Keimende Kartoffeln: Bei diesen grünen Stellen sollten Sie die Knolle sofort entsorgen
Uns auf Google folgenKleine grüne Flecken, ein paar Triebe und schon wird die Kartoffel zum Risiko? Was hinter dem Stoff Solanin steckt und wann es gefährlich wird.
Ob als Suppe, Bratkartoffel oder Püree – kaum ein Gemüse ist so vielseitig wie die braune Knolle. Doch wer sie zu lange im Keller vergisst, könnte ein böses Erwachen erleben. Denn unter bestimmten Bedingungen verwandelt sich das unscheinbare Gemüse heimlich in eine kleine Giftwerkstatt.

Schuld daran ist Solanin, ein natürlicher Giftstoff aus der Gruppe der Glykoalkaloide. Kartoffeln zählen zu den Nachtschattengewächsen, die Solanin als Schutzschild gegen Schädlinge und Krankheitserreger produzieren. Solange Kartoffeln frisch und dunkel gelagert sind, bleibt der Gehalt niedrig. Lagern sie jedoch zu warm oder zu hell, beginnen sie zu keimen und die Konzentration des Giftstoffs steigt rapide an, laut der AOK.
Keimende Kartoffeln erkennen: Ab wann Sie die Knolle entsorgen sollten
Der Giftstoff ist außerdem extrem hitzebeständig. Solanin verschwindet weder beim Kochen noch beim Braten oder Frittieren. Das Kochwasser sollten Sie deshalb nicht weiterverwenden, und Frittierfett sollte regelmäßig gewechselt werden. Fällt Ihnen beim Essen ein bitterer Geschmack auf, sollten Sie die Kartoffel nicht weiter verzehren, und gegebenenfalls Ihren Bestand überprüfen. Kartoffeln mit Trieben unter einem Zentimeter sind mit Entfernen der Keime noch verwendbar. Längere Keime oder grüne Schalen sollten vermieden werden. Auch hier sollten Sie genau hinschauen: Viele Gemüsebrühen aus dem Supermarkt fallen im Test durch.
Wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen, dann schälen Sie Kartoffeln grundsätzlich vor dem Verzehr, oder kochen Sie sie mit Schale und pellen Sie sie anschließend. So bleiben die wertvollen Mineralien erhalten, die direkt unter der Schale sitzen, während die solaninhaltige äußere Schicht entfernt wird. Gerade bei Kindern sollten Sie besonders darauf achten, dass keine Schalenreste mitgegessen werden, da die Grenzwerte auf das Körpergewicht bezogen sind und kleine Körper schneller die kritische Dosis erreichen. So lagern Sie Ihre Kartoffeln am besten:
- Bei 6 bis 8 Grad, dunkel und trocken schützt am besten vor Keimung und Solaninbildung.
- Kühlschrank und Licht sind zu vermeiden.
- Vermeiden Sie außerdem die Aufbewahrung im Folienbeutel, denn bei Luftabschluss kann sich Feuchtigkeit bilden, die Schimmelbefall begünstigt.
- Besser geeignet sind luftdurchlässige Behältnisse wie ein Netz, eine Holzkiste oder ein Jutebeutel. So zirkuliert die Luft, und die Knollen bleiben trocken.
Ein wenig Entwarnung: In den vergangenen 100 Jahren sind zwar nur wenige Vergiftungsfälle durch Kartoffelverzehr dokumentiert worden. Das liegt jedoch mutmaßlich daran, dass bitter schmeckende, solaninreiche Kartoffeln selten aufgegessen werden. Übrigens lohnt sich auch beim nächsten Waldspaziergang ein genauer Blick in den Korb, denn Steinpilze und Pfifferlinge aus dem Supermarkt kommen fast nie aus Deutschland, obwohl sie oft direkt vor der Haustür wachsen.