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Hitzesommer und defekte Materialseilbahn: Schwierige Saison für Wirt der Tegernseer Hütte

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Tegernseer Hütte am Ross- und Buchstein
Weniger Wanderer als sonst besuchten in diesem Sommer die Tegernseer Hütte. Schuld war die Hitze, die auch die Berggeher ausgebremst hat. © Thomas Plettenberg

Hinter Andi Hauber, Wirt der Tegernseer Hütte, liegt ein schwieriger Sommer. Aufgrund der Hitze kamen weniger Gäste als sonst. Seit Kurzem macht ihm auch noch die defekte Materialseilbahn zu schaffen.

Kreuth – Lange Hitzeperioden, Wasserknappheit und zu guter Letzt eine defekte Seilbahn: Das Leben als Wirt der Tegernseer Hütte ist kein Zuckerschlecken. Insbesondere der zurückliegende Sommer war eine Herausforderung für Andi Hauber und seine Mitarbeiter. Doch Jammern ist für den 46-Jährigen, der heuer die zweite Saison als Pächter des Adlernestes am Ross- und Buchstein im Gemeindebereich Kreuth absolviert, keine Option. „Ich habe zuverlässige Leute und es gab wieder viele spannende Begegnungen“, sagt Hauber rückblickend. Wirt sein auf der Tegernseer Hütte: Für Hauber ist das weiterhin „ein guter Lebenszustand“.

Dabei hatte es der zurückliegende Sommer wirklich in sich. Sogar im Bereich der Tegernseer Hütte, gelegen auf 1650 Metern Höhe, hat Andi Hauber zeitweise Temperaturen jenseits der 30 Grad gemessen. Das bremste auch die Wanderer aus, die Hütte der Alpenvereins-Sektion Tegernsee war heuer schlechter besucht als üblicherweise. „Es war eine wirtschaftlich schwierige Saison“, räumt der Pächter ein.

Andi Hauber muss Gasflasche zur Tegernseer Hütte schleppen
Die schwere Gasflasche fürs Kochen muss Andi Hauber derzeit zu Fuß zur Tegernseer Hütte hinaufschleppen. Die Materialseilbahn ist defekt. © Privat

Einziger Vorteil: Durch das geringere Gästeaufkommen hat die Tegernseer Hütte auch weniger Wasser benötigt als sonst. Der Wassermangel ließ sich für Hauber und seine Mannschaft daher gut handeln. Ohnehin sei man im Adlernest, das ausschließlich über einen Tank mit Regenwasser versorgt wird, daran gewöhnt, dass die wertvolle Ressource nur in begrenztem Maße zur Verfügung steht. Putzen, spülen, waschen: „Wir machen alles, aber eben mit weniger Wasser“, sagt der Hüttenwirt.

Dass man als Wirt einer Berghütte den Witterungen ausgeliefert ist, war Hauber bewusst, als er die Tegernseer Hütte 2025 als neuer Pächter übernahm. Immerhin hatte er schon vor dieser Zeit viele Jahre auf dem beliebten DAV-Domizil mitgearbeitet. Heuer aber spielte das Wetter dem Betreiber besonders übel mit. Als die Hütte Mitte Mai aufsperrte, gab‘s dort oben noch einmal 20 Zentimeter Neuschnee. „Von 60 angemeldeten Übernachtungsgästen kamen gerade einmal zehn Leute“, erzählt Hauber. In den Pfingstferien dann das Gegenteil: „Es war mehr los, als die Hütte verträgt.“ Im Sommer habe sich die Zahl der Besucher dann angesichts der Hitze auf einem niedrigen Niveau eingependelt.

Allzu viel abgeworfen hat der Hüttenbetrieb somit heuer also noch nicht. „Wir hatten daher auf einen goldenen Herbst gehofft“, macht der 46-Jährige deutlich. Doch ausgerechnet zu Beginn des Wanderherbstes hat nun die Materialseilbahn ihren Geist aufgegeben. „Es gab einen technischen Defekt. Die Gondel ist in die Talstation reingedonnert“, schildert Hauber das Dilemma. Seither müssen er, seine Mitarbeiter und Helfer aus der Sektion die Lebensmittel und das notwendige Material zu Fuß zur Hütte hinauftragen. „Im Schweiße unseres Angesichts“, sagt Hauber augenzwinkernd. Der Wirt kann daher aktuell nur eine sehr eingeschränkte Speisekarte anbieten. Ob die Seilbahn heuer überhaupt noch repariert werden kann, bezweifelt Hauber. In solchen Situationen ist der Wirt froh darüber, „dass ich in das Gefüge der Sektion eingebettet bin“. Dort habe er immer Unterstützer und verständnisvolle Ansprechpartner.

Geändert hat sich allerdings das Verhalten mancher Gäste: Wie viele andere Berghütten, so kennt auch Andi Hauber das Problem, dass Besucher erst eine Übernachtung buchen, dann aber kurzfristig – und ohne Absage – doch nicht erscheinen. „Das hat schon ein bisserl zugenommen“, erzählt der Wirt. Dennoch verlangt Hauber erst bei einer Buchung durch größere Gruppen eine Anzahlung. Stattdessen setzt er aufs persönliche Gespräch bei der Anmeldung. „Da baut man schon eine Vertrauensbasis auf.“ Besuchen können Wanderer das Adlernest übrigens noch bis zum 7. November. Dann verabschiedet sich die Tegernseer Hütte in die Winterpause.

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