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Kathrin Gerlof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Kathrin Gerlof (2012)

Kathrin Gerlof (* 3. Januar 1962 in Köthen) ist eine freie Journalistin, Autorin, Filmemacherin, Redakteurin und Texterin. Sie war bis zu deren Einstellung 2023 Chefredakteurin der Wirtschaftszeitung OXI.

Nach einem zweijährigen Volontariat beim Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (ADN) in Potsdam studierte sie von 1982 bis 1986 an der Sektion Journalistik an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Zwischen 1986 und 1995 arbeitete sie als Redakteurin in verschiedenen Tageszeitungen, zuletzt als Chefredakteurin bei der Tageszeitung Junge Welt.

Seit 1995 arbeitet Kathrin Gerlof als freie Journalistin und Autorin, in den ersten Jahren auch als freie Filmemacherin. Für die Filmproduktion „Kaos Film- und Video“ Köln entstanden Kurzfilme und Filmessays u. a. über die rechte intellektuelle Elite in Deutschland und Antisemitismus in Ostdeutschland. Seit 2013 schreibt sie regelmäßig Satiren in der Rubrik Flattersatz des neuen deutschland und gehört seit 2016 sie zum Redaktionsteam der alternativen Wirtschaftszeitung OXI.

Sie ist redaktionell verantwortlich für die viermal jährlich erscheinende Zeitung maldekstra (Auslandsjournal der Rosa-Luxemburg-Stiftung) und den alternativen Wirtschafts-Blog oxiblog.de.[1] Des Weiteren schreibt sie für Wochen- und Monatszeitungen in Deutschland und Österreich, u. a. der Freitag, tagebuch.at, Frankfurter Hefte, bildpunkt.at. Im April 2024 wurde sie in den Vorstand des Instituts Solidarische Moderne gewählt.[2]

Kathrin Gerlof hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Berlin.

Roman Alle Zeit (2009)

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Der Roman Alle Zeit wurde 2009 im Aufbau Verlag, Berlin veröffentlicht.[3]

Alle Zeit erzählt in unterschiedlichen Zeitsträngen die Geschichte von fünf Frauen innerhalb einer Familie. Diese sind Klara, Henriette, Elisa, Juli und Svenja (Generationenabfolge: Klara als Mutter von Henriette, Henriette die Mutter von Elisa, Elisa die Mutter von Juli und Juli die Mutter von Svenja). Der Roman zeigt auf zwei Zeitebenen die Zerrüttung einer Familie und den Versuch diese wieder aufzubauen. Auf der Gegenwartsebene durchlebt die Anfang 80-jährige Klara ihren Alltag in einem Pflegeheim, der von ihrer Demenz bestimmt wird. Dort beginnt sie mit Aaron, einem weiteren Bewohner des Pflegeheims, der ebenfalls unter seiner Demenz leidet, die letzte Romanze in ihrem Leben. Zur selben Zeit wird der Alltag der 17-jährigen Juli, die Urenkelin von Klara, von ihrer neugeborenen Tochter Svenja bestimmt. Durch einen vergangenen Konflikt, der die Familie zerrüttet hat, ist Juli und Klara ihr Familienverhältnis nicht bekannt, trotzdem kommt es zwischen den beiden nun zu einem zufälligen Treffen in einem Park, der eine vertraute Verbindung hervorruft. Der Bruch innerhalb der Familie geschah durch einen weit zurückliegenden Konflikt zwischen Klara und ihrer Tochter Henriette. Bei dem Versuch Elisas, Henriettes Tochter, ihre Großmutter in die Familie zurückzuholen, geraten Elisa und Henriette in einen tödlichen Unfall. Dieser passierte zwei Jahre vor Klaras und Julis Erzählebene. Im Fokus des Romans stehen die Lücken, die innerhalb einer Familie existieren und einer geschichtliche und emotionale Aufarbeitung dieser. Zentrale Konflikte sind zu der Demenzerkrankungen auch Krebserkrankungen, Identitätssuche und weibliche Sexualität, sowie Wiederholungen in der eigenen Familiengeschichte.

Klara und Aaron
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Klara ist die Älteste der Frauenfiguren in dem Roman. Mit Anfang 80 befindet sie sich in einem Pflegeheim ohne weitere Familienmitglieder an der Seite zu haben. Dort versucht sie mit ihrer Demenzerkrankung durch den Alltag zu kommen. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit den Pflegerinnen sowie einer beginnenden Romanze mit dem ebenfalls an Demenz betroffenen Aaron. Die Beziehung zwischen den beiden untersucht nicht nur Klaras sexuelle Identität als Frau im höheren Alter, sondern auch jüdisches Leben in Deutschland während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Während Aaron sich als Jude bekennt, ist Klaras Identität verschwiegen geblieben. Im Roman werden jedoch durch wiederkehrende Erinnerungen angedeutet, dass Klara ebenfalls jüdische Vorfahren hat, die aber durch die Heirat eines deutschen Soldaten vergessen wurden.

Henriette und Elisa
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Henriette und Elisa sind im Erzählstrang von Klaras bereits gestorben. In ihrer Erzählebene begeben sie sich auf einen Ausflug in die Vergangenheit, ein Versuch Elisas den Konflikt zwischen Henriette und Klara aufzulösen. Dieser wird zwar von Henriette preisgegeben, aber kann nicht aufgearbeitet werden, denn der Ausflug endet für beide Figuren tödlich: Während eines Ausflugs im Schneesturm werden die beiden von einem Laster auf der Straße überfahren. Dieses abrupte Ende sorgt dafür, dass die langersehnte Versöhnung in der Familie nie stattfinden kann.

Juli und Svenja
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Juli lebt mit ihrer Neugeborenen Tochter Svenja alleine. Durch den Tod ihrer Mutter und keine Präsenz des Vaters muss sie nur mit Hilfe ihrer Hebamme durch den Alltag bewegen. Auch der Vater ihres Kindes wird erst im Laufe des Romans bekanntgegeben, auch wenn dieser nicht Teil der kleinen Familie werden kann. Dadurch kommt Juli zu dem Entschluss, in ihrer eigenen Familiengeschichte nachzuforschen und mögliche verbliebene Verwandte aufzusuchen. Dabei versteift sie sich auf die Möglichkeit, dass Klara noch am Leben sein könnte. Durch den frühen Tod von Henriette und ihrer Mutter Elisa sind Informationen zu ihrer Urgroßmutter nicht zugänglich gewesen. Nur in einem alten Karton ihrer Mutter findet Juli Fotos und Klaras altes Tagebuch, welche ihr den Anstoß geben nach ihr zu suchen. Nun begegnen sich die beiden zufällig zu Beginn des Romans auf einer Parkbank, während Juli hochschwanger ist. Nach dieser Begegnung verspüren beide Figuren eine Vertrautheit zueinander, die sie sich allerdings nicht erklären können. Klara und Juli wollen nun versuchen sich wiederzufinden. Der Roman spielt mit der Aussicht auf ein "Happy End", doch mit den steigenden Symptomen von Klaras Demenz wirkt ein Zusammentreffen fast unmöglich. Das Ende bleibt für die Leser allerdings offen.

Veröffentlichungen

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Commons: Kathrin Gerlof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. https://oxiblog.de
  2. Vorstand solidarische-moderne.de
  3. Kathrin Gerlof | Aufbau Verlage. Abgerufen am 11. Mai 2026.