Rätsel um tote Bella (3): Brisante Wende bahnt sich an – Ermittler sollen komplett neuer Theorie nachgehen
Uns auf Google folgenDie drei Jahre alte Bella wurde stundenlang gesucht, dann tot im Pool der Familie entdeckt. Doch noch immer ist unklar, wann genau Bella in den Pool hineingelangt ist.
Preetz – Auch Wochen nach dem Tod eines drei Jahre alten Mädchens aus Preetz bei Kiel in Schleswig-Holstein ist unklar, was genau in dem Garten der Familie geschehen ist. Klar ist: Bella wurde am Mittwoch, 5. August, als vermisst gemeldet. Trotz intensiver Suchmaßnahmen entdeckten Einsatzkräfte das Mädchen jedoch erst einen Tag später im Pool der Familie. Die Staatsanwaltschaft leitete zwischenzeitlich Ermittlungen gegen die Eltern wegen möglicher Aufsichtspflichtverletzungen ein. Doch nun könnte sich in dem Vermisstenfall eine brisante Wende anbahnen.

Unbestätigten Medienberichten zufolge sollen Ermittler aktuell in Erwägung ziehen, dass das Mädchen bei der ersten Absuche des Pools am Mittwoch noch gar nicht im Pool gelegen haben kann. Wie unter anderem die Mopo unter Berufung auf die SHZ (hinter Bezahlschranke) berichtet, sollen Ermittler aktuell zwei Theorien in Betracht ziehen. So könnte sich die Dreijährige zunächst im Haus oder Garten versteckt haben und nach der nächtlichen Unterbrechung der Suche in den Pool gefallen sein. Einsatzkräfte hatten die Suche dem Portal zufolge gegen 2.50 Uhr in der Nacht unterbrochen, gegen 7 Uhr am Donnerstagmorgen wurde diese wieder aufgenommen.
Ermittler sollen aktuell zwei neue Theorien in Betracht ziehen
Hatte sich die Dreijährige seit ihrem Verschwinden am Mittag also über Stunden versteckt? Wie die Mopo weiter berichtet, sei bei der Suche am Mittwoch das Grundstück intensiv abgesucht worden. So seien auch mehrere Sandberge im Garten der Familie abgetragen worden. Sogar die obere Wohnung der Nachbarn soll auf freiwilliger Basis kontrolliert worden sein. Der Garten sei zudem von Mauern und dichten Hecken umgeben und könne deshalb von anderen Grundstücken aus nicht betreten werden. So muss sich, gehe es nach dieser Theorie, das Mädchen also entweder stundenlang im Garten der Familie versteckt haben. Oder Bella habe den Garten mitten in der Nacht durch das Haus der Familie betreten.
Eine zweite Theorie würden Ermittler nach Angaben der Mopo aktuell jedoch favorisieren. Demnach werde der Verdacht geprüft, ob eine noch unbekannte Person das Mädchen in den Pool gelegt haben könnte. Entweder lebend oder zu diesem Zeitpunkt bereits ertrunken. Offiziell bestätigt wurde das Prüfen der beiden Theorien jedoch nicht.
Bereits kurz nach dem Auffinden des toten Mädchens sorgte der Zeitpunkt des Fundes für Rätsel. Denn Einsatzkräfte hatten den Pool vor dem Fund abgesucht, dabei jedoch nicht das tote Mädchen entdeckt. Bella war gegen Mittag am 5. August als vermisst gemeldet worden. Neben zahlreichen Polizisten und Feuerwehrleuten suchten auch 30 bis 50 Anwohner bis tief in die Nacht nach dem Mädchen. Dabei kamen auch ein Hubschrauber und Drohnen zum Einsatz.
Einsatzkräfte hatten gegen 14 Uhr mit der Suche nach dem Mädchen begonnen. Dabei wurden Wohnung und Grundstück durchsucht. Zu diesem Zeitpunkt sei der Pool nach Angaben der Polizei nicht durchsucht, jedoch einer oberflächlichen Sichtprüfung unterzogen worden.
Gegen Mitternacht durchsuchten Einsatzkräfte nochmals das Wohnhaus und den Garten. Erstmals suchten sie den Pool dabei genauer ab. „Warum die Absuche des Pools nicht zum Auffinden des Kindes geführt hat, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden“, berichtete die Polizei am Tag nach dem tragischen Fund. Die Polizei hatte damals bereits angekündigt, intern nachzubereiten, warum der Pool nicht bereits zuvor durchsucht worden war.
Feuerwehrmann stieg in den Pool und entdeckte Bella dabei nicht
Zwei Wochen später berichtete eine leitende Polizistin Genaueres im Innen- und Rechtsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags. So hätten Polizisten und ein Feuerwehrmann in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, also Stunden bevor das Mädchen letztlich tot im Pool entdeckt wurde, gründlich mit einem Kescher und durch Abgehen des Grundes den Pool abgesucht.
Weil die Beamten mit dem etwa 140 bis 150 Zentimeter langen Kescher jedoch die Mitte des in den Boden eingelassenen Pools mit vier Metern Durchmesser nicht erreichen konnten, wurde ein Feuerwehrmann angefordert, der mit einer Wathose in den Pool steigen sollte. Auf den Grund des etwa 80 Zentimeter tiefen Wassers habe man wegen starker Trübung durch Algen nicht sehen können.
Gegen 1.00 Uhr in der Nacht habe ein Feuerwehrmann mit der Durchsuchung des Pools begonnen. Er sei den Grund in kleiner werdenden Kreisen bis zur Mitte hin und danach im Zickzack abgegangen. Eingesetzt worden sei auch eine Wärmebildkamera. „Es konnten keine relevanten Feststellungen am Pool getroffen werden“, sagte die Beamtin im Ausschuss. Stunden nachdem der Feuerwehrmann den Pool verlassen hatte, wurde das tote Kind gegen 9.30 Uhr auf dem Wasser des Pools treibend entdeckt. Eine Obduktion ergab den Angaben zufolge, dass das Mädchen zu dem Zeitpunkt bereits mehrere Stunden tot war. Die Obduktion bestätigte zudem, dass das Mädchen ertrunken ist. Nach Angaben des Kieler Oberstaatsanwalts Michael Bimler gibt es keinerlei Anhaltspunkte für eine Gewalttat.
Vor der nächtlichen Durchsuchung des Wassers hätten Polizisten Garten und Pool bereits einmal in Augenschein genommen, berichtete die leitende Polizistin. Angehörige hätten aber versichert, das Kind sei aus dem Vordereingang aus dem Haus gelaufen. In den Garten gelangt man ausschließlich durch das Haus. Ein Verwandter habe zudem angegeben, den Pool bereits selbst gründlich mit dem Kescher abgesucht zu haben. (Quellen: dpa, Mopo, SHZ) (jl)
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