1. Startseite
  2. Sport
  3. TSV 1860

Neuzugang Uhlmann feiert einen erfolgreichen Start bei 1860 München: Ein Löwe fürs Grobe

Kommentare

Uns auf Google folgen

Neuzugang Uhlmann grätscht sich beim TSV 1860 München ins Team – und in die Herzen der Fans. Der Sechser möchte bei den Löwen zum Stammspieler reifen.

München – Kaum auf dem Feld, in seinem ersten Einsatz für die Löwen, sah sich Eric Uhlmann (23) veranlasst, die neue Arbeitskleidung schmutzig zu machen. Augsburgs Levis Schaber hatte freie Schussbahn, vor ihm nur noch Vitus Eicher, doch dann kam der Neue angerauscht und machte seine Beine lang. Eingesprungene Grätsche. Eckball für die Gäste statt Anschlusstreffer. Kurz darauf stand der erste Heimsieg fest – und das zweite Zu-null des TSV 1860 (3:0). Mit einem Lächeln schritt Uhlmann vom Platz. Als hätte es ihm besondere Freude bereitet, dem neuen Heimpublikum gleich eine seiner Kerndisziplinen vorzuführen.

Weg da! Eric Uhlmann lässt seine Gegner gerne spüren, dass für sie nur begrenzt Platz auf dem Feld ist.
Weg da! Eric Uhlmann lässt seine Gegner gerne spüren, dass für sie nur begrenzt Platz auf dem Feld ist. © IMAGO/Marc Marasescu

Grätschen, abräumen, sich in Zweikämpfe reinbeißen: Dafür haben die Löwen Uhlmann am letzten Tag der Sommertransferperiode geholt. Der gebürtige Leipziger ist in der Innenverteidigung ebenso zu Hause wie auf der Sechs. Vielleicht ist es kein Zufall, dass das dritte Zu-null-Spiel mit seinem ersten Einsatz über die volle Distanz zusammenfiel. Beim 2:0 (0:0) gegen Nürnberg II bildete er mit Dennis Dressel die Absicherung für Tunay Deniz, der weiter vorne seine Ideen entfalten durfte. Nürnbergs hochbegabtes Mittelfeldtalent Eric Kornwachs Barjuan (17) bekam Uhlmanns körperliche Präsenz vom Anpfiff weg zu spüren.

Uhlmann will bei 1860 München die Null in der Defensive etablieren

„Ich bin sehr glücklich, vor allem das erste Mal 90 Minuten nach langer, langer Zeit“, sagte Uhlmann hinterher. Er habe alles gut überstanden. Besonders stolz war er darauf, wie sich das Team gegen die Nürnberger Angriffe gestemmt hatte: „Ich bin mega stolz, dass wir uns in die Bälle reingehauen haben und die Null verteidigt haben.“

Seit seiner Ankunft stehe das Zu-null-Spielen weit oben auf der Themenliste, berichtete er. Gegen Nürnberg klappte es, obwohl die technisch versierten Gäste lange den Ball laufen ließen. Das fühlte sich zunächst schlechter an, als es war. In der Pause mussten sich die Löwen erst vergegenwärtigen, wie wenig sie zugelassen hatten. Ihre Schlussfolgerung, so Uhlmann: „Wenn wir so weiterspielen, ist es eine Frage der Zeit, bis wir das Tor machen.“

1860 München: Abräumer Uhlmann wurde bei RB Leipzig ausgebildet

Die Geduld zahlte sich aus. Für Uhlmann war es zugleich die Gelegenheit zu zeigen, dass er mehr mitbringt als die Bereitschaft zur Grätsche. Elf Jahre verbrachte er im Nachwuchs von RB Leipzig, seine ersten fußballerischen Schritte machte er bei Sachsen Leipzig. Über Hannover 96 und Erzgebirge Aue führte sein Weg nach Giesing. Mit 63 Drittliga- und 56 Regionalliga-Partien brachte er reichlich Erfahrung mit. Dazu 17 Tore und zehn Vorlagen: Der Mann fürs Verhindern weiß auch, wie das Vollenden geht.

Das letzte Stück in unserem Kader-Puzzle

1860-Geschäftsführer Probst über Uhlmann

„Das letzte Stück in unserem Kader-Puzzle“, nannte Geschäftsführer Thomas Probst Uhlmann bei der Verpflichtung. Neben Einsatzbereitschaft und Kopfballstärke hob er die „sehr gute technische und taktische Ausbildung“ hervor. Gegen Nürnberg wurde der Neuzugang gebraucht, weil Michael Eberwein angeschlagen fehlte und Deniz nach vorne rückte. Aus der Gelegenheit machte er eine Bewerbung.

Einen Stammplatz leitet Uhlmann daraus nicht ab. Er wolle im Training weiter Gas geben, „um dann nächste Woche vielleicht wieder in der Startelf zu stehen“. Auch am Samstag bei Wacker Burghausen (14.45 Uhr) könnte der muskulär verletzte Eberwein ausfallen. Beim Saisonziel formuliert Uhlmann weniger zurückhaltend: „Unser Anspruch ist, hier oben mitzuspielen.“ Platz drei ist dafür ein Anfang. Und Spieler, die sich fürs Team in den Dreck werfen, sind in Giesing seit jeher gern gesehen.

Auch interessant

Kommentare

Teilen
Image