Waco CG-3
| Waco CG-3 | |
|---|---|
| Typ | Lastensegler |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Waco Aircraft Company |
| Erstflug | 31. Januar 1942 |
| Stückzahl | 100 |
Die Waco CG-3 (Werksbezeichnung Model NYQ) war ein Lastensegler des US-amerikanischen Herstellers Waco im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schon nach den ersten Erfolgen der deutschen Luftwaffe mit dem Einsatz von Kampfzonen-Lastenseglern (siehe Schlacht von Fort Eben-Emael im Mai 1940), begannen auch in den USA entsprechende Bestrebungen, derartige Flugzeuge zu entwickeln. General Hap Arnold, Chef des US Army Air Corps startete zusammen mit dem Air Materiel Command (AMC) auf dem Wright Field in Dayton, Ohio ein Sofortprogramm zur Aufstellung eines Glider Corps. Einer der wichtigsten Unterstützer des Programms war Fred E. Dent, dem in Dayton die neu aufgestellte Seglerabteilung im Flugzeug-Labor der experimentellen Ingenieurabteilung unterstand.
Die ersten Verträge verlangten von den beauftragten Firmen jeweils die parallele Entwicklung einer achtsitzigen und einer 15-sitzigen Version. Arnold untersagte jedoch den großen Firmen die Teilnahme an den Ausschreibungen, da sie dem Kriegsministerium für Programme mit höherer Priorität zur Verfügung stehen sollten. Es entstanden danach von vier Unternehmen die Muster XCG-1 bis XCG-8; von denen aber nur die Hälfte den Status von fliegenden Prototypen erreichten. Als Material für die Flugzeugstruktur war Holz vorgegeben, da Flugzeugaluminium Projekten mit höherer Priorität vorbehalten war.
Erste Projekte CG-1 und CG-2
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die ersten Verträge wurden am 24. Mai 1941 mit der Frankfort Sailplane Company über die Entwicklung eines achtsitzigen (Model TCC-41) und eines 15-sitzigen Musters (Model TCC-21) abgeschlossen. Die militärischen Bezeichnungen waren XCG-1 bzw. XCG-2. Gebaut werden sollten eine statische Bruchzelle und ein flugfähiges Exemplar für jedes Muster. Die statischen Belastungstests, sollten repräsentativ die auftretenden Kräfte beim Schlepp, beim freien Flug und bei der Landung nachbilden. Die Flugzeugstruktur soll dabei mindestens 150 % der erwarteten Auslegungsbeanspruchung aufnehmen können. Die Belastungstests der Bruchzelle der XCG-1, die am 27. Dezember 1941 auf dem Wright Field ankam, erbrachte jedoch ein Versagen der Zellenstruktur bereits bei 63 % der Auslegungsbelastung. Da Frankfort Sailplane mit der Frankfort TG-1 erfolgreich einen Schulsegler produzierte, und andere Ausschreibungsbewerber erfolgversprechendere Muster anboten, brach man das Lastensegler-Projekt ab und stornierte die Verträge für die XCG-1 und die XCG-2.
CG-3
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Die Waco Aircraft Company war damals der älteste Flugzeughersteller in den USA und hatte bis dahin nur zivil eingesetzte Maschinen gebaut, besaß aber durch die große Erfahrung gute Voraussetzungen auch für den Lastenseglerbau. Das Unternehmen erhielt am 17. Juni 1941 den Auftrag zum Bau einer XCG-3 (Achtsitzer) und einer XCG-4 (15-Sitze). Neben einem flugfähigen Testexemplar sollte auch jeweils eine statische Bruchzelle hergestellt werden. Bereits im September 1941 waren die Windkanalversuche der XCG-3 abgeschlossen. Die Bruchzelle wurde am 26. Dezember 1941 nach Dayton geliefert; der Prototyp zur Flugerprobung folgte am 31. Januar 1942. Bereits im April 1942 erteilte USAAF den Auftrag zur Serienproduktion der nun als CG-3A bezeichneten Maschine. Der Entwurf teilte sich die generelle Auslegung sowie die Bauausführung mit der größeren CG-4. Der größte Unterschied zwischen der XCG-3 und der Serienausführung CG-3A bestand in der Änderung des Einstiegs für Besatzung und Soldaten. Die seitwärts klappbare Haube des Prototyps wurde für eine einfachere Be- und Entladung durch nebeneinanderliegende Einstiegstüren im Vorderrumpf ersetzt.
Am 21. März 1942 erhielt Waco den Auftrag zum Bau von 200 CG-3A, was die erste Serienfertigung eines taktischen Lastenseglers in den USA bedeutete. Am 23. April wurde ein weiterer Auftrag für die CG-3A an Rearwin Aircraft and Engines (Im Januar 1943 in Commonwealth Aircraft umbenannt) vergeben. Das Kriegsministerium plante ursprünglich die Beschaffung von 1063 CG-3, hatte jedoch zum Zeitpunkt der Abnahme der ersten Maschine am 26. November 1942 diese Pläne bereits aufgegeben, da das Militär sich auf die 15-sitzige CG-4A als Standardkampfsegler konzentrieren wollte. So war im Juli 1942 der Auftrag auf 100 Exemplare gekürzt worden, die alle zwischen dem 15. November 1942 und 15. April 1943 von Commonwealth produziert wurden.
Die CG-3A wurden an verschiedene, über das Land verteilte Schulungsstellen für das Fortgeschrittenentraining von Piloten übergeben und nahmen auch an Truppenübungen teil. In der Rolle als Schulmaschinen wurden sie schließlich durch die CG-4 ersetzt.
Konstruktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tragflächen und Heck waren eine Holzkonstruktion, während der Rumpf eine geschweißte Stahlrohrfachwerk als grundlegende Struktur verwendete. Alles war mit Stoff bespannt. Erstaunlich ist, dass trotz der Direktive so weit wie irgend möglich Holz zu verwenden, hier der Einsatz von Stahlrohren zugelassen wurde. Das einfache Fahrwerk war fest am Rumpf angebaut oder abwerfbar, wonach die Landung auf Sperrholz-Kufen erfolgte.
Technische Daten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Kenngröße | Daten CG-3A[1] |
|---|---|
| Besatzung | 1 |
| Passagiere | 7–8 |
| Länge | 13,21 m |
| Spannweite | 22,28 m |
| Höhe | ? m |
| Flügelfläche | 68,7 m² |
| Flügelstreckung | 7,2 |
| Gleitzahl | ? |
| Leermasse | 927 kg |
| max. Startmasse | 1996 kg |
| max. Schleppgeschwindigkeit | 192 km/h |
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bill Norton: Elephantine but Silent – U.S. Army Cargo Glider Development, Part 1. In: AAHS Journal Sommer 2007, S. 101 f.
- William Green, Gordon Swanborough: Transport Gliders – The Rise and Demise of a Weapon, Part 4. In: AIR Enthusiast Juni 1972, S. 321 f.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Bill Norton, 2007, S. 102