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Schlierseer Hof: Gemeinderat lehnt PWG-Antrag ab – wie es jetzt weitergeht

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Die Zukunft bleibt offen: Im jüngsten Gemeinderat wurde erneut über den Schlierseer Hof diskutiert.
Die Zukunft bleibt offen: Im jüngsten Gemeinderat wurde erneut über den Schlierseer Hof diskutiert. © THOMAS PLETTENBERG

Beim Schlierseer Hof soll sich etwas bewegen, doch über den richtigen Weg herrscht weiter Uneinigkeit. Während die Mehrheit im Gemeinderat auf Gespräche mit Hotelier Marcel de Alwis setzt, drängt dieser auf mehr Tempo.

Schliersee – Wie soll es mit dem Schlierseer Hof weitergehen? Seit die damaligen Neubaupläne 2024 bei einem Bürgerentscheid keine Mehrheit fanden, wird nach einer neuen Lösung für das Hotel gesucht. Einig sind sich Gemeinderat und Hotelier Marcel de Alwis, der als Bauherr die Zukunft des Hauses vorantreiben will, zumindest in einem Punkt: Es soll sich etwas tun. Uneinigkeit herrscht darüber, wie der Weg dorthin aussehen soll.

Das zeigte sich jüngst erneut im Gemeinderat. Die Freien Wähler im Markt Schliersee (PWG) wollten den Bebauungsplan für den Seeuferbereich überprüfen und eine mögliche Änderung vorbereiten lassen. Mit 4:14 Stimmen lehnte das Gremium den Antrag jedoch ab. Die Mehrheit setzt zunächst auf weitere Gespräche mit de Alwis. Der ist dazu bereit – ihm geht es allerdings „nicht schnell genug“.

Für die PWG bezeichnete Michael Dürr eine Überprüfung des jahrzehntealten Bebauungsplans als „notwendig“. Ein konkretes Bauvorhaben sollte damit noch nicht festgeschrieben werden. Vielmehr wollte die Fraktion unter anderem „Hotelentwicklung, Baumassen, Seepromenade und Verkehr“ neu betrachten. Auch der Bürgerentscheid von 2024 sollte einfließen: Damals entfielen 56 Prozent der gültigen Stimmen auf das Bürgerbegehren gegen die seinerzeitigen Neubaupläne. Gefordert wurde unter anderem, dass ein Neubau die bestehende Bebauung nicht wesentlich überschreitet.

Auf eine direkte Verständigung mit den Bauherrn setzt dagegen Bürgermeister Florian Reinthaler (CSU). Der Schlierseer Hof solle „in neuem Glanz“ erscheinen, das könne aber nur gelingen, wenn man „gemeinsam zu einer Lösung“ komme. Um diese auszuloten, gibt es bereits eine Arbeitsgruppe mit je einem Vertreter der vier Fraktionen: Florian Zeindl (CSU), Christoph Stöger (Die Schlierseer), Birgit Lutz (Grüne) und Michael Dürr (PWG).

Wie schwierig jedoch die Annäherung mit den Plänen des Bauherrn ist, schilderte Zeindl. Bei einem Treffen mit de Alwis im August seien die Vorstellungen teilweise „deutlich auseinandergegangen“, manches sei „weit weg vom Bürgerentscheid“ gewesen. Trotzdem warnte er davor, nun mit einer eigenen Planung der Gemeinde „vorzupreschen“. Damit drohe der Dialog mit der Bauherrenseite abzubrechen – im schlimmsten Fall sei das Thema Schlierseer Hof dann „tot“. Eine zusätzliche Überprüfung des Bebauungsplans halte er zudem für „wenig zielführend“, da dieser bei einem neuen Vorhaben „ohnehin angepasst werden muss“.

Birgit Lutz hält den PWG-Antrag grundsätzlich für „sinnvoll“, sieht ihn aber „zum falschen Zeitpunkt“ gestellt. Von vier wesentlichen Knackpunkten habe man sich bei dreien zumindest angenähert, bei einem weiteren fehle bislang „die Kompromissbereitschaft des Bauherrn“. „Das bremst den weiteren Prozess“, sagte Lutz. Ziel müsse bleiben, „zügig weiterzukommen und eine Bebauung zu ermöglichen“. Besonders deutlich wurde sie beim Bürgerentscheid: Für die Bauherrenseite sei dieser „kein Argument“. Die besondere rechtliche Bindungsfrist von einem Jahr ist inzwischen zwar abgelaufen. Für Lutz bleibt das Ergebnis dennoch „ein demokratischer Auftrag“ und damit „für den Gemeinderat moralisch verpflichtend“.

Die PWG verstand ihren Vorstoß dabei ausdrücklich nicht als Gegenentwurf zu den Gesprächen, sondern als Unterstützung des laufenden Prozesses. „Soll eine Gemeinde dann nie wieder Bebauungspläne machen?“, fragte Horst Teckhaus und schob nach: „Wo wollen wir eigentlich hin?“ Im Gemeinderat überwog dennoch die Sorge, mit einer solchen Prüfung die bisherige Annäherung zu gefährden. Die Mehrheit setzt deshalb zunächst weiter auf direkte Gespräche mit der Bauherrenseite.

Dazu zeigt sich auch de Alwis bereit. Allerdings gehe ihm „alles zu langsam“, sagte der Hotelier auf Nachfrage. Seine Bebauungspläne würde er zudem auch „jederzeit im öffentlichen Teil einer Gemeinderatssitzung vorstellen“.

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