Rote Funken feiern Premiere beim Oktoberfest – mit Zwischenstopp auf der Zugspitze
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136 Mitglieder der Roten Funken aus Köln machen auf ihrer „Manöverfahrt“ Station in Garmisch-Partenkirchen und auf der Zugspitze – 71 Jahre nach einem historischen Besuch
Garmisch-Partenkirchen – Rot-weiße Uniformen, mächtige Federbüsche auf den Köpfen und jede Menge kölsche Lebensfreude: Dieses Bild gehört eigentlich eher an den Rhein als an den Fuß der Zugspitze. Am Wochenende war das allerdings anders. Gleich 136 Mitglieder der „Kölsche Funke rut-wieß vun 1823“ hatten sich auf den Weg nach Bayern gemacht – und bevor es für die Karnevalisten zum Oktoberfest nach München ging, machten sie Station in Garmisch-Partenkirchen und auf Deutschlands höchstem Berg.
Am Zugspitzbahnhof empfing Garmisch-Partenkirchens Erster Bürgermeister Daniel Schimmer (Freie Wähler) die ungewöhnlich gekleideten Gäste persönlich. Für ihn war das Treffen nicht nur ein offizieller Termin. „Seit meiner Studienzeit bin ich mit Köln und den Roten Funken verbunden“, schrieb Schimmer anschließend. Entsprechend groß sei die persönliche Freude über den Besuch gewesen.
Reise der Kölner hat besonderen historischen Hintergrund
Die Reise der Kölner, die vom 18. bis 21. September dauerte, hatte allerdings noch einen ganz besonderen historischen Hintergrund. Denn für die Roten Funken war es keineswegs der erste Ausflug auf die Zugspitze. Bereits 1955 hatte das älteste Traditionskorps des Kölner Karnevals Deutschlands höchsten Berg besucht. Damals entstanden Aufnahmen der Funken in voller Uniform hoch oben im Schnee. 71 Jahre später wollten die Kölner daran anknüpfen.
Also ging es am Samstag mit Zahnrad- und Gletscherbahn hinauf. Diesmal empfing die Gruppe statt Schnee strahlender Sonnenschein. In 2962 Metern Höhe durfte natürlich auch das karnevalistische Programm nicht fehlen: Das Tanzpaar Elena Stickelmann und David Eßer zeigte vor den Augen der Besucher eine Kostprobe kölscher Tanztradition. Für ihren Auftritt hatten die Funken sogar eine Sondergenehmigung des Kölner Festkomitees erhalten, ihre komplette Uniform außerhalb der eigentlichen Karnevalssession zu tragen.
Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen und Grainau heißen Truppe willkommen
Auch Grainaus Erster Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) ließ sich den seltenen Anblick nicht entgehen. Er traf die Gäste auf der Zugspitze und sprach anschließend von „hohem Besuch“. Die „Kölsche Funke rut-wieß von 1823“ befinde sich auf „Manöverfahrt“, schrieb Märkl – und wünschte den Roten Funken viel Spaß beim anschließenden Festzug auf dem Oktoberfest.
Denn vom Wettersteingebirge aus ging die Reise weiter nach München. Dort wartete für die Kölner am Sonntag eine Premiere: Erstmals marschierten die Roten Funken beim traditionellen Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest mit. 80 Mitglieder zogen in ihren auffälligen rot-weißen Uniformen die rund sieben Kilometer durch die Münchner Innenstadt bis zur Theresienwiese. Insgesamt waren bei dem Festzug heuer rund 8300 Teilnehmer aus 148 Gruppen dabei.
Kein „wibbeln“, kein Kamelle werfen, kein Ausscheren
Für die Funken bedeutete der Münchner Festzug eine Umstellung. Beim Kölner Rosenmontagszug dürfe man „wibbeln“, Kamelle werfen und auch einmal nach links und rechts ausscheren, erklärte Vizepräsident Boris Müller augenzwinkernd. In München sei die Marschordnung dagegen „deutlich preußischer“. Die Kölner hielten sich daran – Kamelle gab es trotzdem, allerdings wurden sie an die Zuschauer verteilt statt geworfen.
Dass ausgerechnet die Zugspitze den Auftakt dieser bayerisch-kölschen Begegnung bildete, passte damit perfekt. Was 1955 mit einem historischen Foto begann, bekam 71 Jahre später seine Fortsetzung. Oder, wie es die Roten Funken selbst verstanden: nicht bloß als Ausflug, sondern als kleine „Kulturmission“ zwischen zwei Brauchtumswelten.