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Garchinger Tisch feiert 20 Jahre: Ehrenamtliche halten die Tafeln am Laufen

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Ehrung der Ehrenamtlichen (vorn v.lks.):  Kerstin Boehr (Koordinatorin der Tische Garching, Unter- und Oberschleißheim), Si¬grid Wu (Gründungsmitglied), Christi¬ne Burger (Gründungsmitglied), Christine Wach (Grün¬dungsmitglied), Ilse Wien (Gründungsmitglied), Cornelia Wellner (Gründungsmitglied), Regina Schu¬berth (Gründungsmitglied),  Inge Irschina (Gründerin der Caritas Tische in Garching, Unter- und Oberschleißheim) (hinten v.lks.): Detlef Kreitl (seit 2016), Pfarrer Barthlomew Aondo, Bettina Händel (Fach¬dienstleitung Bürgerschaftliches Engagement), Veronika Täger (Leitungsteam), Bernd Schönfeld (Son¬derdienst), Erich Fei¬ner (Leitungsteam), Sonja Moosmann (2007), Wolfgang Bursch (Unterstützer), Leonhard Moosmann (seit 2009), Hans Scharl (2011), Renate Lahr (2009), Sylvia Zipperer (2009).
Geehrte Ehrenamtliche und Gratulanten: (vorn v.l.) Kerstin Boehr (Koordinatorin der Tische Garching, Unter- und Oberschleißheim), Sigrid Wu (Gründungsmitglied), Christine Burger (Gründungsmitglied), Christine Wach (Gründungsmitglied), Ilse Wien (Gründungsmitglied), Cornelia Wellner (Gründungsmitglied), Regina Schuberth (Gründungsmitglied), Inge Irschina (Gründerin der Caritas Tische in Garching, Unter- und Oberschleißheim) sowie (hinten v.l.) Detlef Kreitl (seit 2016), Pfarrer Barthlomew Aondo, Bettina Händel (Fachdienstleitung Bürgerschaftliches Engagement), Veronika Täger (Leitungsteam), Bernd Schönfeld (Sonderdienst), Erich Feiner (Leitungsteam), Sonja Moosmann (2007), Wolfgang Bursch (Unterstützer), Leonhard Moosmann (seit 2009), Hans Scharl (2011), Renate Lahr (2009), Sylvia Zipperer (2009). © Andreas Sachse

Seit zwei Jahrzehnten versorgt der Garchinger Tisch Bedürftige mit Lebensmitteln. Ohne freiwillige Helfer wäre das Angebot nicht aufrechtzuerhalten, betont die Caritas.

Garching – Seit 20 Jahren hilft die Caritas all jenen, die nicht Schritt halten können mit Globalisierung und der allgegenwärtigen Verteuerung. Auf dem Jubiläumsfest zum 20-jährigen Bestehen des Garchinger Tisches sind am Sonntag die vielen, zumeist namenlosen Helfer im Vordergrund gestanden. Sie sind das Herz und die Seele der Lebensmittelausgaben.

So viel steht fest: Als Inge Irschina vor 20 Jahren beschloss, „Du musst was tun“, war die Welt für einen beachtlichen Teil der Menschen, auf deren Leistungen der Wohlstand im Lande sich gründet, schon aus dem Takt geraten. Im Gespräch mit dem Münchner Merkur im Jahr 2009 warnte die Begründerin der von der Caritas im Norden des Landkreises organisierten Tische bereits vor „drastischen Fällen“ der Kinderarmut.

Während die Zahl der Kinder ohne ausgewogene Ernährung weiterhin steigt, hat sich die Gesellschaft längst an den Anblick von Senioren gewöhnt, die den Müll nach Pfandflaschen durchforsten, um die karge Rente aufzubessern. Das ist die Realität auch hier, in einem der reichsten Landkreise Deutschlands.

Von Armut bedroht sind außerdem Alleinerziehende, Familien mit mehreren Kindern, Leute mit Migrationshintergrund und solche mit psychischen Problemen. Kerstin Boehr, Koordinatorin der Caritas-Tische in Garching, Unterschleißheim und Oberschleißheim, könnte die Liste wahrscheinlich fortsetzen. An diesem Sonntag aber will man das Ehrenamt feiern. Ohne die Unterstützung der freiwilligen Helfer wäre die Not im Lande nicht zu lindern, weiß die Fachdienstleiterin Bürgerschaftliches Engagement der Caritas, Bettina Händel.

Regelmäßig sammeln die Ehrenamtlichen Lebensmittel ein von Supermärkten, Bäckereien und Metzgern. Inzwischen hat sich ein Netz der Hilfe organisiert, dem Landwirte angehören und Eltern von Schülern und Kindergartenkindern. Boehr erzählt von Eltern, die sich regelmäßig um Spenden kümmern. „Wir brauchen dieses Geld, um Schulbücher und Hygieneartikel bereitzustellen.“ Nudeln, Reis, Öl und Kaffee, haltbare Waren, sind ebenso knapp. Die Caritas gibt Gutscheine aus, die in Läden gegen Schreibblöcke und Stifte eingetauscht werden. Seife, Shampoo und Rasiercreme gibt es, sobald Spenden eingegangen sind. Dass oftmals Eltern helfen, lässt die Caritas zudem auf Lerneffekte bei den Kindern hoffen.

Grundsätzlich gilt: Für die im Norden des Kreises stets freitags geöffneten Tische bedarf es eines Berechtigungsscheins vom Amt. Nur wer vor Ort gemeldet ist und Leistungen nach Sozialgesetzbuch II oder SGB XII bezieht, wer mit zu geringem Einkommen oder Rente über die Runden kommen muss, findet Unterstützung. Die Caritas ist verpflichtet, Notlagen zu prüfen. Die Tische sind als ein niederschwelliges Angebot, frei von bürokratischen Zwängen, angelegt. In akuten Fällen hilft die Caritas sofort.

Zur Hilfe in der Not bietet die Caritas Beratungsgespräche. Bei Bedarf werden Ratsuchende an die Fachstellen weiterempfohlen, wie der Schuldnerberatung.

Das Engagement derer, die helfen wollen, sei vorbildlich, sagte Boehr. Die Stimmung untereinander empfindet sie als großartig: „Wer einmal mitmacht, der bleibt auch.“ An diesem Sonntag aber sollten es sich die Helfer einmal richtig gut gehen lassen bei Weißwurstfrühstück mit Kaffee und Kuchen und Live-Musik von Rudolf Drexl. Nach dem Gottesdienst ließen Bürgermeister Thomas Lemke und Vize-Landrätin Nicola Gerhardt (beide CSU) die vielen Helfer hochleben

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