Haager Straße soll Fußgängerüberwege bekommen – doch das Landratsamt ziert sich
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Dorfen plant sichere Querungshilfen und Verkehrsberuhigung für die Haager Straße. Das finale Okay fehlt noch – eine Verkehrsschau soll die Entscheidung bringen.
Dorfen – Sichere Fußgängerüberwege an der Haager Straße sind von Anfang an ein Herzensprojekt von Bürgermeister Claudius Siebert (ÜWG). Erst im Juni hatte der Bau- und Verkehrsausschuss darüber beraten. Mittlerweile gibt es ein Konzept vom Ingenieurbüro Coplan und positive Signale von der Regierung von Oberbayern als Zuschussgeber. Ob aber maßgebliche Behörden von Polizei über Landratsamt bis Staatliches Bauamt zustimmen, ist noch offen. „Wir sind im Gespräch und haben demnächst eine Verkehrsschau“, berichtet Siebert auf Nachfrage.
Die Verhandlungen haben bereits begonnen. „Wir hatten dazu am Dienstag ein sehr langes Gespräch mit dem Landratsamt und der Polizei“, teilte Siebert am Mittwochabend in der Bauausschusssitzung mit. „Das Landratsamt hatte die eine oder andere Frage und hat noch nicht so laut Hurra geschrieben.“ Die Dorfener Stadtverwaltung sei aber „sehr dahinter“. Und die Regierung von Oberbayern stelle Mittel aus der Städtebauförderung in Aussicht, und zwar im Rahmen des gesamten Umbaus der Haager Straße.
Zebrastreifen auf Höhe der Tafel?
Franziska Mühlstraßer vom Büro Coplan stellte den Stadträten die aktuelle Entwurfsplanung vor und fokussierte sich dabei auf die Querungshilfen. Zunächst ist da der Übergang vom Herzoggraben bei Martins Backstube, für den eine Elterninitiative bereits in der Amtszeit von Bürgermeister Grundner gekämpft hat. Schulweghelfer Claudius Siebert sitzt mittlerweile im Rathaus auf dem Chefsessel und treibt das Projekt voran.
Neu an der Planung sei eine leichte Verschwenkung des Übergangs nach Norden, damit man dort eine Bedarfsampel installieren könne, erläutert er auf Nachfrage. „Das ist unser Planungsziel, dann hätten wir einen sicheren Schulweg.“
Der zweite Punkt ist eine sichere Querung auf Höhe der Tafel-Räume – ob als Zebrastreifen oder Fußgängerampel, ist laut Siebert noch in Prüfung. Das sei auch wichtig, wenn man von der Haager Straße zur Metzgerei Widl gehe. „Da ist es sehr unübersichtlich“, so Siebert. Eine Absage gab es aber bereits für eine dritte Querung am Ende der Haager Straße an der B15-Ortsdurchfahrt. Da sei das Staatliche Bauamt Freising dagegen, berichtete Planerin Mühlstraßer.
Die Fußgängerüberwege sind aber nur ein Bestandteil der Planung für die Haager Straße. Ausgangspunkt aller Überlegungen war der Verkehrsfluss: Einerseits sollten Stauungen möglichst vermieden werden, andererseits darf die Haager Straße im Interesse der Anwohner keine gefährliche Rennstrecke werden.
Früher diskutierte Einbahnregelungen sind vom Tisch, jetzt soll der Autoverkehr in beide Richtungen fließen. „Wir haben hier wechselseitige Park- und Grünflächen, um die Geschwindigkeit zu reduzieren“, berichtete Tiefbauamtsleiter Jürgen Dietrich in der Ausschusssitzung. „Das wollen wir als Provisorium mal aufzeigen“, so Dietrich. Dazu sollen bewegliche Anlagen installiert werden, „um zu sehen, ob in den Bereichen Probleme mit dem Gegenverkehr sind“, erläuterte er. Ergänzt werde das mit Durchfahrtverboten für Lkw und Busse. „Der Stadtbus darf schon durch“, präzisierte der Bürgermeister.
CSU-Fraktionschef Michael Oberhofer zeigte sich „angetan von der Schnelligkeit des Handelns“. Er sei für eine Bedarfsampel. „Wenn kein Bedarf da ist und niemand drückt, dann können die Fahrzeuge fahren“, erklärte er und bilanzierte: „Das ist ein gelungener Versuch, alle Verkehrsteilnehmer möglichst gut zu bedienen.“ Siebert bedankte sich für das Lob von der politischen Konkurrenz, sagte aber: „Wir brauchen das finale Go vom Landratsamt.“
Oberhofers Fraktionskollegin Sabine Berger schoss hier quer. „Ich befürchte Verkehrschaos“, sagte sie über die versetzt angebrachten Verkehrsberuhigungsflächen. „Ich verstehe gar nicht, warum wir da überhaupt Parkplätze brauchen. Wir stimmen ja dauernd für Mobilitätskonzepte, wonach die Leute angeblich nur noch Radl fahren“, ätzte die CSU-Rätin. „Wir reduzieren die ganze Parkerei an der Haager Straße extrem. Es bleiben nur noch zehn Stellplätze übrig“, erwiderte Dietrich.
Außerdem seien die Verkehrsberuhigungsflächen mit Grün und Bäumen wichtig für die Zuschüsse, erklärte der Bürgermeister: „Wir kriegen die Städtebauförderung nur, wenn wir hier klimafördernde Maßnahmen umsetzen.“ Die Straße sei nicht förderfähig, Gehwege, Parkbuchten und Grünflächen dagegen schon.