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Landkreis setzt mit Gesundheitsregion plus auf Prävention und Vorsorge

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Pressegespräch über das neue Netzwerk Gesundheitsregion plus Landrat Jens Zangenfeind und die Geschäftsstellenleitung Sabrina Cecco-Stark  Foto tp
Ehrgeiziges Projekt: Bei der Entwicklung der Gesundheitsregion plus kann Geschäftsstellenleiterin Sabrina Cecco-Stark auch auf Unterstützung durch den Landkreis zählen, wie Landrat Jens Zangenfeind versichert. © THOMAS PLETTENBERG

Der Freistaat verpflichtet ab Januar jeden Landkreis zur Gesundheitsregion plus und übernimmt alle Kosten. Sabrina Cecco-Stark leitet die neue Stelle – und kündigte dafür ihren Job als Personalchefin im Landratsamt.

Landkreis – „Vorbeugen ist besser als heilen.“ Dieser Leitgedanke steht in der Präambel des Masterplans Prävention der Bayerischen Staatsregierung. Auch im Landkreis Miesbach bekommt die Gesundheitsförderung ab sofort mehr Gewicht – mit der Gesundheitsregion plus. Sabrina Cecco-Stark (43) kümmert sich um die Umsetzung.

Im Grunde hinkt der Landkreis der Entwicklung hinterher. Gesundheitsregionen gibt es in Bayern bereits seit 2015. „Ein Erfolgsmodell“, berichtet Cecco-Stark. Ab 1. Januar müssen sie deshalb in jedem Landkreis verpflichtend eingeführt werden. Die Kosten übernimmt zu hundert Prozent der Freistaat. Hier ist die Gesundheitsregion plus auch angesiedelt.

Mit ihrer Position als Geschäftsstellenleiterin hat die 43-Jährige wieder zu ihrer ursprünglichen Profession zurückgefunden. Die gebürtige Oberstdorferin hat Gesundheitsmanagement in Rosenheim studiert und einen Master in Personalmanagement draufgesetzt. Gut sechs Jahre lang war sie zuletzt Personalchefin am Landratsamt. Dort hat sie im Frühjahr gekündigt, um die Stelle beim Freistaat anzutreten. „Ich habe gemerkt, dass mir das Thema Gesundheit letztlich doch näher liegt als das Thema Personal“, erzählt sie.

Einen Schreibtisch im Landratsamt hat Cecco-Stark freilich weiterhin. Schließlich bildet die Grundlage ihrer Arbeit eine enge Verzahnung mit dem Landkreis. Und nicht nur die. Gerade knüpft die Geschäftsstellenleiterin Kontakte mit allen Akteuren aus dem Gesundheitsbereich und dem gesellschaftlichen Leben: vom Krankenhaus über die Ärztevertreter und Krankenkassen bis hin zu Vereinen und öffentlichen Einrichtungen. Das große gemeinsame Ziel: mehr für Gesundheitsbewusstsein, Gesundheitsförderung, Vorsorge und Früherkennung zu tun.

Noch steht die Gesundheitsregion plus im Landkreis am Anfang. Doch erste Vorhaben gibt es bereits. So hat Cecco-Stark im Sommer sogenannte UV-Index-Tafeln an markanten Punkten im Landkreis aufgestellt und Flyer zum Thema Hitze und ihre Folgen verteilt. Für 12. Oktober ist ein Osteoporose-Aktionstag, für 21. November eine Infoveranstaltung zum Thema Endometriose geplant. Für ihre Projekte stellt ihr der Freistaat jährlich ein Budget von 25.000 Euro zur Verfügung. „Das ist vergleichsweise überschaubar“, gesteht Cecco-Stark. Sie sei deshalb dankbar, die Infrastruktur des Landratsamts nutzen zu dürfen.

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Der erste Meilenstein wird der 10. März 2027 sein. Dann findet eine Gesundheitskonferenz statt, bei der die Arbeitsschwerpunkte festgelegt werden. „Uns ist es wichtig, im März konkrete Projekte auf den Weg zu bringen“, betont Landrat Jens Zangenfeind (FWG), der den Vorsitz der Konferenz hat und zusammen mit Cecco-Stark und Gesundheitsamtsleiter Florian Geyer im Lenkungskreis der Gesundheitsregion plus sitzt. „Was wir nicht brauchen, sind neue Organisationsstrukturen, die zu nichts führen.“

Ein Schwerpunkt, den die Gesundheitsregion plus setzen könnte, wäre der Hitzeschutz. „Das ist ein ganz großes Thema und betrifft alle – vom Krankenhaus über Seniorenheime und Schulen bis hin zu Hotels und Freizeiteinrichtungen“, sagt Cecco-Stark. Hier könnte die Gesundheitsregion plus als eine Art Scharnier fungieren. „Man würde gegenseitig von den Erfahrungen profitieren“, so Zangenfeind.

Die ersten Reaktionen auf den Start der Gesundheitsregion plus fielen positiv aus. „Noch klingt alles sehr theoretisch“, gesteht Cecco-Stark. „Viele Ärzte sehen aber schon den Mehrwert.“ Es geht schließlich nicht um die medizinische Versorgung. Da ist der Landkreis gut aufgestellt. Der Fokus liegt vielmehr darauf, Krankheiten vorzubeugen und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder hinauszuzögern. Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die es ein gutes Netzwerk und auch einen Austausch mit den anderen Gesundheitsregionen braucht. „Wir merken“, sagt Cecco-Stark, „dass wir es nicht alleine schaffen.“

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