Kayabunar setzt auf Wiesn als „Extra-Motivation“
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Erst punkten, dann prosten: Löwen wollen am Dienstag als Sieger ins Festzelt. Die Hürde Burghausen ist allerdings hoch. Zudem fallen wichtige 1860-Stützen aus.
München – Die ersten drei Wiesn-Punkte sind auf dem Löwen-Konto verbucht. Nun folgt ein Spiel, dessen Ausgang die Stimmung noch über den Schlusspfiff hinaus bestimmen dürfte. Zum einen will sich der TSV 1860 am Samstag bei Wacker Burghausen (14.45 Uhr, br.de und merkur.de) mit dem nächsten Sieg in der Spitzengruppe festkrallen. Zum anderen entscheidet sich, mit welchem Gefühl die Mannschaft am Dienstag ins Festzelt einzieht. Sponsor Hacker-Pschorr hat eingeladen. Bleibt die Frage: Wird es ein Triumphmarsch oder ein Spießrutenlauf?
Wie ungemütlich so ein Pflichttermin werden kann, wissen die Löwen noch vom vergangenen Jahr. Damals gab es zum Wiesn-Start eine deftige Tracht Prügel: 1:5 gegen Hoffenheim II. Trainer Patrick Glöckner war nur noch 90 Spielminuten von seiner Entlassung entfernt, nach dem 0:2 in Aue musste er zusammen mit Geschäftsführer Christian Werner gehen. Diesmal, den nächsten Wiesn-Dreier vorausgesetzt, könnten die Löwen zum 60er-Marsch die Maßkrüge auf der Empore erheben und sich feiern lassen – als Mannschaft, die den weißblauen Aufstiegsträumen neue Nahrung gibt.
Eberwein und Faßmann fallen aus, wahrscheinlich auch Seiffert
Alper Kayabunar kann dem Gedanken durchaus etwas abgewinnen. „Es gibt immer ein gutes Gefühl, wenn man mit einem Sieg auf die Wiesn gehen kann“, sagte der Löwen-Trainer in der Presserunde am Freitag. „Ich hoffe, es gibt eine extra Motivation für die Jungs.“ Wobei er gleich klarstellte: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“
Schon den Sprung auf Platz drei nach dem 2:0 gegen Nürnberg II hatten die Löwen auf der Wiesn begossen. Ob denn die Anzahl der Maßkrüge gepasst habe, wurde Kayabunar gefragt – mit schönen Grüßen von Florian Niederlechner, der die Frage einem Reporter diktiert hatte. Der Löwen-Coach nahm es gelassen. Er sei nicht dabei gewesen, „aber im Training haben sie auf jeden Fall einen guten Eindruck gemacht. Dementsprechend glaube ich, dass es schon okay war.“
Die Stimmung stimmt, die Personallage weniger: Michael Eberwein und Lasse Faßmann fallen aus, Moritz Seiffert ist fraglich. Damit fehlen zwei wichtige Kräfte in der zentralen Achse. Eberweins Ausfall hatten die Löwen gegen Nürnberg aufgefangen, nun muss Kayabunar auch seine Abwehr umbauen. Eric Uhlmann sei „sicherlich eine Option“. Der Trainer sieht es positiv: „Es gibt dann auch die Chance für Spieler, die hinten dran waren, sich zu beweisen.“
Bewähren müssen sie sich gegen einen Gegner, der zuletzt Augsburg II mit 5:2 besiegte. Wacker sei „ein gestandener Regionalligist, der für viel Spektakel sorgen kann“, warnte Kayabunar. Dreifachtorschütze Felix Bachschmid (30) bangt allerdings um das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein. „Er gehört sicherlich zu den besten Spielern in der Liga“, sagte der Trainer und lobte Laufbereitschaft, Technik und Kopfballstärke des Torjägers.
Auch ohne Bachschmid dürfte es Wacker nicht an Motivation mangeln: Als erstes Team könnten die Burghauser 1860 in dieser Regionalligasaison bezwingen. Neun Spiele ohne Niederlage geben Selbstvertrauen, sind aber auch ein Ansporn für den Gegner. Kayabunar will die Serie deshalb nicht bloß verwalten: „Am Ende wollen wir die Spiele dann natürlich auch gewinnen und nicht unentschieden gestalten.“
Erst in der Spitzengruppe festkrallen, dann oben auf der Empore anstoßen – zusammen mit OB Dominik Krause, der in der Tradition von Vorgänger Dieter Reiter sein Kommen zugesagt hat. Drei Punkte in Burghausen wären der ideale Stimmungsbooster.
Wacker Burghausen – TSV 1860
Anstoß: Samstag, 14.45 Uhr, br.de und merkur.de.
Burghausen: Schöller – Lechner, Schwarzensteiner, Hofherr – Stegmiller, Gordok, Bangerter, Turtschan – Agbaje, Bachschmid (Sodji), Diowo
TSV 1860: Eicher - Gevorgyan, Weber, Uhlmann, Fiedler - Dressel, Dordan - Ott, Deniz, Erdogan - Niederlechner.
Schiedsrichter: Assad Nouhoum (Fürstenfeldbruck).