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| Aspekte der deutschen Sprache (12) | |
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 Gunhild Simon: Studienr�tin a.D. und Sprachexpertin des institut1
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Die Substanz der Substantive - eine Betrachtung �ber Wortstamm, Wortform und Sinngehalt
Von Gunhild Simon
Es gibt Substantive, die stehen einfach f�r sich: Tisch und Bett. Vater und Mutter. Mensch und
Tier. Heil und Segen. Gru� und Kuss. Aber es gibt viel mehr, die sich von Adjektiven ableiten, doch
auch von Verben. Und da gibt es Vor-Formen, die schon die Richtung, also das Verst�ndnis angeben.
Endungen wie -ung und -nis stechen hervor: Was also ist der Unterschied zwischen Erkenntnis
und Erkennung, Kenntnis und Kennung, �dnis und Ver�dung, F�ulnis und Verfaulung, Wagnis und
Erw�gung, Beg�ngnis und Begehung, Bitternis und Verbitterung?
Dr�ckt -ung einen Vorgang aus - quasi ein substantivisches Vorgangspassiv - so steht -nis
f�r die Vollendung - besser, dr�ckt den vollendeten Zustand aus, also eine Art
Zustandspassiv (werden - sein).
Dieser Einsicht entspricht der Stamm des Substantivs: an den Verbstamm wird die
Endung -ung angeh�ngt, an den denkbaren Partizip-Perfekt-Stamm die Endung -nis. Aus
jedem beliebigen Verb l�sst sich ein Substantiv mit der Endung -ung herstellen
(man kann es beim Ausprobieren feststellen).
HINWEIS
Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des Verfassers wieder.
Sie entsprechen nicht in jedem Falle der Auffassung des institut1.
Beitrag von Gunhild Simon
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Dies hat sich die Verwaltungsfraktion vortrefflich angeeignet, indem sie aus jedem
schlichten Verb ein Wortget�m macht, das zur Anwendung gebracht wird und so zur
Einsch�chterung schlichter Menschen Durchf�hrungsbestimmungen schafft.
Diejenigen unserer Hauptw�rter - Namenw�rter, Nomina, Nomen, Substantiva -
mit der Endung -nis sind rar. Sie haben oft einen abstrakten, irgendwie
hochsprachlichen, quasi literarischen Charakter.
Es stellt sich bei genauerem Hinsehen die Frage, welche gemeinsame Eigenschaft
verhilft wohl dem einen Teil zu ihrem neutralen Genus, dem anderen wiederum zum
Femininum? Stellt man die Begriffe nach Genus sortiert gegen�ber, so f�llt bei
den Neutra ihre N�he zu einem Verb auf, bei den Feminina eher zum Adjektiv.
Auff�llig ist auch, dass die Neutra in der Mehrzahl durch ein Pr�fix gekennzeichnet sind.
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Neutra und Feminina mit der Endung -nis |
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das B�ndnis
das Wagnis das �rgernis das Bildnis
das Ergebnis das Gest�ndnis
das Verst�ndnis das Gel�bnis das Verl�bnis das Verm�chtnis das Verh�ltnis
das Verh�ngnis das Beg�ngnis das Bes�ufnis das Zerw�rfnis das Erzeugnis
aber: das Geheimnis das Bekenntnis
aber: die Kenntnis
die Erkenntnis |
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die Finsternis die �dnis die Wildnis die F�ulnis
die Bitternis die F�hrnis |
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Aber vielleicht ist das ja hineingeheimniste Haarspalterei und das Geschlecht folgt
anderen Regeln! Ist vielleicht die Substantivendung -nis eher eine altmodische Endung,
die sich nicht so leicht f�gt wie etwa -ung oder die Endungen -heit und -keit?
Ein noch geheimnisvolleres Dasein f�hrt die substantivische Endung -sal, auch hier
findet man beide Genera, Neutrum und Femininum:
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Die substantivische Endung -sal |
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das Rinnsal das Schicksal |
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die Labsal die M�hsal die Drangsal |
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