Evika Siliņa

Evika Siliņa (* 3. August 1975 in Riga, Lettische SSR, damalige Sowjetunion) ist eine lettische Politikerin der liberal-konservativen Partei Vienotība und ist seit dem 15. September 2023 Ministerpräsidentin von Lettland. Zuvor war sie Sozialministerin im Kabinett Kariņš II.[1][2][3]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Evika Siliņa wuchs bei ihren Großeltern in Irlava in der Bezirksgemeinde Tukums auf.
Ausbildung und Beruf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Abitur 1993 an der Sekundarschule absolvierte Siliņa von 1993 bis 1997 das Bachelorstudium der Rechtswissenschaft an der Universität Lettlands. An der Riga Graduate School of Law erlangte sie einen Master-Abschluss in den Fächern Sozialwissenschaften, Völkerrecht und Europarecht. Von 2003 bis 2012 war sie als Rechtsanwältin im Bereich des Wirtschaftsrechts tätig.[4]
Außer Lettisch spricht sie auch fließend Englisch und Russisch.[5]
Politik
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Siliņa trat bei der Parlamentswahl in Lettland 2011 für die Reformu partija an, verfehlte jedoch den Einzug in die Saeima. Von 2011 bis 2012 war sie Rechtsberaterin des lettischen Innenministeriums.[6] Von 2013 bis 2019 war sie Staatssekretärin im Innenministerium. Von 2019 bis 2022 war sie Staatssekretärin beim Ministerpräsidenten Krišjānis Kariņš.[7]
Bei der Parlamentswahl in Lettland 2022 wurde Siliņa für die Partei Vienotība in die Saeima gewählt. Am 14. Dezember 2022 wurde sie zur Sozialministerin in der zweiten Regierung von Krišjānis Kariņš ernannt.[8]
Nach dem Rücktritt Kariņš’ vom Amt des Ministerpräsidenten wurde sie am 15. September 2023 von der Saeima zu seiner Nachfolgerin gewählt. Sie führte seitdem eine Koalition aus Vienotība, Zaļo un Zemnieku savienība und Progresīvie (Kabinett Siliņa). Nach Laimdota Straujuma ist sie die zweite Frau im Amt des lettischen Ministerpräsidenten.[9]
Nachdem am 25. März 2026 und mehrfach Anfang Mai Drohnen in den lettischen Luftraum eingedrungen waren, machte die Ministerpräsidentin den Verteidigungsminister, Andris Sprūds, dafür verantwortlich, dass es dazu kommen konnte.[10] Sprūds trat am 10. Mai 2026 zurück. Als Siliņa ihn nicht durch einen anderen Politiker seiner Partei, der Progresīvie, ersetzen wollte, sondern durch Oberst Raivis Melnis, den Leiter der Abteilung für operative Planung im Generalstab der Lettischen Nationalen Streitkräfte, verließen die Progresīvie am 13. Mai die Koalition, die infolgedessen zerbrach.[11] Dadurch verlor die Regierung ihre Mehrheit im Parlament. Siliņa gab am 14. Mai 2026 ihren Rücktritt bekannt.[12] Laut der Verfassung Lettlands führt dies automatisch zum Rücktritt des gesamten Kabinetts. Bis zur Bestätigung einer neuen Regierung bleibt die alte weiter geschäftsführend im Amt.[11]
Familie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Evika Siliņa ist verheiratet und hat drei Kinder.[13]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Evika Siliņa is New Unity's party pick for PM. In: eng.lsm.lv. Abgerufen am 18. September 2023 (englisch).
- ↑ Latvia Minister Silina Poised to Succeed Karins as Prime Minister In: Bloomberg.com, 16. August 2023. Abgerufen am 18. September 2023 (englisch).
- ↑ Aaron Eglitis: Latvia Gets New Prime Minister Evika Silina With Parliament Majority In: Bloomberg News (englisch).
- ↑ Evika Siliņa. 26. Mai 2019, archiviert vom am 26. Mai 2019; abgerufen am 17. August 2023 (lettisch).
- ↑ Parlamentārā sekretāre – Iekšlietu ministrija. 3. September 2018, archiviert vom am 3. September 2018; abgerufen am 18. September 2023 (lettisch).
- ↑ 11. Saeimas vēlēšanas, Centrālā vēlēšanu komisija. Archiviert vom am 26. Mai 2019 (lettisch).
- ↑ Lolita Lūse: Kariņa «labā roka» Evika Siliņa: Es esmu augs, kas nav lolots labā augsnē In: Santa.lv, 26. Oktober 2022 (lettisch).
- ↑ Saeima confirms the new Karins government. In: www.baltictimes.com. Abgerufen am 25. August 2023 (englisch).
- ↑ Evika Siliņa is Latvia’s new prime minister. In: POLITICO. 15. September 2023, abgerufen am 18. September 2023 (englisch).
- ↑ Julian Staib, Stefan Locke, Friedrich Schmidt: Drohnen-Dilemma an der Ostflanke. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Mai 2026, S. 3.
- 1 2 Krise wegen Drohnen. Regierungschefin in Lettland tritt zurück. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Mai 2026, S. 6.
- ↑ Streit über Drohnenvorfälle: Lettlands Regierungschefin Evika Silina tritt zurück. 14. Mai 2026, abgerufen am 14. Mai 2026.
- ↑ Evika Silina führt Lettlands neue Regierungskoalition In: Die Presse, 18. September 2023
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Krišjānis Kariņš | Ministerpräsident von Lettland seit 15. September 2023 | — |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Siliņa, Evika |
| KURZBESCHREIBUNG | lettische Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 3. August 1975 |
| GEBURTSORT | Riga, Lettische SSR, Sowjetunion |