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Ruhender Ball, ruhende Gefahr: Der DFB hat ein Standard-Problem

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Die Wichtigkeit des ruhenden Balles wird häufig betont. Beim DFB-Team entsteht daraus allerdings viel zu wenig Gefahr.

Augsburg – Griechenland hat der deutschen Nationalmannschaft am zweiten Spieltag der Nations League nahezu keinen Platz gelassen. Die Hellenen haben tief gestanden, keine Lücken geboten und sich am Ende zu einem 1:0-Erfolg gekontert. Gerade in solchen Partien gewinnt der ruhende Ball an enormer Bedeutung. Doch in dieser Disziplin kam – mal wieder – zu wenig vom DFB-Team.

Die Ecken von Nathaniel Brown sorgten gegen Griechenland für wenig Gefahr
Die Ecken von Nathaniel Brown sorgten gegen Griechenland für wenig Gefahr © Imago/Steinsiek.ch

Das ist kein neues Phänomen bei der Nationalmannschaft. Unter Mads Buttgereit, dem Trainer für Standardsituationen, erlebt das Team in den vergangenen fünf Jahren ein Wechselbad. Bei der Europameisterschaft 2024 im eigenen Land und bei der Winter-WM 2022 in Katar gelangen keine Treffer nach einem Eckball oder Freistoß. Dafür stand Deutschland in der Nations-League-Saison 2024/25 und bei der WM-Qualifikation an der Spitze der stärksten Nationen.

Auch die Körpergröße hilft dem DFB-Team nicht

Doch dann, als es auf der großen Bühne wichtig wurde, kam nicht mehr viel. Nathaniel Browns Eckball führte am ersten Gruppenspieltag zum zwischenzeitlichen 2:1 gegen einen deutlich unterlegenen Kontrahenten aus Curacao (7:1). Und viel Pech hatte das DFB-Team im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 n.E.), nachdem Jonathan Tahs Kopfballtor von Ecke Brown wegen eines vorangegangenen Foulspiels von Waldemar Anton zurückgenommen wurde.

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Alles an einem Platz: der DFB-Newsletter. © Imago / Absolut Fussball

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Dabei lag das Team mit einer durchschnittlichen Körpergröße von 185,4 cm auf Rang sechs des Turniers – beinahe vier Zentimeter größer als Paraguay (181,6 cm). Eine Rolle hat dieser Größenunterschied kaum gespielt. Aus 43 Ecken machte das deutsche Team in den vergangenen sechs Partien nur den einen Treffer gegen die Mannschaft von der Karibikinsel Curacao. Das ist zu wenig für den Anspruch des DFB-Teams.

Gegen Griechenland bekam das Team acht der 43 Ecken zugesprochen. Tatsächlich gefährlich wurde es einmal, doch Yann Bisseck köpfte das Leder deutlich neben das gegnerische Gehäuse. Wurde dieses Stilelement bei der Fülle an Trainingsinhalten etwas vernachlässigt? Oder fehlen Durchsetzungsvermögen in der Mitte und Ideenreichtum bei der Ausführung der ruhenden Bälle?

Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp konnte bei seinem verpatzten Heimdebüt wertvolle Erkenntnisse sammeln. Das Thema Standards sollte eines davon sein. 2014 erzielte der spätere Weltmeister fünf Tore im Anschluss an Ecken oder Freistöße. Wenn es spielerisch schon nicht funktioniert, dann benötigt ein Team andere Mittel. Notfalls eine Ecke, die präzise auf den Kopf des Mitspielers geschlagen wird. Auch das ist eine Kunst – und beim DFB-Team derzeit eine unterentwickelte.

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