Ghosts of Mars
| Film | |
| Titel | Ghosts of Mars |
|---|---|
| Originaltitel | John Carpenter’s Ghosts of Mars |
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2001 |
| Länge | 94 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | John Carpenter |
| Drehbuch | John Carpenter, Larry Sulkis |
| Produktion | Sandy King |
| Musik | John Carpenter |
| Kamera | Gary B. Kibbe |
| Schnitt | John Carpenter, Paul Warschilka |
| → Besetzung und Synchronisation | |
Ghosts of Mars ist ein Science-Fiction-/Horrorfilm des Regisseurs John Carpenter aus dem Jahr 2001. Der Film basiert in seinen Grundzügen auf Carpenters zweitem Kinofilm Assault – Anschlag bei Nacht, welcher wiederum eine Hommage an den Western Rio Bravo war. Zudem gibt es, noch mehr als bei Assault, deutliche Parallelen zum Zombiefilm Die Nacht der lebenden Toten. Das Setting erinnert zudem an das Computerspiel Doom. Der Film wurde in Deutschland erstmals am 6. September 2001 auf dem Internationalen Filmfest Oldenburg gezeigt.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2176 ist der Mars von Menschen kolonisiert und bewohnbar gemacht und stellt die letzte Hoffnung für die überbevölkerte und ausgebeutete Erde dar. Die Marskolonisten leben in verstreuten Außenposten und suchen den Mars in tiefen Minen nach Rohstoffquellen ab.
Commander Helena Braddock hat den Auftrag, den Schwerverbrecher Desolation Williams in einer Minenstadt abzuholen und vor ein Gericht zu bringen. Dort angekommen, stellt die Gruppe um Braddock fest, dass die Minenarbeiter von den Geistern einer alten Marszivilisation besessen sind. Die Geister entstammen einem kriegerischen und brutalen Stamm und verstümmeln die Körper ihrer Opfer nach der Übernahme. Ihr Ziel ist es nun, die menschlichen Invasoren des Mars zu bekämpfen.
Leutnant Belard, welche nach dem Tod des Commanders die Führung übernimmt, muss bei der Bekämpfung der Krieger auf die Hilfe des Verbrechers Desolation Williams und seiner Freunde sowie weiterer Gefangener zurückgreifen. Erschwert wird der Kampf durch die Tatsache, dass nach der Tötung eines Besessenen dessen Geist in einen anderen menschlichen Körper fährt.
Nur Belard und Williams gelingt in einem Zug die Flucht, nachdem sie in der Stadt den Reaktor des Atomkraftwerkes zeitversetzt zur Explosion bringen und damit die gesamte Stadt zerstören konnten. Im Hauptquartier angekommen, berichtet Belard ihren Vorgesetzten von den Vorfällen, als auch dort die Geister erscheinen. Der Film endet, als sich die Polizisten, darunter Belard und Williams, auf den Angriff der Geister vorbereiten.
Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Großteil des Filmes wurde in einer Gipsmine im US-Bundesstaat New Mexico gedreht.[2] Um die rötliche Oberfläche des Mars zu simulieren, musste der Gips mit einem biologisch abbaubaren roten Farbstoff eingefärbt werden.
Der Soundtrack stammt wie üblich ebenfalls von John Carpenter, außerdem von der Band Anthrax, Buckethead und Steve Vai.
Ein Jahr vor der Veröffentlichung von Ghosts of Mars erschienen die Filme Red Planet und Mission to Mars, die sich ebenfalls mit der Kolonisierung des Mars beschäftigen, im Gegensatz zu Ghosts of Mars aber gesteigerten Wert auf Realismus legten. Alle drei Filme floppten an der Kinokasse, was dem Mars in der Filmbranche den Ruf als Kassengift einbrachte. Erst mit Der Marsianer (2015) konnte ein auf dem Mars spielender Film wieder einen großen kommerziellen Erfolg erzielen.
Besetzung und Synchronisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die deutsche Synchronbearbeitung entstand bei der FFS Film- & Fernseh-Synchron in München. Jan Odle schrieb das Dialogbuch und führte Dialogregie.[3]
| Darsteller | Deutscher Sprecher[3] | Rolle |
|---|---|---|
| Natasha Henstridge | Natascha Geisler | Lt. Melanie Ballard |
| Ice Cube | Oliver Mink | James „Desolation“ Williams |
| Clea DuVall | Kathrin Gaube | Bashira Kincaid |
| Jason Statham | Ole Pfennig | Sgt. Jericho Butler |
| Pam Grier | Susanne von Medvey | Cmdr. Helena Braddock |
| Joanna Cassidy | Dagmar Dempe | Dr. Arlene Whitlock |
| Liam Waite | Philipp Brammer | Michael Descanso |
| Duane Davis | Torsten Münchow | Uno |
| Rick Edelstein | Fred Maire | Zimmermann |
| Wanda De Jesús | Michèle Tichawsky | Akooshay |
| Lobo Sebastian | Jan Odle | Dos |
| Rodney A. Grant | Achim Geisler | Tres |
| Doug McGrath | Benchley | |
| Danielle Burgio | Local Lady Cop | |
| Rosemary Forsyth | Angelika Bender | Untersuchungsbeamte |
| Christopher Allen Nelson | Minenarbeiter-Dämon | |
| Charlotte Cornwell | Katharina Lopinski | Erzählerin |
Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Rotten Tomatoes (Tomatometer) | 22 %[4] |
| Metacritic (Metascore) | 35/100[5] |
| Roger Ebert | |
| Prisma | |
| TV Spielfilm | 👎[8] |
Das Lexikon des internationalen Films kritisierte die völlig sinnfreie Geschichte, die als Aufhänger für zahlreiche Kampfhandlungen diene, aber den Spannungsaufbau öfters aus den Augen verliere. Der insgesamt klägliche Horrorfilm zeichne sich bestenfalls durch unfreiwillige Komik aus.[9]
Prisma kritisierte, bei diesem blutrünstigen und hanebüchenen Zombie-Abklatsch sei von John Carpenter einstigem Ruf als großer Könner des billigen Science-Fiction-Films nichts mehr zu spüren. Hätte er die Story hier weniger ernst genommen, wäre vielleicht ein netter Trash-Film dabei herausgekommen. So aber sei dieser klischeehafte Actionstreifen reine Potential-, Geld- und Zeitverschwendung.[10]
Roger Ebert hingegen lobte den Film als kraftvolle Space Opera, die die Konventionen von Western-, Polizei- und Martial-Arts-Filmen auf den Roten Planeten verlege. Dem recht grundlegenden Genrekino werde von Carpenter Tempo und Stil verleiht, während Natasha Henstridge mit ihrer besonnenen Art den ruhenden Mittelpunkt der Handlung bilde.[11]
Der Spiegel sprach von einem „Grab der Selbstplagiate“ und kritisierte: „mit einem blutigen, aber lahmen Science-Fiction-Splatterfilm beutet John Carpenter zahllose Motive seiner früheren Werke aus und huldigt wieder mal seinem Western-Idol Howard Hawks“.[12]
TV Spielfilm bezeichnete den Film als Zumutung und Carpenters neuen Tiefpunkt. Im Gegensatz zu früher, als Carpenter den Horror revolutionierte und mit Halloween oder The Fog echte Klassiker inszenierte, habe er in den letzten Jahren nur noch Gurken gedreht. Penetrante Techno-Mucke und nervige ineinander verschachtelte Rückblenden machten den öden Horror zum Geduldstest. Die drei Marsfilme der letzten beiden Jahre hätten gezeigt: „Mars macht debil.“[13]
Die Science-Fiction-Website SF-Fan.de beurteilte den Film als billiges und unmotiviertes Streifchen, das nicht ins Kino gehöre, sondern in die Videotheken verbannt. Kritisiert werden die schlechten Darstellerleistungen von Pam Grier und Ice Cube, der als Verbrecher lächerlich wirke, während Natasha Henstridge noch eine halbwegs gute Figur mache. Die Kämpfe seien weder spannend noch gut choreografiert, sondern lustlos und unspektakulär. Alle paar Minuten werde dem Zuschauer eine sinnlose, unmotivierte Rückblende gezeigt. Wenigstens die Musik von John Carpenter sei ganz nett und erinnere an seine alten Meisterwerke und auch das Design des Marszuges sei recht gut gemacht. Insgesamt sei Ghosts of Mars jedoch so uninteressant und billig gemacht, dass man sich stattdessen ein gutes Buch kaufen solle – vielleicht die Marstrilogie von Kim Stanley Robinson.[14]
Der Rolling Stone sprach 2024 von einem schrecklichen Film eines großartigen Regisseurs.[15]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ghosts of Mars bei IMDb
- Vergleich der Schnittfassungen ProSieben ab 16 – FSK 18 von Ghosts of Mars bei Schnittberichte.com
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Freigabebescheinigung für Ghosts of Mars. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 88585/K; abgerufen am 10. Oktober 2026).
- ↑ Drehorte In: IMDb. Abgerufen am 7. Dezember 2017.
- 1 2 Ghosts of Mars. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 26. Januar 2022.
- ↑ Ghosts of Mars. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 5. Oktober 2021 (englisch, aggregiert aus 108 Kritiken).
- ↑ Ghosts of Mars. In: Metacritic. Abgerufen am 2. März 2024 (englisch, aggregiert aus 26 Kritiken).
- ↑ Roger Ebert: Ghosts Of Mars. In: RogerEbert.com. 24. August 2001, abgerufen am 22. Juni 2026 (englisch).
- ↑ John Carpenters Ghosts of Mars. In: Prisma. Abgerufen am 21. Juni 2026.
- ↑ John Carpenter’s Ghosts of Mars. In: TV Spielfilm. 2001, abgerufen am 22. Juni 2026.
- ↑ Reinhard Lüke: Ghosts of Mars. In: Filmdienst. 7. März 2002, abgerufen am 21. Juni 2026.
- ↑ John Carpenter’s Ghosts of Mars. In: prisma. Abgerufen am 7. Dezember 2017.
- ↑ Roger Ebert: Ghosts Of Mars movie review & film summary. In: RogerEbert.com. 24. August 2001, abgerufen am 22. Juni 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Oliver Hüttmann: Ghosts of Mars: Grab der Selbstplagiate. In: Der Spiegel. 20. Oktober 2001, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. Juni 2026]).
- ↑ John Carpenter’s Ghosts of Mars (2001). In: TV Spielfilm. 2001, abgerufen am 22. Juni 2026 (deutsch).
- ↑ Florian Breitsameter: Filmkritik: Ghosts of Mars (2001). In: SF-Fan.de. 17. Oktober 2001, abgerufen am 21. Juni 2026.
- ↑ Andy Greene: 50 Terrible Movies by Great Directors. In: Rolling Stone. 26. März 2024, abgerufen am 22. Juni 2026 (amerikanisches Englisch).