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Tölzer Löwen siegen 4:1 in Heilbronn: „Großartige Moral gezeigt“

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Matthias Bittner
Fast unbezwingbar: Der überragende Schlussmann Matthias Bittner parierte in Heilbronn 33 Schüsse und führte die Löwen zum Sieg. © Oliver Rabuser

Die Tölzer Löwen gewinnen bei den Heilbronner Falken mit 4:1. Zwei Tore binnen zwei Minuten im Schlussdrittel drehten das Spiel.

Heilbronn/Bad Tölz – Was für ein Auftritt der Tölzer Löwen: Am Freitagabend siegten sie bei defensivstarken und einsatzfreudigen Heilbronner Falken mit 4:1 (0:0, 0:0, 4:1). Spielentscheidend war ein Doppelschlag von Yannick Wenzel und Topi Piipponen, die Mitte des Schlussdrittels binnen nicht mal zwei Minuten aus einem 0:1-Rückstand eine 2:1‑Führung machten. „Meine Mannschaft hat eine großartige Moral gezeigt“, lobte Trainer Axel Kammerer. „Unser Unterzahlspiel war herausragend gut, und unser Torhüter Matthias Bittner hat überragend gehalten.“

„Das wird eine ganz enge Kiste“

Den Tölzer Löwen war bewusst, dass sie eine knüppelharte Aufgabe erwartete: Die Falken hatten am Auftaktwochenende vier Punkte gegen die Titelkandidaten Deggendorf und Kaufbeuren geholt. „Das wird eine ganz enge Kiste“, hatte Löwen-Stürmer Julian Lautenschlager vorhergesagt. Damit sollte er recht behalten. Trotz der lange ausbleibenden Tore lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch – 50 Torschüsse allein in den ersten beiden Dritteln sprechen für sich.

Videostudium nach Foul von Schönberger

Vor allem in Unterzahl mussten die Löwen einige brenzlige Minuten überstehen, was ihnen mit Bravour gelang. Bei der ersten Strafzeit in der neunten Minute geriet Kapitän Sandro Schönberger mit dem Heilbronner Paul Fabian aneinander. Nach Videostudium stand sogar eine große Strafe im Raum, doch die Schiedsrichter beließen es bei zwei Strafminuten wegen Ellenbogenchecks. Durchatmen bei den Löwen. Doch auch in Unterzahl gerieten die Löwen nur selten in Gefahr, und das Drittel endete mit einem verdienten 0:0.

Unterzahlspiel Schlüssel zum Erfolg

Auch im zweiten Abschnitt war das gute Unterzahlspiel der Löwen der Schlüssel zum Erfolg. Kurz nach Beginn des zweiten Drittels geriet Löwen-Stürmer Michael Keränen nach einem Zweikampf ins Straucheln, versuchte sich abzufangen, riss dabei den Schläger hoch und traf seinen Gegenspieler im Gesicht. Die Folge: zwei plus zwei Strafminuten. Wieder überstanden die Löwen diese Phase unbeschadet – unter anderem, weil Bittner einen gefährlichen Schuss von Tyler Spurgeon grandios mit der Fanghand entschärfte. Einen einzigen Kritikpunkt hatte Kammerer an diesem Abend: „In den ersten zwei Dritteln haben wir zu wenig geschossen. Vor dem gegnerischen Tor waren wir zu verspielt und zu kompliziert.“

Löwen drehen Spiel

Als es Leon Bauhof in der 46. Minute doch noch schaffte, den unbezwingbar wirkenden Bittner zu überwinden, hatte Kammerer ein ungutes Gefühl: „Die Heilbronner waren da im Vorteil. Weil sie sehr gut verteidigen, ist es nach einem Rückstand schwer, gegen sie zu gewinnen.“ Doch die Löwen fanden einen Weg. Yannick Wenzel ließ den Heilbronner Verteidiger Manuel Nix aussteigen und traf mit einem präzisen Schuss zum 1:1‑Ausgleich (50.).

Wichtiger Treffer in Unterzahl

Passend zum Spielverlauf fiel der wichtige Tölzer Treffer ausgerechnet in Unterzahl, als Topi Piipponen einen Konter erfolgreich abschloss und den Puck unter den Beinschonern von HEC‑Schlussmann Florian Mnich hindurchschob. „Das war vielleicht der Knackpunkt“, sagte Kammerer. In Überzahl erhöhte Nicolas Sauer per Direktschuss auf 3:1 (55.).

Lautenschlager trifft ins leere Tor

Heilbronn versuchte alles und nahm Florian Mnich zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Nur 21 Sekunden später setzte Julian Lautenschlager mit seinem Treffer ins leere Tor den Schlusspunkt.

„Hochintensives, schnelles Eishockeyspiel“

Kammerer lobte die „starke Teamleistung“, die nötig gewesen sei, um bei einem starken Gegner zu gewinnen. Sein Kollege Jason O’Leary sah es ähnlich: „Es war ein hochintensives, schnelles Eishockeyspiel. Die Special Teams haben einen Riesenunterschied gemacht.“

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