Zum Inhalt springen

Großer Preis von Frankreich 1968

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Image Großer Preis von Frankreich 1968
Renndaten
6. von 12 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1968
Streckenprofil
Name: LIV Grand Prix de France
Datum: 7. Juli 1968
Ort: Rouen und Grand-Couronne
Kurs: Rouen-les-Essarts
Länge: 392,52 km in 60 Runden à 6,542 km
Wetter: Regen
Pole-Position
Fahrer: OsterreichImage Jochen Rindt Vereinigtes KonigreichImage Brabham
Zeit: 1:56,1 min
Schnellste Runde
Fahrer: Mexiko 1934Image Pedro Rodríguez Vereinigtes KonigreichImage B.R.M.
Zeit: 2:11,5 min (Runde 19)
Podium
Erster: BelgienImage Jacky Ickx ItalienImage Ferrari
Zweiter: Vereinigtes KonigreichImage John Surtees JapanImage Honda
Dritter: Vereinigtes KonigreichImage Jackie Stewart FrankreichImage Matra

Der Große Preis von Frankreich 1968 (offiziell LIV Grand Prix de France) fand am 7. Juli auf dem Rouen-les-Essarts in Rouen statt und war das sechste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1968.

Nachdem der Große Preis von Frankreich in den Jahren zuvor nacheinander auf dem Circuit de Charade, dem Circuit de Reims-Gueux und dem Circuit Bugatti stattgefunden hatte, wurde er 1968 erstmals seit 1964 wieder in der Nähe von Rouen veranstaltet.

Nach dem Großen Preis der Niederlande führte Graham Hill in der Fahrerwertung mit zwölf Punkten vor Jackie Stewart und mit 14 Punkten vor Pedro Rodríguez. In der Konstrukteurswertung führte Lotus mit zwölf Punkten vor McLaren und mit 13 Punkten vor B.R.M.

Honda plante erstmals den Einsatz des neu entwickelten Typ 302 mit luftgekühltem Motor, den Werksfahrer John Surtees in den Wochen zuvor getestet hatte. Da Surtees den Wagen für noch nicht ausgereift hielt, weigerte er sich, das Rennen damit zu bestreiten, und wurde mit dem bereits bewährten Typ 301 für den Grand Prix gemeldet. Da allerdings Konzernchef Sōichirō Honda das Rennen besuchte, sollte der neue Rennwagen unbedingt an den Start gebracht werden. Man entschloss sich, ihn unter dem Teamnamen „Honda France“ zu melden und von dem populären französischen Rennfahrer Jo Schlesser als Gaststarter fahren zu lassen.

Da Brian Redman weiterhin verletzungsbedingt fehlte, engagierte das Cooper-Werksteam den Formel-1-Neuling Vic Elford und lieh zudem Johnny Servoz-Gavin als Besetzung für den zweiten Wagen von Matra aus.

Dan Gurney pausierte an diesem Wochenende, weil er weiterhin keine Weslake-Motoren für sein Eagle-Team zur Verfügung hatte und im Gegensatz zum Großen Preis der Niederlande zwei Wochen vorher auch nicht die Gelegenheit erhielt, als zusätzlicher Fahrer in einem Werksteam an den Start zu gehen.

Während des Trainings verunglückte Jackie Oliver bei hoher Geschwindigkeit, ohne sich ernsthaft zu verletzen. Sein Lotus 49 wurde dabei allerdings so stark beschädigt, dass eine Reparatur bis zum Rennen nicht mehr möglich war und Oliver auf den Start verzichten musste. Jochen Rindt erzielte im Werks-Brabham die erste Pole-Position seiner Grand-Prix-Karriere und teilte sich die erste Startreihe mit dem Matra MS10 von Stewart und dem Ferrari 312 von Jacky Ickx. Denis Hulme und Chris Amon qualifizierten sich für die zweite Reihe.[1]

Das Rennen wurde bei leichtem Regen gestartet. Nahezu alle Fahrer wählten Intermediates als Bereifung. Einzig Ickx fuhr auf vollwertigen Regenreifen los, was sich bereits nach der ersten Runde als richtige Entscheidung erwies, da er in Führung gehen und sich leicht absetzen konnte. Dahinter kämpften Rindt und Stewart um den zweiten Platz, gefolgt von Surtees.

Zu Beginn der dritten Runde verlor Schlesser die Kontrolle über den neuen Honda. Der Wagen überschlug sich und fing Feuer. Das Benzin aus den noch vollen Tanks und das aus Magnesium gefertigte Chassis brannten derart intensiv, dass für Schlesser jede Hilfe zu spät kam. Nach Jim Clark, Mike Spence und Ludovico Scarfiotti war er bereits der vierte Formel-1-Fahrer, der in diesem Jahr starb. Unter den vieren war er allerdings der einzige, der während eines Grand Prix tödlich verunglückte.

Obwohl das lichterloh brennende Wrack zum Teil auf der Strecke lag, wurde das Rennen nicht abgebrochen. Rindt erlitt beim Passieren der Unfallstelle durch die Hitze und umherliegende Trümmerteile einen Reifenschaden, der ihn zu einem Boxenstopp zwang. Unterdessen überholte Surtees den Zweitplatzierten Stewart und hielt diese Position, bis er in der siebten Runde seinerseits von Rodríguez überholt wurde. Der in der Weltmeisterschaft führende und vom neunten Platz gestartete Hill überholte schließlich Stewart und nahm bis zu seinem Ausfall wegen eines Bruchs der Antriebswelle den vierten Rang ein.

In der 19. Runde kam Ickx kurz von der Strecke ab und wurde infolgedessen von Rodríguez und Surtees überholt. Innerhalb von nur einer Runde kämpfte er sich jedoch zurück an die Spitze, verteidigte diese Position bis ins Ziel und stellte somit seinen ersten Sieg in seinem erst achten Grand Prix sicher. Rodríguez verlor wegen eines umfangreichen Boxenstopps den zweiten Platz an Surtees, den dieser hielt, obwohl er ebenfalls einen kurzen Stopp einlegen musste.

Elford beendete sein Grand-Prix-Debüt auf dem vierten Platz. Rodríguez ließ sich zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere die schnellste Rennrunde gutschreiben.[2]

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Image Brabham Racing Organisation 2 Image Jack Brabham Brabham BT26 Repco 860 3.0 V8 G
4 Image Jochen Rindt
Image Matra Sports 6 Image Jean-Pierre Beltoise Matra MS11 Matra MS9 3.0 V12 D
Image Bruce McLaren Motor Racing 8 Image Denis Hulme McLaren M7A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
10 Image Bruce McLaren
Image Gold Leaf Team Lotus 12 Image Graham Hill Lotus 49B F
14 Image Jackie Oliver
Image Honda Racing 16 Image John Surtees Honda RA301 Honda RA301E 3.0 V12 F
Image Honda France 18 Image Jo Schlesser Honda RA302 Honda RA302E 3.0 V8
Image Owen Racing Organisation 20 Image Pedro Rodríguez BRM P133 BRM P142 3.0 V12 G
22 Image Richard Attwood BRM P126
Image Scuderia Ferrari SpA SEFAC 24 Image Chris Amon Ferrari 312 (1968) Ferrari 242C 3.0 V12 F
26 Image Jacky Ickx
Image Matra International (Tyrrell) 28 Image Jackie Stewart Matra MS10 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 D
Image Cooper Car Company 30 Image Vic Elford Cooper T86B BRM P142 3.0 V12 G
32 Image Johnny Servoz-Gavin
Image Rob Walker Racing 34 Image Joseph Siffert Lotus 49 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
Image Reg Parnell Racing 36 Image Piers Courage BRM P126 BRM P142 3.0 V12 G

Klassifikationen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Startaufstellung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
1 Image Jochen Rindt Image Brabham-Repco 1:56,1 202,853 km/h 1
2 Image Jackie Stewart Image Matra-Ford 1:57,3 200,777 km/h 2
3 Image Jacky Ickx Image Ferrari 1:57,7 200,095 km/h 3
4 Image Denis Hulme Image McLaren-Ford 1:57,7 200,095 km/h 4
5 Image Chris Amon Image Ferrari 1:57,8 199,925 km/h 5
6 Image Bruce McLaren Image McLaren-Ford 1:58,0 199,586 km/h 6
7 Image John Surtees Image Honda 1:58,2 199,249 km/h 7
8 Image Jean-Pierre Beltoise Image Matra 1:58,9 198,076 km/h 8
9 Image Graham Hill Image Lotus-Ford 1:59,1 197,743 km/h 9
10 Image Pedro Rodríguez Image B.R.M. 1:59,3 197,412 km/h 10
11 Image Jackie Oliver Image Lotus-Ford 2:00,2 195,933 km/h DNS
12 Image Joseph Siffert Image Lotus-Ford 2:00,3 195,771 km/h 11
13 Image Richard Attwood Image B.R.M. 2:00,8 194,960 km/h 12
14 Image Jack Brabham Image Brabham-Repco 2:00,8 194,960 km/h 13
15 Image Piers Courage Image B.R.M. 2:01,1 194,477 km/h 14
16 Image Johnny Servoz-Gavin Image Cooper-B.R.M. 2:01,2 194,317 km/h 15
17 Image Jo Schlesser[# 1] Image Honda 2:04,5 189,166 km/h 17
18 Image Vic Elford[# 1] Image Cooper-B.R.M. 2:05,5 187,659 km/h 16

Anmerkungen

  1. 1 2 Wegen eines Fehlers der Rennleitung wurden die Startplätze von Elford und Schlesser vertauscht.
Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde
1 Image Jacky Ickx Image Ferrari 60 0 2:25:40,9 3
2 Image John Surtees Image Honda 60 1 + 1:58,6 7
3 Image Jackie Stewart Image Matra-Ford 59 1 + 1 Runde 2
4 Image Vic Elford Image Cooper-B.R.M. 58 0 + 2 Runden 16
5 Image Denis Hulme Image McLaren-Ford 58 1 + 2 Runden 4
6 Image Piers Courage Image B.R.M. 57 0 + 3 Runden 14
7 Image Richard Attwood Image B.R.M. 57 1 + 3 Runden 12
8 Image Bruce McLaren Image McLaren-Ford 56 1 + 4 Runden 6
9 Image Jean-Pierre Beltoise Image Matra 56 0 + 4 Runden 8
10 Image Chris Amon Image Ferrari 55 1 + 5 Runden 5
11 Image Joseph Siffert Image Lotus-Ford 54 0 + 6 Runden 11
– Image Pedro Rodríguez Image B.R.M. 53 1 + 7 Runden 10 2:11,5 (19.)
– Image Jochen Rindt Image Brabham-Repco 45 1 DNF 1
– Image Jack Brabham Image Brabham-Repco 15 0 DNF 13
– Image Graham Hill Image Lotus-Ford 14 0 DNF 9
– Image Johnny Servoz-Gavin Image Cooper-B.R.M. 14 0 DNF 15
– Image Jo Schlesser Image Honda 2 0 DNF 17
DNS Image Jackie Oliver[a 1] Image Lotus-Ford – – – – –

Anmerkungen

  1. ↑ Oliver konnte nach einem Unfall im Training aufgrund der Beschädigungen an seinem Wagen nicht am Rennen teilnehmen.

WM-Stände nach dem Rennen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Die besten fünf Ergebnisse der ersten sechs und der zweiten sechs Rennen zählten zur Meisterschaft. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
1 Image Graham Hill Lotus-Ford 24
2 Image Jackie Stewart Matra-Ford 16
3 Image Jacky Ickx Ferrari 16
4 Image Denis Hulme McLaren-Ford 12
5 Image Pedro Rodríguez B.R.M. 10
6 Image Bruce McLaren McLaren-Ford 9
7 Image Jim Clark † Lotus-Ford 9
8 Image Jean-Pierre Beltoise Matra 9
9 Image John Surtees Honda 6
10 Image Ludovico Scarfiotti † Cooper-B.R.M. 6
11 Image Richard Attwood B.R.M. 6
12 Image Lucien Bianchi Cooper-B.R.M. 5
13 Image Chris Amon Ferrari 4
14 Image Jochen Rindt Brabham-Repco 4
15 Image Brian Redman Cooper-B.R.M. 4
16 Image Vic Elford Cooper-B.R.M. 3
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
17 Image Silvio Moser Brabham-Repco 2
18 Image Jackie Oliver Lotus-Ford 2
19 Image Piers Courage B.R.M. 1
20 Image Joseph Siffert Lotus-Ford / Cooper-Maserati 0
21 Image Joakim Bonnier McLaren-B.R.M. / Cooper-Maserati 0
22 Image John Love Brabham-Repco 0
– Image Jackie Pretorius Brabham-Climax 0
– Image Dan Gurney Eagle-Weslake / Brabham-Repco 0
– Image Sam Tingle LDS-Repco 0
– Image Basil van Rooyen Cooper-Climax 0
– Image Jack Brabham Brabham-Repco 0
– Image Andrea de Adamich Ferrari 0
– Image Mike Spence † B.R.M. 0
– Image Dave Charlton Brabham-Repco 0
– Image Johnny Servoz-Gavin Matra-Ford 0
– Image Jo Schlesser † Honda 0

Konstrukteurswertung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Pos. Konstrukteur Punkte
1 Image Lotus-Ford 29
2 Image Ferrari 19
3 Image Matra-Ford 19
4 Image McLaren-Ford 19
5 Image B.R.M. 17
6 Image Cooper-B.R.M. 12
7 Image Brabham-Repco 6
Pos. Konstrukteur Punkte
8 Image Honda 6
9 Image Matra 6
10 Image McLaren-B.R.M. 2
11 Image Cooper-Maserati 0
– Image Brabham-Climax 0
– Image Eagle-Weslake 0
– Image LDS-Repco 0

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ „Training“ (Memento vom 7. März 2008 im Internet Archive) (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 14. August 2011)
  2. ↑ Latest Formula 1 Breaking News - Grandprix.com. Abgerufen am 12. März 2024.