Keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr: Bäckerei will Mitarbeiter entlasten
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Die Bäckerei Kuhn geht neue Wege: In den 14 Filialen des in Valley beheimateten Familienbetriebs können Kunden seit Kurzem nicht mehr mit Ein- und Zwei-Cent-Münzen bezahlen. Das 1908 in Holzkirchen gegründete Handwerksunternehmen erhofft sich davon eine Entlastung seiner Mitarbeiter.
Valley – Die Entscheidung sei recht schnell gefallen, erzählt Cornelia Kuhn, die mit ihrem Mann Martin und Sohn Valentin das Familienunternehmen leitet. Sie stand gerade mit einer Mitarbeiterin hinter der Theke der neuen Filiale in Rottach-Egern und zählte Münzen, als ihr der Gedanke kam, künftig keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr anzunehmen.
Schon länger hatten sie der große Aufwand und die Kosten des Bargeldverkehrs umgetrieben. Dreimal täglich müssen Mitarbeiter das Bargeld in den vier Kassenschubladen einer jeden Filiale zählen, vor und nach ihrem Schichtbeginn sowie bei der sogenannten Bargeldverarbeitung am Ende des Arbeitstags. Das sei zeitaufwendig, besonders wenn sich ein Mitarbeiter verzähle.
Allein die Bargeldbeschaffung: „Mit einem Vorlauf von ein bis zwei Wochen müssen wir das Bargeld bei der Bank bestellen“, erklärt Kuhn. Stehe es dann bereit, seien aus versicherungstechnischen Gründen drei Personen erforderlich, um das Geld bei der Bank abzuholen. Die Kosten des Bargeldverkehrs inklusive des Personalaufwands und der Dienstleistungen der Firma Prosegur belaufen sich auf 160.000 Euro jährlich.
Keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr: Bäckerei will Mitarbeiter entlasten
„Aus geschäftlicher Sicht würde ich die Barzahlung am liebsten ganz abschaffen“, sagt Kuhn. Auch wenn die Gebühren für elektronische Transaktionen hoch seien: Die Vorteile elektronischer Zahlungen seien höher. Unter anderem lande das Geld sicher auf dem Konto. Auch Kassenfehlbeträge, die durch Trickbetrug oder mangelnde Konzentration von Mitarbeitern entstehen, seien bei elektronischen Zahlungen ausgeschlossen. Deshalb kann Kuhn nicht nachvollziehen, weshalb manche Betriebe keine Kartenzahlung ermöglichen, sondern stattdessen nur Bargeld akzeptieren.
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Dennoch wird es bei der Bäckerei Kuhn nicht zu einer ausschließlichen Kartenzahlung kommen, wie es etliche Gastronomien in München bereits praktizieren: „Wir wollen unseren Kunden weiter ermöglichen, selbst zu entscheiden, wie sie bezahlen wollen“, sagt Kuhn. Diese Freiheit sei ihr privat auch wichtig. Das Aus für Ein- und Zwei-Cent-Münzen bedeute für die Kunden keinen großen Einschnitt – für ihre Mitarbeiter dagegen eine deutliche Entlastung beim Zählen.
Relevant sind die Ein- und Zwei-Cent-Münzen ohnehin nur bei Brot, das geschnitten und anschließend gewogen wird, sowie bei Plätzchen, die ebenfalls nach Gewicht verkauft werden. „Hier runden wir zugunsten unserer Kunden ab“, erklärt Kuhn. Für geschnittenes Brot im Wert von 3,78 Euro etwa zahle der Kunde dann 3,75 Euro. Alle anderen Preise endeten ohnehin auf null oder fünf. „Krumme Beträge wie im Supermarkt gibt es bei uns nicht.“ Die Einbußen durch Abrunden zugunsten der Kunden seien nicht nennenswert.
Schilder an den Kassen der Filialen machen die Kunden auf die Änderung im Zahlungsverkehr aufmerksam. Bisher nehmen sie es gelassen: „Es gab bis jetzt nur eine Beschwerde“, sagt Kuhn. Etwa 35 Prozent der Zahlungen seien ohnehin elektronische Zahlungen. „Gerade die Jungen zahlen mit dem Handy.“
Eine weitere, deutlich größere Änderung steht voraussichtlich 2027 an. Dann zieht die Bäckerei Kuhn von ihrem Hauptsitz in Valley in einen Neubau an der Georg-Hardt-Straße in Otterfing. „Unsere Backstube platzt aus allen Nähten“, erklärt Kuhn.