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  Gunhild Simon: Studienr�tin a.D.
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Die Substanz der Substantive - eine Betrachtung �ber Wortstamm, Wortform und Sinngehalt

Von Gunhild Simon

Es gibt Substantive, die stehen einfach f�r sich: Tisch und Bett. Vater und Mutter. Mensch und Tier. Heil und Segen. Gru� und Kuss. Aber es gibt viel mehr, die sich von Adjektiven ableiten, doch auch von Verben. Und da gibt es Vor-Formen, die schon die Richtung, also das Verst�ndnis angeben.

Endungen wie -ung und -nis stechen hervor: Was also ist der Unterschied zwischen Erkenntnis und Erkennung, Kenntnis und Kennung, �dnis und Ver�dung, F�ulnis und Verfaulung, Wagnis und Erw�gung, Beg�ngnis und Begehung, Bitternis und Verbitterung?

Dr�ckt -ung einen Vorgang aus - quasi ein substantivisches Vorgangspassiv - so steht -nis f�r die Vollendung - besser, dr�ckt den vollendeten Zustand aus, also eine Art Zustandspassiv (werden - sein).

Dieser Einsicht entspricht der Stamm des Substantivs: an den Verbstamm wird die Endung -ung angeh�ngt, an den denkbaren Partizip-Perfekt-Stamm die Endung -nis. Aus jedem beliebigen Verb l�sst sich ein Substantiv mit der Endung -ung herstellen (man kann es beim Ausprobieren feststellen).

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Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des Verfassers wieder.

Sie entsprechen nicht in jedem Falle der Auffassung des institut1.

Beitrag von Gunhild Simon
Dies hat sich die Verwaltungsfraktion vortrefflich angeeignet, indem sie aus jedem schlichten Verb ein Wortget�m macht, das zur Anwendung gebracht wird und so zur Einsch�chterung schlichter Menschen Durchf�hrungsbestimmungen schafft.

Diejenigen unserer Hauptw�rter - Namenw�rter, Nomina, Nomen, Substantiva - mit der Endung -nis sind rar. Sie haben oft einen abstrakten, irgendwie hochsprachlichen, quasi literarischen Charakter.

Es stellt sich bei genauerem Hinsehen die Frage, welche gemeinsame Eigenschaft verhilft wohl dem einen Teil zu ihrem neutralen Genus, dem anderen wiederum zum Femininum? Stellt man die Begriffe nach Genus sortiert gegen�ber, so f�llt bei den Neutra ihre N�he zu einem Verb auf, bei den Feminina eher zum Adjektiv.

Auff�llig ist auch, dass die Neutra in der Mehrzahl durch ein Pr�fix gekennzeichnet sind.

Neutra und Feminina mit der Endung -nis

das B�ndnis
das Wagnis
das �rgernis
das Bildnis

das Ergebnis
das Gest�ndnis
das Verst�ndnis
das Gel�bnis
das Verl�bnis
das Verm�chtnis
das Verh�ltnis
das Verh�ngnis
das Beg�ngnis
das Bes�ufnis
das Zerw�rfnis
das Erzeugnis

aber:
das Geheimnis
das Bekenntnis

aber:
die Kenntnis
die Erkenntnis






die Finsternis
die �dnis
die Wildnis
die F�ulnis
die Bitternis
die F�hrnis
 

Aber vielleicht ist das ja hineingeheimniste Haarspalterei und das Geschlecht folgt anderen Regeln! Ist vielleicht die Substantivendung -nis eher eine altmodische Endung, die sich nicht so leicht f�gt wie etwa -ung oder die Endungen -heit und -keit?

Ein noch geheimnisvolleres Dasein f�hrt die substantivische Endung -sal, auch hier findet man beide Genera, Neutrum und Femininum:

Die substantivische Endung -sal

das Rinnsal
das Schicksal

die Labsal
die M�hsal
die Drangsal


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