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Großer Preis von Frankreich 1956

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Image Großer Preis von Frankreich 1956
Renndaten
5. von 8 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1956
Streckenprofil
Name: XLII Grand Prix de l’ACF
Datum: 1. Juli 1956
Ort: Reims, Frankreich
Kurs: Circuit de Reims-Gueux
Länge: 506,422 km in 61 Runden à 8,302 km
Wetter: trocken, sonnig
Pole-Position
Fahrer: ArgentinienImage Juan Manuel Fangio ItalienImage Ferrari
Zeit: 2:23,2 min
Schnellste Runde
Fahrer: ArgentinienImage Juan Manuel Fangio ItalienImage Ferrari
Zeit: 2:25,8 min
Podium
Erster: Vereinigtes KonigreichImage Peter Collins ItalienImage Ferrari
Zweiter: ItalienImage Eugenio Castellotti ItalienImage Ferrari
Dritter: Frankreich 1946Image Jean Behra ItalienImage Maserati

Der Große Preis von Frankreich 1956 (offiziell XLII Grand Prix de l’ACF) fand am 1. Juli auf dem Circuit de Reims-Gueux in Reims statt und war das fünfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1956.

Nach der Absage des Großen Preises von Frankreich 1955, fand das Rennen nach einem Jahr Pause wieder auf dem Circuit de Reims-Gueux statt. Juan Manuel Fangio gewann den Grand Prix in den Vorjahren dreimal, Mike Hawthorn einmal. Von den teilnehmenden Teams am Großen Preis von Frankreich 1956 gewann lediglich Ferrari 1953 ein Rennen auf dieser Strecke.

Ferrari setzte in diesem Rennen auf seine drei Stammpiloten Fangio, Eugenio Castellotti und den Gewinner des vorherigen Rennens, Peter Collins. Ein weiterer Wagen wurde dem Spanier Alfonso de Portago zur Verfügung gestellt, der sein erstes Formel-1-Rennen bestritt und ein fünfter Wagen kam für Olivier Gendebien zum Einsatz.

Ferraris größter Konkurrent der Automobil-Weltmeisterschaft 1956 war bis zu diesem Zeitpunkt Maserati, die ein Cockpit an Piero Taruffi vergaben. Dieses Cockpit wurde frei, nachdem Mike Hawthorn zum Vanwall Team gewechselt hatte. Dort war er Teamkollege von Harry Schell und Colin Chapman, der sein einziges Rennen bestritt und später als Rennwagenkonstrukteur bekannt wurde.

Maurice Trintignant, der zuvor für Vanwall startete, wechselte zu Bugatti, die als Team in die Formel 1 einstiegen. Trintignant war der einzige Fahrer für das Team, als Wagen wurde der neue Bugatti T251 verwendet, der von einem Heckmotor angetrieben wurde. Für Bugatti war dies jedoch die einzige Teilnahme an einem Formel-1-Rennen, da der Wagen nicht konkurrenzfähig war.

Image
Bugatti Type 251

Das französische Team Gordini nahm ebenfalls wieder an einem Rennen teil, mit drei Wagen für die Fahrer Robert Manzon, Hernando da Silva Ramos und André Pilette und drei Fahrer starteten mit privaten Maserati.

In der Fahrerwertung führte Collins zusammen mit Maserati-Fahrer Stirling Moss knapp vor Jean Behra und Fangio.

Streitereien gab es hinter den Kulissen bei Ferrari, nachdem sich die Fahrer Fangio und Castellotti über eine mangelhafte Vorbereitung der Wagen beschwert hatten. Ein drohender Streik der beiden wurde jedoch verhindert. Das Misstrauen von Fangio gegenüber Ferrari blieb jedoch bestehen und 1957 wechselte er wieder zurück zu Maserati.[1]

Im Training waren die Ferrari erneut der Konkurrenz überlegen und belegten mit drei Wagen die gesamte erste Startreihe. Fangio war wie in den Rennen zuvor der schnellste im Training und gewann die Pole-Position mit über einer Sekunde Vorsprung auf den zweitplatzierten Castellotti. Eine weitere Sekunde zurück qualifizierte sich Collins auf Platz drei.

Maserati verlor im Training im Vergleich zu vorangegangenen Rennen an Geschwindigkeit, währenddessen Vanwall erneut eine Leistungssteigerung zu vermelden hatte. Die drei Wagen von Vanwall waren in der Lage mit den Ferraris mitzuhalten und qualifizierten sich auf den Plätzen vier bis sechs. Während des Trainings kam es jedoch zu einer Kollision zwischen Chapman und Hawthorn, die weitere Zeitverbesserungen des Teams verhinderten. Aufgrund einer Verletzung und des beschädigten Wagens infolge des Unfalls war es Chapman daraufhin nicht möglich, am Rennen teilzunehmen. Schell verbesserte sich nach dem Unfall noch auf Position vier, eine halbe Sekunde langsamer als Collins.

Die Titelkandidaten und Maserati-Fahrer Moss und Behra platzierten sich auf Position sieben und acht knapp hinter den Vanwall, vierter Ferrari-Fahrer und Debütant Portago startete von Platz neun. Die Top zehn der Startaufstellung wurde von Luigi Villoresi komplettiert, der somit bester derjenigen Fahrer war, die mit einem privaten Maserati am Rennen teilnahmen.

Gordini qualifizierte sich erneut im hinteren Mittelfeld, beste Startposition war Platz 14 von da Silva Ramos. Trintignant im Bugatti, dem einzigen Wagen mit Heckmotor im Feld startete vom drittletzten Platz, mit über 18 Sekunden Rückstand auf Fangios Trainingszeit.

Bereits in der ersten Rennrunde zeigte sich die Dominanz der Scuderia Ferrari. Collins ging vor Castellotti und Fangio in Führung und die drei Ferrari-Fahrer setzten sich in der ersten Rennrunde mehrere Sekunden von der Konkurrenz ab. Dahinter duellierten sich Moss und Schell, der sich Position vier hinter den Ferrari sicherte. Moss fiel weiter zurück, als ihn auch Hawthorn im Vanwall überholte. In den nächsten beiden Rennrunden überholte Hawthorn seinen Teamkollegen Schell und lag damit hinter den drei führenden Ferrari. Trintignant im neuen Bugatti lag abgeschlagen am Ende des Feldes und hatte Schwierigkeiten beim Handling des Wagens.

Schells Vanwall erlitt in Runde fünf einen Motorschaden, Moss Maserati fiel in Runde zwölf mit einem defekten Getriebe aus. Beide Fahrer setzten das Rennen kurze Zeit später fort, Schell fuhr im Wagen von Hawthorn ab Runde zehn weiter und Moss übernahm in Runde 20 wie beim Rennen zuvor den Wagen seines Teamkollegen Cesare Perdisa. An der Spitze duellierten sich die Ferrari untereinander, Fangio beanspruchte die Führung für sich. In der zehnten Rennrunde lagen hinter ihm Collins und Castellotti, sowie Hawthorn, Portago und Gendebien. Hawthorn übergab so früh im Rennen seinen Wagen, da ihm die Konzentration fehlte, denn er nahm in der Nacht zuvor an einem 12-Stunden-Rennen teil.

In Rennrunde 18 folgte das Rennende für Trintignant nach technischen Problemen an seinem Bugatti. Für das Team verlief der Grand Prix derart enttäuschend und erfolglos, dass man sich entschied an keinem weiteren Rennen teilzunehmen und Bugatti schied somit aus der Formel 1 aus.

De Portago, der in seinem ersten Rennen Aussicht auf eine Punkteplatzierung hatte, schied in Runde 20 mit einem Getriebeschaden aus, wodurch Schell wieder Position vier innehatte. Er stellte einen neuen Rundenrekord auf, verringerte in den folgenden Runden den Vorsprung der Ferraris und griff in Runde 31 Castellotti und Collins an. Schell überholte beide und lag für sechs Runden auf Platz zwei, bis Ferrari bemerkte, dass Schell nicht wie vermutet eine Runde zurücklag, sondern im Wagen von Hawthorn fuhr. Daraufhin erhöhten sie das Tempo und sowohl Collins als auch Castellotti überholten Schell wieder, der kurz darauf technische Probleme an seinem Wagen bekam und den Vanwall fünf Minuten lang in der Box reparieren lassen musste. Zur selben Zeit kam auch Fangio an die Box, ebenfalls für einen mehrminütigen Reparaturboxenstopp, der ihn bis auf Platz vier zurückfallen ließ.

Das Rennergebnis war somit wenige Runden vor Schluss entschieden, da Ferrari seine Fahrer anwies, die Positionen an der Spitze zu halten.[2] Collins gewann seinen zweiten Grand Prix in Folge und fuhr mit einem Vorsprung von 0,3 Sekunden nur knapp vor seinem Teamkollegen Castellotti ins Ziel. Behra auf Maserati komplettierte das Podium, da Fangio trotz eines neuen Rundenrekordes in der letzten Rennrunde nicht mehr auf ihn aufholte. Die letzten beiden Punkte für Position fünf gingen an Maserati und wurden von Moss und Perdisa geteilt.

Collins baute sich in der Fahrerwertung durch den Sieg einen Vorsprung von fünf Punkten auf Platz zwei auf, den nun Behra innehatte. Fangio lag weiterhin einen Punkt hinter Behra und stieg einen Platz auf Position drei auf. Moss verlor die Führung in der Fahrerwertung und fiel auf Platz vier zurück. Weiterhin auf Position fünf in der Fahrerwertung lag der Indianapolis-500-Sieger Pat Flaherty, der jedoch an keinem weiteren Rennen der Saison teilnahm.

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Image Officine Alfieri Maserati 2 Image Stirling Moss Maserati 250F Maserati 2.5 L6 P
4 Image Jean Behra
6 Image Cesare Perdisa[# 1]
Image Stirling Moss
8 Image Piero Taruffi
40 Image Paco Godia
Image Scuderia Ferrari 10 Image Juan Manuel Fangio Ferrari D50 Ferrari 2.5 V8 E
12 Image Eugenio Castellotti
14 Image Peter Collins
16 Image Alfonso de Portago
44 Image Olivier Gendebien
Image Vandervell Products Ltd 22 Image Harry Schell Vanwall VW56 Vanwall 2.5 L4 P
24 Image Mike Hawthorn[# 2]
Image Harry Schell
26 Image Colin Chapman
Image Automobiles Bugatti 28 Image Maurice Trintignant Bugatti Type 251 Bugatti 2.5 L8 E
Image Equipe Gordini 30 Image Robert Manzon Gordini Type 32 Gordini 2.5 L8 E
32 Image Hernando da Silva Ramos
34 Image André Pilette Gordini Type 16 Gordini 2.5 L6
Image Ecurie Rosier 36 Image Louis Rosier Maserati 250F Maserati 2.5 L6 P
Image Luigi Piotti 38 Image Luigi Villoresi Maserati 250F Maserati 2.5 L6 P
Image André Simon 42 Image André Simon Maserati 250F Maserati 2.5 L6 P

Anmerkungen

  1. ↑ Perdisa fuhr den Wagen 20 Runden, Moss 39 Runden.
  2. ↑ Hawthorn fuhr den Wagen 10 Runden, Schell 46 Runden.

Klassifikationen

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Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start
1 Image Juan Manuel Fangio Image Ferrari 2:23,3 1
2 Image Eugenio Castellotti Image Ferrari 2:24,6 2
3 Image Peter Collins Image Ferrari 2:25,6 3
4 Image Harry Schell Image Vanwall 2:26,1 4
5 Image Colin Chapman Image Vanwall 2:26,8 5
6 Image Mike Hawthorn Image Vanwall 2:27,0 6
7 Image Jean Behra Image Maserati 2:27,8 7
8 Image Stirling Moss Image Maserati 2:29,9 8
9 Image Alfonso de Portago Image Ferrari 2:30,9 9
10 Image Luigi Villoresi Image Maserati 2:33,3 10
11 Image Olivier Gendebien Image Ferrari 2:34,5 11
12 Image Louis Rosier Image Maserati 2:35,3 12
13 Image Piero Taruffi Image Maserati 2:35,6 13
14 Image Hernando da Silva Ramos Image Gordini 2:35,9 14
15 Image Robert Manzon Image Gordini 2:36,0 15
16 Image Cesare Perdisa Image Maserati 2:36,4 16
17 Image Paco Godia Image Maserati 2:40,0 17
18 Image Maurice Trintignant Image Bugatti 2:41,9 18
19 Image André Pilette Image Gordini 2:46,8 19
20 Image André Simon Image Maserati 2:47,9 20
Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde
1 Image Peter Collins Image Ferrari 61 2:34:23,4 3
2 Image Eugenio Castellotti Image Ferrari 61 + 0,3 2
3 Image Jean Behra Image Maserati 61 + 1:29,9 7
4 Image Juan Manuel Fangio Image Ferrari 61 + 1:35,1 1 2:25,8
5 Image Cesare Perdisa
Image Stirling Moss
Image Maserati 59 + 2 Runden 13
6 Image Louis Rosier Image Maserati 58 + 3 Runden 12
7 Image Paco Godia Image Maserati 57 + 4 Runden 17
8 Image Hernando da Silva Ramos Image Gordini 57 + 4 Runden 14
9 Image Robert Manzon Image Gordini 56 + 5 Runden 15
10 Image Mike Hawthorn
Image Harry Schell
Image Vanwall 56 + 5 Runden 6
11 Image André Pilette Image Gordini 55 + 6 Runden 19
– Image André Simon Image Maserati 45 DNF 20
– Image Piero Taruffi Image Maserati 38 DNF 16
– Image Olivier Gendebien Image Ferrari 37 DNF 11
– Image Luigi Villoresi Image Maserati 21 DNF 10
– Image Alfonso de Portago Image Ferrari 19 DNF 9
– Image Maurice Trintignant Image Bugatti 17 DNF 18
– Image Stirling Moss Image Maserati 12 DNF 8
– Image Harry Schell Image Vanwall 5 DNF 4
DNS Image Colin Chapman Image Vanwall – – – 5 –

WM-Stand nach dem Rennen

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Die ersten fünf bekamen 8, 6, 4, 3 bzw. 2 Punkte; einen Punkt gab es für die schnellste Runde. Es zählten nur die fünf besten Ergebnisse aus acht Rennen.

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
1 Image Peter Collins Ferrari 19
2 Image Jean Behra Maserati 14
3 Image Juan Manuel Fangio Ferrari 13
4 Image Stirling Moss Maserati 12
5 Image Pat Flaherty Watson 8
6 Image Eugenio Castellotti Ferrari 7,5
7 Image Paul Frère Ferrari 6
8 Image Sam Hanks Kurtis Kraft 6
9 Image Luigi Musso Ferrari 4
10 Image Mike Hawthorn Maserati / Vanwall 4
11 Image Don Freeland Phillips 4
12 Image Harry Schell Vanwall 3
13 Image Johnnie Parsons Kurtis Kraft 3
14 Image Cesare Perdisa Maserati 3
15 Image Olivier Gendebien Ferrari 2
16 Image Hernando da Silva Ramos Gordini 2
17 Image Dick Rathmann Kurtis Kraft 2
18 Image Luigi Villoresi Maserati 2
19 Image Chico Landi Maserati 1,5
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
20 Image Gerino Gerini Maserati 1,5
21 Image Paul Russo Kurtis Kraft 1
22 Image André Pilette Gordini 0
23 Image Louis Rosier Maserati 0
24 Image Francisco Godia-Sales Maserati 0
25 Image Élie Bayol Gordini 0
26 Image Horace Gould Maserati 0
27 Image Robert Manzon Gordini 0
– Image Óscar González Maserati 0
– Image Alberto Uria Maserati 0
– Image Luigi Piotti Maserati 0
– Image Carlos Menditéguy Maserati 0
– Image José Froilán González Maserati 0
– Image Maurice Trintignant Vanwall 0
– Image Piero Scotti Connaught 0
– Image André Simon Maserati 0
– Image Piero Taruffi Maserati 0
– Image Alfonso de Portago Ferrari 0

Einzelnachweise

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  1. ↑ Eric Wenzel: Historisches - GP Stories - Die Rennen des Jahres 1956 - Formel 1. 2. Januar 2005, abgerufen am 12. Februar 2024.
  2. ↑ Latest Formula 1 Breaking News - Grandprix.com. Abgerufen am 12. Februar 2024.