Haimhauser Weihnachtsmarkt gerettet: Gemeinderat stimmt 11:10 für Gewinnbeteiligung
Uns auf Google folgen
Nach drei Stunden Streit hat der Gemeinderat Haimhausen die Eckdaten für den Weihnachtsmarkt 2026 beschlossen. Bürgermeister Jänicke-Spicker scheiterte mit seiner 30-Prozent-Forderung deutlich mit 1:20.
Haimhausen – Am ersten Adventswochenende finden in vermutlich ganz Bayern Weihnachtsmärkte statt. Jetzt steht fest: Auch den Haimhauser Markt wird es weiterhin geben! Nach drei Stunden mit heftigen Diskussionen und ausuferndem Streit hat der Gemeinderat Haimhausen dann doch mit einer am Ende überraschenden Einstimmigkeit die Eckdaten für den Weihnachtsmarkt 2026 beschlossen. Mit den Erfahrungswerten will man dann für die Zukunft des Marktes die Weichen stellen.
Während der Sommerferien hatte die Gemeindeverwaltung mögliche Standbetreiber darauf hingewiesen, dass die Gemeinde statt bisher einer festen Standgebühr künftig eine 30-prozentige Beteiligung am Gewinn kassieren möchte. Das schlug hohe Wellen und nach einem Antrag der CSU-Fraktion kam die Diskussion um den Weihnachtsmarkt nun auf die Tagesordnung des Gemeinderates (wir berichteten).
Ich möchte keinem Verein schaden, aber wir müssen kostengünstiger werden.
Vor dem Gremium verteidigte sich Bürgermeister Stefan Jänicke-Spicker (Bürgerstimme) als Chef der Verwaltung noch einmal, „dass wir nie den Weihnachtsmarkt übernehmen wollten“. Er berichtete, dass der Kulturkreis bei einer Sitzung im Mai kundgetan habe, nicht mehr so beim Aufbau dabei sein zu können. Der Bürgermeister machte auf seine Situation mit einer bedrohlichen Haushaltsschieflage deutlich: „Ich möchte keinem Verein schaden, aber wir müssen kostengünstiger werden!“
Nach eineinhalb bis zwei Stunden Streit machte sich der Gemeinderat dann doch noch an die konkreten Beschlüsse. Bei dem neuen Veranstaltungsort auf der Westseite des Schlosses im Park ließ Stefan Jänicke-Spicker nicht mit sich reden. Er machte deutlich, dass es ein Brandschutzkonzept gibt, nach dem der Weihnachtsmarkt im Osten direkt am Gebäude gar nicht stattfinden dürfe.
Die Gemeinderäte beschlossen, dass auch diesmal die Gemeinde als Veranstalter fungiert und die Verantwortung trägt. Einig war man sich auch, dass von den Besuchern kein Eintrittsgeld zum Markt verlangt werden soll.
23 Stadlbetreiber für dieses Jahr in Aussicht
Am Ende ging es um die finanziellen Rahmenbedingungen für die Standbetreiber. Deswegen waren zahlreiche Besucher in die Sitzung gekommen. Bürgermeister Jänicke-Spicker verteidigte seine vorgeschlagene Umstellung von einer festen Standgebühr auf 30 Prozent Gewinnbeteiligung: „Die Sockenverkäuferin muss viele Socken verkaufen, um die Standgebühr wieder reinzuholen.“ Simon Käser (CSU) plädierte für feste Standgebühren und machte deutlich, dass ihm zwei Vereine sagten, bei 30 Prozent gemeindlicher Gewinnbeteiligung nicht mehr am Markt teilnehmen zu wollen. Auf Nachfrage erklärte der Bürgermeister, dass er Zusagen für 18 Buden sowie weitere Interessenten habe, weshalb man die Zahl von 23 Anbietern vom Vorjahr auch heuer wieder erreichen könne.
Die Entscheidung des Tages war dann das 11:10 für eine prozentuale Beteiligung und gegen eine feste Standgebühr. Danach gab es eine deutliche Mehrheit für Gewinnbeteiligung gegenüber einer generellen Umsatzbeteiligung. Christina Meckel (ÜWG) brachte einen niedrigeren Prozentsatz für einheimische Vereine ins Gespräch.
Bürgermeister Jänicke-Spicker unterlag jedoch mit seinem Vorschlag, 30 Prozent Gewinnbeteiligung zu verlangen, in der Abstimmung deutlich mit 1:20. Das Gremium hatte sich auf den Kompromiss geeinigt, es mit 20 Prozent Gewinnbeteiligung zu probieren. Bei der Endabrechnung will der Gemeinderat dann analysieren, wie weit man die Kosten von knapp 30.000 Euro senken kann.