Buchbach an der Regionalliga-Spitze: Was den TSV derzeit so stark macht
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Der TSV Buchbach ist in der Regionalliga noch ungeschlagen und grüßt von der Tabellenspitze. Ein neuer Trainer und eine neue Mischung sorgen für Furore.
Buchbach – Ungeschlagen an der Tabellenspitze, acht Siege und zwei Remis – was nach einer Fußball-Fantasie klingt, ist beim TSV Buchbach zurzeit die Realität. Dass der TSV in der Regionalliga ganz oben mitmischen kann, ist aber nichts völlig Neues. In der Saison 24/25 feierte der Kultklub die Vizemeisterschaft. Ein Jahr später folgte allerdings der Absturz auf Rang zehn. Was hat sich verändert?
Eine entscheidende Rolle spielt dabei Trainer Sven Zurawka. Nach dem Aus von Kevin Hingerl übernahm der 31-Jährige im Sommer das Kommando. Seitdem kennt die Erfolgskurve des TSV nur eine Richtung. Für den 135 Kilometer entfernt wohnenden Mann an der Seitenlinie gibt es direkt mehrere Gründe für den Erfolg.
Buchbach und Zurawka hatten vorher keine Berührungspunkte – angefangen hat alles in Stuttgart
Dass es ihn ausgerechnet zu einem Regionalligaverein wie Buchbach verschlagen würde, hätte Zurawka wohl selbst nicht erwartet. Mit dem Kultklub hatte er nämlich vorher keine Berührungspunkte. „Ein paar ehemalige Spieler von mir waren schon einmal in Buchbach aktiv, aber ansonsten kannte ich den Verein nicht im Detail“, verrät der Cheftrainer gegenüber Fussball Vorort/FuPa Oberbayern. Angefangen hat seine Trainerkarriere in Stuttgart.
Dort begann seine Reise als Co-Trainer der U14 der Stuttgarter Kickers an der Seite von Yannik Dreyer, welcher heute der U17-Coach des FSV Mainz 05 ist. Dann ging plötzlich alles ganz schnell: Dreyer wurde innerhalb des Vereins nach oben gezogen – und Zurawka war auf einmal Chef. „Ich wurde damals nach drei Monaten einfach ins kalte Wasser geschmissen – plötzlich selbst Training vorbereiten und Training machen“, blickt Zurawka zurück. „Das war natürlich nicht ohne.“ Zurawka war damals im zweiten Semester seiner Ausbildung zum Sportlehrer.
„Als erste Trainerstation direkt eine NLZ‑Mannschaft, das war natürlich schon eine Herausforderung“, gibt er zu. „Am Anfang war es deshalb erst einmal viel Ausprobieren und Fehler machen.“ Nach der intensiven Zeit führte ihn sein Weg über die U16 der SG Sonnenhof Großaspach zum FC Ingolstadt. Dort arbeitete Zurawka zunächst als Co-Trainer der U17, ehe er anschließend vier Jahre die U21 begleitete. Es folgten Stationen beim TSV Rain/Lech (Bayernliga Süd) und beim SV Neumarkt (Bayernliga Nord). Buchbach ist nun seine erste Aufgabe in der Regionalliga.
Zurawka legt Wert auf offene und direkte Kommunikation
Und das war nicht nur für ihn Neuland. Auch innerhalb der Mannschaft musste sich der neue Trainer zunächst beweisen. „Am Anfang war es schon ein Abtasten“, so Zurawka. „Da kommt ein neuer Trainer aus der Bayernliga – da war erst einmal eine gewisse Ungewissheit da.“ Doch der Trainer setzt vor allem auf offene und direkte Kommunikation und fühlt sich mittlerweile super wohl.
„Ich hatte mit den Spielern schon im Vorfeld Kontakt, bevor wir uns das erste Mal persönlich getroffen haben. Das ist auch ein Credo von mir: Wenn ich irgendwo anfange, möchte ich mit jedem Spieler vorher schon einmal gesprochen haben.“ Der Trainer wollte ein Gespür für seine Spieler bekommen – und genau diese persönliche Ebene scheint in Buchbach gut zu funktionieren.
Auch das Vereinsumfeld spielt dabei eine wichtige Rolle. Besonders die ehrenamtliche Arbeit beeindruckt Zurawka. „Ich fühle mich bei solchen Vereinen, bei denen noch viel Menschlichkeit und Herzlichkeit vorhanden ist, einfach sehr wohl.“
„Diese Mischung tut uns aktuell sehr gut“: Das macht den TSV Buchbach so stark
Doch natürlich lässt sich der Höhenflug nicht allein mit dem neuen Trainer erklären. Denn im Sommer musste der TSV einige wichtige Spieler verabschieden. Mit Sammy Amari und Kevin Hingerl gingen unter anderem Akteure, die zuvor zu den Säulen der Mannschaft gehört hatten. Der Verein entschied sich deshalb bewusst dafür, etwas aufzubrechen und neue Impulse zu setzen. Junge Spieler aus der Bayernliga rückten in den Kader – unter anderem Florian Wiedl, Dominik Auerhammer, Leo Haas und Leo Kainz. Gleichzeitig blieben erfahrene Kräfte an Bord. „Diese Mischung tut uns aktuell sehr gut.“
Ein Geheimrezept oder gar „höhere Mächte“ sieht der Trainer hinter dem Buchbacher Höhenflug allerdings nicht. Vielmehr sei es das Zusammenspiel aus Mannschaft und Trainerteam. „Ich glaube einfach, dass uns die Mentalität, über 90 Minuten Vollgas zu geben, auszeichnet“, erklärt Zurawka. Und auch das Trainerteam bringt enormen Antrieb: „Ich bin jemand, der Fußball lebt.“
Angesichts des furiosen Saisonstarts stellt sich natürlich die Frage: Wie weit kann die Reise gehen? Sportlicher Direktor Georg Hanslmaier verrät gegenüber Fussball Vorort/FuPa Oberbayern: „Bei mir am Schreibtisch liegen Unterlagen für die 3. Liga, die ich allerdings noch nicht gelesen habe. Wir haben uns mit dem Thema aktuell noch nicht wirklich beschäftigt.“ Bis dahin ist eins klar: Wer den TSV Buchbach bezwingen will, muss sich warm anziehen.