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Die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk vertraut nicht allein auf ihre eigene Intelligenz, sondern auch auf KI. Bei einer Podiumsdiskussion in Polen äußerte sich die Schriftstellerin vor Kurzem zu den Vorzügen der künstlichen Intelligenz als Hilfsmittel bei ihrer Arbeit: »Ich bin immer wieder beeindruckt, wie KI meinen Horizont erweitert und mein kreatives Denken vertieft.«
Ist das ein Skandal?
Jedenfalls gingen die Worte der Schriftstellerin um die Welt, wohl auch dank moderner, digitaler Übersetzungssoftware und einer zeitgenössischen Kulturtechnik namens Social Media. Und schnell sah Tokarczuk sich veranlasst, der US-amerikanischen Website »Literary Hub« eine Richtigstellung zu schicken : Zwar nutze sie KI als Recherchewerkzeug, doch sei keiner ihrer Texte mithilfe künstlicher Intelligenz geschrieben worden.
Ihre Aussagen hätten wohl kaum derartigen Wirbel verursacht, wenn es hier allein darum ginge, mit technischen Werkzeugen die Recherche für einen Roman zu beschleunigen. Die Frage nach dem Einsatz von KI in der Literatur berührt das Grundverständnis von dem, was menschliche Kreativität ausmacht – und damit auch, auf einer etwas höheren Ebene, die Frage nach dem menschlichen Selbstverständnis überhaupt.