IP-Adresse verbergen: So versteckt ihr IP-Adresse und Standort
Das Verbergen der IP-Adresse kann in verschiedenen Situationen nützlich sein. Ob zur Umgehung von Netzwerksperren, zur Vermeidung von Tracking oder zur Lösung von Verbindungsproblemen - es gibt viele Gründe, warum man seine IP-Adresse verstecken möchte. Wir zeigen euch einfache und kostenlose Methoden, wie ihr eure IP-Adresse und euren Standort verbergen könnt.
- Warum sollte man seine IP-Adresse verbergen?
- Grundlegendes zur IP-Adresse und DHCP
- Methode 1: Verwendung eines VPN-Dienstes
- Methode 2: Verwendung eines Proxy-Servers
- Methode 3: Verwendung eines SmartDNS-Dienste
- Methode 4: Verwendung des Tor-Browsers
- Fazit
Warum sollte man seine IP-Adresse verbergen?
Privatsphäre: Durch das Verbergen eurer IP-Adresse könnt ihr eure Online-Privatsphäre verbessern und Tracking durch Webseiten, Online-Dienste und Werbung erschweren. Dies passiert nämlich nicht nur über Cookies oder Browser-Fingerprinting, sondern auch über die IP-Adresse. Das könnt ihr übrigens daran merken, dass ihr mitunter auf einem PC in eurem Heimnetzwerk Werbung angezeigt bekommt, wonach ihr auf eurem Smartphone im gleichen Netz gesucht habt.
Zugangsbeschränkungen umgehen: Einige Webseiten oder Online-Dienste sind geografisch beschränkt. Mit einer neuen IP-Adresse könnt ihr auf gesperrte Inhalte zugreifen. Ihr umgeht also solche IP-Sperren, die meist für ganze Länder gelten. Das ist beispielsweise bei nahezu allen Streamingdiensten der Fall, die aus lizenzrechtlichen Gründen unterschiedliche Kataloge in den jeweiligen Ländern anbieten (müssen). Durch das Verbergen der IP-Adresse könnt ihr euren Standort ändern und diese Ländersperren umgehen.
SmartDNS erlauben euch die Umgehung von Ländersperren. Dafür gaukeln diese den Zielseiten eine andere IP vor.
Vorteile- Standortwechsel möglich
- Einfache Bedienung
- Nicht kostenlos verfügbar
- Keine erweiterte Sicherheit
SmartDNS sind eine spannende Alternative, haben aber im Vergleich zu VPN-Diensten signifikante Nachteile. Insbesondere die erweiterten Sicherheitsfunktionen fehlen.
Für kurze Zeit uneingeschränkt - oder sogar dauerhaft kostenlos - nutzbare VPN-Clients.
Vorteile- Standortwechsel möglich
- IP-Adressen schnell änderbar
- Zusätzliche Sicherheitsfunktionen
- Profi-Funktionen kosten Geld
- Kostenlose Varianten mit Einschränkungen
Einige VPN-Dienste erlauben euch die Nutzung der VPNs für sieben Tage oder ihr könnt die Software ausprobieren und nach bis zu 45 Tagen kündigen.
Änderung der IP-Adresse möglich - am bequemsten als Webproxy.
Vorteile- Als Webproxy einfach zu nutzen
- Für einfachen Abruf von Webseiten geeignet
- Keine Sicherheits-Features
- Oft dubiose Anbieter
- Echte Proxies sind komplex in der Einrichtung
Zumeist als kostenlos beworbene Proxies kommen mit Werbung und mangelnder Transparenz daher. Nutzt nur vertrauenswürdige Dienste großer Anbieter!
Grundlegendes zur IP-Adresse und DHCP
Bevor wir auf die verschiedenen Methoden zum Verbergen von IP-Adressen eingehen, holen wir ein letztes Mal aus und gehen ganz kurz und relativ kompakt darauf ein, wie ihr überhaupt eine IP-Adresse zugewiesen bekommt.
Eine IP-Adresse (Internet Protokoll Adresse) ist eine eindeutige numerische Kennung, die jedem Gerät zugewiesen wird, das mit einem Netzwerk kommunizieren kann, das das Internet Protocol verwendet. Dieses Netzwerk kann euer Heimnetzwerk sein oder auch das Internet selbst. Diese IP-Adresse dient dazu, Geräte in einem Netzwerk eindeutig zu identifizieren und Datenpakete an den richtigen Zielort zu leiten.
Wie lautet meine IP-Adresse und mein Standort?❯Hierbei gibt es zwei Haupttypen von IP-Adressen: IPv4 und IPv6. Eine IPv4-Adresse besteht aus vier durch Punkte getrennten Dezimalzahlen (z.B. 192.168.1.1), wobei jede Zahl zwischen 0 und 255 liegt. Dieser Aufbau ermöglicht etwa 4,3 Milliarden eindeutige Adressen. IPv6-Adressen bestehen aus acht Gruppen hexadezimaler Zahlen, die durch Doppelpunkte getrennt sind (z.B. 2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334), was eine nahezu unerschöpfliche Anzahl eindeutiger Adressen bietet.
Diese IP-Adressen werden in der Regel dynamisch durch das "Dynamic Host Configuration Protocol" (DHCP) zugewiesen. Wenn ein Gerät eine Verbindung zu einem Netzwerk herstellt, sendet es eine Anfrage an den DHCP-Server des Netzwerks. Der DHCP-Server weist dem Gerät eine verfügbare IP-Adresse aus einem definierten Pool zu und übermittelt zusätzlich weitere Netzwerkinformationen wie die Subnetzmaske, das Standardgateway und die DNS-Server.
In manchen Fällen werden IP-Adressen auch statisch zugewiesen, insbesondere für Server oder Geräte, die dauerhaft unter derselben Adresse erreichbar sein müssen - etwa Webseiten. Diese statische Zuweisung erfolgt manuell durch einen Administrator und bleibt unverändert, solange die Konfiguration nicht geändert wird.
Der DHCP-Server in eurem Heimnetzwerk läuft in der Regel auf dem Router, also beispielsweise auf eurer FritzBox. Dort könnt ihr auch den zu vergebenen Adressbereich konfigurieren. Tatsächlich gibt es sowas auch im Internet. Natürlich alles eine Nummer größer und komplexer, aber am Ende weist euch der DHCP-Server eures Internetproviders (ISP) eine IP-Adresse zu.
Methode 1: Verwendung eines VPN-Dienstes
Ein VPN (Virtual Private Network) ist ein Dienst, der eure Internetverbindung verschlüsselt und über einen Server in einem anderen Netzwerk leitet. Dadurch erhaltet ihr eine neue IP-Adresse, die vom Standort des VPN-Servers abhängt. Wie das technisch genau funktioniert, erklären wir euch ausführlich im Artikel "Was ist ein VPN?"
Tatsächlich könnt ihr so also nicht nur euren Datenverkehr verschlüsseln, ihr könnt damit auch digital in jedes beliebige Land umziehen. Das macht es einfach Geoblocking zu umgehen, hilft aber auch, wenn ihr einfach nur eure IP-Adresse verbergen wollt. Eure "echte" IP-Adresse wird in diesem Fall nämlich nie nach außen gesendet, ihr seid immer mit der IP-Adresse des VPN-Anbieters unterwegs. Parallel dazu weiß euer Provider zwar, dass ihr online seid, kann aber aufgrund der Verschlüsselung nicht sehen, was ihr macht.
Wollt ihr eure IP-Adresse ernsthaft verbergen, ist ein vollwertiges VPN das Mittel der Wahl.
- Ihr könnt aus einem gigantischen Pool an IP-Adressen schöpfen und euch IPs aus nahezu allen Regionen der Welt zueweisen lassen.
- Ihr seid zudem vor Ausspähung geschützt, dafür sorgen 256-Bit Verschlüsselungen.
- Die Geschwindigkeiten bei guten Anbietern sind so gut, dass ihr damit Streamen und sogar Filesharing betreiben könnt.
- Erweiterte Sicherheitsmechanismen wie Multihop und Kill-Switch sorgen dafür, dass ihr niemals eure echte IP preis gebt.
Der Clou ist, dass ihr all diese Vorteile sogar umsonst bekommen könnt. Das ist in einzelnen Fällen mit Einschränkungen verbunden, etwa hinsichtlich Datenvolumen oder Geschwindigkeit. Trotzdem genießt ihr die Vorteile eines VPNs, allen voran das Verbergen eurer IP-Adresse.
Der verlinkte Ratgeber zeigt euch, welche kostenlosen VPN-Anbieter für euch geeignet sind. Falls ihr keine Kompromisse eingehen wollt: Greift zu unserem Testsieger Cyberghost.
CyberGhost VPN ist an sich im Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar. Dennoch könnt ihr das VPN sogar gratis nutzen. So sichert ihr euch den Dienst kostenlos.
Wie ihr CyberGhost kostenlos nutzen könnt, zeigen wir euch Schritt für Schritt in obiger Anleitung. Habt ihr den VPN-Dienst installiert, könnt ihr ohne Neustart innerhalb von Sekunden eure IP-Adresse ändern.
Methode 2: Verwendung eines Proxy-Servers
Ein Proxy-Server fungiert als Vermittler zwischen eurem Gerät und dem Internet. Wenn ihr über einen Proxy-Server auf das Internet zugreift, wird eure Anfrage über den Proxy-Server geleitet, wodurch eure IP-Adresse verborgen und durch die des Proxy-Servers ersetzt wird. Lediglich der Proxy-Server kennt eure IP-Adresse.
Kostenlose Proxy-Server-Dienste
Es gibt einige kostenlose Proxy-Server-Dienste. Einer davon ist Hide.me, den es übrigens auch als VPN-Dienst gibt. Diese Proxy-Dienste bieten verschiedene Server-Standorte und -Protokolle an.
Proxy leitet sich vom englischen Begriff "proxy representative" ab und fungiert als Schnittstelle des Rechnernetzwerkes. Ein Proxy ist ein Mittler und stellt bei Anfragen zu einer Seite im Internet eine Verbindung zu dieser her. Proxy dient allgemein als Kommunikationspartner und -Schnittstelle.
Proxies gibt es bereits geraume Zeit. Früher wurden diese beispielsweise in Firmennetzen eingesetzt, um häufig abgerufene Webseiten lokal verfügbar zu machen. Das hat die schwachen Leitungen entlastet und zudem die Kosten gesenkt. Tatsächlich gab es nämlich mal Zeiten, da hat das Surfen im Internet noch richtig ordentlich Geld gekostet und schnell war es auch nicht. Nun denn, davon sind wir heute mit Gigabit-Verbindungen und Flatrates meilenweit entfernt - gut so.
Geblieben ist der Einsatz von Proxies zum Ändern von IP-Adressen. Tatsächlich wird es aber kaum noch genutzt. VPNs haben diese Rolle übernommen, zumal diese einfacher einzurichten und mit deutlich mehr Sicherheitsfunktionen daher kommen.
Wo Proxies tatsächlich hin und wieder noch eingesetzt werden, ist beim gelegentlichen Abruf von Webseiten, die ansonsten durch Ländersperren unerreichbar wären. Das passiert meistens in Form von so genannten Web-Proxies. Wenn ihr für den einmaligen Abruf einer Webseite so einen Proxy zum Ändern eurer IP-Adresse nutzen wollt, so geht es:
- Ruft die Webseite von hide.me auf.
- Wählt oben aus der Liste einen gewünschten Standort.
- Gebt anschließend die Zielseite ein und klickt auf "Los".
Für den einfachen und kostenlosen Abruf von Webseiten unter fremder IP-Adresse reicht der Dienst von hide.me vollkommen aus. Soll es mehr sein, versprechen Premium-Proxies schnellere Geschwindigkeiten und mehr Funktionen. Wir empfehlen trotzdem den Einsatz von VPNs, damit werdet ihr am Ende mehr Spaß haben.
Tipp zur Sicherheit: Wenn ihr einen Proxy einsetzt, könnt ihr unseren Proxy-Checker nutzen und prüfen, ob eure IP-Adresse wirklich nicht übermittelt wird. Das ist nicht immer der Fall, darauf solltet ihr aber unbedingt achten.
Methode 3: Verwendung eines SmartDNS-Dienste
Eine weitere Alternative sind so genannte SmartDNS-Dienste. Ein bekannter Vertreter dieser Dienste wäre "Unblock.us", der sich insbesondere bei der Umgehung von Ländersperren der Streamingdienste einen Namen gemacht hat.
Im verlinkten Artikel gehen wir näher auf die Funktionsweise dieser SmartDNS-Dienste ein. Leider gibt es diese nicht kostenlos, weshalb wir mit dem Router-Neustart und den nicht kostenlosen SmartDNS-Diensten auch nur auf dreieinhalb kostenlose Methoden zum Ändern der IP-Adresse kommen.
Ganz grob zur Funktionsweise: Bei SmartDNS-Diensten wird der Datenverkehr nicht verschlüsselt. Es werden lediglich einzelne Server-Anfragen über den SmartDNS-Proxy an den Zielserver weitergeleitet. Anders als bei VPN-Diensten kann ein SmartDNS so clever aufgebaut werden, dass der eigentliche Datenverkehr über die ganz normale Leitung läuft, die Identifizierung des Ursprungslandes aber über den SmartDNS-Proxy stattfindet.
So können Geo-Blockade umgangen, aber trotzdem die volle Leitungskapazität zum Streamen genutzt werden. Da der preisliche Unterschied zu VPN-Diensten aber nahezu nicht vorhanden ist, lohnt der Griff zu einem SmartDNS meistens nicht. Tatsächlich fahrt ihr auch hier mit einem VPN besser, zumal diese euch generell mehr Sicherheit versprechen.
Methode 4: Verwendung des Tor-Browsers
Beim Tor-Browser handelt es sich um einen modifizierten Firefox, der sich automatisch mit dem sogenannten Onion-Netzwerk verbindet. Tor steht für "The Onion Router", also "Der Onion-Lotse", der Anfragen durch das sogenannte Onion-Netzwerk leitet. Onion (englisch "Zwiebel") heißt das Netzwerk, weil es Online-Anfragen wie den Aufruf einer Website über mehrere Länder und Rechner hinweg verteilt. Mit jedem Schritt kommt eine Zwiebelschale hinzu.
Mit dem Tor-Browser surft ihr im Darknet. Ein falscher Klick dort kann euch aber schon in Schwierigkeiten bringen. Wir erklären euch, wie ihr dort sicher und legal surft.
Mit dem Tor-Browser könnt ihr sicher und anonym surfen, doch bezüglich der Rechtslage und Einrichtung müsst ihr einiges beachten. Hier findet ihr alle wichtigen Infos.
Ruft ihr eine Webseite auf, wird der Zielserver demnach nicht direkt aufgerufen, sondern die Anfragen zunächst an einen Server weitergeleitet. Dieser leitet die Anfrage an einen weiteren Server weiter, der an den nächsten, und so weiter. Erst nach diversen Weiterleitungen, die alle verschlüsselt stattfinden, wird der Zielserver aufgerufen. Danach fließen die Datenpakete in umgekehrter Reihenfolge zu euch zurück.
Obwohl es technisch aufwendig ist, ist es doch recht einfach zu verstehen. Dieses Onion-Prinzip bringt gleich zwei Sachen mit sich:
- Eine sehr hohe Anonymität, die dadurch gewährleistet wird, dass keine Anfrage direkt zurückverfolgt werden kann. Zudem speichern viele dieser Zwischenserver keinerlei Daten. Für Ermittler oder andere staatliche Behörden ist es so extrem schwer eien Tor-Nutzer zu identifizieren.
- Ein echt langsames Surfvergnügen. Leider, muss man sagen, aber das liegt in der Natur der Dinge. Schließlich werden die Anfragen so oft umgeleitet, das jedes Datenpaket einen enormen Umweg gehen muss. Die Zwischenserver sind außerdem oft die Rechner anderer Onion-Nutzer, was die Bandbreite enorm einschränkt.
Der Tor-Browser bleibt so eine spannende und kostenlose Alternative für echte Anonymität im Netz. Allerdings ist er aufgrund der mangelnden Geschwindigkeit nicht wirklich praktikabel. Für das Lesen, Schreiben und die Übermittlung von kleineren Dateien reicht die Bandbreite in der Regel, doch für dicke Downloads ist das Netzwerk zu langsam. Daher sollte der Tor-Browser nur verwendet werden, wenn die Surf-Sitzung wirklich anonym sein soll.
Fazit
In diesem Artikel haben wir einfache und kostenlose Methoden vorgestellt, um eure IP-Adresse zu verbergen: die Verwendung eines VPN-Dienstes, die Nutzung eines Proxy-Servers, den Einsatz von SmartDNS-Diensten und den Tor-Browser. Jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, und die Wahl der richtigen Methode hängt von euren individuellen Bedürfnissen ab.
- VPN-Dienst: Bietet neben dem Ändern des Standorts zusätzliche Sicherheit und Anonymität.
- Proxy-Server: Gut für die schnelle und einfache IP-Änderung, aber nicht für den dauerhaften Einsatz geeignet.
- SmartDNS: Leider nicht kostenlos, kann aber dennoch zur Umgehung von Ländersperren eingesetzt werden.
- Tor-Browser: Sehr langsam, aber extrem sicher
Wenn es euch beim Verstecken der IP-Adresse wirklich darum geht, anonym zu surfen, empfehlen wir euch den Einsatz eines VPN-Dienstes. Das kann einer kostenloser VPN-Dienst sein oder auch ein vollausgereifter Premium-VPN mit allem Schnickschnack. Das echte verschleiern eurer IP könnt ihr nur damit gescheit hinbekommen. Wenn ihr zudem darauf achtet, dass der Dienst keine Logs speichert, eine hohe Verschlüsselung nutz und sogar Features wie Multihop oder einen Kill-Switch an Bord hat, seid ihr auf der sicheren Seite.




