422. Regiment Unbemannter Systeme
|
422. Regiment Unbemannter Systeme | |
|---|---|
| Aufstellung | 2022 (Freiwilligenformation) 31. Juli 2024 (Separates 422. Btl.) |
| Staat | |
| Streitkräfte | |
| Teilstreitkraft | |
| Truppengattung | |
| Typ | Regiment |
| Unterstellung | |
| Standort | Krywyj Rih, Oblast Dnipropetrowsk |
| Spitzname | Luftwaffe |
| Schlachten | Russisch-Ukrainischer Krieg |
| Website | luftwaffe.com.ua |
| Führung | |
| Kommandeur | Major Mykola Kolesnyk |
Das 422. Regiment Unbemannter Systeme Luftwaffe (Militäreinheit Nr. А5047; ukrainisch 422-й полк безпілотних систем «Люфтваффе», 422 ОПБпС, в/ч: А5047) ist ein Verband des ukrainischen Heeres. Es ist auf Drohnenkriegsführung spezialisiert und fällt durch seine ungewöhnliche Symbolik auf.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Verband entstand ursprünglich nach Beginn der Vollinvasion 2022 als Freiwilligenformation. Kommandeur Mykola Kolesnyk, Rufname „Tyson“, startete Ende Februar einen Aufruf auf Facebook, um Leute die Erfahrung mit Multicoptern haben, zusammenzubringen. Zu Beginn nutzten sie DJI Mavic-1-Drohnen, später auch Mavic-2 und Leleka-100, die aus privater Hand gespendet, mitgebracht oder finanziert wurden.
Laut Mykola Kolesnyk hatten sie ihren ersten Einsatz während russische Kolonnen auf Baschtanka vorrückten und ukrainische Truppen die Sprengung von Brücken vorbereiteten. Die Kolonnen sollen durch ukrainische Flieger zerstreut worden sein, wodurch ein Teil von der 80. Luftlandesturmbrigade konfrontiert wurde, während der andere auf Krywyj Rih vorrückte. Darauf flogen sie mit ihren Drohnen Aufklärungsmissionen um die Stadt, bei Inhulez und bei Tychyj Staw.
Als sie eine Drohne bei Tychyj Staw aufstiegen liesen, hätten sie sechs russische Schützenpanzer entdeckt, welche darauf von Panzern der 17. Panzerbrigade bekämpft wurden. Während des Gefechts hätten sich Kolesnyk und seine Einheit zwischen den Stellungen der Panzer und den russischen Truppen befanden.
Nach ihren ersten Erfahrungen im Einsatz um die Stadt Krywyj Rih und den Oblasten Cherson und Mykolajiw, wurden die Freiwilligeneinheit Teil der Aufklärungskompanie der 129. Territorialverteidigungsbrigade (jetzt Schwere Mechanisierte), und gab sich den Namen Luftwaffe.
Später im Jahr war sie beteiligt an der Gegenoffensive in Cherson, und danach auch aktiv in Saporischschja und im Donbas.
Schließlich wurde die Einheit zum Bataillon Unbemannter Systeme der 129. Brigade.
In dieser Rolle kam der Verband nicht nur zur Aufklärung zum Einsatz, sondern auch in der direkten Bekämpfung von Zielen durch Drohnen. Zwischen 2022 und 2024 soll sie so viele verschiedene Flugabwehrsysteme, Radare, Raketenwerfer und weiteres Equipment zerstört haben. Dazu zählen Buk, Tor, Panzir-1, Osa, Strela, Tunguska, Boryssohljebsk-2, R-330Sch Schitel, Pole-21, Lejer-3, BM-27 und BM-21.[1]
Im Juli 2024 übergab die Regionalverwaltung Saporischschja dem Bataillon 83 Synytsia EloKa-Systeme, 100 Wärmebildkameras, 50 Nachtsichtmonokulare, 60 Mavic-3 Quadcopter, von denen 30 mit Wärmebildkameras und 30 mit Tageslichtoptik ausgestattet waren, 70 Motorola-Funkgeräte, 34 Laptops und 200 Fernantennen.[2]
Am 31. Juli 2024 wurde auf Basis des Bataillons der 129. Brigade dann das selbstständige 422. Bataillon Unbemannter Systeme gegründet.[3]
Am 13. August 2024 gab Mykola Kolesnyk bekannt, dass seine Einheit russische Truppen beobachtet hat, welche Getreide aus der Oblast Saporischschja gestohlen und mit mehreren LKW abtransportiert hätten.[4]
Mitte 2025 wurde das Bataillon die Komponente für unbemannte Systeme des neugegründeten 17. Armeekorps.[5][6]
Am 11. Januar 2026 wurde bekannt gegeben, dass der Verband zu einem Regiment erweitert wurde.[7]
Das Regiment ist weiterhin, zusammen mit dem 17. Korps, im Raum Saporischschja aktiv.
Symbolik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Verbandsabzeichen des 422. Regiments zeigt ein modernes Balkenkreuz, wie es die Bundeswehr benutzt, auf einem Schild der Waffen-SS. Dazu der Schriftzug Luftwaffe in Frakturschrift. Trotz der widersprüchlichen Kombination und der Tatsache, dass der Name Luftwaffe heute noch genutzt wird, könnte man in der Symbolik der Einheit Sympathien gegenüber dem Nationalsozialismus erkennen.
Als der Kommandeur der Einheit, Mykola Kolesnyk, in einem Interview mit Radio Swoboda darauf hingewiesen wurde, meinte dieser:
„Wenn man nicht nur die erste Seite, sondern gleich mehrere Seiten von Wikipedia googelt, findet man dort alle Antworten. Niemand regt sich darüber auf, dass die Luftwaffe der Bundeswehr der direkte Lieferant der Patriot-Raketen ist. Wir werden doch nicht behaupten, dass uns irgendein ‚Drittes Reich Patriots oder Geparden geliefert hat‘, oder Raketen von ihnen? Nein.
Die Russen hassen uns nicht wegen unseres Namens, sondern weil wir eine sehr effektive Einheit sind, die speziell für die Zerstörung der russischen Armee eingesetzt wird. Die Namensgebung der Einheit erfolgte genau zu einem Zeitpunkt, als wir davon träumten, dass Deutschland sich aktiver an der Unterstützung der Ukraine beteiligen würde. Teilweise handelte es sich dabei darum, nicht die Russen zu trollen, sondern Deutschland.
Es stört niemanden, wenn ein Frachtflugzeug der Luftwaffe mit Bundeswehrkreuzen auf dem Flughafen Ben Gurion in Israel parkt. Niemand zieht irgendwelche Parallelen.
Das liegt zum Teil an Stereotypen. Wenn man sich näher mit dem Thema befasst, sollte diese Angelegenheit für niemanden Fragen aufwerfen. Wir in den ukrainischen Streitkräften haben Einheiten, die nach mythologischen Gestalten, antiken Griechen, Skandinaviern und anderen benannt sind. Einige dieser Figuren waren in der Antike in bewaffnete und andere Konflikte auf ukrainischem Gebiet verwickelt.“
Er behauptet also, die Symbolik sei eine bloße Anspielung an die heutige Luftwaffe und sollte gezielt Deutschland provozieren, da sie unzufrieden mit der Unterstützung Deutschlands gewesen wären. Dazu würden sie sich über die russischen Narrative lustig machen wollen. Auf seine politische Einstellung und haltung bezüglich dem Nationalsozialismus geht er jedoch nicht ein.[1]
Marta Havryshko, eine ukrainische Historikerin und Autorin, sieht darin jedoch eine klare „Faszination für die Militärkultur des Dritten Reiches“. Zumal die Einheit auch Merch mit Reichsadler und ihren Symbolen verkauft.[8]
Struktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]422. Regiment Unbemannter Systeme[9]
Kommandeure
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Major Mykola Kolesnyk (seit 2022)
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 «Люфтваффе». «Ви що, нацисти? Підігруєте роспропаганді». Що означає «воювати технологічно». Radio Free Europe / Radio Liberty, 25. Juni 2024, abgerufen am 18. Februar 2026 (ukrainisch).
- ↑ Zaporizhzhia Regional Military Administration hands over equipment for UAV unit. Militarnyi, 19. Juli 2024, abgerufen am 18. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Свою першу річницю відзначає 422 окремий батальйон безпілотних систем «Luftwaffe». RegionLine, 31. Juli 2025, abgerufen am 11. August 2026 (ukrainisch).
- ↑ Військові показали, як окупанти крадуть зерно нового врожаю на Запоріжжі. Sprawschnje, 14. August 2025, abgerufen am 18. Februar 2026 (ukrainisch).
- ↑ New units of the 17th Army Corps appears. MilitaryLand, 5. Juli 2025, abgerufen am 11. August 2026 (englisch).
- ↑ Названо бригади та полки, що захищають Запоріжжя (СПИСОК, ФОТО) ( des vom 7. Oktober 2025 im Internet Archive)
- ↑ Luftwaffe Unmanned Systems Unit Expanded to Regiment. Militaryland, 17. Januar 2026, abgerufen am 6. April 2026 (englisch).
- ↑ Ukraine's military has a real Nazi problem. Responsible Statecraft, 2. Juni 2026, abgerufen am 11. August 2026 (englisch).
- ↑ 422nd Unmanned Systems Regiment. MilitaryLand, abgerufen am 11. August 2026 (englisch).