehmen

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Shell Centre, der globale Hauptsitz des Mineralölunternehmens Shell plc in London

Mineralölunternehmen (auch Mineralölgesellschaften oder Ölkonzerne oder Erölindustrie) sind internationale oder nationale, teils börsennotierte Konzerne, die in der Exploration und Förderung von Rohöl, dessen Veredelung in Raffinerien oder petrochemischen Anlagen, und dem Vertrieb von Mineralöl (speziell Kraftstoffe) und anderen Erdölprodukten (englisch petrochemicals) tätig sind. Da Mineralölunternehmen auch Erdgas fördern und vermarkten, wird auch von der Erdöl- und/oder Erdgasindustrie gesprochen (englisch oil & gas industry (O&G)).

Struktur der modernen Erdölindustrie

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Die Erdölindustrie ist heutzutage in die folgenden Bereiche aufgeteilt:[1]

Midstream wird manchmal zusammen mit Downstream betrachtet. Des Weiteren wird die Vermarktung auch als Marketing bezeichnet. In jedem dieser Teilbereiche gibt es spezialisierte Unternehmen. Vollintegrierte Unternehmen wie am Beispiel Shell oder BP sind dagegen in allen Bereichen tätig. Das bedeutet, dass diese Unternehmen Anteile in den drei oben genannten Kategorien haben.

Dies können Zulieferer, beispielsweise aus den Bereichen Erdöl- und Erdgastechnik, dem Anlagenbau, oder der chemischen Verfahrenstechnik sein, oder andere Vertragspartner, als Joint Ventures. Dazu zählen spezialisierte Unternehmen wie Fluor, Technip, Lurgi, Schlumberger, KBR, Honeywell UOP, oder Dienstleister wie Transocean, Allseas, McDermott, Halliburton uvm. Im Downstream-Bereich existieren ebenfalls eigene Großunternehmen, wie beispielsweise die Valero Energy, dem größten unabhängigen Raffineriebetreiber der USA mit Anlagen und Lagern in den USA, dem Vereinigten Königreich und Kanada. Valero betreibt 14 Raffinerien und schafft einen maximalen Durchsatz von rund 3 Mio. Barrels pro Tag bei einem Ankauf von Rohöl von rund 2,2 Mio. Barrels pro Tag. Shell oder BP haben Beteiligungen an Raffinerien weltweit und treten außerdem durch ein Tankstellennetzwerk an Endverbraucher. Für den Handel von Rohstoffen (inklusive konventioneller bzw. fossiler Rohstoffe) existieren eigene Großunternehmen, wie Glencore, Vitol und Gunvor.

Die Erdöl- und Erdgasindustrie ist in Deutschland, Europa und anderen Ländern vertreten durch eine Reihe von Interessensgesellschaften oder anderer Organisationen wie dem Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x), Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG), Deutsche Gesellschaft für Mineralölwissenschaft und Kohlechemie (DGMK), Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Verband der Chemischen Industrie (VCI), European Chemical Industry Council (CEFIC), FuelsEurope, Institut Français du Pétrole, American Petroleum Institute (API), Society of Petroleum Engineers (SPE), Society of Petroleum Evaluation Engineers (SPEE), National Petroleum Council (NPC) uvm.

Technologien der modernen Erdölindustrie

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MiRO (ehemals Esso) Raffinerie in Karlsruhe, eine gemeinsame Erdölraffinerie mehrerer Unternehmen. Aufnahme von 2005

Zur Exploration und Förderung (E&P) von Erdöl und Erdgas gehören die Grundwissenschaften Geophysik, Geochemie, Geologie und Bergbau bzw. Untertagebau. Im Speziellen ist für das Upstream-Teilgebiet E&P die Erdöl- und Erdgastechnik zu erwähnen, die sich mit dem Auffinden und Fördern von Kohlenwasserstoffen (KW) befasst.

Die Produkte werden anschließend im Downstream-Bereich weiterverarbeitet, gespeichert, transportiert und vertrieben. In einer Erdölraffinerie kommen dafür extraktive Trennungsprozessen wie fraktionierte Destillation oder Vakuumdestillation, sowie thermische und katalytische Umwandlungsprozessen wie Cracken (thermisches Cracken, Fließbett- oder Hydrocracken), Reformierung (aromatische Kohlenwasserstoffen und hochoktanigem Reformat), Alkylierung (Isobuten kombiniert mit Olefinen zu hochoktanigem Alkylat) und Isomerisierung (n-Butan zu Isobutan) zum Einsatz. Weitere Verfahren sind die Stabilisierung (Entgasung von Schwerölrückständen), Hydrierung (Entfernen von Schwefel, Stickstoff und anderen Verunreinigungen) und Dehydrierung (Bildung von Olefinen) u. a.

Das Rohöl wird damit zu verschiedenen Kraftstoffen und petrochemischen Grundstoffen aufbereitet. Die Grundstoffe dienen als die Ausgangsprodukte für die chemische Industrie. Aus diesen Grundstoffen werden Kunststoffe, Chemikalien und weitere Produkte hergestellt.

Weitere Themengebiete sind heutzutage auch die Modellierung und Simulation von Erdöl- oder Erdgasreservoirs sowie die Erhaltung und die chemische Prozesstechnik. Letztere ist aufgrund der verschiedenen Zufuhr-Rohölsorten und der anspruchsvollen, nach Standards oder Normen zu produzierenden Produkte, wie z. B. Dieselkraftstoff, von großer Bedeutung.

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Der Bohrturm Dammam Nr. 7, die erste kommerzielle Ölquelle in Saudi-Arabien, die am 4. März 1938 auf Erdöl stieß. Das Königreich und die Standard Oil of California formierten sich 1944 zu der Arabian American Oil Company (Aramco).

Die weltweit erste Ölbohrung fand 1846 in Bibi-Heybat statt, einem Stadtteil von Baku.[2][3] In den USA führte Edwin Drake im Jahr 1859 in Titusville die erste Bohrung durch und förderten den Rohstoff erstmalig aus kommerziellem Interesse. Weitere „Ölstädte“, z. B. Oil City, entstanden im Zuge dieses frühen Ölbooms. Seit einigen Jahrzehnten wird die Stadt Tulsa jedoch umgangssprachlich als die „Ölhauptstadt“ der USA bezeichnet. Georg Hunaeus entdeckte 1858 in Wietze das erste Öl in Deutschland.

Anfang des 20. Jahrhunderts führten die Ölsuche von Pattillo Higgins und die Bohrungen von Anthony Francis Lucas in Beaumont, Texas, zur Entdeckung der ersten großen Ölquelle. Der 1901 errichtete Bohrturm „Spindletop“, auch bekannt als „Lucas Gusher“, war ein bedeutender Meilenstein, speziell auch im Hinblick auf die neuartige Bohrtechnik.[4] Der Beginn des Ölbooms in den USA kündigte sich an. Damit begann auch das „Ölzeitalter“.

Zu diesem Zeitpunkt spielten Benzin, Diesel und Schmierstoffe noch eine untergeordnete Rolle. Sie wurden teilweise verbrannt. Von großer Bedeutung war hingegen das Petroleum als Rohstoff für Öllampen zur Beleuchtung. Franklin Knight Lane stellte damals fest: „Erdöl ist eine unschätzbare Ressource, denn es kann niemals ersetzt werden ... Für Industrie, Landwirtschaft, Handel und die Freuden des Lebens ist Erdöl heute unverzichtbar.“

Über weite Strecken des frühen 20. Jahrhunderts waren die Erdölmärkte von Kartellbildung und Oligopolisierung[5] geprägt. So bildete sich nach dem Achnacarry-Abkommen 1928 ein Kartell führender Ölkonzerne, die sog. „Sieben Schwestern“. Dieses Kartell erlangte besonders in den 1950er Jahren eine beherrschende Stellung auf dem Weltmarkt.[6] Kartelle können Preisabsprachen treffen, indem sie als faktische Monopole agieren. Da kein anderes Unternehmen den Verbrauchern einen niedrigeren Preis anbieten kann, kann der vom Kartell angebotene Preis deutlich über den Produktionskosten liegen, was hohe Gewinne generiert.[7] Zwei weitere Regime mit Einfluss auf den Rohölhandel (Verträge, Preise, Förderung und Export) wurden in den 1960er Jahren gegründet, die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) im Jahr 1960 und die Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten (OAPEC) im Jahr 1968.

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Die Erschließung von Erdölquellen im Nahen Osten erfolgte ursprünglich durch verschiedene Gesellschaften in Konzessionsgebieten ab den 1920er Jahren. Diese Strukturen wurden durch Nationalisierung Ende der 1970er Jahre stark verändert oder aufgelöst. (CIA, 1952)

Grundsätzlich lassen sich Mineralölunternehmen in zwei Gruppen aufteilen, die internationalen, börsennotierten Konzerne und die staatlich kontrollierten Erdölfördergesellschaften. Während in den USA und in Großbritannien die Mineralölunternehmen traditionell schon immer (meist private) börsennotierte Konzerne waren, waren diese in Europa bis in die 1980er und 1990er Jahre meist unter staatlicher Kontrolle und wurden erst in den letzten 10 bis 20 Jahren größtenteils privatisiert. In sämtlichen erdölexportierenden Ländern hingegen stehen die Erdölfördergesellschaften unter staatlicher Kontrolle.

Der Anteil der westlichen Großunternehmen wie ExxonMobil, Shell, BP, Chevron, TotalEnergies und ConocoPhillips an der weltweiten Ölförderung ist eher gering mit rund 15 %. Den weitaus größten Anteil an der weltweiten Ölförderung haben die staatlich kontrollierten Unternehmen einiger erdölexportierenden Länder. So ist mit einer Fördermenge von 10,3 Millionen boe am Tag die staatliche Ölgesellschaft Saudi-Arabiens, Saudi Aramco, das größte Erdölunternehmen der Welt.[8] Aramco geht historisch auf die Zusammenarbeit mit Ölunternehmen aus den Vereinigten Staaten zurück, es war die Arabian-American Oil Company. Ähnliche Zusammenschlüsse gab es zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Iran, damals die Anglo-Iranian Oil Company (AIOC), einem Vorgänger der British Petrol (BP).

Erdöl ist einer der wichtigsten und meistverwendeten Rohstoffe, insbesondere als Grundstoff in der Chemieindustrie, als Treibstoff im Transport und als Brennstoff in der Wärmeerzeugung. Im Jahr 2012 lag der weltweite Konsum oder Verbrauch von Erdöl in Höhe von etwa 85 Mio. Barrel (bbl) pro Tag.[9] Die Erdöl- und Erdgasförderung in der Nordsee spielt in Europa eine wichtige Rolle. Aufgrund des enormen Stellenwertes des Erdöls bildet die Erdölindustrie den größten Wirtschaftszweig der Welt.

Evolution des Erdölhandels

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OPEC, Nicht-OPEC und Weltproduktion (= Summe) von Rohöl von 1973–2004. In den 1980er Jahren drosselten die OPEC-Länder ihre Produktion. Daten von U.S. Energy Information Administration (EIA) in Millionen Barrels pro Tag.[10]

Im Jahr 1895 führte die Seep Purchasing Agency von Oil City im Namen der Standard Oil einen „Posted Price“ oder Mindestankaufpreis für Rohöl ein. Es war ein von Standard Oil festgelegter Preis für den US-Binnenmarkt.[11] Anfang des 20. Jahrhunderts war die Standard Oil die größte Ölgesellschaft in den USA. Standard Oil war Produzent und Händler, richtete jedoch seine Strategie auf den Zukauf von Öl.

US-Erdölförderer, die ihr Rohöl an Standard Oil verkauften und Lieferanten des Unternehmens wurden, erhielten den von Standard Oil festgelegten Preis. Das heißt, der von Standard Oil festgelegte Preis war der Preis, den der Produzent für sein Rohöl erhielt.[12] Es gab jedoch auch einzelne Förderer und Unternehmen, die unabhängig blieben und nicht an Standard Oil verkauften.

Im Jahr 1911 wurde dann das Monopol von Standard Oil gebrochen (siehe auch der Sherman Antitrust Act). Das Unternehmen von John D. Rockefeller wurde in 43 separate Firmen aufgespalten.[13] Standard Oil hatte damals die Kontrolle über 90 % der US-Pipelines, 85 % aller Raffineriekapazitäten und Marketing (Verkauf), sowie rund 11 % Produktionsanteile.[14] Der Supreme Court sprach das Unternehmen der Monopolisierung der Erdölindustrie durch eine Reihe missbräuchlicher und wettbewerbswidriger Handlungen schuldig.

Das „Posted Price“-Konzept lebte jedoch über Standard Oil hinaus bis in die 1960er und 1970er Jahre, wobei große Ölunternehmen einen Ankaufpreis festlegten. Die Verträge und Preisbildung wurden ab dann stark von den „Seven Sisters“ aufgrund ihrer damals überproportionalen Marktgröße beeinflusst. Zwischen 1961 und 1970 lag der Marktpreis für Öl (historische Daten von Rotterdam) zwischen 1,30 and 1,50 USD, der Posted-Preis hingegen bei 1,80 USD.[14]

Die 1960 gegründete Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hingegen verfolgt ein Marktpreismodell gekoppelt mit Produktionsquoten (maximale Fördermenge ihrer Mitglieder), welches indirekt den Ölpreis am Weltmarkt beeinflusst, da die Angebotsmenge reguliert wird.[15] OPEC nahm in den 1960er Jahren zunächst über die Förderquote Einfluss auf den Preis.

Das Ziel der Preispolitik der OPEC ist es (Stand 2025) „die Erdölpolitik der Mitgliedsländer zu koordinieren und zu vereinheitlichen, um faire und stabile Preise für die Erdölproduzenten, eine effiziente, wirtschaftliche und regelmäßige Erdölversorgung der Verbraucherländer und eine angemessene Kapitalrendite für die Investoren in der Branche zu gewährleisten.“[16] Der Einfluss der Organisation ist leicht nachvollziehbar, denn die Mitgliedsstaaten der OPEC (inklusive der VAE) besitzen rund 80 % der weltweit nachgewiesenen Ölvorkommen und produzieren rund 40 % des weltweiten Rohöls.[16]

Die Preise für das Barrel (bbl) wurden in den 1970er Jahren durch zwei Ölpreiskrisen stark beeinflusst. 1970 lag der Preis für Rohöl noch bei 1,35 USD, obwohl die Nachfrage das Angebot überstieg.[15] Die 1968 gegründete Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten (OAPEC) legte ein Exportembargo für Öl in die USA u. a. westliche Länder ein, als Antwort auf die Hilfeleistungen der USA für Israel im Jom-Kippur-Krieg.[17][16] Der von der OPEC angegebene Ölpreis vervierfachte sich bis 1974 von etwa 3 US-Dollar auf rund 12 USD pro Barrel.[16]

Die Veränderungen gehen auch einher mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems im Jahr 1971 (siehe auch der Nixon-Schock).[18] Die Abwertung des US-Dollar führte zu Einnahmenverlusten der Förderländer im Nahen Osten. Nach 1974 wurde auch der Begriff „Petrodollar“ geprägt, da der Handel seitdem vorwiegend in US-Dollar abgewickelt wird bzw. der USD als Standardwährung vereinbart wurde. Die Korrelation und Suche nach einer Kausalität zwischen dem Ölpreis und dem US-Dollar sind jedoch stets Teil ökonomischer Theorien und Analysen.[19] Eine empirische Untersuchung kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass der US-Dollar in Zeiten von Turbulenzen als ein „sicherer Hafen“ einzustufen zu ist. Für die Studie wurden der Erste Golfkrieg und die Ölkrisen von 2008 und 2014 berücksichtigt.[20]

Im Jahr 1971 wurden zwischen 23 großen Erdölunternehmen und fünf OPEC-Staaten neue Preisvereinbarungen, auch bekannt als Tehran-Vereinbarungen, geschlossen.[21] Entlang der Tehran-Vereinbarungen bildete sich ab 1971 ein neuer offizieller Verkaufspreis zu einem Referenzpreis.[22]

Das bis in die frühen 1980er Jahre etablierte staatliche US-Preisregime („Posted Price“[11]), sowie die Preispolitik der OPEC, geriet durch zunehmenden Wettbewerb von außerhalb der OPEC sowie durch eine Überkapazität innerhalb der OPEC, die durch eine schwache Nachfrage bedingt war, unter Druck.[23]

Anfang der 1980er Jahre kam es zu erheblichen Produktionskürzungen der OPEC, verbunden mit der Hoffnung den fallenden Ölpreis zu stoppen. Hintergrund war u. a. ein erheblicher Öl-Überschuss (englisch oil-glut[24][25]) als Ergebnis der Ölkrisen der 1970er Jahre und starker Produktionszuwächse vieler Nicht-OPEC-Länder.[26][27] Mitte 1986 erfolgte sodann die nächste Krise am Ölmarkt[28], auch bekannt als der „Öl-Gegenschock“ (englisch oil counter shock) und führte zu einer weiteren Veränderung der globalen Preisbildung.[29][30] In der Folge kollabierten die Ölpreise auf etwa 12 USD pro Barrel.[31][32]

Der Übergang zu einem marktorientierten System begann ebenfalls Anfang der 1980er Jahre im Zuge des Aufkommens der elektronischen Handelsplattformen. Zu letzteren Börsen zählen ICE Futures in London, NYMEX in New York, Russian Trading System (RTS) in Moskau, uvm. Die OPEC hielt nach der Krise von 1986 teilweise an einem Festpreis-System fest.[33] Wenig später erfolgte der größtenteils globale Übergang zu einem bis heute aktiven, marktorientierten Preisformelsystem bei dem sich die Verkäufe an einem Spot- oder Futurespreis einer Referenzölsorte (z. B. Brent, Dubai oder WTI) ausrichten.[28] In anderen Worten, dass Preisformelsystem verknüpft den Verkaufspreis eines Förderlandes mit dem Marktpreis eines Referenzrohöls.

Heutzutage wird der Ölpreis über traditionelle und moderne Instrumente der Finanzwelt bzw. Finanzmärkte bestimmt.[34][35][36] Dabei führt der Handel mit bestimmten Futures[37], Optionen, Swaps und andere Derivate zu dem täglichen Spotpreis oder globalen Ölpreis, einem Schlüsselmerkmal des modernen Ölmarktes.[28] Im Jahr 2006 wurde beispielsweise der United States Oil Fund (USO) gegründet, welcher als Index an der NYSE Arca gehandelt wird.

Bei der Preisfindung für Rohöl spielen Dienstleister wie S&P Global Commodity Insights (ehemals Platts[38]) eine wichtige Rolle.[39] Platts wurde 1909 von dem Journalist Warren Cumming Platt[40] in Cleveland, Ohio, einem frühen Zentrum für Rohölhandel gegründet. Das Unternehmen wurde 1953 Teil der McGraw Hill Gruppe.

Wirtschaftskennzahlen

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Die globale Produktion der fossilen Energieträger (Kohle ausgenommen) erreichte im Jahr 2024 rund 45,1 × 108 Tonnen Rohöl und 4,39 × 1012 m3 Erdgas.[41] Der globale Öl & Gas-Markt wurde im Jahr 2024 auf einen Wert von 6,1 Billionen US-Dollar geschätzt und wuchs auf 6,3 Billionen USD im Jahr 2025. Für das Jahr 2034 schätzt man rund 8,8 Billionen USD. Das Marktvolumen wird auf fast 240 Milliarden im Jahr 2024 und rund 278 Milliarden Barrels Öl-Äquivalent geschätzt.[42]

Weltweit wurden im Jahr 2025 c. 106,4 Millionen Barrels flüssige Brennstoffe pro Tag produziert. Davon stellten die OPEC-Länder rund 29,3 Mio. und die Nicht-OPEC-Länder 77,1 Mio. Der globale Konsum der Treibstoffe lag bei rund 104 Mio. Barrels pro Tag.[43]

Das Mineralölunternehmen BP erzielte von 2011 bis 2014 einen Gewinn von mehr als 63 Milliarden Dollar. Insgesamt beliefen sich die Gewinne (nach Steuern) der vier Erdölkonzerne Shell, Exxon Mobil, BP und Chevron in demselben Zeitraum auf ca. 400 Milliarden Dollar (ca. 362 Milliarden Euro).[44]

Nach einer 2022 publizierten Untersuchung, die Daten der Weltbank auswertete, erwirtschaftete die globale Erdöl- und Gasindustrie von 1970 bis 2020 einen Gewinn in Höhe von 52 Billionen US-Dollar. Dies entspricht etwa 2,8 Mrd. Dollar Gewinn pro Tag. 86 % dieser Summe stammten aus dem Erdölsektor.[45]

Mineralölkonzerne

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Deutsche Mineralölkonzerne

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Dazu zählen die ehemalige DEA Deutsche Erdöl AG (DEA), deren Anteile 2002 an Shell sowie Wintershall Dea übergingen, sowie die ARAL (heute Teil von BP Germany). In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) entstand das VEB Petrolchemisches Kombinat Schwedt, heute die PCK Schwedt (Betreiberkonsortium: Rosneft, Shell und Eni) und die Leunawerke. Viele weitere Unternehmen existierten oder sind heute noch aktiv.[46]

Große internationale Ölkonzerne (Auswahl)

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Aktienunternehmen Umsatz (2022) 1 2
in Mrd. USD
Gewinn (2022) 1 2
in Mrd. USD
Fördermenge (2022) 1
in Mio. boe pro Tag
Sichere Reserven (2022) 1
in Mrd. boe
Sitz
ExxonMobil 413,7 55,7 3,737 17,7 Image Vereinigte Staaten
Shell 386,2 42,3 2,864 9,6 Image Vereinigtes Königreich
BP 248,9 1,36 2,438 7,2 Image Vereinigtes Königreich
Chevron 246,3 35,5 2,999 11,2 Image Vereinigte Staaten
TotalEnergies 281 21 2,765 10,2 Image Frankreich
ConocoPhillips 78,5 18,7 1,738 6,6 Image Vereinigte Staaten
Eni 132,5 13,9 1,610 6,6 Image Italien

1 gemäß Geschäftsbericht der einzelnen Konzerne
2 für die Umsätze von Total und Eni gleicher Umrechnungskurs von 1,2888 wie von Shell in seinem Geschäftsbericht verwendet

Große staatliche Ölkonzerne (Auswahl)

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Den internationalen Ölkonzernen steht eine zunehmende Rolle mehrheitlich staatlich kontrollierter oder unter starkem staatlichem Einfluss stehenden gegenüber:

Ölproduktion der OPEC-Länder

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Die folgenden Länder oder Staaten sind Mitglieder der OPEC und liefern nach Angaben der U.S. Energy Information Administration und OPEC die folgenden Mengen in Mio. Barrel (bbl oder boe) Öl und andere flüssige Produkte pro Tag (Stand 2025):[16]

  1. Saudi-Arabien: 11,19 Mio.
  2. Iran: 4,71 Mio.
  3. VEA: 4,6 Mio. (Austritt Ende April 2026 bekanntgegeben[50])
  4. Iraq: 4,47 Mio.
  5. Kuwait: 2,78 Mio.
  6. Nigeria: 1,68 Mio.
  7. Algerien: 1,4 Mio.
  8. Libyen: 1,38 Mio.
  9. Venezuela: 1,01
  10. Republik Kongo: 249,03 tsd.
  11. Gabun: 239,01 tsd.
  12. Äquatorialguinea: 84,39 tsd.

Erdölindustrie im geopolitischen Spannungsfeld

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Die Erdölindustrie befindet sich seit Jahrzehnten in einem geopolitischen Spannungsfeld, das erhebliche Auswirkungen auf die Außenpolitik hat oder von dieser beeinflusst wird.[51][52] Die bedeutendsten Erdölvorkommen liegen meist nicht im Land der Abnehmer, sodass komplexe Handels-, Rechts- und Logistikfragen bewältigt werden müssen. In diesem Umfeld nimmt seit über 100 Jahren auch die Großmachtpolitik eine entscheidende Rolle ein.[53][54] Es sind nicht nur Preiskrisen oder militärische Konflikte, die mit Erdöl in Zusammenhang stehen, sondern auch große weltweite Investitionen.

Im Folgenden wird eine Auswahl von Ereignissen in diesem Umfeld gegeben ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Historisch Ereignisse waren beispielsweise die Abadan-Krise, der Erste und der Zweite Golfkrieg.

Globale Großprojekte

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Ein Beispiel für die internationale Dimension der Aktivitäten der Mineralölunternehmen ist das Großprojekt der Fujian Refining and Petrochemical Company (FREP), einem im Jahr 2007[55] in die Wege geleiteten internationalen Joint Venture (JV) zwischen Saudi Aramco and ExxonMobil (je 25 % Anteile) und der Fujian Petrochemical Company aus China (50 % Anteile). Weitere Investitionen kommen von Sinopec und der Regierung von Fujian.[56] Der FREP-Raffinerie-Komplex besteht aus einen Ethylen-Steamcracker mit einer Kapazität von 1,1 Mio. Tonnen pro Jahr, eine Polyethylen-Anlage mit 900.000 Tonnen pro Jahr, eine Polypropylen-Anlage mit 670.000 Tonnen pro Jahr sowie einen Aromatenkomplex.[57] Ein weiteres Beispiel ist das JV zwischen Fujian Energy Petrochemical und Sabic aus dem Jahr 2024.[58] Die Anlagen sollen im Jahr 2030 in Betrieb gehen.[55]

US-Ölkonzerne in Venezuela

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Ein Beispiel aus dem Jahr 2025 und 2026 ist die Einflussnahme auf die westliche Hemisphäre, die von der zweiten Regierung des US-Präsidenten Donald Trump festgelegt wurde. Im Rahmen der Operation Southern Spear wurde die Operation Absolute Resolve durchgeführt, bei der der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und dessen Ehefrau entführt wurden. Ihm werden Narco-Terrorismus und Drogenhandel vorgeworfen.[59] Sein Kopfgeld belief sich auf 50 Millionen US-Dollar.[59]

Venezuela ist Gründungsmitglied der OPEC und besitzt die weltweit größten nachgewiesenen Erdölvorkommen, jedoch ist der Beitrag des Landes nur 1 % der weltweiten Ölversorgung.[60][61][62] Die USA fördern seit den 1940er Jahren Erdöl in Venezuela, jedoch ging die Förderquote in den letzten Jahren von rund drei Millionen Barrel pro Tag auf eine Million zurück. Auch das Unternehmen Shell war damals in dem Land tätig, z. B. als Besitzer der Erdölraffinerie Paraguaná. Letztere macht rund 70 % der landesweiten Raffineriekapazitäten aus.[63][61] Das venezolanische Öl wurde auch in Raffinerien in den USA verarbeitet. Die Beschaffenheit des venezolanischen Öls ist jedoch einzigartig und nicht alle Raffinerien sind dafür ausgelegt.

Maduros Vorgänger Hugo Chávez verhandelte die Konzessionen für die US-amerikanischen Mineralölkonzerne ExxonMobil und ConocoPhillips neu. Chevron ist noch mit reduzierten Aktivitäten vor Ort. Die Konzerne verließen das Land im Jahr 2007 und reichten Klage ein.[64] Seither geht das Öl laut Aussagen nach China.[64] Historisch verstaatlichte Venezuela sein Öl bereits Ende der 1970er Jahre unter Carlos Perez, welcher die staatliche Petroleos de Venezuela (PDVSA) gründete.[65]

Nach der Festnahme Maduros versprach Donald Trump den Geschäftsführern einiger US-amerikanischer Mineralölkonzerne in Bezug auf mögliche Investitionen in das Land in einer Pressekonferenz: „Sie sind absolut sicher.“[66] Der CEO von ExxonMobil, Darren Woods, dementierte jedoch und bezeichnete die rechtlichen und vertraglichen Gegebenheiten des Landes als „nicht investierbar“. Er fordert signifikante Nachbesserungen, bevor Investitionen getätigt werden können. Zwei Tage später bezeichnete Trump Woods’ Äußerungen öffentlich als „zu niedlich“ und sagte, er sei „geneigt“, den Ölgiganten von Investitionsbemühungen in Venezuela auszuschließen.[61]

Das Department of State (DOS) versucht unter einem System namens Venezuela General License (VGL)[67] weiterhin, die „Vision“ des Präsidenten zu ermöglichen.[68] Einige der staatlichen Ölkonzerne Venezuelas sind vom Treasury Department sanktioniert, jedoch kommt es teilweise zur Aufhebung dieser Regel.[69][70]

Die Entwicklungen zu diesem Thema sind andauernd.[71][72] Citgo, ein Tochterunternehmen der PDVSA, verarbeitete im Jahr 2026 erstmals seit 2019 wieder venezolanisches Erdöl in seinen Raffinerien in den USA.[73]

Ölinfrastrukturschäden im Russisch-Ukrainischen Krieg

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Im Zuge des russisch-ukrainischen Kriegs wurden verschiedene Anlagen der Erdöl- und Erdgasbranche zu militärischen Zielen. So wurden im September 2022 Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines verübt. Die ukrainischen Streitkräfte greifen außerdem seit 2026 mithilfe von Langstrecken-Drohnen verschiedene russische Raffinerien, z. B. in Tuapse, an.[74][75][76][77]

Ölinfrastrukturschäden im Irankrieg 2026

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Blick auf Aramco's Ra's Tanura Raffinerie (1979)

Seit Ende Februar 2026 kommt es zu Feindseligkeiten zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. Der Nahe Osten ist für seine zahlreichen Fördergebiete und -anlagen bekannt. In diesem Kontext kam es vermehrt zu Angriffen auf benachbarte Ziele, darunter Erdöl- und Erdgasanlagen sowie Speicheranlagen. Dabei wurden Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und in Saudi-Arabien getroffen und beschädigt.[78] Die größte Raffinerie Saudi-Arabiens in Ra's Tanura, musste für Reparaturen stillgelegt werden.

Saudi-Aramco kündigte jedoch die Wiederaufnahme des Betriebs an. Der iranische stellvertretende Außenminister Majid Takht-Ravanchi dementierte, der Iran habe angegriffen. Es sei offiziell verkündet worden, dass die Ölinfrastruktur bei Ra's Tanura kein militärisches Ziel des iranischen Militärs gewesen sei.[79]

Ra's Tanura wird vom 1966 eröffneten Ölfeld Abu Sa'fah versorgt. Dieses liegt strategisch günstig in der Nähe von Bahrain und Saudi-Arabien. Die Öltanks und der Verladehafen befinden sich auf einer vorgelagerten Insel. Ra's Tanura liegt wenige Kilometer nördlich von Dammam.

Aufgrund des Irankriegs stieg der Rohölpreis auf über 100 USD/Barrel, ein Rekordhoch.[80] Laut dem US-Präsident Donald Trump hat die Operation Epic Fury das Ziel, eine Militarisierung der nuklearen Kapazitäten des Irans zu verhindern.[81] Als Reaktion darauf schließt der Iran die Straße von Hormus. Kurz darauf wird diese auch von den US-Streitkräften (CENTCOM u. a.) geschlossen. Um die Marktstörungen zu verhindern, veranlasst die Internationale Energieagentur (IEA) wenig später die Freigabe von Rekordmengen Rohöl.

Öl-Stopp für PCK 2026

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Seit Beginn der Feindseligkeiten zwischen Russland und der Ukraine wurde das deutsche Tochterunternehmen Rosneft Deutschland unter die Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur gestellt. Das Unternehmen ist an PCK Schwedt beteiligt. Russland kündigte im Jahr 2026 an, kein Rohöl aus Kasachstan durch die Druschba-Pipeline an PCK zu leiten, was bisher rund 20 % der Zufuhr für die Raffinerie ausmachte. Es wird nach einer alternativen Versorgung gesucht. Weitere Details sind nicht verfügbar, da das Ereignis noch andauert.[82]

In zwei bekannten Fällen führte das Verhalten einzelner US-amerikanischer Ölkonzerne zu Kritik in Bezug auf die Gestaltung des Personentransports in den USA: Zum einen gab es entlang mit US-Automobilherstellern ab den 1930er Jahren eine systematische Eliminierung der Straßenbahnen in den USA. Zum anderen wurde die Marktreife früher Elektrofahrzeuge Mitte der 1990er behindert. Ein Fall war der Ankauf von Batterietechnologie-Patenten durch Chevron (damals Texaco) in einem Joint Venture mit der Firma Cobasys.[83] Der Vorfall dreht sich um den General Motors EV1 und dessen NiMH-Batterietechnologie, siehe auch die Dokumentation Warum das Elektroauto sterben musste. Diese Technologie ist nach heutigem (2026) Stand der Technik der Elektrofahrzeuge durch Lithium-Ionen-Batterien (LIB) u. a. Komponenten ersetzt worden und obsolet. Die Elektromobilität befindet sich seit den 2020er Jahren immer noch in einer volatilen Phase.

Der UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Geschäftsmodelle der Ölindustrie 2023 aufgrund ihrer andauernden Rolle als Hauptverursacher der Klimakrise als „unvereinbar mit dem Überleben der Menschheit“.[84] Einige Rechtswissenschaftler schlagen deshalb vor, einzelne Unternehmen künftig mit konkreten Anklagen wegen Mordes strafrechtlich zu verfolgen.[85]

Sozialer Ungleichheit

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Eine 2025 erschienen Studie der öffentlich auf dem US-Markt gehandelter Unternehmen der Branche legt nahe, dass die hohe Vermögenskonzentration stärker als in anderen Industriesparten zu sozialer Ungleichheit beitrage. Demnach fließt die Hälfte aller durch die Förderung und Verarbeitung fossiler Energien erzielten Gewinne dem obersten einen Prozent zu, während die untere Hälfte der Beschäftigten und Shareholder ein Prozent der Gewinne erlangte.[86]

Im Jahr 2026 erreicht der Ölpreis mit über 100 USD/Barrel ein Rekordhoch.[80] Dieser Preissprung steht im Zusammenhang mit dem Irankrieg, den US-Präsident Donald Trump mit dem Ziel begonnen hat, eine Militarisierung der nuklearen Kapazitäten des Irans zu verhindern.[81]

Nach Einschätzung verschiedener Finanzexperten könnte der Irankrieg 2026 rund 60 Milliarden USD für Mineralölkonzerne bringen.[87] Der Britische Staatssekretär für Energiesicherheit und Klimaneutralität Ed Miliband äußert sich in dieser Angelegenheit wie folgt: „Es ist völlig falsch, dass eine Regierung tatenlos zusieht und Unternehmen erlaubt, aus einem Krieg übermäßige Gewinne zu erzielen.“[88] Außerdem sagt er „Angesichts des zweiten Schocks durch fossile Brennstoffe innerhalb von weniger als fünf Jahren ist die Lehre für unser Land klar: Die Ära der Versorgungssicherheit mit fossilen Brennstoffen ist vorbei, und die Ära der Versorgungssicherheit mit sauberer Energie muss nun anbrechen.“[89]

Die großen, international tätigen Ölkonzerne werden oft auch als „Ölmultis“ oder „Big Oil“ bezeichnet, häufig in kritischer Auseinandersetzung mit ihrem Verhalten gegenüber Arbeitnehmern, Fragen des Umweltschutzes und der Globalisierung. Bei der Erdölförderung existieren teils ungelöste Umweltprobleme. Im Gegensatz zu früheren Jahren müssen die Mineralölkonzerne für die Schäden einer Ölkatastrophe aufkommen, die Risiken für Mensch und Natur bei der Förderung werden jedoch aufgrund des steigenden Aufwandes ebenfalls immer größer. Als Beispiels kann hier der Blowout der Deepwater-Horizon-Plattform im Jahr 2010 erwähnt werden.

Die Abhängigkeit der industrialisierten Staaten vom Erdöl verhilft der Erdölindustrie zu einer strategischen Machtposition. Mineralölkonzerne sind daher weltweit sehr einflussreich und haben eine starke Lobby, was von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) oft kritisiert wird.

  • Gilbert H. Montague: The Rise and Progress of the Standard Oil Company. Harper & Brothers, New York 1904 (englisch, archive.org).
  • George Sell: The Petroleum Industry. Oxford University Press, Oxford 1963 (englisch, archive.org).
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Commons: Mineralölunternehmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Ölmulti – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  74. Ukraine just hit a major Russian refinery for the 3rd time in the past 2 weeks. In: CBC. 28. April 2026, abgerufen am 14. Mai 2026 (englisch).
  75. Have Ukrainian Drones Really Knocked Out 38% of Russia’s Oil Refining Capacity? In: Carnegie Politika. Carnegie Endowment for International Peace, 3. Oktober 2025, abgerufen am 14. Mai 2026 (englisch).
  76. Another Russian oil facility burns as Zelenskyy touts Ukraine’s drone reach. In: AP. 29. April 2026, abgerufen am 14. Mai 2026 (englisch).
  77. Ukraine is hitting oil facilities deep inside Russia. Soaring fuel prices could blunt the impact. In: AP. 2. Mai 2026, abgerufen am 14. Mai 2026 (englisch).
  78. Here’s a List of Gulf Energy Infrastructure Damaged in Iran War. In: Energy News, Top Headlines, Commentaries, Features & Events - EnergyNow.com. Abgerufen am 6. Mai 2026 (amerikanisches Englisch).
  79. Iran denies targeting Saudi oil facility | CNN. In: CNN. 2. März 2026, abgerufen am 6. Mai 2026 (englisch).
  80. 1 2 CL.1 | Crude Oil WTI (NYM $/bbl) Front Month Overview. In: MarketWatch. 2. Mai 2026, abgerufen am 2. Mai 2026 (englisch).
  81. 1 2 Iran cannot have a nuclear weapon. It's that simple. In: The White House. 25. April 2026, abgerufen am 3. Mai 2026 (amerikanisches Englisch).
  82. "Druschba"-Pipeline: Was der Öl-Stopp für Deutschland bedeutet. In: Tagesschau. 1. Mai 2026, abgerufen am 6. Mai 2026.
  83. EV WORLD: NiMH Batteries: Obsolete Technology or Suppressed EV Solution? Archiviert vom Original am 8. Januar 2011; abgerufen am 2. Mai 2026.
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  85. David Arkush, Donald Braman: Climate Homicide: Prosecuting Big Oil For Climate Deaths. In: SSRN Electronic Journal. 2023, ISSN 1556-5068, doi:10.2139/ssrn.4335779 (englisch, ssrn.com [abgerufen am 30. September 2023]).
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  89. Reeves ramps up windfall tax on green energy suppliers. In: The Telegraph. 21. April 2026, abgerufen am 3. Mai 2026 (britisches Englisch).