1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Neufahrn

„Neufahrn steht nicht vor dem Abgrund“: Bürgermeister stellt Finanz-Zwischenbericht vor

Kommentare

Uns auf Google folgen
Bargeld
Die finanzielle Lage der Gemeinde Neufahrn ist weniger drastisch als erwartet – trotzdem muss gespart werden (Symbolbild). © Jan Woitas

Der Neufahrner Bürgermeister Ozan Iyibas hat dem Gemeinderat einen Zwischenbericht zur Finanzlage vorgestellt. Das erwartete Verwaltungs-Minus stellte sich als weniger dramatisch dar.

Neufahrn – Bei seinem Amtsantritt hat der Neufahrner Bürgermeister Ozan Iyibas einen genaueren Blick auf die Finanzen versprochen. Dem Versprechen folgte er nun im Gemeinderat mit einem Zwischenbericht über den aktuellen Stand im Haushaltsjahr 2026. Die Botschaft des Tages: „Neufahrn steht nicht vor dem Abgrund. Aber unsere finanziellen Spielräume sind deutlich enger geworden.“ Man habe steigende Ausgaben zu verzeichnen, während die wichtigsten Einnahmen der Gemeinde stagnieren oder rückläufig sind.

Die Neufahrner Wundertüte bei den Einnahmen ist die Gewerbesteuer, bei der Katrin Liebig, Leiterin der Finanzabteilung im Rathaus, und der externe Gemeindeberater Josef Nießl heuer mit einer Punktlandung bei den kalkulierten 10,2 Millionen Euro liegen. Im Vergleich zu den Einnahmen 2023 (15,1 Mio) und 2024 (16,4 Mio) ist das ein Rückschritt, den Josef Nießl erklären konnte. In den vergangenen beiden Jahren hatten einige Unternehmen Nachzahlungen bezüglich der Corona-Jahre, in denen man die Vorauszahlungen heruntersetzen konnte. Nach 8 Millionen Euro 2025 (Ansatz: 13,6 Mio) hat man heuer zumindest wieder einen leichten Aufwärtstrend. „Die Gewerbesteuereinnahmen sind mehr auf dem Niveau, auf das wir uns zeitweise verlassen konnten“, sagte Ozan Iyibas.

Gewerbeflächen entwickeln und vermarkten

Er betonte, dass die Gemeinde „eine aktive und strategische Wirtschaftspolitik“ benötige, bei der man Gewerbeflächen entwickle und dann auch entsprechend vermarkte. Mit Wohnraumschaffung will Iyibas die bei 19,5 Millionen Euro liegende Einkommensteuerbeteiligung steigern.

Der Zwischenstand im Haushalt zeigt, dass es wahrscheinlich finanziell nicht ganz so schlimm kommt, wie man es ursprünglich befürchtet hatte. Aktuell erwartet die Gemeinde im Verwaltungshaushalt ein Minus von 5,9 Millionen Euro, das ursprünglich mit 8,3 Millionen Euro erwartet worden war. In der Folge hat sich auch die Rücklagenentnahme vom Planwert 14,0 Mio auf 8,3 Mio verringert. Zum Jahresbeginn hatte die Gemeinde 18,1 Millionen Euro auf der hohen Kante bei rund 20 Millionen Euro Schulden.

Millionenbeträge zuschießen

Josef Nießl zeigte in seiner Präsentation weiter auf, dass die Gemeinde auch in den nächsten Jahren Millionenbeträge zuschießen muss, um den Verwaltungshaushalt ausgleichen zu können. In einem komplett rechtskonformen Haushalt sollten Kommunen eigentlich im Verwaltungshaushalt Überschüsse erwirtschaften, um davon Investitionen finanzieren zu können.

Der Neufahrner Bürgermeister betonte, dass man die Haushaltsbetrachtungen nicht als Startpunkt sehen soll für Sparrunden oder Schwarzmalereien. Viel mehr möchte er dem Gemeinderat deutlich machen, dass man bei geplanten Projekten ganz klar Prioritäten setzen muss: „Wir müssen den Mut haben, zu sagen: Das geht gerade nicht.“ Zudem müsse man bei Investitionen auch weiterdenken: „Nicht nur die Investition selbst kostet Geld. Was wir heute bauen und schaffen, müssen wir morgen betreiben, unterhalten und finanzieren.“

Auch interessant

Kommentare

Teilen
Image