Pride-Week am Gymnasium Grünwald: Kultusministerium sieht keinen Handlungsbedarf
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Das Bayerische Kultusministerium reagiert auf eine AfD-Anfrage zur Pride-Week am Gymnasium Grünwald. Die AfD wertet die Antwort als Beistand einseitiger Vermittlung.
Grünwald – Das Bayerische Kultusministerium sieht nicht den geringsten Grund, wegen einer Pride-Week am Gymnasium Grünwald neue Vorgaben an staatlichen Schulen zu etablieren. Das geht aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag hervor.
Die Abgeordneten Florian Köhler, Oskar Lipp, Johannes Meier und Markus Walbrunn hatten die Grünwalder Aktionswoche zum Anlass genommen, nach Pride-, LGBTQI-, Diversity- und Queer-Veranstaltungen an staatlichen Schulen zu fragen. In der Elterninformation war für eine Woche im Juni von Regenbogenfarben, Giveaways, Pausenmusik, Plakaten, Kurzfilmen und einer Ausstellung zur LGBTQI+-Kultur in München die Rede.
In einer solchen Themenwoche kommen sexuelle Orientierung sowie Identitätsfragen und Bewertungen von Familie und anderen Lebensformen zur Sprache. Ein weites Feld, das von Parteien und Religion mit unterschiedlichen Gewichtungen bemessen wird.
Die AfD wollte nun in Erfahrung bringen, welche konkreten Inhalte nach Kenntnis der Staatsregierung dort vermittelt werden sollen. Die Fraktion erinnert an den Beutelsbacher Konsens, nach dem kontroverse Fragen im Unterricht auch kontrovers und nicht alternativlos erscheinen müssen.
In der Antwort gibt die Staatsregierung eine ausführliche Auskunft ihrer Sichtweise: Schulen hätten einen Bildungsauftrag, der die Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt, Geschlechterrollen und Geschlechtsidentität einschließt. Sie organisieren solche Aktivitäten in eigener Verantwortung. Eine Pflicht, sie dem Ministerium anzuzeigen oder genehmigen zu lassen, gebe es nicht.
Wo man im Ministerium die Grenze zieht: Der Beutelsbacher Konsens gelte im politisch bildenden Unterricht und bei Schulveranstaltungen. Schüler dürften nicht überwältigt oder indoktriniert werden: „Sie müssen in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und ihre eigenen Interessenlagen möglichst selbstständig zu analysieren.“ Erziehungsberechtigte wiederum haben das Recht, über Inhalte und sensible Themen angemessen informiert zu werden. Ein allgemeines Recht, sämtliche Materialien vorab einzusehen, gebe es nicht.
Die Antwort ist für Walbrunn, Sprecher der AfD-Fraktion für die Metropole München, nicht ausreichend. Aus seiner Sicht unterstützt die Staatsregierung implizit eine einseitige Vermittlung von Pride-, Queer- und Trans-Themen an Schulen. Seine Fraktion wertet dies als Verstoß gegen das Überwältigungsverbot, aber auch als Bevormundung von Eltern und Schülern. Die Schule selbst will abschließend aktuell noch keine Einschätzung über den Verlauf der Veranstaltung abgeben. Nach Angaben von Schulleiter Stephan Sprenger sind noch einzelne Punkte offen. Sobald diese geklärt seien, wolle er sich noch einmal äußern.