Mit 16 in der Nationalmannschaft – Hilgertshauserin kämpft um WM-Medaille
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Magdalena Hubner (16) fährt erstmals für die deutsche Nationalmannschaft – gleich bei der Trail-Weltmeisterschaft in Spanien. Im Mixed-Team hat sie eine reelle Chance auf das Podest.
Hilgertshausen/Arteixo – Für Magdalena Hubner wird es am Wochenende ernst. Zum ersten Mal geht die 16-Jährige aus Hilgertshausen für die deutsche Nationalmannschaft an den Start – und das gleich bei der Trial-Weltmeisterschaft in Spanien. Wenn Hubner in Arteixo auf ihr nur 75 Kilogramm schweres Motorrad steigt, geht es darum, Hindernisse möglichst fehlerfrei zu bewältigen. Denn nur wer wenige Strafpunkte sammelt, hat am Ende Chancen auf einen Podestplatz. Hubner wird im Mixed an der Seite von Marco Laure aus Breitenthal, der für den MC Augsburg fährt, starten – mit einer reellen Chance auf eine Medaille.

Die Lockerheit soll dabei nicht auf der Strecke bleiben. „Wir wollen Spaß haben und schauen, wofür es reicht“, sagt Hubner. Elf Jahre lang fährt Magdalena Hubner bereits Motorrad-Trial. Knapp zwei Drittel ihres Lebens geht sie also ihrem Hobby nach. Die Faszination Motorrad hat Magdalena Hubner von ihrem Vater übernommen. „Er ist Enduro-Rennen gefahren“, sagt Hubner. Dort geht es darum, auf einer technischen Strecke so schnell wie möglich zu sein. Beim Trial ist Geschwindigkeit dagegen fast nebensächlich. Hier zählt die Geschicklichkeit.
„Mit fünf Jahren habe ich an einem Schnuppertag des TuS Fürstenfeldbruck teilgenommen. Wenig später hatte ich mein erstes eigenes Motorrad. Damals 16 Zoll groß und mit E-Motor“, so Hubner. „Es ging dann Schritt für Schritt weiter. Irgendwann war ich im bayerischen Motorsport-Kader.“ Heute manövriert sie eine Maschine mit 125 cm³ Hubraum – und vertritt Deutschland bei der Weltmeisterschaft.
Im Trial müssen Fahrerinnen und Fahrer mit ihren Motorrädern über Steine, Stufen, Wurzeln und steile Auffahrten kommen, ohne dabei den Fuß auf den Boden zu setzen. Das klingt schwierig – und ist es auch: Die Maschinen werden dabei mit viel Körpereinsatz und präzisen Bewegungen über Hindernisse manövriert. Nacheinander werden die Sektionen mit ihren Herausforderungen gemeistert. Bei der WM sind es drei Runden mit jeweils zehn Sektionen. Und auch wenn der Trial-Sport kein Rennen ist, spielt die Zeit doch eine Rolle.
„Man muss eine Sektion in einer bestimmten Zeit meistern. Normal sind es 90 Sekunden, bei der WM werden es nur 60 sein“, sagt Hubner. Wem dies nicht gelingt, erhält das Maximum von fünf Strafpunkten – und ist damit in dieser Sektion gescheitert. Entscheidend ist, möglichst wenige Strafpunkte zu sammeln. Setzt man bei einem der Hindernisse mit einem Fuß auf, gibt es einen Strafpunkt, für zweimaliges Absetzen gibt es zwei Strafpunkte. Gröbere Fehler wie ein Sturz bedeuten fünf Punkte. Idealerweise stehen am Ende eines Durchgangs also null Punkte auf der Punktekarte. Doch nur, wer bis zum letzten Moment konzentriert ist, hat Chancen auf die perfekte Fahrt.
Stürze gehören zu dieser Sportart dazu. Schwer verletzt hat sich Hubner allerdings noch nicht. „Bis auf Prellungen und Schürfwunden ist mir nichts passiert“, sagt die 16-Jährige. Dafür trainiert sie auf ihrem Bike – hauptsächlich auf dem Gelände ihres Clubs in Fürstenfeldbruck. „In den vergangenen Wochen habe ich dienstags und donnerstags trainiert. Am Wochenende war ich meistens von Freitag bis Sonntag unterwegs“, sagt Hubner. Auch Krafttraining und Ausdauereinheiten gehören dazu. Denn Trial ist körperlich anspruchsvoll. Das Motorrad muss ständig mit Armen, Beinen und Oberkörper kontrolliert werden, während gleichzeitig der nächste Abschnitt der Strecke im Kopf vorbereitet wird.
Dass Hubner das beherrscht, hat sie bereits auf nationaler und internationaler Bühne gezeigt. Sie wurde deutsche Meisterin in der Jugend, gewann Wettbewerbe im tschechischen Kramolin. Und sie erreichte im Alpenpokal den dritten Platz. Darüber war sie besonders stolz, denn bei regionalen und deutschen Meisterschaften wird nicht nach Geschlechtern unterschieden. Und Hubner hat mehrere Männer hinter sich gelassen. Nun folgt mit dem Nationalmannschaftsdebüt der nächste große Schritt.
In Spanien kommt es dabei nicht nur auf ihre eigene Fahrt an. In der „FIM Challenge des Nations“ treten gemischte Zweier-Teams an. Gemeinsam mit Marco Laure kämpft sie bei ihrer Premiere um eine Medaille. Nervosität wird dabei dazugehören, wenn die 16-Jährige ihre Läufe startet. Viel größer ist aber die Vorfreude.