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Modelleisenbahn auf 24 Quadratmetern: Dorfener fährt IC, den es längst nicht mehr gibt

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Sein ganzer Stolz: Auf einer Fläche von 24 Quadratmetern erstreckt sich die Modelleisenbahn-Landschaft von Florian Förstner.
Sein ganzer Stolz: Auf einer Fläche von 24 Quadratmetern erstreckt sich die Modelleisenbahn-Landschaft von Florian Förstner. © privat

Florian Förstner hat seine Modelleisenbahn über Jahre auf 24 Quadratmeter ausgebaut. Der Wert seiner Sammlung liegt inzwischen im höheren vierstelligen Bereich.

Dorfen – Wer Florian Förstner besucht, betritt nicht einfach eine Wohnung – er betritt eine eigene kleine Welt. Auf rund 24 Quadratmetern erstreckt sich in seinem Zuhause eine Modelleisenbahnlandschaft, die über viele Jahre gewachsen ist. Züge fahren durch Berge und vorbei an Häusern, Straßen und Tankstellen. Eine Bushaltestelle, eine Kirche und ein Rathaus gehören ebenso zur Landschaft wie Bergbauernhöfe, Wohnhäuser und unzählige kleine Figuren.

„Mit 12 oder 13 Jahren hat es angefangen“, erzählt der heute 37-Jährige. Damals bestand seine Anlage zunächst aus einem einfachen Kreis auf dem Teppich. Stück für Stück wurde daraus eine umfangreiche Sammlung. Seit rund 20 Jahren beschäftigt sich Förstner mit seinem Hobby.

Besonders stolz ist er auf einen klassischen Intercity mit Bordbistro. „Den gibt es in echt nicht mehr, aber bei mir daheim fährt er noch“, sagt er stolz und zeigt auf sein Lieblingsstück. Auch drei Waggons, die ihm noch in seiner Sammlung fehlten, hat er erst kürzlich erstanden: 60 Euro waren ihm die drei Modelle wert. Der Wert seiner gesamten Modelleisenbahn liegt inzwischen im höheren vierstelligen Bereich.

Feingefühl und Geduld

Nicht nur die Größe macht seine Anlage besonders. Es steckt viel Detailarbeit darin. Förstner baut Landschaften, stellt Züge zusammen und versucht, Zugverbindungen nachzubilden, die es so auch in der Realität gegeben hat. Zu seinen Besonderheiten gehört unter anderem ein historischer Bahnhof aus Baden-Baden. Winzige Teile werden von ihm sorgfältig zusammengeklebt.

„Florian hat sehr viel Feingefühl. Der Klebepunkt hat die Größe einer Nähnadelspitze“, sagt Susanne Eberl. Sie ist seine Betreuungsassistentin. Der 37-Jährige hat eine Behinderung, deshalb kann er seinen Alltag nicht ganz alleine meistern.

Seine kleinen Schätze findet der Modelleisenbahner unter anderem auf der Modellbahn-Börse in München. „Da fahre ich mit Freunden hin“, erzählt er. Überhaupt ist das Unterwegssein mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein wichtiger Teil seines Lebens.

Förstner lebt in Dorfen im ambulant begleiteten Wohnen der Barmherzigen Brüder Algasing. Die Unterstützung ermöglicht ihm, seinen Alltag möglichst selbstständig zu gestalten. Dazu gehören unter anderem Hilfe bei Behördengängen und beim Einkauf sowie Unterstützung bei der Förderung und dem Erhalt seiner Eigenständigkeit. Die Kosten für die Betreuung werden für die Klienten vom Bezirk übernommen.

Förstner arbeitet in den Werkstätten der Barmherzigen Brüder Algasing. Über seine große Leidenschaft tauscht er sich in einer Interessengemeinschaft aus. Er ist im Vorstand der 2019 gegründeten Dorfener Modelleisenbahnfreunde.

Die echte Eisenbahn fasziniert ihn ebenso

Regelmäßig engagiert er sich zudem ehrenamtlich im Museum der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Alle zwei Wochen übernimmt er dort unter anderem die Aufsicht und betreut den U-Bahn-Simulator. „Ich erkläre ihn auch“, erzählt Förstner. Einmal im Jahr präsentieren die Eisenbahnfreunde dort ihre Modelleisenbahn-Ausstellung, vor 1000 Interessenten am Tag.

Die Begeisterung Förstners endet nicht an der heimischen Modellbahnanlage. Besonders gerne ist er in München mit Straßenbahnen unterwegs. „Weil ich so viel fahre, kennen mich die Zugbegleiter und Schaffner schon.“ Eberl bestätigt: „Sie grüßen ihn.“ Auch die fahrerlose U-Bahn in Nürnberg hat es ihm angetan. Etwa fünfmal im Jahr fährt er dorthin.

Ein Reiseziel ohne Bahnbezug ist für ihn kaum vorstellbar. In Dresden traf er sogar einmal Mitarbeiter beziehungsweise Fahrer der Straßenbahn, die auf Instagram über ihre Arbeit posten. Prompt ließ er sich mit ihnen fotografieren. Von der Ausstellung der Dorfener Eisenbahnfreunde war er außerdem bereits zweimal auf YouTube zu sehen.

Auch technisch kann Förstner seiner Leidenschaft nachgehen. Zu seiner Sammlung gehört ein Stellwerksimulator. Damit kann er Fahrpläne und Strecken erstellen und Situationen simulieren. „Ich muss wie im Stellwerk reagieren“, erklärt er. Auch mit den Mitarbeitern im Stellwerk Dorfen unterhält er sich gerne.

Förstner sammelt nicht einfach nur Züge. Er kennt Strecken, Fahrzeuge und Abläufe, er interessiert sich für die Menschen hinter der Eisenbahn und teilt sein Wissen bei Ausstellungen.

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