Schwerer Knochenbruch, Platzverweis, Last-Minute-Tor: SV Polling verliert 0:1
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Der SV Polling unterlag dem Tabellenführer nach einem dramatischen Spiel mit zehn Mann. Stürmer Patrick Sautter erlitt eine schwere Verletzung.
Polling – Wie viel Leid kann eine Mannschaft ertragen? Was der SV Polling in Starnberg durchzumachen hatte, ging an sein Innerstes. Patrick Sautter verletzte sich schwer, 45 Minuten war die Partie unterbrochen. Michael Schwinghammer flog nach einer Kurzschlussreaktion in Minute 34 mit Rot vom Feld. Und weil das alles noch nicht schlimm genug war, traf der Tabellenführer kurz vor Schluss nach dreifachem Anlauf auch noch zum 1:0-Sieg. „Das ist brutal schwer zu verdauen, mir ist das nahegegangen“, sagt Trainer Michael Schöttl. Er hat eine solche beispiellose Pannenserie schon einmal erlebt, vor zwei Jahren mit der SG Hungerbach.
Schon vor Anpfiff hatten sie Widerstände zu überwinden. Freilich aus feierlichem Anlass. Torwart und Galionsfigur Mathias Schuster heiratete. Der ganze SV Polling feierte mit, und das sehr lange. Wobei: Von Nachwehen war am Tag darauf nichts zu spüren. Mit einer ausgeklügelten Mauertaktik triezten sie den Tabellenführer. Trainer Schöttl beobachtete Starnberger Fußballer, die sich fassungslos angifteten. „Die sind schier verzweifelt“, berichtete der Coach.
Jeder Rückschlag, so sah es aus, schweißte die Pollinger hingegen enger zusammen. Los ging’s mit der traurigen Aktion nach fünf Minuten. Patrick Sautter blieb bei einer Abwehraktion extrem unglücklich im Rasen hängen. Der Krankenwagen rückte an, beide Mannschaften hatten dem Schicksal beizuwohnen. Erst nach einer Dreiviertelstunde ging’s weiter. Abends meldete sich der Unglücksrabe beim Coach mit den Horror-Nachrichten: dreifacher Knochenbruch samt Bänderriss. Die zweite, schwer begreifliche Szene ereignete sich eine halbe Stunde später. Dieses Mal war der Spielausschluss allerdings selbst verschuldet. Im Eins-gegen-Eins drehte sich ein Starnberger geschickt um Michael Schwinghammer herum, der reagierte angefasst, verpasste ihm einen Gehfehler von hinten – und flog vom Platz. „Einfach unnötig, eine blöde Aktion“, sagte Michael Schöttl. Vor allem, weil er an die Folgen denkt. Weitere zwei Ausfälle im nächsten, wichtigen Spiel gegen Berg sind nur schwer zu verdauen.
Wie seine Leute aber mit der schwierigen Situation umgingen, beeindruckte den Coach. „Du kannst sie nur loben. Du siehst auf dem Platz eine Mannschaft, die alles raushaut.“ Nur je eine gute Chance pro Halbzeit notierte Schöttl beim Spitzenreiter bis zur denkwürdigen Schlussphase. Selbst die entscheidenden Momente sahen zunächst wenig gefährlich aus. Schon der Freistoß im Halbfeld war laut Schöttl diskutabel. Anschließend klärte sein Team gleich dreimal im Strafraum, ehe ein vierter Versuch abgefälscht im Tor landete. Mit Ardian Simnica und Fabian Loos brachte er am Ende nochmals zwei Offensive zurück. Beide hatten tatsächlich in der letzten Szene aus etwa acht Metern den Ausgleich auf dem Fuß. Beide zielten genau auf den Torwart. „Wir hätten uns belohnen können für das, was wir da abgerissen haben.“ So blieb am Ende nur Leid und Enttäuschung.