Engstellen stoppen Radschnellweg München–Markt Schwaben: Förderung fällt weg
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Die Trasse erfüllt weniger als 50 Prozent der Kriterien – damit entfällt die Bundesförderung von 75 Prozent der Baukosten. Der Verkehrsausschuss berät am Montag über das Ende des Projekts.
Markt Schwaben – Sternförmig soll das künftige Radschnellwegnetz der Stadt München aus dem Zentrum heraus die umliegenden Landkreise an die Landeshauptstadt anbinden. Doch bereits jetzt hat der Stern einen Zacken verloren. Der Radschnellweg nach Markt Schwaben kann voraussichtlich nicht realisiert werden. Am Montag wird der Verkehrsausschuss des Kreistags darüber beraten, das Projekt vorerst zu beerdigen.
Von Oberhaching, Fürstenfeldbruck, Starnberg, Dachau und eben Markt Schwaben sollte es auf Fahrradautobahnen Richtung München gehen. Dabei müssen die sogenannten Radschnellwege mindestens vier Meter breit sein, wenn sie in zwei Richtungen führen, um als alltagstaugliche Pendlerstrecke durchzugehen. Der Radverkehr soll mit möglichst wenig Haltepunkten zügig und sicher ans Ziel führen. So definiert das Bayerische Verkehrsministerium den Unterschied zu normalen Radwegen.
Der Radschnellweg im Landkreis Ebersberg, der auf acht Kilometern Länge über Poing-Grub und das Gemeindegebiet Poing und Markt Schwaben schließlich zum Bahnhof Markt Schwaben geführt hätte, erfüllt diese Kriterien nicht mehr, hauptsächlich wegen innerörtlicher Engstellen. Die Planungen für die Route aus der Landeshaupstadt über Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim (Landkreis München) laufen bereits seit dem Jahr 2018. Eine Machbarkeitsstudie hatte diesen Weg als Vorzugsvariante hervorgebracht.
Verschärfte Kriterien
Doch jetzt die Ernüchterung. „Das Regelwerk und die Anforderungen an Radschnellverbindungen wurden seit 2018 angepasst und konkretisiert“, erklärt Martin Riedl, der im Landratsamt Radwegsbeauftragter ist. Durch die neuen Richtlinien erfülle die Trasse weniger als 50 Prozent der Kriterien eines Radschnellweges. Dadurch falle die Förderung durch den Bund weg, so Riedl. 75 Prozent der Baukosten hätte der Bund getragen, die restlichen 25 Prozent wären vom Freistaat geflossen. Für das Landratsamt sind bislang Planungskosten von 123.000 Euro angefallen.
„Das ist sehr ärgerlich“, sagt Martin Riedl. „Wir haben viele Jahre Arbeit und Projektstunden in die Radverbindung eingebracht.“ Natürlich solle die Route weiterverfolgt werden, so Riedl, aber eben nicht mehr als Radschnellweg. Diese Perspektive soll ebenfalls am Montag im Verkehrsausschuss diskutiert werden. Entsprechende Förderprogramme mit 75 Prozent Zuschuss gebe es auch vom Freistaat. „Aber wer soll dann die restlichen 25 Prozent übernehmen?“, fragt Riedl. Angesichts der Haushaltssperre des Landkreises und knappen Kassen bei den Kommunen wohl eine berechtigte Frage.
Poings Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) bedauert, dass der Radschnellweg nicht weiter verfolgt wird. Allerdings sei ihm schon auch bewusst gewesen, dass aus baulichen Gründen nicht auf allen Abschnitten die erforderliche Breite von vier Metern umgesetzt werden kann. Wie in der Gruber Straße in Poing, wo vergangenes Jahr ein neuer Radweg errichtet wurde. Auch in Markt Schwaben, so Stark, wäre die Umsetzung insbesondere an der Bahnstrecke schwierig gewesen.
Zweites Scheitern
Der Radschnellweg nach Markt Schwaben ist bereits der zweite gescheiterte Versuch, den Landkreis für Fahrradfahrer an die Landeshauptstadt München anzubinden. Bereits vor drei Jahren musste das Projekt eines schnellen Radwegs von München über Haar und Grasbrunn bis nach Ebersberg vorläufig eingestellt werden. Der damalige Knackpunkt: Bestimmte Abschnitte des Radwegs wären entlang der Bahnschienen verlaufen. Aufgrund der Planungen zum Brennernordzulauf war die Deutsche Bahn nicht bereit, entsprechende Grundstücke abzugeben. Laut Aussage von Martin Riedl werde diese Route auch nicht weiter verfolgt.